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Rundreise
nach Lumbini
Reisebericht 21.09.02 – 05.10.02 ©
Klaus Töpfer
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Vorwort Über China und Tibet kommend wollten wir in diesem Jahr einmal abseits der großen Berge Land und Kultur Nepals besser kennen lernen. So beschlossen wir zwei Schwerpunkte. Eine Rundreise auf dem Landwege: Kathmandu - Lumbini - Pokhara und eine Wanderung abseits der Haupttrekkingwege durch eines der nepalesischen Mittelgebirge. Eigentlich hatten wir vor, den ferneren Westen zu besuchen. Aufgrund der politischen Situation in Nepal sahen wir aber davon ab. |
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![]() 21.09.02 – 1 Tag Aus
Lhasa über den Himalaya-Hauptkamm, mit klarer Sicht auf die verschneiten
8.000er, kommend, erreichen wir Kathmandu. Die Uhr wird um 2 ¼ Stunden
zurück gedreht. Auch die Visum-Formalitäten sind schnell erledigt und
unsere Koffer warten bereits auf dem Gepäckband. Vor dem Flughafen
gähnende Leere. Keine übereifrigen Am Nachmittag beginnt es zu regnen, als wir uns gerade im Garten des Hotels GARDEN gemütlich gemacht haben. Beim gemeinsamen Abendessen im Delima Garden unterhalten wir uns ausgiebig über seine USA- und unsere China-Reise. Es ist bereits dunkel, die Geschäfte in Thamel sind mangels Touristen schon geschlossen, als wie wir trockenen Fußes zum Hotel zurück kehren. Es ist sehr ruhig, zu ruhig in Kathmandu. Die politische Situation in Nepal zeigt seine negativen Auswirkungen. Geschäfte und Basare schließen bereits ab 20 Uhr. |
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22.09.02 – 2. Tag So wie unser europäischer Sommer zu naß war, beginnt der Tag auch hier wieder mit Regen. Kinder waten barfuß mit ihren Gummilatschen durch die unzähligen, großen Pfützen. Petrus ist traurig und weint. Die beste Gelegenheit sich nun erst einmal sich der Pflicht, Urlaubsgrüße zu schreiben, zu entledigen. Nach
nepalisischem Mittagsmenü begeben wir uns gemeinsam zu Navyo. Er ist Südtiroler,
lebt seit über
20 Jahren hier in Kathmandu und organisiert ebenfalls
Trekking-Touren. Wir kennen uns seit ein paar Jahren via Internet
(Nepal-Forum) und Email. So ist die Gelegenheit günstig, sich endlich
einmal persönlich kennen zu lernen. Es wird eine gemütliche, kurzweilige
Plauderrunde über Politik, die Situation in Nepal und deren Auswirkungen
auf den Tourismus usw. Die Zeit vergeht im Fluge und es ist bereits
Nachmittag, als wir uns verabschieden. Inzwischen haben die Strahlen der langsam untergehenden Sonne gegen die dicken Regenwolken gewonnen. Von Navyos Haus, unterhalb der Stupa von Swyambunath, die im Sonnenschein leuchtet, begeben wir uns zu Fuß auf den Rückweg nach Thamel. Entlang des neu erbauten buddhistischen Affentempels schlendern wir in Richtung Thamel, überqueren den Fluss Bishumati, der nun auch Wasser führt, und erreichen unser Quartier bei Anbruch der Dunkelheit. |
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23.09.02 – 3. Tag Einen
ganzen Tag durch Kathmandu bummeln. Von rechts nach links, von oben nach
unten, rückwärts und vorwärts, wie Dorlis sagt. Für 200 Rupien lösen
wir die Wochenkarte für den Eintritt zum Dhurbar Square und suchen die
bekannten Tempel und Pagoden wieder auf. Der weiße Baiwara ist heuer
nicht vergittert und lädt somit zum fotografieren ein. In folge der
geringen Touristenzahl bieten innerhalb von 5 Minuten Zigaretten-Pause 3
Rikscha-Fahrer Ihren Dienst an und einige verkleidete Saddhus hoffen auf
ein Bild mit uns. Ein paar Meter weiter entsteht eine Menschenmenge.
Demonstration? Nein, die
Kindgöttin Kumari schaut lächelnd aus dem Fenster ihres Palastes. Einige
Relikte des zurückliegenden Festivals sind noch zu bewundern. Wir sind
einen Tag zu spät in Kathmandu eingetroffen.
