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Neue
Wege, neue Welten
Reisebericht 08.01. - 31.01.2005 © Klaus Töpfer, Gelsenkirchen Mai 2006
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Der erste Tag neigt sich dem Ende zu. Zwischen Weihnachtsbeleuchtung, Buddha- und Ghanesh-Tempel sowie Open Air Konzert sitze ich beim Bier und thailändischem Würstchensortiment auf dem Central World Plaza inmitten Bangkoks. Es ist bereits 19 Uhr und die Temperatur dürfte noch deutlich über 25 °C liegen. Zumindest hat die Schwüle etwas nachgelassen und eine leichte Brise ist aufgekommen. Ich lasse die letzten Tage und Stunden Review passieren. Nach der schrecklichen Flutwelle (Tsunami), ausgelöst durch das bisher stärkste Seebeben im Indischen Ozean mit Tausenden Opfern, ergab sich zwangsläufig die Frage: Reisen oder nicht reisen? Hinzu kam dann noch, dass meine liebe Frau Dorlis plötzlich krank wurde. So bin ich heute erst einmal ganz allein und komme zu dem Ergebnis, dass meine Entscheidung zu reisen, richtig war. Das Leben geht weiter und auch hier in Bangkok nimmt alles seinen gewohnten Lauf. Bangkok, eine Zehnmillionen-Metropole, durch die der Nemam Chao Phraya (Fluss) strömt, lässt sich nach meinen ersten Eindrücken als eine Mischung aus Hongkong, Shanghai mit einer Portion Kathmandu beschreiben. Gegensätze von Moderne und Altem, Hochhäusern und Hinterhofsiedlungen, Shopping-Center und den in Asien typische Straßenhandel mit seinen kleinen Geschäftslokalen und Imbissständen treffen geballt aufeinander. Dazwischen verlaufen die teilweise mehrstöckigen, aber immer verstopften Verkehrsadern. Kurz zurück zum gestrigen Flug, der wie gewohnt verlief. Überraschend war lediglich, das der Jumbo der Thai Airways bis zum letzten Platz ausgebucht war und via Bangkok bis Phuket weiter folg. Hier in Bangkok erschlug mich gleich die nicht in diesem Maße erwartete Hitze und Schwüle. Nach dem heutigen ersten Erkundungsrundgang im Bereich des Hotels, einer Fahrt mit dem Tuktuk hier zum Central World Plaza, bin ich froh, alsbald wieder im klimatisierten Hotel zurück zu sein, um den versäumten Schlaf nachzuholen. |
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Nach
9 Stunden Bettruhe und einem ausgiebigen Frühstück fühle ich mich prächtig.
Ich stelle fest, dass mir zu der bevorstehenden 6-tägigen Rundreise durch
Nordthailand noch eine kleine Reisetasche fehlt, denn bei diesem warmen
Wetter werden ein paar T-Shirts, leichte Hose, Unterwäsche und Waschzeug
ausreichen. Der Koffer mit den Wintersachen für Bhutan und den Geschenken
für meine nepalische Familie bleibt hier.
Pünktlich um 8 Uhr spricht mich Boon, mein Guide, an und wir starten zur umfassenden Sightseeingtour durch Bangkok. Es ist Sonntag und die Tempelanlagen sind sehr stark besucht, denn viele Leute gedenken und beten für ihre vom Tsunami betroffenen Angehörigen und Bekannten. So auch im Tempel Wat Traimit, der den 3 m hohen aus purem Gold vor 700 Jahren gefertigten Buddha im Sukhothai-Stiel beherbergt. Hier beschließen wir den Verlauf des Tages nicht unbedingt gemäß Programm abzuspulen, sondern es gemütlicher anzugehen. Lieber an interessanten Plätzen länger verweilen und intensiver erleben als von Tempel zu Tempel zu hetzten.
