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Auf neuen Wegen 1. Teil
Tamang Kultur-Trek Gosainkund - Laurebiniak - Nagarkot Bandipur - Manakamana
Reisebericht 01.10. - 30.10.08
Vorwort
Ziel meiner diesjährigen Herbstreise war es, neue Wege möglichst abseits der Haupt-Trekkingrouten und -Straßen zu erkunden. Viele interessante Ziele liegen gar nicht so weit davon entfernt und bieten sich im Zuge einer Tour z.B. durch Langtang/Gosainkund, hervorragend zur Akklimatisierung oder als willkommene Unterbrechung auf der Strecke Kathmandu - Pokhara / Beshi Sahar an.
Dieser 1. Teil endet mit dem Tihar Fest. Im 2. Teil geht es dann ins weitgehend touristisch noch unbekannte Ganesh Himal.
© Klaus Töpfer HIMATREK Gelsenkirchen, Dezember 2008
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01. Tag - 01.10.2008
Früh aufstehen! Puh, es ist lange her, bereits vor 5 Uhr in der Frühe aus den Federn zu müssen. Hat man sich doch an die freie Zeit seit einem Jahr gewöhnt, nicht mehr ins Büro zu müssen. Um 6:45 erreiche ich Essen. Ein paar Minuten später taucht Gregor im Gewirr der Baustelle des Hauptbahnhofes auf. Zum 4. Male starten wir zur gemeinsamen Reise nach Nepal. Gut zwei Stunden später rollen wir im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens ein. Hier trennen sich erst einmal unsere Wege. Ursprünglich hatte ich geplant im September nach Tibet zu reisen, um die im Jahre 2006 wetterbedingt gescheiterte Umrundung des Kailash, die Kora, nachzuholen. Doch die Chinesen machten nicht nur mir, sondern auch einigen unserer Kunden, einen Strich durch die Rechnung. So bekam ich im März nur noch einen Platz mit GULF, während Gregor mit QATAR fliegt. Beide Airlines fliegen fast parallel. Gregor hat ca. 5 Stunden Aufenthalt in Doha, ich die gleiche in Bahrain. Wenn alles planmäßig verläuft, landet Gregor morgen früh in Kathmandu etwa 30 Minuten später als ich.
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02. Tag - 02.10.2008
Das Himalaya zeigt sich beim Anflug auf Kathmandu in voller Würde. Man kennt sie ja: Dhaulagiri, Annapurna, Manaslu, ... . Drunten in den Tälern hängen noch einige Nebelbänke, so dass wir über Kathmandu mehrere Ehrenrunden drehen müssen, bevor der Airbus zur Landung ansetzt. Zügig bin ich durch die Einreisekontrollen. Hier im Flughafen sind Visa für 30 (40 USD) und 100 Tage (100 USD) erhältlich. Ich entscheide mich für das übliche Touristen-Visum und bezahle dafür 32 EUR. Die Verlängerung um 15 Tage werde ich in Kathmandu im Immigration Office beantragen.
Mein
Gepäck lässt auf sich warten. Die zum bevorstehenden Dasein Fest aus den
Emiraten heimkehrenden Nepali haben schwer eingekauft. So rollen zunächst
nur große Kartons und unzählige Fernsehgeräte (Ausverkauf der Röhrengeräte?!)
über das Gepäckband. Endlich ist da auch mein Koffer. Auf dem Weg zum
Ausgang stoße ich geradewegs mit Gregor zusammen. Er hatte das große Glück,
dass sein Gepäck mit als erstes auf dem Band lag.
Nepal begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein und 30 °C. Vor dem Flughafen warten Govinda mit seiner Frau Radhika, den Töchtern Sheila und Sachi sowie Sohn Suraj. Ein herzliches Willkommen und dann geht es zum Hotel Manang, wo ich wieder eines meiner Wunschzimmer bekomme. Dieses mal die 501 statt der 401. Nach der erfrischenden Dusche ruft das Büro, wo mich auch Prasanta, Govindas Schwager und Harry, unser Büroboy erwarten. Am Nachmittag trifft Govinda 2 ein, mit dem Gregor und ich in 2 Tagen nach Syabru Beshi im Langtang Nationalpark aufbrechen werden.
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03. Tag - 03.10.2008
Einer der typischen Office Tage. Endlich funktioniert mein Email Account und die Verbindung zum Internet. Bis zum angekündigten Stromausfall am Nachmittag, reicht die Zeit gerade noch, meinen Arbeitsplatz einzurichten. Wir fahren nach Bodnath. In gewohnter Weise umrunden wir die Stupa. Jedoch sind die beiden oberen Kora gesperrt. Der Grund sei, das Besucher, insbes. Nepali, zuviel Müll hinterlassen haben und dieser heilige Ort zum Picknick missbraucht wurde.
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04. Tag - 04.10.2008
Die letzten Vorbereitungen sind für die morgen beginnende Trekking-Tour zu treffen. Die Karte mit dem „Tamang Heritage Trail“, nördlich von Syabru Beshi wird nochmals ausgiebig studiert. Govinda 2 wird Gregor und mich begleiten. Auch für ihn ist es Neuland. Deshalb hat Govinda 1 Dawa, einen Einheimischen, als Träger angeheuert, der somit die Führung übernehmen wird. Mit uns auf dem Weg nach Langtang werden noch Karen, betreut von Chabi, sowie Martin und Ina sein, die Dipendra guiden wird. In Syabru Beshi werden sich dann die Wege trennen. Unsere Kunden haben das Langtang Tal als erstes Ziel, während wir die Tamangs im Norden im Grenzgebiet zu Tibet besuchen werden.
