Solo Khumbu

Land der Sherpa

 

Von Phablu nach Gokyo

 

 

 

 

Reisebericht 29.09. - 27.10.2010

 

  

Flughafen Phablu - Solo Khumbu Gonglha - Solo Khumbu Auf dem Weg nach Phakding
Namche Bazar Durchgang-Chörten mit Malerei, Kloster Thame Everest und Lotse
Ama Dablam, Khumbu Gokyo Lake mit Cho Oyu Gokyo - Pass am 4. See

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort

 

Auf ein Neues! Im Herbst vergangenen Jahres musste die Tour nach Gokyo abgebrochen werden, nachdem ich beim Verlassen der Dusche in Namche Bazar ausgerutschte und mir den linken Ellenbogen heftig gestaucht und geprellt hatte. Es ging nur noch mit dem Helikopter zurück nach Kathmandu. Der zweite Anlauf scheiterte im Frühjahr dieses Jahres am schlechten Wetter. Da auch am 3. Tag des Wartens keine Flüge nach Phablu (gilt ebenfalls für Lukla) möglich waren, wichen wir ins Annapurna aus.

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Dezember 2010

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01. Tag - 29.09.2010

 

Wie gewöhnlich lande ich pünktlich mit der GULF in Bahrain. Die gut 5 Stunden Aufenthalt vergehen irgendwie mit Lesen und Musik hören. Eigentlich wollte ich über die Anreise nach Nepal gar nichts zu Papier bringen. Im Prinzip immer das Gleiche. Doch dann:

 

02. Tag - 30.09.2010

 

Endlich Boarding. Im kleinen Airbus habe ich vorne einen Fensterplatz auf der linken Seite (in Flugrichtung). Dieser verspricht beim Anflug auf Kathmandu eine phantastische Sicht auf den Himalaya, beginnend mit Dhaulagiri, Annapurna bis zum Manaslu. Vorausgesetzt, das Wetter ist klar. Gleich sollte es los gehen. Aber weitere Passagiere steigen zu. Schließlich stehen etwa 12 Personen im Gang und finden keinen Sitzplatz. Hektik beim Bordpersonal. Was ist passiert? Der Flug ist überbucht! Wie sich herausstellt, aufgrund der Verspätung einer Maschine aus Paris. So wurden Bordkarten für einige Nepali, die auf der Warteliste standen, ausgestellt. Da die französische Gruppe auf dem letzten Drücker doch noch ihren Weiterflug erreicht, sind ein paar Leute zu viel an Bord. Die Crew bemüht sich redlich das Problem zu lösen. Wie die Passagiere der Warteliste identifizieren? Es dauert. Lange Diskussionen. Nach gut einer Stunde verlassen die ersten die Maschine. Nun folgt die nächste Schwierigkeit. Das aufgegebene Gepäck dieser Passagiere muss gefunden und entladen werden. Eine mühsame Suche beginnt. Man hört ständig das Öffnen und Schließen der Ladeklappen. Während dessen versorgt uns das Personal mit Getränken. Ein Film flimmert auf den Monitoren. Zwei weitere Stunden gehen ins Land. Plötzlich blicken alle aus den rechten Fenstern. Sämtliche Gepäckstücke liegen ordentlich aufgereiht am Boden. Gruppenweise werden wir aufgefordert, das Flugzeug vorne zu verlassen, unser Gepäck zu identifizieren und hinten wieder einzusteigen. Gerade habe ich meinen Koffer entdeckt, wird die Aktion abgeblasen. Der letzte wohl noch auszuladende Koffer wurde gefunden. Das das Einladen wieder einige Zeit in Anspruch nimmt, kann sich jeder denken.

Annapruna Range

Mit 4 Stunden Verspätung heben wir ab. Das Abendessen wird zum Sonnenaufgang gereicht. Irgendwann schlummere ich ein. Im mittäglichem Sonnenschein begrüßen uns die vergletscherten Gipfel des Himalaya. Kurz darauf setzen wir im Tribhuvan Airport auf.

 

Die üblichen Einreisemodalitäten nehmen ihren Lauf. Jedoch hat der Beamte gewaltige Probleme meinen diesjährigen Aufenthalt in Nepal nachzurechnen. Bin ich doch mit dem 90-Tage Visum im Frühjahr 3 mal ein- und ausgereist. Das Ergebnis, kontrolliert durch einen zweiten Beamten: Es waren 36 Tage. Meinem Visum über 90 Tage steht nun nichts mehr im Wege. Es wäre so einfach gewesen: Zwei Visa über jeweils 90 Tage ergeben die maximale Aufenthaltzeit/Kalenderjahr in Nepal.

 

Govinda, Radhika und Prasanta nehmen mich wie immer in Empfang. Aufgrund der „Rush Hour“ stehen wir gleich im Stau. Ja, der Verkehr in und um Kathmandu wird von Jahr zu Jahr chaotischer. Nicht nur, dass sich immer mehr Autos und Motorräder durch die engen Straßen quälen, auch die Straßen verrotten zusehend. Wurden vor 3 Jahren die Straßen in Thamel komplett asphaltiert, so lösen sich diese bereits in ihre Bestandteile auf. Mehr und mehr Schlaglöcher beschleunigen die Erosion.