In diesen herrlichen, farbenprächtigen Hallen und Klöstern, die von mächtigen dämonischen Figuren bewacht werden, lebten niemals Mönche, da diese einzig und allein dem König für buddhistischen Zeremonien vorbehalten war. Reich verzierte goldene und bronzene Götter, Mosaiken, Perlmut, Marmor und andere architektonischen Dekore halten die Augen gefangen. Die ganze Pracht wird ergänzt durch zähnefletschende grimmig dreinschauende Dämonen und mythologischen Schlangen und Garuda-Vögeln. Auch Hanuman, hier als Affengeneral, ist anwesend und auf keinen Fall fehlen die marmorweißen Elefantenstatuen. Gewaltig erheben sich über alle dem die vor Gold strotzenden Tempeltürme. Im mehrstufigem Schrein thront in 11 m Höhe der Emerald Buddha (Smaragd-Buddha), das Nationalheiligtum der Thailänder. Im Strom der aus allen Provinzen an den Wochenenden anreisenden Einheimischen lassen wir uns treiben und genießen diese vom Duft der Räucherstäbchen und Lotusknospen durchzogene Atmosphäre. Von all diesen Eindrücken sind meine Sinne und Gedanken vollkommen erschlagen und bedürfen ebenso einer längeren Verdauung, wie das nun folgende Mittagessen. Erst jetzt bemerke ich den Verlust meiner Brille wieder. Auf dem Weg zum Marmortempel, der eine Sammlung chinesischer, japanischer, indischer und tibetischer Buddhafiguren beherbergt, findet sich ein Optiker, dessen Geschäft heute am Sonntag geöffnet ist. Na also, hinein und eine Plastik-Notbrille kaufen.
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Unsere Reisegruppe besteht aus 3 Personen, dem Berliner Ehepaar Ruth und Philip und meiner Wenigkeit. Auf der nun beginnenden 6-tägigen Reise in den Norden Thailands wird uns weiterhin Boon begleiten. Im zähflüssigen morgendlichem Verkehr verlassen wir Bangkok. Unser Ziel sind die Ruinen von Ayutthaya, die ehemalige Hauptstadt Siams und der Welt einst größten Metropole. Von 1350 an residierten hier 33 Könige, bis im Jahre 1767 die Burmesen bei ihrem Zerstörungsfeldzug nur die heute noch imposanten Palast- und Tempelruinen zurück ließen. Bevor wir vom glitzernden Zauber in der Kristallhalle des größten Tempels in Zentralthailand gefangen werden, ist der Menam Na mittels Autofähre zu überqueren. Hier am Ufer werden tausende Fische, meist Karpfen gezüchtet. Im Schatten der Tempel werden die Tiere zu Ehren Buddhas mit gutem Futter aufgezogen. Auch wir geben unser Opfer an die Fische. Der ganze Teich scheint überzuschäumen, wenn Futter ins Wasser geworfen wird . Die Tiere sind zahm und sie lassen sich sogar streicheln, denn ihnen droht hier keine Schlachtung. Nur diejenigen, die dieses sichere Gewahrsam verlassen, werden am gegenüberliegenden Ufer gefischt oder geangelt, landen dann auf dem Markt und schließlich im Kochtopf oder in der Pfanne.
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Es ist noch stockfinster als wir geweckt werden, um den Sonnenaufgang am Ufer des Non Nam Song nicht zu verschlafen. Um 6:30 stehen wir am See. Der Horizont hat sich bereits blassrosa verfärbt. Es wird heller und heller. Die Tierwelt erwacht. Dunst steigt über dem Wasser auf, der geisterhaft die Bäume auf gegenüberliegendem Ufer umwabbelt. Und plötzlich steigt eine dunkelrote Scheibe aus dem Wald auf. Sie steigt höher und höher und spiegelt sich alsbald auf der klaren Wasseroberfläche.
