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Reisebericht 11.04. – 06.05.2006
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1. Tag – 11.04.2006
Im A300 der QATAR Airlines, Reihe 38, auf meinem Wunschplatz in der Mitte zum Gang, habe ich es mir bequem gemacht. Neben mir sind sogar noch 2 Plätze frei und ich genieße die leichte Kost, Gemüselasagne. Auf den Fensterseiten zu meiner linken haben meine Mitreisenden Monika und Donat, zur rechten Gabi und Gabriela und dahinter Uschi und Peter ihre Plätze eingenommen. So düsen wir dem ersten Etappenziel Doha entgegen.
Bereits heute morgen um 9 Uhr hatte ich mit 25,5 kg Gepäck problemlos einchecken können. Eine halbe Stunde später trafen die 4 Urdörfer, Donat mit seinen 3 Begleiterinnen aus der Schweiz ein, kurz darauf auch Uschi und Peter. Zu all unserer Überraschung kam unser Pechvogel Doris, die sich vor 3 Wochen einen Muskelfaserriss zuzog, vorbei, um uns allen eine gute Reise zu wünschen. Hoffen wir nun, dass die ursprünglich nur bis zum Sonntag, den 09.04. geplanten Streiks und Demonstrationen in Nepal umgehend ein Ende finden, damit wir die Besichtigungen in Kathmandu, wie geplant durchführen können bevor wir am 15.04. nach Tibet aufbrechen werden. Es ist bereits stockfinster, als wir auf den immer noch im Umbau befindlichen Flughafen in Doha landen. Zum Glück finden wir ein freie Ecke mit einigen Sesseln auf denen wir es uns leidlich bequem machen und den Weiterflug herbeisehnen. Es ist bereits 22 Uhr MEZ und die Müdigkeit macht sich bemerkbar. Die Zeiger der Uhr scheinen still zu stehen. Endlich, nach 3 Stunden Aufenthalt heben wir im kleinen, bis zum letzten Platz besetzten Airbus in Richtung Kathmandu ab. |
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2. Tag – 12.04.2006
Govinda informiert uns, dass wir bis 13 Uhr hier durch Thamel bummeln können. Dann ist bis ca. 17 Uhr eine Ausgangssperre angekündigt. Die Zeit bis zum Mittag nutzen wir, um unsere Gruppe in die Umgebung einzuführen. Kurz vor 13 Uhr sind wir im Hotel zurück, als auch mit einem Schlag alle Geschäfte schließen. Es ist nun die beste Zeit für ein Nickerchen, um den fehlenden Schlaf nachzuholen bzw. ein erfrischendes Bad zu nehmen. Es ist gegen 3 Uhr als ich aus den Träumen erwache. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, das Leben geht bereits wieder seinen normalen Gang. Nach nur 30 Minuten war die Ausgangssperre wieder aufgehoben worden.
Ich mache mich auf den Weg zu unserem
Büro. Karma, der Meisterkoch unserer HIMATREK-Mannschaft, kommt mir
entgegen. Dort sind nur Govinda und Prasanta anwesend, da alle weiteren
Teammitglieder derzeit mit Kunden „on tour“ sind. Ein kurze Anruf zu Hause
und wir widmen uns dem Geschäftlichen sowie der Vorbereitung unserer
Tibet-Tour. Der Abend klingt dann gemütlich mit unseren Gästen beim
„Welcome Dinner“ im „City Heaven“ mit Daal Baat (Reis und Linsen) und
weiteren kleineren Köstlichkeiten der nepalischen Küche aus. |
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Eigentlich wäre dieser Tag beendet, doch
zwischenzeitlich sind Hallbauers aus Tibet zurück gekehrt. Des
weiteren gilt es die Neuankömmlinge, Familie Jung-Römer mit Söhnen und Familie Karl-Jung noch zu begrüßen. |
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Frohes Neues Jahr 2063. In Nepal beginnt das neue Jahr Mitte April mit Beginn des Monats Baisakh. Dies ist nun das dritte nepalische Neujahrfest nach Newar New Year im Herbst und Buddhist New Year im Frühjahr, welches ich hier vor Ort erlebe. Heute führt uns Prasanta nach Bhagtapur, der dritten Königstadt im Kathmandutal. Begleitet werden wir von Dahal, einem Reporter der Zeitung „Rising Nepal“, der mich bereits im Oktober vergangenen Jahres interviewte und nun einen neuen Artikel über Sightseeing schreiben möchte. Da sich Familie Jung-Römer wie geplant den Ausflug nach Bhagtapur anschließen, ist unsere Gruppe auf 12 Personen angewachsen, so dass Dahal als zusätzlicher Guide sehr hilfreich ist.