 

Wo anders als im Delima Garden findet das Willkommen-Essen mit Govinda statt. Der „Hot & Sour“ Suppe folgen „Fried Momos“. Mit dabei ist unser Gast Kathrin aus Hamburg, die uns über ihre Tibetreise berichtet: Kontrolle und Überwachung an fast jeder denkbaren Stelle durch die chinesischen Behörden.

 

03. Tag - 01.10.2010

 

So, nun genug vom Allgemeinen. Wir kommen sofort zur Sache, denn Phablu wird nur drei mal in der Woche angeflogen. Krischna (Govindas Bruder) und ich nehmen den 4. Anlauf, nachdem wir im Frühjahr wetterbedingt 3 mal scheiterten und zur Tour um die Annapurna und zum Tilicho Lake ausweichen mussten. Inlandflughafen KathmanduPünktlich gegen 6 Uhr weckt mich das Gurren der Tauben auf dem Sims des Hotel Manang, wo ich meistens in der 5. Etage, diesmal Zimmer 501, untergebracht bin. Wettermäßig sieht es hervorragend aus. Zuversichtlich stehen wir um 8 Uhr vor dem Schalter der TARA Air. Kurz darauf folgt die Information, dass sich der Abflug auf 10:30 verschiebt. Bei Inlandflügen ist dies nicht ungewöhnlich. Eine Stunde später können wir unser Gepäck aufgeben. Mit den Bordkarte in der Hand bringen wir die Sicherheitskontrolle hinter uns. Kann das wahr sein? Der Abflug hat sich um eine weitere Stunde auf 11:30 verschoben. So geht es weiter. Später im 30-Minuten-Takt, verbunden mit „maybe“ (vielleicht). Ich kann dieses Wort nicht mehr ertragen. Gönnt mir jemand diese Tour nicht?

 

Flughafen Phablu im KhumbuEndlich die Erlösung. Die seit Stunden aus Lukla angekündigte Twin Otter der TARA Air ist gelandet. Erst als die Maschine zur Startbahn rollt, mit ohrenbetäubenden Lärm abhebt und die inzwischen aufgezogene Wolkendecke durchstößt bin ich optimistisch, dass wir Phablu (2.470 m) erreichen. Nach etwa halbstündigem Flug zwingt der Pilot das Flugzeug in einer engen S-Kurze zwischen den steil aufragenden Bergwänden hinunter auf die holprige Landepiste. Die Motoren brüllen im Gegenschub auf. Sicher gelandet! Der Beifall gilt den beiden Piloten. Ich bin auf dem kleinsten Flughafen, den ich je erlebt habe. Schotterpiste, Windbeutel und Waage sind die einzigen Merkmale diese Airports.

 

Heute können wir nicht mehr weiter wanden. In der sehr komfortabel eingerichteten Everest Lodge finden wir Unterkunft.

Mulies auf dem Weg nach Lukla04. Tag - 02.10.2010

 

Das ideale Wetter. Sonne und Wolken wechseln auf bequemen Weg zwischen den Dörfern. Den Bauernsiedlungen folgt dichter Wald. Die einzigen Begleiter sind Mulis und Träger. Schwer beladen werden Güter nach Lukla hinauf getragen. Überholt werden wir von einigen „Tankwagen“. Kerosin wird in 25-l-Kanistern von den unermüdlichen Vierbeinern hinauf geschleppt.

Taksinda Pass (3.071 m)

In Ringsmu (2.720 m) trifft unsere Route auf den klassischen EBC Trek, der in Jiri beginnt. Zum Taksinda Pass (3.071 m) sind wir nicht mehr allein unterwegs. Inzwischen hängen die Wolken tief herab. Ein kalter Wind pfeift uns um die Ohren. Die folgenden 800 Höhenmeter recht steiler und gerölligen Abstieg nach Nunthala (2.230 m) gehen gehörig in die Knie. In der Shangri Lodge endet dieser äußerst lange Trekking-Tag mit einer heißen Dusche und dem nepalischen Nationalgericht Dhaal Bhaat.

 

05. Tag - 03.10.2010

 

Am Horizont grüßt der 5.813 m hohe Gonglha als Vorbote der Achttausender. Ein recht gemütlicher und kurzweiliger Abstieg führt durch Terrassenfelder und malerische kleine Siedlungen hinunter ins tiefe Tal. Dort wo der Deko Khola donnernd in den Dudh Koshi mündet, geht es an seinem rechten Ufer wieder aufwärts nach Jubhing (1.680 m). Hier fordern nicht nur „COLDRIK“ (gemeint sind Cold Drinks) zur Erfrischung auf, sondern wesentlich angenehmer ist die Abkühlung an der dortigen Wasserstelle. Kurz darauf lädt eine Lodge in Chokhu zur Rast ein. Hier befindet sich eine Trinkwasserstation, wo normales Brunnenwasser gefiltert und entkeimt wird. Statt Mineralwasser aus der Plastikflasche kann man wesentlich preiswerter die Trinkflasche auffüllen. Im Annapurna ist diese ökologisch sehr sinnvolle Trinkwasserversorgung für Touristen in fast jeden größeren Ort realisiert. Während unserer gesamten weiteren Tour fanden wir keine weitere dieser Wasserstationen vor. Warum? Angeblich kann man mit Plastikflaschen und -müll mehr verdienen.