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Fahrten
mit einem Überlandbus habe ich nun schon einige erlebt. Aber noch keine zur
Zeit des Dasain Festes. In 4 Tagen ist der letzte und höchste der
Feiertage, das Tika Puja. An diesem Tag treffen sich möglichst alle
Familienangehörige. So ist ganz Nepal auf Achse. Bereits zum Bus am Buspark
Machhapokhari schaffen es die Taxis nicht, vorzudringen. Die letzten 500 m
werden halt mit geschultertem Gepäck entlang der Marktbuden und durch Gedränge
zu Fuß zurückgelegt. Nachdem schließlich das Gepäck auf dem Dach sicher
verstaut ist, wir uns auf die reservierten Plätze gezwängt haben, beginnt
so langsam die Abfahrt. Gut eine halbe Stunde dauert es, bis der Fahrer den
Bus aus dem Gedränge hinaus manövriert hat. Chabi, Dipendra und Govinda 2
müssen die nun folgende Fahrt stehend im engen Mittelgang überleben.
Von hier sind es nur noch 48 km bis nach Dhunche. Nun windet sich eine Schotterpiste von 500 auf 2.000 m hinauf. Weitere Passagiere sind zugestiegen. Der Bus ist nun endgültig gerammelt voll. Trotz all geöffneter Fenster herrscht saunaähnliches Klima. Der Schweiß rinnt. Erst das einsetzende Gewitter bringt etwas Abkühlung, ebenso leert sich der Bus etwas. Dann hat die Schaukelei ein jähes Ende. Kurz vor Dhunche heißt es „Alle aussteigen“. Ein Erdrutsch blockiert die Straße. Also etwa 20 Minuten Fußmarsch durch Schlamm und Geröll bei mittlerweile Dauerregen und einbrechender Dunkelheit. Dort wartet bereits der Bus mit welchem es weiter geht. Nach etwa 12 Stunden (normalerweise sind es 7 - 8 Stunden) erreichen wir Dhunche. Für eine Weiterfahrt nach Syabru Beshi ist es zu spät. Auch sind wir todmüde und froh in der Annapurna Lodge ein gemütliches Quartier zu finden.
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Wolkenloser
blauer Himmel. In der Morgensonne erstrahlen die Gipfel des Tibetan Range.
Die gestrigen Strapazen sind vergessen und als Govinda 2 berichtet,
dass er für uns einen Geländewagen organisiert hat: „Oh Happy day“.
Mit 8 Personen Gregor, Karen, Ina und Martin, unseren 3 Guides und ich zwängen
wir uns in den Wagen.
Gut 1 ½ Stunden benötigen wir für die Strecke nach Syabru Beshi (1.490 m). Der steinige Karrenweg windet sich in unzähligen Serpentinen gut 500 m in das Tal des Bothe Koshi hinunter. Wie geplant trennen sich dort unsere Wege. Dawa, unser Träger, übernimmt die Führung. Recht steil geht es dann gleich bergauf. Gut 700 Höhenmeter schlängelt sich der Pfad durch Terrassenfelder auf welchen Hirse, Kleie, Raps und ... gedeihen. Bunte Blumen vervollständigen das farbenprächtige Bild. Nur die Gipfel des Langtang haben sich inzwischen hinter einem aufziehendem Wolkenband versteckt. Jedoch nicht die Sonne. Diese powert, damit wir gewaltig ins Schwitzen kommen. Nach etwa 2 ½ Stunden erreichen wir Rongga (2.187 m). Den guter Pott Tee und anschließend eine gute Rara-Nudelsuppe mit frischem Gemüse verfeinert, haben wir uns redlich verdient. Hier treffen wir die ersten Touristen, ein Paar aus Spanien, die sich auf dem Rückweg befinden.
Auf
dem weiteren Höhenweg über Godam (2.436 m) bis nach Gatlang (2.220 m) sind
wir allein unterwegs. Obwohl diese Strecke ein Fahrweg ist, begegnet uns
kein Fahrzeug, treffen unterwegs lediglich ein paar Einheimische. Inzwischen
sind dicke Wolken aufgezogen und es wird merklich kühler und windiger.
Malerisch
schmiegt sich
das
Dorf
Gatlang
mit seinen ursprünglich belassenen Häusern
an
der
Berghang inmitten unzähliger
von den
Einwohnern bewirtschafteten Terrassenfeldern.
Gerade haben wir es uns auf dem Balkon bequem gemacht und die mitgebrachten Gebetsfahnen aufgehängt, beginnt es zu regnen. Zum Glück haben wir ein Dach über den Kopf. Aber im Schlafraum tröpfelt es. Das Dach ist stellenweise undicht. Da hilft es nur noch Matratzen, Schlafsack und die übrigen Sachen an eine trockene Stelle stapelt und die Wassertropen per Schüssel und Eimer auffangen. Schließlich hat der Wettergott Erbarmen und beendet die Dusche.