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Wir haben genügend Zeit zur ausgiebigen Besichtigung des historischen Parks von Sukhothai, wo Thailand vor rund 750 Jahren geboren wurde, nachdem die Khmer nach Kambodscha zurück gedrängt worden waren. Das Wat Mahjathat war einst das religiöse Zentrum. Inmitten zahlloser Säulen und Grundmauern der ehemaligen Kapellen und Hallen erheben sich monumentalen Buddhastatuen und Pagoden (Chedi) in Lotosknospenform und ceylonesischer Glockenform. Unser Rundgang endet schließlich am kleinem Wat Sorasak, dessen Chedi von Elefantenskulpturen getragen wird. Am Wege nach Chiang Rai entsteht eine gewaltige neue Klosteranlage. Den Eingang krönt ein riesiger noch in Bau befindlicher ruhender Buddha zu dessen Füßen der steile Haupteingang zur Tempelanlage hinauf führt. Der Bau des „Wat Phra Dat Suton“ in der Nähe von Denchai begann bereits im Jahre 1984 als Lebenswerk des Mönch Dhamma Medhee Bhikku. Dieser weitläufige Komplex beherbergt eine nachgebildete Sammlung der gesamten nördlichen thailändischen Kunstschätze und ist somit nicht nur ein Kulturzentrum sondern gleichzeitig ein Museum. Zur Kaffeezeit erreichen wir den Phayao-See. Hier fühlt man sich wie in einen südeuropäischen Badeort versetzt. In der Bar bietet die große Kaffeemaschine alle Arten der bekannten Kaffeekreationen vom Cappuccino bis zum Cafe Latte, und der benachbarte Laden bietet all die Dinge, die von einem Strandshop gewohnt ist. Am Abend lassen wir uns mit dem Tuktuk zum Nachtmarkt in die Innenstadt von Chiang Rai fahren. Dort werden alle nützlichen und unnützlichen Dinge feil geboten. Das Angebot entspricht weitestgehend unseren Flohmärkten, jedoch im asiatischen Stil. Die Auswahl an asiatischen Souvenirs ist riesig. So findet sich hier das gesamte Sortiment wieder, welches man meist bereits bestens kennt: made in Hongkong, Singapur, Taiwan … . |
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Auch heute rauschen einige Kilometer Asphalt unter uns hindurch. Nach einer Orientierung am „Goldenen Dreieck“ über die Lage von Burma (Myanmar) und Laos, getrennt durch den gewaltigen Mekong, dem längsten Fluss der Welt, müssen wir feststellen, dass uns hier kein Opiumpfeifchen mehr gegönnt wird. Nur das Museum erinnert noch an die alten „glücklichen“ Tage. So besuchen wir eine Stunde später in der Grenzstadt Mai Sai den Grenzmarkt auf burmesischer Seite. Das Tagesvisum kostet 5 US$ und bedeutet eine komplette Ausreise aus Thailand und eine neue Einreise, so dass mein thailändisches Touristenvisum erneut für 3 Wochen Aufenthalt gültig ist. Hier in Myanmar scheint die Zeit noch einige Jahre weiter zurück geblieben zu sein. Angeboten wird hier alles, was anderswo strengstens verboten ist, seien es Schädel von unter Artenschutz stehender Tiere, Antiquitäten usw. Jedenfalls reagierten einige Händler wild gestikulierend, als ich versuche Fotos von den Auslagen zu schießen. Leider war die verfügbare Zeit viel zu kurz, um sich einen umfassenderen Überblick zu verschaffen. Ziemlich müde erreichen wir Chiang Mai. Entspannung und Unterhaltung finden wir schließlich am Abend beim traditionellen „Kantoke-Dinner“ und thailändischer Folklore. |
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Auf geht’s in das Elefantencamp. Zur Begrüßung klaut mir am Eingang ein „kleiner Jumbo“, die gerade gekaufte Hand Bananen. Den Bund Zuckerrohr kann ich noch vor dem geschickten Zugriff seines gelenkigen und kräftigen Rüssel retten. Im Camp folgt dann eine Menge Spaß mit meinen „kleinen“ Freunden, bis schließlich eine perfekt inszenierte Elefanten-Show folgt. Ein gehöriger Applaus ist den Dickhäutern nach jeder Aktion sicher. Nach dem Besuch der Orchideenfarm geht es hinauf zum Wat Phrathat Doi Suthep, dem berühmtesten Tempels Chiang Mais, der auf einem Hügel vor den Toren der Stadt liegt. Die letzten Höhemeter befördert uns eine am Seil gezogene Kabinenbahn hinauf. Wir durchschreiten das von 2 Elefantengöttern, die Ghanesh zum verwechseln ähnlich sehen, bewachte Eingangtore und stehen dann wie geblendet vor dem gewaltigen goldenen 20 m hohem Chedi im burmesischen Stil aus dem 16. Jahrhundert. Mit den zahlreichen anwesenden Gläubigen und internationalen Touristen wandern wir um diesen Tempelturm, der von reich geschmückten Altären und Buddhafiguren umgeben ist. In den überdachten Galerien illustrieren Malereien das Leben Buddhas. Über 290 Stufen steigen wir zwischen zwei riesigen vierköpfigen Schlangen vom Gipfel hinunter.