 

 

Schon seit heute Morgen dröhnen die kleinen zweimotorigen Flugzeuge auf der Strecke Kathmandu - Lukla über uns hinweg. Es ist Hochsaison! Noch sind wir fernab des Massentourismus. Hinauf nach Kharikhola (2.040 m) entscheiden wir uns für den kürzeren, dafür aber steileren Weg, zumal die bisher schweißtreibende Sonne, sich hinter dicken Wolken verborgen hält. Es lohnt sich, ein paar Stufen hinauf zur kleinen Gompa zu steigen, die am Ende des Bergsattels steht. Bei klaren Wetter ist dies wahrscheinlich eine ideale Aussichtskanzel. Heute bleibt es weiter trübe. Wir durchschreiten den Ort, anscheinend eine Hochburg der Maoisten, denn das Parteigebäude ist unübersehbar. Hinter der Abzweigung zum Mera Peak gilt es einmal mehr nach Bupsa (2.360 m) zuzulegen. Tritt für Tritt geht es hinauf. Wer schlappert da hinter mir? Kann das wahr sein? Krishna in Porterboots (Badelatschen)! Er habe Feuer an den Füßen und müsse diese daher kühlen ist sein unwiderlegbares Argument auf mein Frage, warum er seine Trekkingschuhe ausgezogen habe.

 

06. Tag - 04.10.2010

 

Das Brummen der Motoren weckt uns, bevor das erste Morgenlicht durchs Fenster fällt. So geht es den ganzen Tag weiter bis zum Einbruch der Dunkelheit. 100 Start und Landungen sind in Lukla keine Seltenheit. Insbesondere dann, wenn einige Tage wetterbedingt keine Flüge möglich waren und Touristen ein- und ausgeflogen werden müssen. Lukla ist nur noch 1 ½ Tagesmärsche entfernt. In der Luftlinie sind es weniger als 10 km, aber der Weg schlängelt durch Berg und Tal. Schatten spendet der dichte Wald, bis wir nach etwa einer Stunde den Khari La (2.860 m), den höchsten Punkt dieses Tages, erreichen. Obwohl erste Wolken aufgezogen sind, erhebt sich am Horizont majestätisch der 8.188 m hohe Cho Oyu. Direkt gegenüber befinden sich die Ortschaften Paiya und Chheubas. Aber wir müssen einen großen Bogen gehen, bevor wir zur Mittagzeit dort einkehren können.

 

Der Höhenweg endet am Chutok La (2.745 m). Hier beginnt abermals ein steiler Abstieg nach Surke (2.290 m). Lukla kommt in Sicht. Die dortige Landebahn können wir erkennen und die ein- und ausfliegenden Maschinen beobachten. Leere Kerosin-Transporter kommen uns entgegnen. Ebenso erstmals mehrere Gruppen, die nach Jiri zurück wandern. Seit Ringsmu ist eine privat organisierte Truppe Spanier unterwegs. Schnell und konditionsstark legten diese die Tagesetappen zurück, übernachten aber auch heute wieder im gleichen Ort. In der beschaulichen Yak & Yeti Lodge treffen wir eine Alleinreisende aus Kalifornien mit ihrem Guide. Ansonsten sind nur Träger und Mulikarawanen unterwegs. Morgen wird es mit dieser Ruhe vorbei sein, denn in Chheplung erreichen wir den meistbegangenen Trekking-Highway von Lukla nach Namche Bazar. Genießen wir diesen geruhsamen Nachmittag und Abend.

 

07. Tag - 05.10.2010

 

Drrröööhhhnnn. Um 7 Uhr setzt die erste Twin Otter zur Landung in Lukla an. Weitere folgen zeitweise im 5-Minuten-Takt. Gegen 10 Uhr sind wir sozusagen zurück in der Zivilisation. Plötzlich befinden sich Wandergruppen aus aller Welt, mit den typischen Trekkingsäcken beladene Träger und Jokpas (Kreuzung von Yak und Kuh) vor und hinter uns. Willkommen auf der A40 zwischen Lukla und Namche. Auf bekannten Weg begeben wir uns nach Phakding. Dort trudeln wir bereits mittags ein und beschließen noch etwas weiter zu wandern. Monjo wäre erreichbar, wird aber als populärer Ort überlaufen sein. Warum nicht ein Ort vorher? Bengkar (2.630 m), na klar. Der HIMATREK Sticker weist den Weg. Die richtige Entscheidung! Im Laufe des Nachmittags ziehen etliche Wanderer an uns vorbei. Wie wir morgen früh feststellen, ist Monjo mit Touristen überfüllt.

 

08. Tag - 06.10.2010

 

Bereits um 9 Uhr ist der Eingang zum Sagarmatha Nationalpark erreicht. Krishna erledigt die Formalitäten und sofort geht es weiter. Der nächste Ort ist Jorsale (2.830 m). Zeit für einen Tee. Immer werde ich hier eine Rast einlegen, denn 2001 habe ich hier mit meiner Frau Dorlis übernachtet. Zudem gibt es bis nach Namche Bazar hinauf keine weiteren Lodges.