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Wieder begrüßt uns ein sonniger, wolkenloser Morgen. Stolz erhebt sich der Langtang Lirung. Schon während des Frühstücks ziehen die ersten Wolkenschleier vor sein gewaltiges Massiv. Heute haben wir genug Zeit und unternehmen einen ausgiebigen Spaziergang durch die Siedlung mit seinen freundlichen Einwohnern.
Entlang
unzähliger alter steinernen Chörten und Manimauern führt der Weg durch
Felder
Eine
Hängebrücke führt über den Chilime Kola. Dort nehmen wir den in praller
Sonne liegenden Hang, die erste Etappe nach Gongang (2.227 m), in Angriff.
Die Wolken verdecken zwar die umliegenden Gipfel, scheuen aber davor zurück,
die erbarmungslosen Sonnenstrahlen etwas zu reduzieren.
Nach
einer prächtigen Nudelsuppe in Gongang, heißt es die Kräfte für die
weiteren 400 Höhenmeter nach Tatopani zu mobilisieren. |
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Neben unserer Lodge rauscht das warme Wasser der „Badeanstalt“ vorbei. Dampf steigt in den morgendlichen Himmel. Dahinter hat die Sonne gerade einen Gebirgskamm des Ganesh Himal erfasst. Hinter diesem bleiben die Gipfel Ganesh I - VII leider verborgen. Durch dichten Wald führt der Anstieg, langsam ansteigend nach Brimdang (2.848 m). Angenehm ist es im Schatten zu Wandern, denn die Sonne wird vom Höhenrücken verdeckt. Ohne große Anstrengung erreichen wir eine kleine Siedlung. Nach der obligatorischen Teepause steigen wir den kurzen Weg zur Gompa auf. Zur richtigen Zeit am rechten Ort. Dort feiert man gerade heute den „Tag des Dorfes“ und die Bürger haben sich im kleinen Kloster versammelt. Prompt lädt man uns zu den Festlichkeiten ein. Ein guter Buttertee wird gereicht und wir müssen ins Kloster zu den hier Anwesenden folgen und Platz nehmen. Rakshi, der einheimische Schnaps wird eingeschenkt und die Leute beginnen uns ein Ständchen zu bringen. Eine unvergessliche Darbietung. Dem abwechselnden teilweise stimmgewaltigen Gesang zwischen Männern und Frauen werde ich immer in Erinnerung behalten. Gerne wären wir länger geblieben, aber wir müssen weiter. Zum Abschied hängt man uns den Katha um und wünscht Glück und Segen.
Zurück
im mittlerweile grellen Sonnenlicht steigen wir nach Nagthali (3.165 m)
hinauf. Erst tauchen wir wieder in schattige Wälder ein, dann geht es über
herbstliche Sommerweiden weiter. Unser Ziel scheint hinter jeder nächsten
Wegbiegung zu liegen. Schließlich sind die letzten 150 Höhenmeter bewältigt.
Wie schon an den Tagen zuvor, verhindern dicke Wolken die Sicht auf das
Panorama des Himalaya, hier auf das Langtang Himal. Hin und wieder reißt
der böige Wind die Wolkenkette auseinander und gönnt zumindest einen
kurzen Blick auf Langtang II und Langtang Lirung.
Den Abstieg nach Thuman (2.338 m) schaffen wir leichter als erwartet. Zum Abendessen sitzen wir mit unseren Gastgebern beisammen. Die Hausherrin serviert für Gregor Kartoffeln mit Gemüse. Ich habe mich für Dhaal Bhaat entschieden. Die Linsen schmecken wie daheim, nur die Mettwurst fehlt. Wie gestern, vertreiben wir uns (Gregor, Govinda 2, Dawa und ich) die Zeit mit Romme auf nepalische Art. Im Laufe des Abends führen wir „Mau Mau“ in Nepal ein. |
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Dasein, der letzte Tag des Festes. Zum Tag der Familie begrüßt uns Govinda zum Frühstück mit den besten Wünschen und einigen Blüten. Auch unsere Gastgeberin verabschiedet sich auf herzlichste Weise. Doch Vorsicht, mit dem Krug wird der selbst gebrannte Rakshi ausgeschenkt.
Da eine weitere Wanderung nach Rasuwaghadi nicht möglich ist, hatten wir bereits gestern Abend entschieden, nach Syabru abzusteigen. An einen alten steinernen Chörten legen wir eine kurze Pause ein. Govinda und Dawa sind plötzlich verschwunden, erkunden die Umgebung. Sind wir auf dem richtigen Weg? Wie sich herausstellt hätte wir über Briddhim etwa 100 m oberhalb abzweigen müssen. Lange Rede, kurzer Sinn. Wir entscheiden, den kürzeren und direkten Weg hinunter nach Syabru Beshi zu nehmen.
Eine wohltuende Dusche, ein gutes Essen, dann lassen wir die Seele baumeln. Eine wohlverdiente Pause sei uns gegönnt. Wir haben Zeit!
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10. Tag - 10.10.2008
Drei Tage haben wir gespart. Also genießen wir einen Ruhetag im komfortablen Hotel Sky. Ärgerlich ist jedoch, dass bereits seit gestern kein Strom zur Verfügung steht, obwohl das Wasserkraftwerk am Ortseingang in Betrieb ist. Heute am Freitag nach den Feiertagen ist niemand da, der vielleicht die recht kleine Störung beheben könnte. Na ja, das ist halt Nepal. Keine Chance, die teilweisen leeren Akkus für die weitere Tour aufzulanden. Auch die Hotelbesitzer werden im Laufe des Nachmittags nervös. Schließlich begeben diese sich zum Kraftwerk und lassen dort die Akkus ihrer Telefone aufladen. So funktioniert zumindest die Kommunikation mit der Welt und wir erfahren vom tragischen Unglück in Lukla mit 12 Toten aus Deutschland. Wie ich später erfahre, hat bei uns daheim das Telefon nicht still gestanden.