Gegen 16 Uhr endet das Programm. Bis
Gabi und Bernd heute Abend mit 2-stündiger Verspätung aus Berlin
eintreffen, nutze ich die Zeit, mein Gepäck für die morgige Abreise nach
Tibet vorzubereiten. Gegen 19 Uhr treffen die Berliner ein. Nach kurzer
Begrüßung eilt Govinda schnell nach Hause, da er auch noch seine Sachen
für morgen packen und von der Familie verabschieden muss. Gabi, Bernd und
ich begeben uns zum Begrüßungsessen, um bei dieser Gelegenheit auch deren
Besichtigungsprogramm für die kommenden 3 Tage in Kathmandu zu erörtern.
Beide werden erst am 18.04. in Lhasa zur Gruppe stoßen. |
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Pünktlich starten wir mit der B 757 der Air China nach Gonkar, dem internationalen Flughafen Tibets in Nähe der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Es erwartet uns ein Höhensprung von 1.300 m auf 3.500 m. Bevor wir diesem ganz brutal bei Öffnung der Luken nach der Landung ausgesetzt werden, erwischen uns mit Überquerung des Himalaya-Hauptkamms mörderische Turbulenzen. Rüttel, schüttel, auf und nieder. Mächtige Winde der tibetischen Hochebene haben unser Flugzeug in den Griff genommen. So als ob sämtliche Götter und Dämonen uns zürnen würden. An ein Ausfüllen der umfangreichen Einreisedokumente ist nicht mehr zu denken. Dieses erledigen wir, wieder festen Boden unter den Flüssen, in der langen Warteschlage. Nach automatischer Messung der Körpertemperatur (wohl noch ein Relikt aus der SARS-Zeit), Prüfung der Pässe und des Gruppenvisums, haben wir die erste Hürde genommen. Als wir alle unsere aufgegebenen Gepäckstücke eingesammelt haben, diese anschließend durchleuchtet und die Einfuhrerklärungen akzeptiert wurden, mussten alle Gepäckstücke noch mit den Gepäckscheinen abgeglichen werden. Dann dürfen wir endlich das Flughafengebäude verlassen. Hier empfängt uns Kelsang, unser tibetischer Guide, der uns in den kommenden Wochen betreuen wird. Nachdem wir am Bus noch ein paar lästige Gepäckträger abwimmeln müssen, beginnt die Fahrt nach Tsetang. Auf das angebotene Lunch verzichten wir, da drei unserer Mitreisenden an Magen-/Darmverstimmung leiden und so schnell wie möglich ins Hotel möchten. Für unterwegs beschaffen wir im nächsten Supermarkt noch ein paar Erfrischungsgetränke, wozu uns Kelsang 200 Yuan vorstreckt, da wir bislang keine Möglichkeit hatten, Euro in Yuan umzutauschen.
Die meisten unserer Mitreisenden haben
sich bereits auf ihre Zimmer zurück gezogen. Wir versuchen nun hier im
Restaurant unseren Hunger zu stillen. Aber die Speisekarte ist wahrlich
nur „chinesisch“ und Englisch versteht hier niemand. Das hatten wir doch
schon mal? Govinda und ich versuchen es mit einen Besuch in der Küche,
doch leider ohne den erwarteten Erfolg. Zum Glück taucht Kelsang auf und
hilft uns, Reis und ein paar Beilagen auf den Teller zu bekommen. Hätte
ich doch nur mein bewährtes Campingbesteck eingepackt. Hier wird nur die
Kunst des Essens mit Stäbchen zelebriert. Govinda und ich ziehen uns am
Abend in eine Ecke der Teestube zurück. Dort gelingt es uns tatsächlich,
chinesischen grünen Tee zu bestellen. Während ich hier gerade diese Zeilen
zu Papier bringe, erfolgt bereits der 5. Aufguss. |
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6. Tag – 16.04.2006
In 3.500 m Höhe habe ich im neuen, mir von den Kindern zum Geburtstag geschenkten Trainingsanzug, pudelwohl geschlafen. Nach einem nicht erwarteten riesigen kontinentalen Frühstück, welches für mindestens 2 Ausgehungerte gereicht hätte, starten wir zur Besichtigungstour, der Wiege der tibetischen Kultur. Hoch auf einem Bergkamm gelegen, erhebt sich wie eine Festung das wohl älteste Gebäude Tibets. Der Yumbulankhang, Wohnsitz des ersten Königs Tibets, Nyatri Tsenpo, wurde bereits im 7. Jahrhundert erbaut und später durch Srogtsen Gampo zum Kloster umgebaut. Wir bewältigen den ersten Aufstieg in luftige Höhe. Nach Besichtigung des 1982 wieder originalgetreu aufgebauten Gebäudes mit seinen ehrwürdigen Räumlichkeiten, u.a. den Schrein zu Ehren der alten Könige Tibets und den herrlichen Wandmalereiein im Obergeschoss, welche die tibetische Geschichte illustrieren, erklimmen wir noch die mit abertausenden Gebetsfahnen geschmückte Anhöhe, um dort in einem Meer bunter Fähnchen zu versinken. Der Weg zurück nach Tsetang führt uns noch zu einen der ersten in Tibet gebauten Tempel, dem Trandruk Tempel. Auch dieser wurde, wie 11 weitere, durch König Srogtsen Gampo erbaut, um den Drachen-Dämon, der über Tibet lag, für immer unschädlich zu machen.