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25.09.02 – 5. Tag
Mit 1-stündiger Verspätung landen wir in Pokhara. Die Berge verbergen sich hinter dicken, dunklen Wolken aus denen unnachgiebig der Regen plätschert. Es wird nun wirklich Zeit, sich mit Regenschirm und Regenhüten auszustatten. Was sonst noch bleibt, ist ein kleiner Bummel entlang der leeren Uferpromenade am Phewa-See und eine Bootfahrt hinüber zur Tempelinsel, um die Götter gnädiger zu stimmen: Bitte laßt doch ein wenig die Sonne scheinen. Untergebracht sind wir dieses mal im Guesthouse von Prasantas Onkel Kamal. Er spricht überraschend gut Deutsch und wir erfahren, dass er 3 Jahre in der Nähe von Münster gearbeitet hat und sogar schon einen Tag in Gelsenkirchen zu Besuch war. |
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Inmitten der Stadt Burtwal stehen plötzlich alle Räder still. Unfall, Staßensperre? Wir wissen es nicht. Om versucht irgendwie weiter zu kommen und setzt erst einmal das Auto auf einen Begrenzungsstein zwischen der von Wasser überfluteten Fahrbahn und dem Radweg. Wagen anheben und zurück schieben und wieder geht es ein paar Meter weiter bis zum nächsten Kreisverkehr. Die Polizei verwehrt jegliche Weiterfahrt. Warum, wird uns nicht so richtig klar. Jedenfalls stehen wir nun erst einmal im Regen und Pfützen und warten, was wir ja nun schon ein paar Tage gewohnt sind. Plötzlich und unerwartet setzt sich der Verkehr wieder in Bewegung. Es geht weiter. Busse und LKW überholen, Augen zu und durch.
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| Zurück
im Hotel werden wir durch Lärm, Getrampel und Türen schlagen
aufgeschreckt. Eine Schulklasse hat hier Quartier bezogen. Noch in der
Nacht flüchten wir in die oberste Etage, um etwas Ruhe nach der langen
Fahrt zu bekommen.
Die Vorbereitungen für unsere 4-tägige Campingtour durch den nördlich von Kathmandu gelegenen Shivapuri-Nationalpark werden getroffen. Gegen 17 Uhr erreichen wir Nagarkot, dem Ausgangspunkt unseres Trekking. Vereinzelt lassen sich die Gipfel des Himalaya zwischen den Wolken sehen. Lassen wir uns überraschen, was uns der morgige Tag bei Sonnenaufgang bescheren wird. |
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29.09.02 – 9. Tag Nebel, eine dichte Wolke hüllt uns ein. Nichts vom erwarteten Sonnenaufgang. Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg. Auf unsere Begleitmannschaft, angeführt von Govinda 2 und Karmas Bruder Mingmar als Koch, werden wir erst zu Mittag stoßen. Der bequeme Weg führt durch landestypische Bauernlandschaft: Terrassenfelder mit Reis, Kartoffeln und bereits geerntetem Mais. Auf den Dächern und in den Höfen der Bauernhäuser liegen Mais und Chillischoten zum Trocknen in der Sonne, die auch auf uns herunter brennt. Dorlis Regenschirm bewährt sich nun als Sonnenschirm.
Nach einem weiterem Anstieg erreichen wir unser Nachtlager in etwa 2.200 m Höhe. Ein herrlicher Aussichtspunkt. Die Wolken haben sich zu gewaltigen Türmen geformt und lassen mehr und mehr den Blick auf das Panorama der weißen Gipfel vom Ghanesh Himal, Manaslu, Langtang und Rollwaling zu. Die letzten Sonnenstrahlen verfärben die Wolken rot bis eine sternenklare Nacht hereinbricht. Unzählige Sterne und das Licht der Milchstraße stehen wie ein schützendes Dach über uns. Nur im Süden erleuchtet der Schein der Lichter Kathmandus das Firmament.