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Kurz vor 8 Uhr brechen wir nach Syabru (2.210 m) auf. Ein recht moderater Aufstieg durch schattigen Wald entlang der Stromleitung, die noch immer nicht versorgt sind. Heute ist ja Samstag, der wöchentliche Ruhetag. Ob da wohl jemand Werkzeug in die Hand nehmen wird? Wir kehren schon vor Mittag in die Evening View Lodge ein. Welch eine Überraschung, Karen genießt mit Chabi hier bereits Dhaal Bhaat. Warum, wieso, weshalb? Eigentlich wären die beiden gemäß Programm zum Tserko Ri unterwegs. Doch Karen hatte in Kyanjing Gompa Probleme mit der Höhenanpassung. Die richtige Entscheidung war Abstieg und Anpassung des weiteren Tourverlaufes. So werden wir in den kommenden Tagen zeitweise gemeinsam unterwegs sein.
Direkt gegenüber unserer Lodge befindet sich eine kleine Gompa. Da heute der Lama zu Besuch ist, bietet sich die Möglichkeit, an der nachmittäglichen Puja teilzunehmen. Auf dem Boden machen wir es uns so gut wie möglich bequem (Beine falten!). Lauschen dem Gesang und Gemurmel der Mönche.
Das Abendessen wird hier nicht bei Kerzenschein, sondern unter einer grell leuchtenden Petroleum-Lampe serviert. Und Wunder gibt es immer wieder. Plötzlich flackern Glühbirnen und Neonleuchten auf. Das Gastzimmer erstrahlt im hellem Licht. Syabru wird mit Strom versorgt. Während wir schnellstens mit den verfügbaren Ladegeräten unsere Akkus aufladen, werden Fernseher und der DVD-Player in Betrieb genommen. Kurz darauf hockt die Familie vor der Glotze und erfreut sich einer Komödie aus Bollywood. Wir hingegen bleiben dem Kartenspiel „Mau Mau“ treu, dem sich Karen und Chabi anschließen.
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In der Frühe zeigt sich erstmals das Ganesh Himal. Das Langtang erwacht im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. Bis zum Mittag erleben wir sogar einen Tag ohne Wolken mit strahlend blauen Himmel. Vor 10 Jahren stiegen wir, aus dem Langtang Tal zurück kommend, von hier direkt nach Laurebiniak (3.900 m) auf. Heute nehmen wir den Umweg über Sing Gompa. Zur Mittagszeit lädt die Sunset View Lodge (3.100 m) zum Imbiss ein. Gut eine Stunde weiter erreichen wir durch Wald im ständigen Auf und Ab schließlich die Lodge Red Panda nahe einer Käserein in Sing Gompa (3.250 m).
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13. Tag - 13.10.2008
Hatte ich mir in Syabru nur einen ordentlichen Schnupfen eingefangen, so scheint es Gregor gestern ganz kräftig erwischt zu haben. Sein anfänglicher Husten hat sich zur Bronchitis mit Fieber entwickelt. Da hilft nur noch Antibiotika. Gregor wird die weitere Tour leider abbrechen müssen und tritt mit Govinda 2 den Rückweg nach Dhunche, von dort mit dem Bus nach Kathmandu an. In dieser Situation habe ich Glück im Unglück. Dawa, unser Träger, kennt dieses Gebiet bestens und spricht auch ein paar Brocken englisch. Es ist kein Problem, die geplante Tour mit ihm fortzusetzen. Zudem ist Chabi mit Karen zumindest bis Gosainkund und über den Laurebiniak Pass mit uns unterwegs. Möglicherweise treffen wir in Gosainkund noch auf Dipendra, der mit Ina und Martin direkt von Syabru herauf kommen könnte.
Den
nun bekanntem Wege steigen wir in einer respektablen Zeit von gut einer
Stunde nach Laurebiniak (3.900 m) hinauf. Im recht komfortablen Hotel Mont
Rest beziehen wir Quartier.
Im Laufe des Tages treffen einige Privat-Trekker und eine Gruppen ein. So ist der Gastraum gut belegt, insbes. die begehrten Plätze um den bullernden Ofen. Draußen ist es recht kalt und windig geworden. Den Abend vertreiben wir uns wieder mit Karten spielen. Doch bereits um 21 Uhr erlöscht das Licht. Hüttenruhe, hinein in den Schlafsack.
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14. Tag - 14.10.2008
Es war die bislang kälteste Nacht. Die Wasserleitungen zu den Toiletten und Waschbecken sind eingefroren. Dafür erleben wir einen einmaligen kristallklaren Sonnenaufgang. Im Osten der Langtang Lirung, im Norden die Gebirgskette des Tibetan Range, die sich gen Westen mit Ganesh Himal, Manaslu bis hinüber zum Annapurna fortsetzt. Die Gipfel im Westen werden von der aufgehenden Sonne in ein goldenes Licht getaucht. Ein unvergessliches Panorama, trotz kalter Finger, die später am Pott mit heißem Tee wieder auftauen. Zum Frühstück spendet der Ofen im Gastraum die nötigte Wärme.