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Heute morgen ist es erstmals trübe und kühler als an den Tagen vorher. Nach dem Frühstück heißt es noch schnell von Ruth und Phillip Abschied zu nehmen und eine halbe Stunde später bin ich bereits im Flughafen von Chiang Mai. Das Umschreiben des Tickets vom 17. auf den 15.01. ist kein Problem. In der Flughafen-Apotheke kaufe ich eine kleine Tube Voltaren und hoffe damit die Schwellung und/oder Entzündung meines Fußes in den Griff zu bekommen.
Den weiteren Abend verbringe ich im Hotel und gönne meinem wieder dick angeschwollenem Fuß, eingepackt in Eiswürfeln aus der Minibar, die nötige Ruhe. |
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Tut, tut, tut. Irgendjemand hat den Wecker um 0 Uhr aktiviert. Verzweifelt versuche ich das nerventötende Ding auszuschalten. Doch die richtige Taste finde ich in der Dunkelheit nicht. Zum Glück gibt der Wecker plötzlich von allein auf und ich kann den Schlaf fortsetzen.
Mit den ständig verkehrenden Booten besteht die schnellste und bequemste Möglichkeit einige der bedeutesten Sehenswürdigkeiten Bangkoks anzusteuern. Ein Tagesticket kostet 75 Bhat (1,50 €) und ein Aufkleber auf der Brusttasche meines Hemdes gewährt mir nun freie Fahrt. Die erste Etappe auf dem schwankenden Boot führt flussaufwärts zum Wat Arun, zu dem ich mit der Fähre (2 Bhat) zum gegenüberliegenden Ufer wechseln muss. Dieser „Tempel der Morgenröte“ besticht durch seine 5 markanten steil aufragenden Türme (Prangs), die über und über mit Dämonen, Elefanten, Blumen und Blüten aus Millionen chinesischen Porzellansteinchen bedeckt sind. Als nächstes erwartet mich im Wat Pho, dem ältesten Kloster Bangkoks, der 45 m lange vergoldete ruhende Buddha. Beeindruckt von der Tempelbaukunst, 95 Pagoden erbaut in der Zeit vom 16. bis zum 18 Jahrhundert; überrascht mich ein Kinderfest inmitten dieser Tempelanlage.
Inzwischen habe ich in einem kleinen Restaurant am Ufer meinen Hunger mit einer scharf-sauren Gemüsesuppe gestillt. Die gestrigen und heutigen Erlebnisse sind zu Papier gebracht. Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und es heißt nun von Bangkok Abschied zu nehmen, denn morgen früh geht es weiter nach Nepal. zurück |
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Alle Jahre wieder feiert man Geburtstag. Heute, an meinem 55sten ist mal alles anders. Als ich um 6 Uhr in der Frühe (0 Uhr MEZ) aufwache, darf ich die mir von meinen daheim gebliebenen Lieben mitgegebenen Geschenke auspacken. Die Überraschungen sind gelungen und danke für die neue Armbanduhr. Heute
regnet es in Bangkok. Es könnten Tränen des Abschieds sein. Nach 4
Stunden Flug tröpfelt es in Kathmandu bei wesentlich niedrigeren
Temperaturen weiter. Hello und namaste, meine nepalischen Söhne Govinda
und Prasanta nehmen mich wie immer herzlichst in Empfang. Mit dem Taxi
erreichen wir umgehend Thamel, denn die Straßen sind leergefegt und die
Geschäfte geschlossen. Es wird wieder einmal gestreikt. Nicht desto trotz
erreichen wir das Krankenhaus, damit ich meinen Fuß für 20 US$
(einschließlich Medikamente) ärztlich
Am späten Nachmittag treffen wir bei Govinda zu Hause ein. Das neue Haus ist zwar noch im Rohbau und gerade bis zum 1. Geschoss fertig, aber Govinda ist bereits mit seiner Familie eingezogen und auch mein Gästezimmer ist hergerichtet. Nun beginnt im Wohnzimmer die vorbereitete Geburtstagsparty. Alle Familienangehörigen sind anwesend. Ich darf Geschenke und Glückwünsche entgegen nehmen. |