Gegen Mittag beginnt die Fahrt auf neu
asphaltierter Straße, zurück über Gonkar, nach Lhasa. Der gerade
fertiggestellte Tunnel verkürzt die Strecke vom Flughafen Gonkar nach
Lhasa auf nunmehr eine Stunde. Am Stadteingang begrüßt uns die Trasse der
neuen Eisenbahnlinie, die im kommenden Herbst ihren Betrieb aufnehmen
wird. China rüstet zum Massentourismus nach Lhasa. In der knapp 500.000
Einwohner zählenden Metropole (80 % sind zugewanderte Chinesen) sind der
Potala-Palast und die Altstadt mit dem Jonkhang-Tempel zwischen modernen
Shoppingmeilen, Hochhäusern, Hotel- und Bankenviertel herausgeputzte
Museums-Inseln. Gleich neben dem Jonkhang befindet sich das kleine Hotel
Mandala unseres tibetischen Partners David, wo wir in den kommenden Tagen
untergebracht sind. |
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7. Tag – 17.04.2006 Dieser Tag steht jedem zur freien Verfügung. Die richtige Zeit, um sich zu regenerieren und zu akklimatisieren, denn einige unserer Mitreisenden laborieren noch am Magen-Darm-Problem, bzw. der Höhensprung ist körperlich noch nicht ganz überwunden. Wir lassen uns einfach durch Lhasa treiben. Zuerst die moderne Einkaufsmeile hinunter zum Potala Palast und schließlich zurück zum Barkhor, der renovierten Altstadt mit seinen unzähligen Basarständen rund um den Jonkhang Tempel. Obwohl ich nun schon zum 4. mal in Lhasa bin, gibt es wieder vieles Neue zu entdecken. So landen wir in einer lokalen, etwas abseits gelegenen typisch tibetischen Geschäftsstraße. Hier, ohne jegliche Basar- und Souvenirstände, werden alle Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs angeboten. Schauen und beobachten ist die Devise in dieser bunten, lebhaften Seitenstraße.
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Unser tibetischer Guide Nimar hat heute die Leitung des Sightseeing übernommen. Als erstes steht die Besichtigung des Potala Palastes, die Sommerresidenz der Dalai Lamas, auf dem Programm. Govinda und ich gehen unsere eigenen Wege, da wir den Palast bereits ausgiebig kennen. Gemeinsam mit Tibetern und Pilgern umrunden wir den Potala. Dann erschrecken wir über die Insel mit chinesischem Tempel und Zickzack-Brücke, die gegenüber dem Potala gebaut wurde. Die Harmonie, wie in den berühmten Gärten in Soushou, wird man hier vergeblich suchen. Schließlich stranden wir in einem Shopping Center, in welchem wir uns mit all noch fehlenden bzw. sinnvollen Dingen von Nesscafé bis zur Thermoskanne für die morgen beginnende Fahrt zum Namtso See eindecken.