Bis zu den heiligen Seen von Gosainkund ist es nun nicht mehr weit. Der neue, gut ausgebauter Weg (Vergleich zu 1998) verläuft relativ eben. Ein letzter kleiner Pass ist zu überwinden, von dem es dann hinunter zum größten See, dem Gosainkund geht. An seinem Ufer stehen inzwischen 4 Lodges; im Jahre 1998 war es nur eine. Wir ziehen ins Hotel Lake Site ein. Auch heute verderben Wolkenschwaden die Sicht auf die Umgebung und verdecken ebenso die Sonne, so dass ein Sonnenbad auf der Terrasse vor der Lodge nicht möglich ist. Zumindest unternehmen wir einen Spaziergang um den See. In seiner Mitte schaut eine Felsplatte aus dem Wasser. Hierbei soll es sich um den Kopf von Shiva handeln. Der Legende nach hat Shiva das Wasser mit seinem Dreizack aus den Felsen geschlagen, um seinen Durst zu stillen. Berauscht von Haschisch ist er schließlich eingeschlafen. Im August versammeln sich hier zum Vollmondfest Hunderte Pilger, um gemeinsam zu beten. Während der Umrundung des Sees findet Dawa einen toten Fuchs. Stolz zeigt er seine Trophäe und wird das wertvolle Fell und den Schwanz mit nach Hause bringen.
Zum Sonnenuntergang werfen wir noch einen Blick hinunter auf den tiefer gelegenen See, den Bhairabkund. Leichter Schneefall setzt ein und wir verdrücken uns schnellstens in das gemütlich warme Gastzimmer. Ich meine, dass heute der richtige Zeitpunkt und Ort ist, den von zu Hause mitgebrachten Schinken anzuschneiden. So wird der Schinken genüsslich beim gemeinsamen Abendessen verzehrt.
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15. Tag - 15.10.2008
Auf die geplante Besteigung des Surja Peaks (5.145 m) haben wir schon gestern verzichtet. Von einer Gruppe, die die Tour im umgekehrten Verlauf, also von Kathmandu, angingen, erfuhren wir, dass auf den letzten 200 Höhenmetern zum Gipfel noch sehr viel Schnee liegt und nur 3 Teilnehmer den Gipfel erreichten. Zudem wird die zu dieser Jahreszeit recht ungewöhnlich starke Bewölkung eine Panorama Rundblick vom Gipfel verhindern. Frühzeitig machen wir, Karen, Chabi, Dawa und ich uns auf den Weg zum Laurebiniak Pass (4.610 m), denn der Weg bis Ghopte, ggf. bis Thadepati ist lang. Der Weg führt entlang kristallklarer Seen auf dessen grünblauen Oberflächen sich Wolken und Landschaft spiegeln. Vor 10 Jahren stapften wir durch tiefen Schnee und die Seen blieben unter einer dicken Eisdecke verborgen. Oben auf dem Pass bläst uns ein recht kalter Wind um die Ohren. Die Gebetsfahnen werden gehisst und die Fotos vom Höhepunkt geschossen.
Nun
folgt der lange nicht enden wollende Abstieg. Zunächst etwa 1000 m hinunter
nach Phedi über meist lockeres Gestein, die von mir so geliebten „Rolling
Stones“. Jeder Schritt und Tritt ist ein anderer und somit eine enorme
Belastung für Knie und Beingelenke. Es ist verständlich, das einige
Touristen als auch Trekking-Veranstalter den Aufstieg von Kathmandu über
Chisapani, Khutumsang wählen, den ich persönlich landschaftlich recht
langweilig finde. Karen ist beim Abstieg wesentlich schneller als ich. Sie
wird mit Chabi versuchen, bis nach Thadepati zu gelangen.
Als wir gegen 16 Uhr in Ghopte eintreffen, haben meine Beine die Ruhe wohl verdient. Auch für Martin und Stefanie ist hier Ende. Ebenso kehrt ein Paar aus Australien ein, deren Guide unverständlicher Weise immer weit voraus ist. Nach einem wohl verdienten Bier, einer perfekten Knie- und Oberschenkelmassage durch Dawa falle ich todmüde in die Koje.
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16. Tag - 16.10.2008
Um 5:30 wache ich auf. 10 Stunden habe ich durchgeschlafen. Dank der gestrigen Massage haben sich Muskeln und Gelenke gut erholt. Gegen 7:30 brechen Dawa und ich auf. Michael und Stefanie sind bereits unterwegs. Die Australier starten später. Zuerst die Fortsetzung des gestrigen Auf und Ab, dann liegt Thadepati auf einer Anhöhe vor uns. Ich kann nicht mehr nachvollziehen, wie wir 1998 im tiefen Schnee überhaupt diesen Weg hinauf finden konnten. Jedenfalls bin ich damals einige Male bis zu den Oberschenkeln im Schnee eingebrochen.
In Khutumsang funktioniert auch wieder die Telefon-Verbindung nach Kathmandu. Gregor, Govinda und ich werden uns am Nachmittag des 18.10. in Nagarkot treffen. Die Betonstufen nach Sundarijal werde ich keinesfalls hinunter steigen, sondern mit Dawa nach Nagarkot, teilweise durch den Shivapuri Nationalpark, wandern.