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Kathmandu liegt weiterhin unter einer dichten Wolkendecke und Petrus scheint kein Erbarmen mit uns zu haben. Das langjährige Mittel von 3 Regentagen im Januar ergießt sich an diesen 3 Tagen über uns. Die Folge ist, es wird ungemütlich kalt. So verbringen wir die meiste Zeit im Büro mit den notwendigen geschäftlichen Aktivitäten und Planungen. An einem dieser Tage verliere ich ein Glas aus meiner vor kurzen in Bangkok neu gekauften Lesebrille. Trotz allen Suchens bleibt es unauffindbar. Auf dem Weg nach Thamel finden wir einen Optiker, der hinten in seinem Geschäft auch als Zahnarzt praktiziert. Innerhalb von 12 Stunden ist für ein passendes Ersatzglas sorgt. Das zu einem Preis von nicht einmal 150 Rupien. |
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Ram, ein vom DAV Summit Club ausgebildeter nepalischer Wanderführer hat uns zu sich nach Hause oberhalb von Balthali eingeladen. Wir treffen uns am zentralem Busbahnhof in Kathmandu und mit dem lokalen Bus geht die Fahrt vorbei an Bhagtapur hinaus nach Panauti. Diese kleine unberührte und malerische Stadt liegt am Zusammenfluss des Roshi Kola und Pungamati Kola und wird wegen seiner vielen alten Tempel, historischen Häuser und kunstvollen Schnitzereien auch „Klein Bhagtapur und Pashupatinath“ genannt. Neben den wohl ältesten noch erhaltenen Tempel Nepals, dem dreigeschossigem Indreshwar Mahadev-Tempel aus dem Jahre 1294 finden sich hier am Flussufer wie in Pashupatinath Feuerbestattungen statt.
Die weiten Felder liegen hinter uns und wir steigen nun langsam in eine hügelige Landschaft hinauf. In Balthali legen wir die verdiente Mittagspause ein, bevor wir dann nach kurzem steilen Anstieg in Rams Ressorthotel ankommen, welches auf einem flachen Hügel gebaut ist und einen weiten Rundblick über die vielfältige Landschaft bis hin zum Hauptkamm des Himalaya bietet. |
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In
der Nacht hat es wieder geregnet, doch nach dem Frühstück gewinnt die
Sonne die Oberhand zurück, zumal heute Hochzeit im Nachbardorf gefeiert
wird. Wir sind eingeladen und für mich wird dieser und der morgige Tag zu
einen ganz neuen Erlebnis werden. Bis zum Haus der Braut haben wir noch
einige Meter bergab und bergauf zu laufen. Zunächst geht es steil
hinunter, bevor wir auf schwankender Hängebrücke, den tosenden Fluss überqueren,
um dann wieder aufzusteigen. In den gegenüberliegenden Felswänden haben
wilde Bienen Ihre zu Hause, erläutert uns Ram. Der Pfad schlängelt sich
durch üppige Vegetation bis wir schließlich das Brauthaus erreichen. Die
ersten Gäste aus den benachbarten Dörfern sind bereits eingetroffen und
harren nun wie wir ungeduldig der Ankunft des Bräutigams. Aus der Ferne
erklingt bereits Musik und alsbald erreicht die von der Musikkapelle angeführte
Prozession das Anwesen. Die langwährende religiöse
Zeremonie beginnt unter Leitung des Priesters. Die Braut ist
landestypisch in rot gekleidet und Ihr Gesicht unter einem gleichfarbigen
Schleier verborgen, der Bräutigam trägt seinen besten Anzug. Die mehrstündige
Trauung, in der ein Feuer die Vermählung „bezeugt“ werden, wird
zumindest durch das Festmahl unterbrochen. Für
die anwesenden Gäste ist ein reichhaltiges Buffett aufgebaut. Der
in riesigen Bottichen gekochte Reis würde für uns zu Hause
wahrscheinlich 1 Jahr lang reichen.