Der Rundgang endet schließlich wieder
in einem Internet-Cafe. Gestern hatte ich bereits versucht, Dorlis zu
Hause anzurufen. Es kam aber keine Verbindung zustande, wahrscheinlich
weil Ostermontag war, wie ich gerade feststelle. Heute steht die
Verbindung nach Gelsenkirchen bereits beim ersten Versuch: „Frohe Ostern
nachträglich und ich erfahre, das daheim auch alles in Ordnung ist. Mehr
Sorgen bereitet uns momentan die aktuelle Lage in Nepal. Sind die Berliner
bereits nach Lhasa unterwegs? Von Prasanta erfahren wir, dass auch in
Kathmandu für Touristen noch alles ruhig verläuft. Bernd und Gabi sind
pünktlich abgeflogen und müssten in Kürze in Lhasa eintreffen. |
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Bis auf Gabi, die noch 2 Tage das Bett in Lhasa hüten wird, sind alle an Bord der 4 Geländewagen (3 Toyota, 1 Nissan) mit denen wir uns auf die Strecke zum 4.700 m hoch gelegenem Namtso See, den zweitgrößten und in Tibet am höchsten gelegenen Salzwassersee, begeben. Begleitet werden wir wieder von Kelsang und unseren 4 tibetischen Fahrern, die die gut ausgestatteten Fahrzeuge perfekt beherrschen. Entlang der vor der Inbetriebnahme stehenden Eisenbahntrasse fahren wir auf der ebenso neu ausgebauten Straße nach Norden in die tibetische Hochebene hinein. Eine weite, einsame von Hügeln und teilweise weißen Gipfeln eingebettete Landschaft. Vereinzelt unterbrechen kleine tibetische Siedlungen, ein paar Bauern auf den Feldern oder eine Herde Yaks, die auf den kargen Hochebenen weiden das Landschaftsbild. Parallel dazu begleitet uns bis Damshung die Eisenbahnlinie, wie in einer Modelleisenbahnlandschaft: Trassen, Viadukte, Brücken und hin und wieder verschwindet die Strecke auch mal in Tunneln, bevor diese dann plötzlich die dunkelgraue Asphaltbahn überquert. Auf dieser kommen uns 2 tibetische Pilger entgegen, die den Weg vom Kailash nach Lhasa in Körperlänge messen, d.h. die Strecke in etwa einem Jahr durch Niederwerfungen zurücklegen werden. Wir erreichen den ersten Pass unserer Reise, den 4.600 m hoch gelegenen Gyama La, auf welchem wie üblich hunderte bunter Gebetsfahnen im Winde flattern. Als wir nach kurzer Rast weiter fahren, sind ein paar weitere Fahnen hinzu gekommen. Gegen 15 Uhr erreichen wir Damshung, eine typische chinesische Provinzstadt mit gerade fertiggestellten Bahnhof. Ansonsten ein trostloser Fleck mit Militärkaserne und einen spartanisch ungemütlichen Speisesaal im besten Hotel des Ortes. Und es gibt wieder weder Gabel noch Löffel. Ich werde es wohl überleben, denn ich habe noch eine Notrationen im Gepäck, u.a. ein Stück Schinkenspeck, der heute dran glauben muss. |
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10. Tag – 20.04.2006
7 Uhr, herrlich ausgeschlafen, 8 Uhr Frühstück, oh Schreck! Nicht nur mir dreht es den leeren Magen um. Retter in der Not sind der selbst gebraute Nesscafé, bzw. der von den Schweizern mitgebrachte Capuccino, die Reste vom Schinken und ein hart gekochtes Ei vom Huhn. Auf keinen Fall aber das versalzene Gänseei, eine chinesische Spezialität auf die alle gerne verzichten.
Leider bleibt die Zeit nie stehen. Nach einem Lunch in einer romantischen Zelt-Lodge müssen wir zurück nach Damshung. In dieser Nacht dröhnt von irgendwo her Diskomusik. Es ist das erste mal auf dieser Reise, dass ich schlecht schlafe. |
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Heute verlassen wir die Zivilisation. An der Abzweigung in Richtung des 5.300 m hohen Shuka La gabeln wir Gabi, mit einem Minibus aus Lhasa kommend, auf. Unsere Reisegruppe ist wieder vollständig. Die gut asphaltierte Straße bleibt hinter uns zurück. Auf der Schotterpiste, auf der wir allein unterwegs sind, wirbeln unsere Fahrzeuge gewaltige Staubfahnen auf. Es bewährt sich einen möglichst großen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten, um möglichst vom durch alle Ritzen quellenden feinen Staub verschont zu bleiben. Durch felsige Schluchten geht es hinauf auf ein Hochplateau in 4.300 m Höhe. Es ist das typische Land der Nomaden mit seinen weiten Grasebenen und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Vor uns liegt der 5.259 m hohe Shogu La, den wir im dichten Schneetreiben überqueren. Ein weiterer Pass, der Dunggu La mit 4.860 m liegt noch vor uns, bevor es wieder hinunter in das Tal des Tsangpo und weiter nach Shigatse geht.
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12. Tag – 22.04.2006
Bis zum Mittag bleibt genügend Zeit zur Besichtigung von Tashilumpo, dem Kloster mit den meisten religiösen Aktivitäten in Tibet. Da ich die Anlage mit seinen Tempeln und Grabmalen der Panchenlama noch im Mai 2004 besichtigt hatte, begnügen Govinda und ich uns mit einem gemütlichen Rundgang durch die engen, verwinkelten Gassen auf der Suche nach alternativen Fotomotiven.
Da die direkte Strecke nach Shigatse durch das Tsangpo Tal wegen Bauarbeiten gesperrt ist, sind wir gezwungen, einen weiten Umweg über Nebenstraßen zu nehmen. Wieder geht es hinein in die Wildnis, vorbei an einsamen Siedlungen, abseits gelegenen Klöstern und Viehherden.