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17. Tag - 17.10.2008
Zeitgleich
mit uns, bricht eine Gruppe von HAUSER in Richtung Laurebiniak/Gosainkund
auf. Eine etwa 25-köpfige Gruppe macht sich wie wir auf den Weg nach
Chisapani. Es besteht erst einmal keine Möglichkeit, sich von der Herde zu
lösen. Kurz hinter Khutumsang geht es einige Höhenmeter etwas steil
hinunter. Es wird richtig unangenehm ständig jemanden im Nacken zu haben,
gleich einem Zwang: Nun mach schon, vorwärts! Alle vorbei zu lassen und
abzuwarten führt auch nicht zum Erfolg. Einerseits kostet es Zeit bis der
Letzte vorbei ist. Dann steht aber plötzlich die ganze Bande an einem
Aussichtspunkt (Lohnender Blick auf das ganze Langtang) vor dir und du bist
wieder mitten im Pulk. Als die Gruppe zur Teatime eine Lodge in Besitz
nimmt, nehmen Dawa und ich die Chance wahr und sputen schnellstens weiter.
Unsere jüngeren Mitwanderer haben es schon etwas eher geschafft, Reißaus
zu nehmen.
Die
Mittagszeit naht. Nach recht angenehmen Weg geht es nun im Zickzack hinunter
nach Thankune. Wen trifft man dort? All die Ausreißer beim Schmaus. Von
hier sind es noch etwa 2 Stunden bis nach Chisapani. Wir folgen Chabi, Karen
& Co etwa eine halbe Stunde später. Noch einmal geht es etwas rutschig
durch Wald und über Wiesen und Felder bergan.
... und dann bin ich zum 3. Mal in Chisapani. Nach 1998 war ich 2002 mit Dorlis während des Shivapuri Treks hier. Der Zeltplatz existiert nicht mehr. Ein neues Hotel wird dort gebaut. Heute Abend gilt es Abschied zu feiern. Da alle direkt über Sundarijal nach Kathmandu zurück kehren, werde ich morgen allein mit Dawa nach Nagarkot wandern. |
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18.
Tag - 18.10.2008
Bevor ich den Shivapuri Nationalpark betreten darf, besorgt Chabi noch schell am naheliegendem Kontrollposten das Permit. Etwa 7 Stunden Gehzeit liegen vor uns. Auf dem Forstweg kommen wir zügig voran. Die im Sonnenschein liegenden Gipfel des Langtang sind unsere ständigen Begleiter. Dann kennt Dawa mal wieder eine Abkürzung und taucht mit mir in den dichten Dschungel ein. Auf schmalen Pfaden, die ich vom Hauptweg nie finden würde. Dahinter verbergen sich oftmals malerische Gewässer, Graslandschaften oder einfach gesagt, urwüchsige Vegetation. Vor 5 Jahren haben wir uns überwiegend an den Hauptwegen orientiert. Diese kleinen Geheimnisse sind halt nicht jedermann bekannt.
Nach
3 ½ Stunden verlassen wir den Nationalpark und kehren an einem mir sehr gut
bekannten Ort zur Mittagspause ein. Hier stand doch unser Zelt, als wir von
Nagarkot kamen.
Auch
auf der „Hauptstraße“, weiter nach Nagarkot kennt Dawa immer wieder
eine Abkürzung. Durch Dörfer, vorbei an einzeln gelegenen Häuser, entlang
der landestypischen Terrassenfelder erreichen wir auch die Siedlung mit der
Schule.
Nagarkot. Gregor, Govinda sowie Annika und Jan, die unerwartet ihre Langtangtour wegen Krankheit abbrechen mussten, treffen gegen 17 Uhr ein. Leider ist im Top View Hotel die Hölle los. Gerade heute haben einige „Big Groups“ hier Quartier bezogen. So ist die Küche angeblich nur in der Lage, ein Buffett anbieten zu können. Abgesehen davon, dass wir jetzt schon Hunger verspüren und zum Abend (zu welcher Zeit auch immer) die große Schlacht am Buffett zu erwarten ist, flüchten wir in ein nahe gelegenes Hotel zum gemütlichen Abendessen.
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Wir gönnen uns einen Ruhetag. Nach dem Frühstück unternehmen wir einen gemütlichen Rundgang durch das Dorf und den umliegenden Wald. Dabei haben wir eine sehr gute Fernsicht auf die Mountains. Das Management hat sich inzwischen für den gestrigen Abend entschuldigt. Heute ist es hier sehr ruhig. Zum Sonnenuntergang steigen wir zur Aussichtsplattform hinauf. Auch heute hängen seit dem Nachmittag, wie in den Tagen zuvor, Wolken vor den sonst in dieser Jahreszeit sichtbaren Massiven des Himalaya. Trotzdem ist die Plattform des gegenüber liegenden Hotels voll belegt. Mit riesigen Teleobjektiven schwer bewaffnet kämpft dort eine Gruppe Japaner um das beste Motiv.
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siehe hierzu: Reisebericht 2006 - Abseits der Trekkingpfade - neue Wege ...