 

Dann stecken wir im Stau. Hauptursache ist die etwa 30-köpfige Gruppe aus Australien und deren Jokpas. Einige dieser Tiere haben die Gewohnheit und/oder das Können, ihre Last abzuwerfen. Es ist unverständlich und m. E. auch unverantwortlich auf einem so stark frequentierten Weg, diese Tragtiere einzusetzen. Sie sind unberechenbar und mit ihren Hörnern für Leib und Leben gefährlich. Also äußerste Vorsicht!. Abstand halten! Beim Überschreiten der Hillary Bridge haben wir diese im (hoffentlich?) sichereren Abstand hinter uns gebracht. Schnell werden unsere Gebetsfahnen zu den dort bereits wehenden befestigt. Wir bitten die Götter des Himalaya um deren Schutz während unserer weiteren Tour und dass wir wohl behalten hierhin zurück kehren. Nicht wie im Herbst 2009 „Einbahnstraße“ und mit dem Helikopter direkt nach Kathmandu.

 

Eine kleine Pause verschafft den Heerscharen einen Vorsprung und wir können ohne „stop and go“ die erste Etappe des Zickzack-Weges bis zum Everest View Point in Angriff nehmen. War hier 2001 nur Wald und Govinda musste uns auf einen kleinen Hügel führen, so ist inzwischen ein befestigter Aussichtspunkt entstanden. Es wundert mich, dass hier noch kein Teahouse steht. Nicht desto trotz, der erste Blick auf Everest und Lotse ist gigantisch. Heute ist ein Glückstag. Vor strahlend blauen Firmament erhebt sich das „Top of World“.

 

Eine weitere Stunde durch meist schattenspendende Kiefernwälder und die letzten Meter über Treppenstufen hinauf, führen nach Namche Bazar hinein. Ein weiter Talkessel öffnet sich. Dort wo früher Kartoffeln angebaut wurden, reihen sich ringsum Lodges, Hotels, Geschäfte und Restaurants. Zu deren Füßen überwacht die Stupa und auf der Anhöhe das Kloster die Geschehnisse im Ort. Das Yak-Hotel ist unser Quartier im letzten noch verfügbaren Doppelzimmer. Der Nachmittag wird vertrödelt. Internet: Grüße nach Hause. Barbier: Rasur. Bäckerei: Kaffee und Kuchen (schmeck nur in Nepal, nicht daheim!). Hotel: Dusche (wird verschoben, nicht noch einmal ausrutschen!).

 

09. Tag - 07.10.2010

 

„Tag der Klöster“ heißt das heutige Programm. Vorbei führt der Weg am oberhalb von Namche gelegenen Kloster zum Helikopter Landeplatz. Im vergangenen Jahr standen wir hier, Gregor, Govinda 2 und ich. Warteten geduldig auf die angekündigte Rettung aus der Luft. Mit meinem angeknacksten Ellenbogen war ich froh, als der Heli landete und uns über Lukla, zum Nachtanken, zurück nach Kathmandu brachte. Doch all dies ist eine andere Geschichte, die ich bislang noch nicht zu Papier gebracht habe.

 

Recht gemächlich verläuft der alte Handelsweg am Hang entlang, welcher früher das Land der Sherpa mit Tibet verband. Hoch über uns erheben sich eine Reihe Sechstausender mit Kongde, Tengkang Poche, und Bigphera Go Shar, mit 6.729 m dem höchsten dieser Gebirgskette. Gemeinsam mit weiteren Wanderern, darunter auch eine Gruppe vom DAV Summit Club, erreichen wir den Ort Thamo (3.500 m). Das dortige Kloster wird derzeitig neu errichtet. Aus dem großen Angebot der Lodges wählen wir eine aus und beziehen Quartier, um nicht noch heute bis nach Namche zurück laufen zu müssen. Fast ständig auf gleicher Höhe bleibend, erreicht man zwangsläufig den Talgrund des Bhote Khosi der tosend durch eine enge Felsenschlucht donnert. Vorbei an den riesigen auf dunklem Granit gemalten religiösen Bildnissen überqueren wir den Fluss. Nun geht es bergan, hinauf nach Thame (3.800 m). Gleich einem Adlerhorst thront das am steilem Hang gelegene Kloster, 200 m oberhalb der Ortschaft. Das Kloster Thame ist eines der drei ältesten Klöster im Khumbu. Es wurde vor rund 325 Jahren auf Geheiß von Lama Sangwa Dorje errichtet. Er war die fünfte Wiedergeburt des Rongbuk Lamas in Tibet. Die Mönche des Klosters wohnen in den kleinen Steinhäuschen, die eng am aufragendem Fels gebaut sind. Durch ein gewaltiges Tor gelangt man in den Innenhof. Die mittägliche Puja der Mönche lädt zwangsläufig zum längeren Verweilen ein. Meditation, lausche dem Gemurmel der Mantras, dem zwischendurch ertönenden Klängen der Tröten und Pauken. Schließlich entzünde ich 7 Butterlampen für meine Familie daheim.