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290 km durch tibetische Einsamkeit stehen uns bis nach Saga, der nächsten Provinzstadt in 4.600 m Höhe bevor. Die holprige Schotterstraße windet sich durch enge Täler und führt hoch hinauf über insgesamt 6 Pässe und in weiteräumige Hochtäler. Vor uns fahrende und entgegenkommende Fahrzeuge sind schon aus der Ferne an einer langen hinter sich aufwirbelnden Staubfahne zu erkennen. Ständig wechselt das Landschaftsbild in allen nur erdenklichen Braun- und Gelbtönen. Diese Farbpalette wird gekrönt durch teilweise von Neuschnee weiß gesprenkelte Hügelketten, die in den tiefblauen Himmel hinein ragen und über denen weiße Wolken schweben. Entlang des Weges weiden auf den kargen Ebenen Yaks, Schafe und Ziegen. Hin und wieder kreuzen Esel und Pferde unseren Weg. Vereinzelt liegen tibetische Gehöfte und kleine Siedlungen am Wegesrand, auf deren Hausdächern buddhistische Gebetsfahnen im ständigem Winde flattern. Es lohnt, immer wieder an malerischen Punkten anzuhalten, um die überwältigende Grenzenlosigkeit, Einsamkeit und Stille (ohne Fahrgeräusche und Motorenlärm) in sich aufzunehmen.
Unsere Fahrer beherrschen ihr Handwerk und haben die Fahrzeuge perfekt im Griff. Seit Shigatse bin ich mit Govinda zusammen, der sich hinter mir auf der Rückbank bequem gemacht hat, während ich den Beifahrerplatz eingenommen habe. Tenjing, unserm Fahrer, macht es immer wieder Freude beim Überholvorgang oder an unübersichtlichen Stellen, eines seiner unterschiedlichen Signalhörner zu aktivieren. Besonders bevorzugt er die amerikanische Polizeisirene. Heute morgen ist einer unser Köche, ebenfalls namens Kelsang, bei uns zugestiegen, der nunmehr ununterbrochen in tiefer Andacht verschiedene Mantras vor sich hin murmelt. Zur Mittagzeit erfreue ich ihn, indem ich ihm die Köpfhörer des MP3-Players aufsetze, aus denen das Mantra „Om mani padme hum“ ertönt.
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14. Tag – 24.04.2006
In der sternklaren Nacht und in einer Höhe von über 4.600 m ist die Temperatur gemäß Donats „schweizerischer“ Messung (Höhen- und Temperaturmessung sind in seinem multifunktionalem Taschenmesser integriert) auf bis zu -10 °C gesunken. Jetzt am frühen Morgen sind es noch -4 °C. Die sehnsüchtig erwarteten wärmenden Sonnenstrahlen sind noch hinter der nahen Hügelkette verborgen. Trotz alle dem, raus aus dem gemütlichen Schlafsack und hinein in warmen Sachen zwängen. Dann hurtig hinüber zum Gemeinschaftszelt, wo zumindest schon mal ein heißer Tee wartet. Es folgt die übliche „Katzenwäsche“ vor dem reichhaltigen Frühstück. Endlich schaut auch die Sonne über die Hügel hinüber und sendet zaghaft die ersten wärmenden Strahlen auf uns hinunter.
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16. Tag – 26.04.2006
Der Morgen beschert uns ein
Superwetter. Nach ausgiebigem Frühstück steigen wir zum Chiu Kloster auf,
welches wie eine Festung in der felsigen Wand des Hügel zu kleben scheint.
Hier endet üblicherweise die Umwanderung des Manasarova Sees durch die
Pilger, die von hier aus ihren Weg nach Darchen zum Kailash fortsetzten.
Im Untergeschoss des Klosters befindet sich der heiligste Raum, die kleine
Höhle des Padmasambhava. Dieser soll hier mit seiner Gattin Yeshe Tsogyel
meditiert und die letzten Tage seines Lebens verbracht haben. Vom Dach des
Klosters haben wir eine wunderbare Aussicht über den gesamten See, der die
Größe des Gardasee hat, bis hin zu den vereisten Gipfeln des Himalaya und
natürlich zum heiligsten all Berge, den 6.714 m hohen Kailash. Vorbei an
Chörten und Manimauern wandern wir zum Seeufer hinunter. Umgeben von
natürlicher Ruhe und Stille können wir zahlreiche Möwen und die äußerst
scheuen Tibetenten beobachten, die sich wie die Gipfel des Gurla Himals
auf der kristallklaren, türkisblauen Wasseroberfläche spiegeln. Es scheint
verständlich, dass Hindus diesen See als Schöpfung ihres Gottes Brahma
verehren.
Der Nachmittag gilt dem Besuch des
Kloster Gösul, welches auf einer vom Seeufer steil aufragenden Felsbuckel
steht. In einigen Serpentinen führt ein schmaler Pfad hinauf zum Eingang.