Gemeinsam brechen wir zur Wanderung über Nala und Banepa nach Dhulikhel auf. Einen Weg, den Govinda und ich im Herbst 2006 probierten. Ist es Zufall? Jedenfalls wird wie vor 2 Jahren in/um Banepa gestreikt. Da wir keinesfalls die Straße nach Dhulikhel zu Fuß hinauf laufen möchten - damals hatten wir Glück, nur Busse und Taxen waren vom Streik betroffen und wir konnten bei einem Bauern mitfahren - suchen wir einen alternativen Weg. Hierzu heuert Govinda einen Mitarbeiter des Hotels an. An der entscheidenden Weggabelung weiß dieser jedoch nicht, wo es denn nun weiter geht. Es bleibt nur die Möglichkeit einen Einheimischen vom Ort anzusprechen. Na klar, der Bauer von Gegenüber kennt den Weg. Also, alle im Gänsemarsch hinterher. Nach Querung einiger Felder befinden wir uns nach einer halben Stunde auf glitschigem Pfad irgendwo im Wald. Wie, wo und wie lange soll es nun weiter gehen? Da diese Fragen unbeantwortet bleiben, beschließen wir den Rückzug auf den bekannten Hauptweg und dann schauen wir mal, wie wir von Banepa nach Dhulikhel kommen. Wir
erreichen Nala, eine alte Handelstadt, mit der zweiten in Nepal erbauten vierstufigen Pagode, die Bhagvati geweiht
ist. Nach einer kurzen Pause stiefeln wir weiter nach Banepa. Dort
unternimmt Govinda nun alles erdenklich Mögliche, um von hier nicht zu Fuß
nach Dhulikhel laufen zu müssen. Da gibt es den einen oder anderen
Bekannten oder Freund. Jetzt heißt es Geduld haben. In Nepal dauert vieles
etwas länger. Sein Freund von der Rafting Agentur taucht mit dem Moped auf.
Heute ist das Dhulikhel Lodge Ressort nicht überbelegt. Wir beziehen die sehr komfortablen Zimmer und genießen den Abend am offenen Kamin. Da der Streik auch morgen fortgesetzt werden wird, organisiert Govinda unsere Abholung bereis um 5 Uhr, damit wir garantiert nach Kathmandu zurück kommen.
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21./22. Tag - 20./21.10.2008
Wir sind zurück in Kathmandu. Während Gregor weiterhin im Hotel Manang untergebracht ist, habe ich auf Wunsch Govindas in das Hotel Vajra gewechselt. Dort durfte ich eines der Deluxe-Zimmer mit Balkon beziehen. Das Hotel, eine kleine Hotelanlage mit Garten und Dachterrasse, liegt etwas außerhalb, etwa auf der Strecke zwischen Thamel und Swyambunath. Zu Fuß benötigt man nach Thamel etwa 15 Minuten. Abends, bzw. bei Dunkelheit empfiehlt es sich, ein Taxi zu nehmen (100 Rupien/1 EUR). Wer also ruhiger wohnen möchte und auch mit ein paar Minuten Fußweg kein Problem hat, dem sei dieses Hotel als Alternative zum Manang oder Samsara sehr empfohlen.
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23. Tag - 23.10.2008
Fast der ganze Tag verstreicht mit der Verlängerung meiner Aufenthaltgenehmigung. Mit Dawa fahre ich vom Büro zum Immigration Office, irgendwo in Richtung Patan gelegen. Den Zugang finden wahrscheinlich nur Einheimische. Nachdem das übliche Formular (Passbild beifügen) ausgefüllt ist, stehe ich nun vor der Kasse. Bezahlung in USD? Hier nehmen wir nur Rupien an! Da hab ich mir von Govinda extra USD-Noten geben lassen. Umgerechnet in Rupien zum aktuellen Kurs reicht mein Vermögen im Portmonee nicht. Was nun? Eine Bank oder einen Bankautomaten gibt es in der Nähe nicht. Also wird Karma als Geldbote vom Büro per Fahrrad losgeschickt. Die Zahlungsformalitäten sind nun erledigt, aber die Ausgabe/Rückgabe der Pässe erfolgt grundsätzlich erst am Nachmittag.
24. Tag - 24.10.2008
Beim Frühstück im Hotel Vajra treffe ich Karen, die heute Abend nach Hause fliegt. Am Nachmittag heißt es dann auch, sich von Gregor zu verabschieden. Er düst zwar erst morgen zurück, doch ich werde mit Harry zu einen 3-tägigen Ausflug mit 2 interessanten Sehenswürdigkeiten auf der Strecke Kathmandu - Pokhara starten.
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Pünktlich um 6:30 Uhr ist Harry im Hotel. Ein kleines Frühstück und mit dem Taxi sind wir 10 Minuten später am Busbahnhof. Wer ist dort? Klar auch Govinda, um sich von uns zu eine gute Reise zu wünschen. Unsere Kunden Sabine und Ludger steigen ebenfalls ein. Sie fahren weiter bis nach Pokhara, um von dort den Dhaulagiri zu umrunden und den Tapa Peak zu besteigen. Beide hatte ich bereits vor ein paar Tagen im Büro zur Vorbesprechung der Tour kennen gelernt. Mit an Bord ist auch Karma, unser Chefkoch, der für das leibliche Wohl unserer Gäste sorgen wird.