 

 

Zurück in Thamo, verbringen wir den Abend allein mit der tibetischen Besitzerin der Lodge. Wie bereits an einigen Abenden zuvor vertreiben Krishna und ich uns die Zeit mit „Mau Mau“. Der ganze Ort wirkt ausgestorben. Hier scheinen keine Touristen zu übernachten.

 

10. Tag - 08.10.2010

 

War es gestern recht trübe, so erwachen wir heute bei strahlend blauen Himmel. Nach kurzer Besichtigung des Klosterneubaus geht es auf gleichen Weg zurück. Vor Namche zeigt ein Wegweiser den Weg nach Khumjung. Bis zur Landepiste unterhalb des populären Everest View Hotels geht es stellenweise recht steil bergan. Diese Anstrengung wird schließlich belohnt. Ein gewaltiges Panorama öffnet sich vor unseren Augen. Ama Dablam, Königin des Himalaya. Lotse und Everest ragen vor azurblauem Firmament empor.

Recht kurz ist schließlich der Abstieg nach Khumjung (3.780 m) zur Ama Dablam View Lodge. Nachdem Duschen und das notwendige Übel, Wäsche zu waschen erledigt sind, begeben wir uns auf einen Rundgang durch diese malerischen Siedlung mit den grünen Dächern. Nur die örtliche Gompa fällt mit dem roten Dach aus der Reihe. Eine Bäckerei lädt zu Apfelstrudel und Latte Macchiato ein. Gegenüber befindet sich die Verbindung zur Welt. Schnell ist ein Email mit Grüßen auf den Weg nach Hause gebracht. Noch gibt es keine Neuigkeiten. Alle warten auf Lenny, der am 11.10. das Licht der Welt erblicken soll.

 

11. Tag - 09.10.2010

 

Die aufgehende Sonne löst recht schnell die morgendlichen Nebelbänke auf. Majestätisch grüßt die eisgekrönte Ama Dablam. Direkt am Ortsausgang befindet sich die Gabelung in Richtung Tengboche und Gokyo. Wir folgen dem moderat ansteigenden Panoramaweg nach Mong. Leider schieben sich von Süden her immer mehr Wolken das Tal hinauf. Noch überragen die vergletscherten Gipfel das ständig dichter werdende Wolkenband. Eine ähnliche Wettersituation hatten wir vor 5 Jahren, als wir von Phortse kommend diesen Weg zurück nach Namche Bazar nahmen. In Mong (3.980 m) laden 3 Lodges zur Teepause ein. Wer kann da schon nein sagen. Als nächstes blüht uns der Abstieg nach Phortse Tanga (3.680 m) am Dudh Koshi und dann der Aufstieg nach Dole (4.050 m). Drunten im Tal zweigt der Weg nach Phortse ab. Eine neue Lodge wird gebaut. Für uns wäre es der passende Platz gewesen, hier zu Mittag einzukehren. Sollen wir das kurze Stück zum River Resort hinunter gehen? Ist nicht nötig, meint Krishna. 15 Minuten aufwärts befindet sich noch ein Gasthaus. Also, auf geht’s. Durch den dichten Wald erblicken wir alsbald ein Haus. Doch es ist geschlossen. Was nun? Der Magen beginnt zu knurren. In anbetracht der Tatsache, dass unsere Trinkflaschen noch gut gefüllt sind und wir auch etwas Notproviant mit uns führen, beschließen wir den Aufstieg fortzusetzen.

 

Doch der Weg zieht sich mühselig über einige steile und unregelmäßige Stufen dahin. Inzwischen sind wir, als auch all die anderen Trekker, Guides und schwer bepackte Träger, von dichtem Nebel umhüllt. Es ist einiges los auf dieser Route. Endlich schälen sich die Umrisse einiger Häuser aus der Nebelwand. Es ist 14 Uhr, Dole, eine Ansammlung von 6 Lodges und 3 Campingplätzen, ist erreicht. Schnell machen wir uns im Gastraum bequem, in welchem ein bullernder Kanonenofen für leidliche Wärme sorgt.

 

12. Tag - 10.10.2010

 

Bis Machermo (4.400 m) ist es eine relativ kurze Wanderung. Nachdem der Höhenrücken erklommen ist, folgt ein excelenter Höhenweg mit ständigem Blick auf den 8.188 m hohen Cho Oyu. Wolken und Sonne wechseln sich ab. Es bläst ein kräftiger Wind, Anorak und winddichte Hose sind unverzichtbar. Pünktlich zum 10-Uhr-Tee lädt eine der beiden Lodges in Luza (4.360 m) ein. Gemütlich geht es weiter zum Pass oberhalb von Machermo, wo unzählige Gebetsfahnen knattern. Ein weiteres Band der bunten Fähnchen gesellt sich hinzu. Im Norden erhebt sich der gewaltige Cho Oyu während der Blick gen Osten durch die Gipfel der Sechstausender Arakam Tse und Cholatse begrenzt wird. Zu unseren Füßen erwartet uns die Tashi Delek Lodge.