Auch von hier ist die Aussicht unbeschreiblich, einfach wunderbar. Im
Obergeschoss der Gompa beeindrucken uns prächtige bunte Reliefs
buddhistischer Dämonen und Götter der ursprünglichen Bönreligion. |
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17. Tag – 27.04.2006
Wir nähern uns Darchen und somit der Achse des Universums, dem Kailash, der heiligste Berg aller Berge. Ob Hindu, Buddhisten, Jain oder Anhänger der alten Bön-Religion, für sie alle ist er das Pilgerziel ihrer Träume und beweist die Toleranz der asiatischen Religionen. Daran sollten sich Juden, Moslems und Christen orientieren. Wieder stellt sich die Gretchenfrage: Wer begibt sich, wie geplant, mit auf die Umwanderung des Kailash, die Parikrama bzw. tibetisch Kora? Da aufgrund des zu dieser Jahreszeit unerwarteten Schlechtwettereinbruchs der 5.630 m hohe Droma Pass noch nicht wieder passierbar ist, sollte zumindest ein Teilstück bis zum Yak Horn auf 4.900 m Höhe angegangen werden. Das Ergebnis ist enttäuschend. Alle Teilnehmer dieser Reise ist es zu kalt (Was hat man eigentlich hier in Höhen um 5.000 m erwartet?) und verweigern hartnäckig jegliche weitere Übernachtung im Zelt. So reduziert sich die Kora auf eine 4-stündige Wanderung. Etwa nach einer Gehstunde von Darchen eröffnet sich der Blick auf den Kailash. Hier am ersten mit Manisteinen und Gebetfahnen geschmückten Niederwerfungspunkt, führt der Weg weiter nach Norden in ein sich weit öffnendes Tal, in dessen Mitte ein Durchgangs-Chörten steht, dessen Durchschreitung von allen Sünden reinigt. Stolz erhebt sich über uns der eisglänzende Dom des Kailash. Hier in Tapoche (4.750 m) findet einmal im Jahr zu Buddhas Geburt, Erleuchtung und Tod zum Vollmond im 4. tibetischen Monat ein großes Fest statt. Für uns heißt es aber, wieder zurück nach Darchen zu wandern.
Da nun 3 volle Tage anderweitig zur
Verfügung stehen, entwickeln Kelsang, Govinda und ich ein alternatives
Programm für die Rückreise, welches wir den Teilnehmern beim Abendessen
unterbreiten und von diesen einstimmig angenommen wird. |
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Sonnenschein und 250 km „on the road“ bis wir wieder in Payang im bereits wohl bekanntem Gasthof Quartier beziehen. Einige Stimmen werden laut, dass man doch gerne etwas mehr laufen möchte.
19. Tag – 29.04.2006
Heute sind es nur 90 km „on the road“. Auf dieser kurzen Etappe nutze ich die Möglichkeit einmal in unserem Küchen-LKW mitzufahren. Der Vorteil: Man hat einen wesentlich besseren Ausblick. Der Nachteil: Rumpel, rumpel, ich werde während der Fahrt kräftig durchgerüttelt. An diesem Prachttag mit bestem Wetter, verbleibt genügend Zeit für Unterbrechungen. So erklimmen wir in der Wüste Tibets einige Sanddünen und fühlen uns teilweise wie Kinder im überdimensionalen Sandkasten. Nur Schüppchen und Eimer fehlen. Eine leere Getränkeflasche wird mit feinem Sand gefüllt und verschwindet in meinem Gepäck. Zur Mittagszeit erreichen wir Drongpa, eine kleine tibetische Siedlung, wo sich die Möglichkeit bietet, eine aus dem Jahre 998 rekonstruierte Gompa oberhalb des Dorfes zu besichtigen. Hier im Hotel Zhaxi, einem ebenfalls recht einfachen Gasthof, werden wir übernachten. Da der heutige Tag noch lang ist, bietet es sich an, einen Waschnachmittag einzulegen, d.h. nicht nur bereits etwas knapp gewordene Wäsche und Socken zu reinigen, sondern bei dieser Gelegenheit auch die verstaubten Haare zu waschen und die Bartstoppeln zu entfernen.
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Alle Wege zurück nach Kathmandu und
Lhasa führen über Saga. Da Camping verpönt ist, stranden wir inmitten der
z.Z. wohl westlichsten Bastion Chinas, in der gegenwärtig der Fortschritt
umgesetzt wird. China Post und Telecom sowie Versammlungshalle und -platz
existieren bereits. Die Hauptgeschäftsstraße wird gerade fertiggestellt
und teilweise bezogen. Dies alles bedeutet nun noch mehr Müll, Plastik und
Dreck. Der Gasthof, namens Posthotel liegt versteckt auf einem Hinterhof
und verdient bei weiten nicht diesen Namen. Hier können/dürfen unsere
Köche die Küche aufbauen und es steht eine kleine Bude als Aufenthalt-
und Essenraum zur Verfügung, in welchen ein Teil der Hotelbelegschaft
übernachten wird. Nachdem unsere Gäste untergebracht sind, flüchten
Govinda und ich in das benachbarte Hotel. Auch Kelsang hat sich hier
einquartiert. Obwohl die Qualität auch hier sehr zu wünschen übrig lässt,
haben wir 2 frisch bezogene Betten und ein komplett eingerichtetes Bad,
auch wenn warmes Wasser zum Duschen erst ab 21 Uhr bereit gestellt wird.