Im Mountain Ressort angekommen, ist erst mal kein Zimmer frei. Warum später dann doch, will und werde ich nicht verstehen. Ich weiß nur, dass Govinda da etwas gemanagt hat. Die zwischenzeitliche Unterbringung in einem Hotel war nicht übel, zumal die Ortsmitte Bandipurs mit seinen urgemütlichen Cafes und Restaurants nur ein paar Schritte entfernt waren. Der Ort, früher ein bedeutendes Handelszentrum hat seine Ursprünglichkeit bewahrt. Die Newar siedelten sich hier im 17. Jahrhundert am Kreuzungspunkt der alten Handelswege von Indien nach Tibet und von Kathmandu nach Jumla an. Wir starten zu einen kleinen Rundgang, der uns u.a. zum zentralen Bindyabashini Tempel bis hinunter zum alten Waschplatz Tindhara (Drei Wasserhähne) führt.
Erfreulich ist es, das heute am Nachmittag die Wolken aufreißen. So lassen sich die Gipfel des Manaslu und schließlich auch die des Lamjung Himals blicken. So lohnt es sich, die etwa 300 m zu einer Anhöhe aufzusteigen, an dessen Ende sich ein kleiner Shiva-Tempel Mukundeswari befindet. Von hier oben hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick auf die Berge, sondern ebenso auf das malerische Bandipur. Der Untergang der Sonne bewirkt ein unbeschreibliches lichternes Farbenspiel in der gewaltigen Wand des Himalaya. Von hell orange nach dunkel rot verlaufen die Farben. Schließlich wird der Tag vom blassen hellgrau zur Schwärze der Nacht ausgeblendet. Die letzten Konturen sind verschwunden. Über uns leuchtet der Sternenhimmel.
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Das
Himalaya grüßt mit einem zauberhaften Sonnenaufgang. All das, was in den
zurückliegenden Tagen die Wolken meist verhindert haben, kann ich hier nun
erleben. Nach einen morgendlichen Spaziergang durch Bandipur bringt uns der
Bus hinunter nach Dumre. Von dort geht es weiter bis kurz hinter Mugling.
Hier vertrauen wir uns der einzigen Kabinenseilbahn in Nepal an.
Harry und ich reihen uns in die Schlange der Wartenden ein. In der modernen Gondel, die Anlage wurde von einer österreichischen Firmen gebaut, geht die Fahrt auf etwa 1.600 m hinauf. Hier erleben wir Touristenrummel hinduistischer Art. Eigentlich wie bei uns in bekannten Ausflugsorten. Auch hier reihen sich Souvenirstand an Souvenirstand, Kitsch an Kitsch von billigem Plastik bis zum geschnitzten Hirschkopf. Natürlich sind die Bilder aller hinduistischen Gottheiten, zumindest die Wichtigsten, wie Shiva, Ganesh, Krishna, Laxmi etc. nicht zu übersehen. Alles schön grellbunt. Zum Heiligtum windet sich der Weg treppauf. Da kommen uns Annika und Jan entgegen, die auf der Rückfahrt von Pokhara hier Station gemacht haben und gleich weiter nach Kathmandu fahren werden. Das waren auch schon die einzigen ausländischen Touristen, die wir hier antreffen. Dies erklärt, dass das mit einem großen Hinweisschild beworbene Manakamana Ressort, aufgrund Mangel an internationalen Touristen, bereits kurz nach seiner Eröffnung von 5 Jahren wieder geschlossen wurde. Auch im Ort sind 2 weitere Hotels stillgelegt. Manakamana wird fast ausschließlich von Tagesausflüglern besucht. Am Nachmittag leert sich der Ort. Die Restaurants schließen. Es kehrt Ruhe ein. Harry und ich sitzen am Abend allein auf der Dachterrasse des Hotels. Vorher hatte Bhagvati wohl meinen Wunsch nach einem weiteren schönen Sonnenuntergang wie gestern erhört.
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27. Tag - 27.10.2008
Um 6 Uhr ist es noch nebelig. Ich bleibe noch eine Stunde im Bett während Harry zum morgendlichen Gebet zum Tempel aufbricht. Heute ist der 2. Tag des 5-tägigen Tihar-Festes. Waren es gestern die Krähen, so sind es heute die Hunde, die geehrt werden. Oft nur als Straßenköter geduldet streunen diese heute mit Tikar und teilweise mit Blumenband um den Hals herum und wundern sich.
Mit einem Mikro Bus sind wir gegen 14 Uhr zurück in Kathmandu. Zum Abendessen treffen ich mich mit Annika und Jan im Delima Garden. Leider wird eine Unterhaltung auch hier schon schwierig. Die Feiertage haben begonnen. An fast jeder Ecke in Thamel wummert eine Disko oder Live Band. Techno mixt sich mit Beat und sonstigen Stilrichtungen der Popmusik. Abgerundet wird das ganze dann noch mit etwas Folklore. Hinzu kommt das Verkehrschaos in den engen Gassen Thamels, verursacht durch unzählige jugendliche Mopedfahrer, die sich hupend mit oder gegen den Verkehr drängen. An Wochenenden und zu Feiertagen wird ab etwa 19 Uhr der Aufenthalt hier unerträglich |
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bis
zum 30. Tag - 30.10.2008 - Tihar/Lichterfest
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Hier schließe ich den ersten Teil meiner Herbstreise. Vorgestern
haben wir Petra aus Hamburg vom Flughafen abgeholt.
Während
Govindas Besuch im Sommer dieses Jahres, |