Auf dem Weg durchs Gelände hat sich unser lieber Govinda in seinen schwarzen Sonntagsschuhen eine Zerrung im Flußgelenk zugezogen. Nach der Operation Knie (Dorlis 1999) durch Govinda, übernehmen wir nun mit viel Spaß und Witz die 1. Hilfe: „Unser Manager ist sicherer im Büro in seinem bequemen Sessel am PC aufgehoben, als in den Bergen. Überlaß das Trekking lieber Deinen Leuten oder kaufe Dir „Nepali Boots“ (Plastiklatschen)“. Der Fuß wird gut mit Salbe behandelt und bandagiert. Eine Amputation mit dem bereitliegenden Messer erübrigt sich. Während der anschließenden Gesang- und Tanzstunde erhält Govinda striktes Bewegungsverbot erteilt. |
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30.09.02 – 10. Tag
Auf die Spitzen der noch dunkelgrauen Gipfel trifft nach und nach das morgendliche Sonnenlicht. Das Himalaya erwacht. Der Himmel im Osten verfärbt sich dunkelrot bis plötzlich blendend die Sonne aufblitzt. Kathmandu schläft noch unter einer dicken Wolkendecke, die in Nargakot nach Süden hin überzuschwappen scheint. Leider dauert dieses Schauspiel nicht all zu lange. Erste Wolken haben sich bereits wieder vor den Bergen aufgetürmt und werden uns während des weiteren Tages die großartige Aussicht verwehren.
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1.10.02 – 11. Tag In der Nacht hat es kräftig geregnet. Im Morgengrauen hüllt uns dichter Nebel ein. Wie von Geisterhand ist urplötzlich der Nebel vom Winde verweht. Selbst das in weiter Ferne liegende Annapurna läßt grüßen. Nach kurzem Anstieg zweigen wir nach Westen in Richtung Shivapuri ab.
Der
Weg wird schmaler. Bäume und Sträucher rücken enger zusammen. Und schon
sind wir inmitten des Urwaldes. Vermoste Bäume, mit Farn und verblühten
Orchideen wuchern über den Pfad der sich ständig bergauf windet.
Vermoderte, ausgehöhlte Bäume, die noch immer eine riesige Baumkrone
tragen, lassen kaum noch Licht auf das am Boden wachsende Geflecht fallen.
In einer kleinen Lichtung halten wir Rast. Immer tiefer scheint es in den
Dschungel Der Abend naht und in freier Natur wird das Lagerfeuer entfacht. Dies erweist sich mit dem feuchten, gesammelten Fallholz als recht schwierig und es dauert eine ganze Weile, bis die Flammen zu lodern beginnen. Wie zum Abschied am letzten Abend einer Tour üblich, hat unser Koch Mingmar eine leckere Torte gezaubert, die wir genüßlich gemeinsam mit unserem Team verzehren. |
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Man gewöhnt sich daran, abends frühzeitig schlafen zu gehen und ist morgens mit Beginn der Dämmerung ausgeschlafen. Der Wecker ist das Rauschen des Kerosinkochers auf dem als erstes der „Good Morning Tea“ zubereitet wird und als nächstes das Wasser für die morgendliche Toilette.
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03.10.02 – 13. Tag Was unternimmt man an einem Tag vor dem Rückflug? Man geht noch einmal bummeln und kauft all die Dinge, die man gerne mit nach Hause nehmen möchte. Dies beginnt regelmäßig mit Kleidung (T-Shirts, Hosen, Jacken) und endet beim geliebten Ginger-Tee. |
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04.10.02 – 14. Tag
Der Tag des Abschieds ist gekommen. Wir treffen uns alle im Büro. Die gesamte Familie trudelt nach und nach ein. Govindas große Töchter Shova, die wir in der Schule besuchten, und Sila kommen vom Unterricht heim. Schließlich sind auch Govindas Mutter und Vater zugegen. Dies ist immer ein ganz besonderer Tag und es fällt uns allen schwer, wieder einmal ade sagen zu müssen.
Bald darauf sitzen wir am Abend im leerem Flugzeug auf dem Wege in die Heimat. Für jeden Passagier steht eine Sitzreihe zur Verfügung. Und es wird noch einmal Abschied mit dem Kapitän der Transavia gefeiert, der seinen Ruhestand antreten wird. Am kommenden Morgen landen wir in aller Herrgotts Frühe in Amsterdam und sind zum Frühstück bereits wieder in Düsseldorf. Abschied nehmen heißt auch Wiedersehen, denn eines ist bereits beschlossen: Wir werden wieder nach Nepal reisen |