Das ist doch Fortschritt, oder? In einem Geschäft schräg gegenüber kann
ich sogar Dorlis anrufen, die sich riesig über eine Nachricht von mir
freut, zumal auch unsere Tochter Tanja zugegen ist. Govinda nimmt mit
Prasanta Kontakt auf. Alles ist soweit in Ordnung, nur das Wetter hat auch
in Nepal verrückt gespielt: Die Strecke Zhangmu - Nyalam musste wegen zu
viel Schnee gesperrt werden, so dass zwei Kunden eine Nacht im Grenzort
Tatopani verbringen mussten. Des weiteren gab es Flugverspätungen und
-absagen gab es auf der Strecke Lukla - Kathmandu. ... aber das
Wichtigste: König
Gyanendra ist zurück getreten. Die 7-Partei-Allianz hat
begonnen die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Streiks, Ausgangssperren
und Straßenblockaden sind beendet. Alles scheint sich nun zum Besseren zu
entwickeln. |
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21. Tag – 01.05.2006
Entgegen der von allen Beteiligten vor ein paar Tagen akzeptierten Variante, die Strecke Saga - Nyalam in 3 gemütlichen Etappen mit mehr Zeit zum Relaxen und Spaziergang z.B. am Pekutso See durchzuführen, wird nun auch abgelehnt, da Kelsang Übernachtungen in Gasthäusern nicht 100 %ig garantieren kann. Statt dessen möchte man lieber noch heute bis Tingri durchfahren, um morgen, gutes Wetter vorausgesetzt, die Everest aus der Ferne bewundern zu können. Dies bedeutet noch einmal mindestens zusätzlich 150 km im Auto sitzen. Aber der Wunsch der Kunden sei Dir ein Befehl. Govinda und ich werden aber am Abstecher nach Tingri nicht teilnehmen und am Nachmittag dieses Tages mit unserem Fahrer direkt nach Nyalam fahren.
Das Küchenteam und deren Fahrer wird nun nicht mehr benötigt, so dass wir uns von diesen verabschieden. Die zum Glück bereits gestern gesammelten Trinkgelder können wir somit überreichen. Drei machen sich mit dem Küchen-LKW auf den Heimweg, während Koch Tenpu bei uns zusteigt um in ein paar Tagen mit unserem Fahrer Tenjing die nächsten Kailash-Besucher in Zhangmu abzuholen.
Am späten Nachmittag erreichen wir den Highway. Unsere Gäste zweigen nach Tingri ab. Wir hingegen überqueren die beiden kurz hintereinander folgenden 5.000der Pässe Lalung- und Tong La und erreichen bei Anbruch der Dunkelheit Nyalam (3.750 m). Bereits am dem Tong La (5.153 m), von dem man bei guten Wetter noch eine phantastische Aussicht auf das Massiv des Shisapangma genießen kann, ziehen von Nepal her dunkelgraue Regenwolken auf. Ein orkanartiger Wind bläst uns hier oben um die Ohren und lässt die windbetriebenen Gebetmühlen rotieren. In Nyalam, bereits ein Dach über dem Kopf, entleeren sich die Wolken zunächst als Regen und später in dicken Schneeflocken.
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Unterhalb des Klosters, im engem Tal liegenden Dorf, haben die Bewohner begonnen, die Felder zu bestellen. Es wird gepflügt, gepflanzt und gesät. Dies alles in Handarbeit, wobei prächtig geschmückte Yaks mit klobigem Pflug die Furchen auf den kleinen Äckern ziehen. Die Frauen übernehmen die Aussaat. Wir können nur schauen und staunen, wie fleißig das ganze Dorf bei Werke ist.
Zufällig erblicken wir auf dem
oberhalb der Äcker am Bergrand verlaufenden „Highway“ drei sehr bekannte
Fahrzeuge. Es ist gerade Mittagzeit und schon zurück aus Tingri? Das ging
aber sehr schnell. Erwartet hatten wir die Tingri-Besucher erst morgen.