 

Kurz darauf bin ich umgezogen. Die Wäsche hängt auf der Leine. Nun warte ich auf die Bratkartoffeln mit Ei. Es ist Mittag.

 

13. Tag - 11.10.2010

 

Akklimatisierung in Machermo. Aus meiner Sicht ein vergeudeter Tag. Man kann, falls keine Anzeichen einer Höhenkrankheit auftauchen, wie all die anderen Touristen weiter nach Gokyo wandern. Sinnvoller ließe sich der Anmarsch anpassen. Da die Strecke von Namche nach Dole länger als von Khumjung ist, sollte man in Erwägung ziehen, von Namche nur bis nach Phortse Tanga zu wandern und dann am nächsten Tag bis nach Machermo.

 

Da wir uns entschieden hatten, hier 2 Nächte zu bleiben, starten wir zu einer Rundwanderung. Vielleicht ein Abstecher nach Na, wo unser Rückweg entlang führen wird. Diese Möglichkeit können wir sofort wieder zu den Akten legen. Die Brück über den Dudh Khosi ist während des Monsuns von den Wassermassen fortgerissen worden. Eine neue Brücke ist nicht fertig. Bleibt nur die Alternative über Dragnag den Rückmarsch anzutreten. Doch keiner weiß, ob die Lodges auf der anderen Seite überhaupt geöffnet sind. Mich wundert es einmal mehr, dass man diese Informationen erst vor Ort erhält. Welche Funktion haben denn NTB und TAAN? So ist halt Nepal. Steuern wir erst einmal unser Ziel Gokyo an. Dann sehen wir weiter.

 

Zum Mittag sind wir zurück in der Lodge. Hier ist es 12:15, daheim 08:30 Uhr. Ist mein Enkel Lenny schon geboren? Ich denke an dich!. Jedenfalls wünsche ich dir mit diesen Zeilen schon einmal ein herzliches Willkommen in der königblauen Welt. Dir, deiner Mama und deinem Bruder Nick alles Gute, Gesundheit und viel Glück im weiterem Leben. Dein Opa Yeti. (Anmerkung: Lenny wurde heute um 08:37 geboren)

 

14. Tag - 12.10.2010

 

In der Nacht hat es geschneit. Dunkelgraue Wolken hängen tief herab. Zur frühen Morgenstunde geht man nicht ohne Stirnlampe zur Toilette. So mache ich mich auf den Weg. Unten ist die Schwelle. Blick hinunter, Bein heben. Doch oben ist der Balken nach nepalischer Norm nur 1,70 m hoch. Ein Schlag, als hätte mir jemand ein Brett vor die Stirn gedonnert und ich sitze auf den Allerwertesten. Das tat weh! Nicht schon wieder ein Unfall mit Folgen. Bewegen kann ich mich. Haben meine lädierten Lendenwirbel den Plumbs verkraftet? Schmerz lass nach. Es wird schon gut gehen.

Langsam, langsam und vorsichtig machen wir uns auf den Weg. Nach 1 ½ Stunden durchbricht die Sonne die Wolken und löst diese nach und nach auf. Der anfangs fast ebene Weg führt nun über unzählige Stufen steil hinauf. Dann ist die gewaltige Gletschermoräne überwunden. Der kristallblaue 1. See, umgeben von einer famosen vereisten Gebirgswelt, ist erreicht. Entlang der vom urzeitlichen Gletscher aufgetürmten Geröllwände geht es beständig leicht bergan. Am 2. See vorbei befinden sich am Ufer des türkisblauen 3. See die Lodges von Gokyo. Krishna ist vorsorglich vorgegangen, um rechtzeitig ein Zimmer für uns zu reservieren. Es ist Hochsaison. Schon gestern war die Lodge in Machermo zum Bersten gefüllt. Problem sind die großen organisierten Gruppen, die für sich alles in Anspruch nehmen, Porter voraus schicken und erst einmal alle verfügbaren Zimmer reservieren. Gokyo ist komplett ausgebucht. In der Namaste Lodge kann Krishna noch ein „Notzimmer“ für uns organisieren. Wie der aufmerksame Leser sicherlich festgestellt hat, bin ich sehr langsam, benötige in paar Pausen. Nach meinem Unglück heute Morgen machen sich Schmerzen im Rücken bemerkbar. So ist es eine Wohltat, einige Zeit im warmen Schlafsack entspannen und schlafen zu können.

 

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Momentan ist es umgekehrt. Ausgeruht durchstreifen wir am Nachmittag Gokyo. Da gibt es in 4.790 m Höhe doch tatsächlich ein Cyberspace Cafe! Nichts wie hinein in den kleinen Raum, ausgestattet mit 3 Netbooks. 20 Rupien (ca. 22 Cent) pro Minute, doch was kostet die Welt um zu erfahren, ob mein Enkel Lenny geboren ist. Juchhu, Nachricht und das Bild vom neuen Erdenbürger baut sich langsam auf. Alle gesund. Welch ein Glücksgefühl, mir kommen die Tränen.

 

Danach schlucke ich 2 Pillen und haue mich für 2 weitere Stunden aufs Ohr. In den überfüllten Gasträumen finden wir am Abend noch ein Eckchen. Zur Feier des Tages wollte ich den mitgebrachten Schinken anschneiden, doch die Pizza war bereits bestellt.