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Es regnet in Strömen. Die Wege gleichen eher kleinen Bachläufen und wir müssen gut eine Stunde lang zum Hochzeitbus absteigen, der Eltern, Geschwister und Verwandte der Braut zum Haus des Bräutigams fahren wird. Dort wird heute beim weiteren Festmahl weiter gefeiert. Es dauert einige Zeit, bis auch die letzten Mitreisenden eingetroffen sind. So schaukeln wir auf holprigem Fahrweg und durch tiefe Pfützen in Richtung Kathmandu. An der Abzweigung nach Patan verabschieden wir uns von Ram und der Hochzeitsgesellschaft und flüchten aus der eisigen Kälte mit dem Taxi nach Hause. Auf den umliegenden Bergen hat es bis auf 1.500 m hinunter geschneit. Eine derartige Kälte hat Kathmandu zuletzt vor 16 Jahren erlebt. Als am Nachmittag die Sonne etwas zwischen den dunklen Regenwolken hindurch scheint, begeben Govinda und ich uns auf den Weg nach Thamel. Zuvor lasse ich mich beim lokalen Barbier für 20 Rupien aalglatt rasieren. Nach Erledigung der letzten Besorgungen für unsere Reise nach Bhutan, lasse ich mir 2 Portionen sehr gut gewürzten Chili Chips schmecken. Die Konsequenz ist einige Zeit später eine gründliche Darmreinigung. zurück |
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Govinda und ich gönnen uns noch ein Tasse Kaffe im Warteraum des Flughafens, denn die Druk Air, die uns nach Bhutan fliegen soll, hat 1 Stunde Verspätung. Das Flugzeug ist fast leer und wir sind die einzigsten Touristen an Bord. So suchen wir uns Plätze mit den besten Blick auf das Himalaya aus, an denen wir entlang fliegen werden. Da wir die Wolkendecke weit unter uns lassen, können wir das gewaltige Panorama der in der Sonne glitzernden Eisriesen genießen, aus den sich der Mt. Everest majestätisch hervorhebt. Nach ca. 1 ½ Stunden setzt die Maschine im Zickzack zur Landung durch die engen Täler in Paro an.
Beim Abendessen genießen wir unsere erste typische bhutanesische Speise: Mit Käse überbackener Kartoffelauflauf und stellen fest, dass wir die einzigsten Gäste hier im Hotel sind. |
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Unter der dicken Woll- und Steppdecke habe ich wie ein Murmeltier geschlafen. Von den die ganze Nacht hindurch kläffenden und heulenden Hunden, die Govinda gehört hat, habe ich nichts mitbekommen.
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Wie eine gewaltige Festung erhebt sich das Kloster Punakha auf einer Halbinsel am Zusammenfluss von Pho und Mo. Gegründet und erbaut wurde diese im Jahre 1637 durch Shabdrung als er aus Tibet kam, um hier die Ranjung Karsapani, die heilige Reliquie aus Tibet aufzubewahren. Punakha wurde Hauptstadt Bhutans und der Dzong ist heute noch Sitz der regionalen Verwaltung und die Winterresidenz des größten Mönchordens Bhutans. Neben der Verwaltung beherbergt die Anlage ca. 200 Mönche. Betritt ein Bhutanese ein Kloster, hängt er sich immer seinen Zeremonienschal um, so auch Bhim unser Guide. Wir überschreiten die schmale Holzbrücke über den rauschenden Fluss und starten zu einem grandiosen Besichtigungsrundgang, was mit Wort und Bild kaum wiederzugeben ist. 21 Tempel beherbergt diese gewaltige Anlage. In der großen Versammlungshalle trifft sich eine Gruppe Mönche, um für die kommenden Festivals die religiösen Tänze (Cham) einzuüben. Es ist eine fröhliche, lustige Runde und einige Jüngere müssen noch kräftig üben. Zur gleichen Zeit trainieren im Innenhof einige einheimische Bürger, denn zu den Festivals werden die Tänze oftmals im Wechselspiel zwischen Mönchen und Bürgern durchgeführt. Es dauert nicht all zu lange und wir sind von einer Gruppe Mönche umringt. Erst etwas zurückhaltend freuen sich nun alle mit uns über die gelungenen Aufnahmen, auf denen sie sich nun wieder entdecken. Inzwischen sollten die versprochenen Abzüge dort eingetroffen sein.