Nun, vor Überraschungen ist man nie sicher. So möchten dann alle auch noch
morgen zurück nach Kathmandu und nicht wie geplant am 04.05.06. Govinda
setzt alle Hebel in Bewegung, dass die Abholung durch Prasanta um einen
Tag vorgezogen wird |
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23. Tag – 03.05.2006
Kurz nach 7 Uhr setzt sich unsere Autokarawane in Richtung Zhangmu in Bewegung. Auf engen, steilen Serpentinen geht es durch das immer schmaler werdende Tal um 1.000 m hinunter. Kurz vor Zhangmu türmen sich beidseitig der unbefestigten Straße noch meterhohe Schneemassen des zurückliegenden Unwetters auf. Zum Sonnenaufgang erreichen wir als erste den Grenzübergang, der in etwa 1 Stunde öffnen wird. Die Grenzformalitäten ziehen sich in die Länge. Abschließend erfolgt noch ein Gesundheitscheck: Formular ausfüllen, am Besten immer „no“ ankreuzen. Dann hält mir ein Beamter eine Pistole vor den Kopf. Keine Angst, es wird nur die Körpertemperatur gemessen. Da war doch mal was mit SARS. Noch einmal geht es 8 km bis zur Freundschaftsbrücke, die Nepal mit Tibet verbindet, steil bergab. Hier heißt es dann endgültig von unserem tibetischen Team Abschied zu nehmen.
Allein nutze ich die Gelegenheit eines
unserer Standard-Hotels, das Manang, unweit des Vaishali in Thamel zu
testen. Obwohl nur mit **+ klassifiziert, bin ich äußert positiv
überrascht. Wie sich später herausstellt hat man mich im besten Zimmer
einquartiert, aber die anderen waren auch nicht schlechter. Am Abend tobt
sich ein kräftiges Gewitter über Kathmandu aus. Übrigens, abgesehen von
ein paar Kontrollposten auf dem Weg nach Kathmandu, ist hier von den
Unruhen der letzten Tage nichts mehr zu sehen noch zu spüren. Das Leben
hat sich normalisiert und die einhellige Meinung ist: Es kann jetzt nur
noch besser werden. |
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24. Tag – 04.05.2006
Von Prasanta erfahren wir, dass unsere
Kunden es vorziehen, noch einen weiteren Tag auf eigene Rechnung in
Dhulikhel zu verbringen. Somit verbleibt genügend Zeit, um einige
Besorgungen zu erledigen, ein Interview der Zeitung „Rising Nepal“ zu
geben und schließlich auch Govindas Vater im Krankenhaus zu besuchen, dem
Anfang der kommenden Woche eine Herzoperation bevorsteht, die er
inzwischen gut überstanden hat. Schließlich nutze ich die sich bietende
Chance, meinen Rückflug mit QATAR um 2 Tage vorzuverlegen. Mir persönlich
ist es bereits zu heiß in Kathmandu. |
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Rudra, Prasantas Bruder, begleitet
mich zum lokalen Friseur. Zum Abschluss der Reise gönne ich mir Rasur,
Haarstyling und Kopf/Nacken-Massage. Nach einer Stunde fühle ich mich wie
neu geboren. Nach Erledigung der noch offenen geschäftlichen Dinge begeben
wir uns zu Govindas Familie. Dort warten bereits Govindas Frau Radhika,
die Kinder und Großmutter auf mich. In und um das Haus ist alles
unverändert, wie noch im Oktober vergangenen Jahres. Nur eine Musikanlage
bereichert nun das Wohnzimmer, mit dem richtigen Sound zum nächsten
Festival, zu welchem alle auch Dorlis wieder erwarten. |
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26. Tag – 06.05.2006
Heute gibt es noch einen Grund zu
feiern. Früh morgens fahren wir mit dem lokalen Bus nach Bodnath zum
25-jährigem Jubiläum der Privatschule von Govindas Kindern. Diese freuen
sich natürlich, dass ihr deutscher „Großvater“ zugegen ist. Der Beginn der
Veranstaltung verzögert sich, auf nepalische Art um gut eine Stunde auf
8:30 Uhr. Nach der offiziellen Eröffnungsansprache und den ersten
Musikstücken, von den Schülern dargeboten, verdrücken wir uns. Auf dem
Rückweg muss Govinda noch ein Hochzeitsgeschenk kaufen, um es gleich am
heutigem Hochzeitstag eines Freundes zu überreichen.
Zu Mittag trifft Radhika mit Sohnemann
ein, der zur Feier des Tages seine Schalke-Kappe trägt, um sich von mir zu
verabschieden. Vor der Abfahrt zum Flughafen, versuche ich Dorlis daheim
noch anzurufen, doch sie ist nicht anwesend. So bestelle ich halt das 2.
Frühstück für Sonntag morgen über den Anrufbeantworter. |
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Inzwischen habe ich schon wieder neue Pläne geschmiedet. Liebe Familie und Freunde in Nepal: Es wird nicht lange dauern bis ich wieder bei Euch in meiner zweiten Heimat sein werde. |