 

15. Tag - 13.10.2010

 

Am Horizont erhebt sich der gewaltige Cho Oyu in den strahlend blauen Himmel. Allein machen wir uns auf den Weg zu den höher gelegenen Seen, während die meisten den Gokyo Ri (5.360 m) erklimmen. Ein Vergleich mit der Alpspitze im Wetterstein (Garmisch-Partenkirchen), zur Saison auch als Ameisenhügel bezeichnet, ist berechtigt. Schier unendlich zieht sich der Pfad durch das Geröll zum 4. See dahin. Meine körperliche Verfassung ist nicht die Beste. Schließlich ein kleiner Pass mit wehenden Gebetsfahnen. 4.880 m zeigt der Höhenmesser. Vor uns liegt ein weites Tal mit tiefen von Gletschern aufgetürmten Moränenwänden. Dahinter das Massiv vom Cho Oyu bis zum Chakung (7.029 m). Linker Hand erstreckt sich der milchig grüne 4. See. Wo sind all die Gletscher geblieben? Es scheint, wir sind 50 Jahr zu spät gekommen. Trotzdem, diese uns umgebende Landschaft ist atemberaubend.

 

 

Ein paar Meter hinunter zum See. Dort finden wir einen gemütlichen Rastplatz. Das Lunchpaket wird geöffnet. An alles hat Krishna gedacht. Doch das Wichtigste fehlt! Ein Messer, um den Schinken aufzuschneiden. Aber Not macht erfinderisch! Den Rest verspeisen wir genüsslich am Abend beim Kartenspiel.

 

16. Tag - 14.10.2010

 

Die Lodge ist rappelvoll. Guides mussten die Nacht in den beiden Gasträumen verbringen. Nur Krishna hatte sein Bett neben mir im sogenannten Notzimmer. Gerade sind die Schafplätze in den Gasträumen wieder als Sitz-/Essenplätze hergereichtet, erstürmt eine 20-köpfige Gruppe die Lokalitäten. Wie gestern Abend wird gerückt und geschoben bis die Herde mit Leithammel beisammen sitzt. Zum Glück sind wir nur zu Zweit, so dass wir immer ein Eckchen finden.

 

Aufgrund meiner Rückenprobleme streichen wir die Besteigung des Gokyo Ri. Zudem ist es recht stark bewölkt, was die Entscheidung den Rückweg anzutreten, wesentlich erleichtert. Da es keine neuen Informationen über den Weg Na - Phortse gibt, wandern wir erst einmal auf gleichen Wege nach Machermo zurück. Unterwegs kommen uns Manuela und Alexander mit unserem Guide Ramo entgegen. Sie hatten noch Glück mit ihrem Flug nach Lukla. Danach mussten sämtliche Flüge nach/von Lukla wetterbedingt eingestellt werden.

 

Während der Mittagspause in Machermo hat die Bewölkung zugenommen. Gelegentlich beginnt es zu tröpfeln. Der Wind wird heftiger, kälter und somit unangenehmer. In der am Wegesrand allein gelegenen Mountain View Lodge oberhalb von Doles endet die heutige Etappe. Wir beziehen ein Zimmer mit wahrlich ein Meter breiten Betten. Bequemlichkeit und Gemütlichkeit können wir am heiß bullernden Ofen fortsetzen. Welch eine Wohltat. Zudem sind bis in den späten Abend hinein gerade mal 5 weitere Gäste anwesend.

17. Tag - 15.10.2010

 

Der Tag endet in Phortse Tanga im River Resort. Meine Kreuzschmerzen lassen nicht nach. Hier werden wir einen Tag Pause einlegen und dann über den weiteren Weg entscheiden.

 

18. Tag - 16.10.2010

 

Wenn mich nicht alles täuscht, ist heute der Höhepunkt des Dasain Festes. Fernab von Kathmandu verbringen wir diesen Regentag im Trockenem. Seit dem späten Vormittag haben sich die Himmelsschleusen geöffnet, es regnet in Bindfäden. Ich will hier nicht stänkern, aber die eintreffenden, meist durchnässten Gruppen-Touristen sind zu bedauern. Müssen sie doch dem gebuchten Programm folgen. Das extremste Beispiel ist eine Gruppe mit ca. 25 Personen aus UK (England), angeführt von einer sexy Reiseleiterin in Hot Pants. Nach der Mittagspause gibt es kein Erbarmen, weiter nach Dole. Dann ist da noch ein Typ in sicherlich recht teuer gekauften Hightech Klamotten. Entgegen aller Marketing-Versprechen renommierter Outdoor-Ausstatter bemüht er sich Mütze, Handschuhe und sein wohl im Rucksack verstautes Tagebuch über dem Ofen zu trocknen.