Wir fahren noch einige Kilometer hinauf zum außerhalb Paros liegenden Olathang-Hotel, einer erstklassigen Herberge inmitten eines Kiefernwaldes. Hier beziehen wir wieder ein geräumiges Bungalow. Die Zimmer sind auch hier besten vorgewärmt, so dass wir die Temperatur schnellstens auf Niveau „Schlafzimmer“ herunter regeln. Die eingesparte Energie benötigen wir heute aber dringend zum Aufladen der Akkus für Foto und Govindas Kamera. |
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Heute strahlt die Sonne vom Firmament. Unser Weg führt hinein in das obere Paro-Tal, wo der schneebedeckte heilige Berg Ihomolhari mit 7.314 m die Grenze zu Tibet kennzeichnet. Drunten im Tal erhebt sich auf einer Anhöhe die Ruine der 1951 ausgebrannten Drukyel-Dzong, eine ehemalige Trutzburg aus dem Jahre 1647, die anlässlich des Sieges über Tibet im Jahre 1644 erbaut wurde.
Am Abend sind wir von Dorji zum bhutanesischem Essen in einem lokalem Restaurant eingeladen. Wieder ist Vorsicht bei einigen auch für Govindas Geschmacknerven sehr scharf gewürzten Speisen geboten. Doch die Auswahl ist reichlich und es findet sich von Allem etwas. |
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Sehr früh klingelt uns der Wecker aus den Träumen. Es folgen Abholung und Transfer zum internationalen Flughafen Paro, auf welchem zwar nur die 4 Maschinen der Druk Air verkehren, aber die gleichen Standards hinsichtlich „Check in“ wie auf allen großen Flughäfen der Welt gelten. Nach der Aufgabe unsere Gepäcks, heißt es Abschied von Bhim und Pema zu nehmen, um anschließend im Flughafenrestaurant ein karges internationales Frühstück mit fast ungekochten Eiern einzunehmen. Wir haben es überlebt, kommen aber noch einmal beim „Boarding“ gehörig ins Schwitzen, da wir vorher unser Gepäck identifizieren und dieses mittels einer kleinen nummerierten Gepäckkarte als unser Eigentum nachweisen müssen. Ja, wo hat Govinda diese kleinen Kärtchen im nepalischen Durcheinander seiner vielen Taschen vergraben? Ich bin bereits ziemlich nervös, als Govinda die Zettelchen plötzlich herbeigezaubert hat. Mit dem neuen Airbus A 319 landen wir pünktlich in Kathmandu und werden von Prasanta empfangen. Das Dach der Welt war während des Fluges in dichte Wolken verhüllt und in Kathmandu ist es weiterhin zu kühl. Wieder zu Hause, haben wir der Familie viel zu berichten. Im Wohnzimmer, welches immer noch mit Girlanden, Luftballons und „Happy Birthday“ meines Geburtstages geschmückt ist, nutzen wir meinen Laptop um Bilder und Govindas Film allen Anwesenden präsentieren zu können. zurück |
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Der letzte Tag in Kathmandu wird wie üblich zum abschließenden Einkaufsbummel genutzt. Die in den zurückliegenden Tagen gewachsenen Bartstoppeln, sind bereits dem scharfen Messer des Barbiers zum Opfer gefallen. Am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Abschiedessen in Thamel. Nur Govinda 2 fehlt. Er ist nach Hause nach Chitwan gefahren. Dort wird wohl in den kommenden Wochen die nächste Hochzeitfeier stattfinden. Übrigens, der Januar ist einer der beliebtesten Monate für heiratswillige Nepali, so dass in diesen Tagen ständig Hochzeitfeiern in Kathmandu zu beobachten sind. |
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Noch einmal bereitet Govinda die schmackhaften Kartoffel-Chapati zum Frühstück. Dann wecke ich Dorlis daheim per Telefon, um ihr mitzuteilen, dass ich auf dem Weg zum Flughafen bin. Der Airbus nach Bangkok ist vollständig ausgebucht, überwiegend mit auswärts arbeitenden Nepali in Richtung Sri Lanka und Singapur. Auch der Jumbo auf der Strecke nach Frankfurt ist bis zum letzten Platz belegt. Der Nachtflug geht schnell vorüber und in etwa einer Stunde landen wir in Frankfurt. Ich freue mich schon auf das gestern bestellte 2. Frühstück mit Dorlis. |