 

19. Tag - 17.10.2010

 

Wir sind zurück in Namche Bazar, bevor der nächste Dauerregen einsetzt. Unterwegs holen uns Manuela und Alexander ein. Für den Gokyo Ri hatte es gerade noch gereicht, dann der Wettereinbruch. In der örtlichen Medizinstation hat die Krankenschwester mich mit den wohl richtigen Medikamenten versorgt. Der 10-Tage-Bart ist ebenfalls entfernt. Nun hoffen wir, dass sich das Wetter bessert. Seit 3 Tagen wartet Dipendra mit unseren Kunden in Lukla auf einen Rückflug nach Kathmandu. Solch ein schlechtes Wetter hat es seit Jahren im Oktober nicht mehr gegeben. Zum Glück stehen wir nicht unter Zeitdruck. Morgen werden wir einen weiteren Tag in Namche abwarten.

 

20. Tag - 18.10.2010

 

Weiterhin Regenwetter und das in der 2. Oktoberhälfte, unbegreiflich. Was bleibt uns übrig, als die Zeit irgendwie zu vertreiben, z.B. in eine der Bäckereien. Meine Frau und die Kinder daheim werden ungläubig den Kopf schütteln: Der Opa bei Kaffee und Kuchen?. Zu meiner Entschuldigung, nur in Höhen über 3.000 m! Während Manuela und Alexander schon auf dem Rückweg nach Lukla sind, treffe ich Andreas, der mit Elke (zum 2. mal mit HIMATREK unterwegs) hier eine Zwangspause eingelegt. Gemütlich sitzen wir bei Schwarzwälder Kirsch und Cappuccino beisammen, als ich vom gegenüber stehenden Tisch angesprochen werde. Timo mit seiner Gruppe, für die ich die Bhutan-Tour organisiert hatte, stellt sich vor. Welch ein Zufall. Am Nachmittag reißt die Bewölkung endlich auf. Hoffen wir das Beste.

 

21. Tag - 19.10.2010

 

Endlich wieder Sonnenschein. Während des Abstiegs nach Phakding sind Heerscharen aus aller Welt unterwegs. Die Touristen-Karawanen reißen auch am Nachmittag nicht ab, als wir bereits in der Kala Pattar Lodge in Pakding zur Übernachtung eingezogen sind. Ein gutes Zeichen, Lukla wird wieder angeflogen. Am Abend entdecke ich einen verrotteten Sticker im Bereich der Eingangstür. HIMATREK aus dem Jahre 2001, als ich hier mit Dorlis übernachtete.

22. Tag - 20.10.2010

 

Mittags treffen wir im quasi leeren Lukla ein. Ein paar Jokpas kommen uns unter „Nepali Gore-Tex“ (aufgeschnittene Plastiksäcke) entgegen. Der Himmel sieht recht düster aus. Jedenfalls können wir unser Flug-Ticket vom 22. auf den 21.10. umbuchen.

23. Tag - 21.10.2010

 

Es ist zum verrückt werden. Heute kein Flug nach Kathmandu? Stehen auf der Warteliste! Inzwischen ist unser Guide Ganesh mit Antje und Thomas eingetroffen. Wir sitzen gerade gemütlich in einer Bäckerei (auch unter 3.000 m - Ausnahmen bestätigen die Regel!) beisammen, als es plötzlich heißt schnell, schnell, schnell! Ganesh hat es irgendwie gedeichselt, dass Krishna und ich auf den 5. Flug mit TARA Air fest gebucht sind. Tschüss und ich spute den beiden hinterher.

 

Die Bordkarten haben wir. Nun ist Geduld gefordert. Zwei Maschinen der TARA Air landen kurz hinter einander. Es sind aber die Flüge 1 und 2. Die dunkelgraue Wolkendecke senkt sich immer tiefer auf Lukla herab. Die westlichen Höhenkämme sind bereits im Nebel verschwunden. Nach gut einer Stunde weiteren Wartens landet die Dritte. Kurz darauf betreten die Passagiere für den Flug Nr. 6 hoffnungsvoll den Warteraum. Flug Nr. 4 trifft ein und kehrt umgehend nach Kathmandu zurück. Zwischendurch landen und starten auch andere Airlines. Jedes mal beim Aufdröhnen der Motoren im Gegenschub, ist es unser Flug? Die Regenwolken sinken immer mehr hinab. Wie lange noch? Abermals ein Aufbrüllen der Motoren und TARA Air Nr. 5 wendet auf das kleine Flugfeld.

 

Ruckzuck ist die 2-motorige Twin Otter entladen und wir an Bord. Sitze in der ersten Reihe, direkt hinter den beiden Piloten. Die Turbinen auf höchste Drehzahl, Bremsen lösen. Die abschüssige Piste hinunter und dann schweben wir. Schließlich der Landeanflug auf Kathmandu. Die Piste ist lang genug, um das kleine Flugzeug gemächlich ausrollen zu lassen.

24. Tag und folgende - 22. - 27.10.2010

 

Gregor musste seine Reise aus familiären Gründen absagen. Petra hatte einen Bandscheibenvorfall. So wurde der vorbereitete Nar Phu Trek abblasen. Mir bleiben somit eine Woche Kathmandu nicht erspart. Während dieser Zeit entsteht der Slogan „Kathmandu - Ich liebe und ich hasse dich.“

 

Am 28.10.2010 brechen wir in das vom Tourismus noch unberührte Dhorpatan auf.