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Solo Khumbu Land der Sherpa
Von Phablu nach Gokyo
Reisebericht 29.09. - 27.10.2010
Vorwort
Auf ein Neues! Im Herbst vergangenen Jahres musste die Tour nach Gokyo abgebrochen werden, nachdem ich beim Verlassen der Dusche in Namche Bazar ausgerutschte und mir den linken Ellenbogen heftig gestaucht und geprellt hatte. Es ging nur noch mit dem Helikopter zurück nach Kathmandu. Der zweite Anlauf scheiterte im Frühjahr dieses Jahres am schlechten Wetter. Da auch am 3. Tag des Wartens keine Flüge nach Phablu (gilt ebenfalls für Lukla) möglich waren, wichen wir ins Annapurna aus.
© Klaus TöpferHIMATREK Gelsenkirchen, Dezember 2010
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01. Tag - 29.09.2010
Wie gewöhnlich lande ich pünktlich mit der GULF in Bahrain. Die gut 5 Stunden Aufenthalt vergehen irgendwie mit Lesen und Musik hören. Eigentlich wollte ich über die Anreise nach Nepal gar nichts zu Papier bringen. Im Prinzip immer das Gleiche. Doch dann:
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02. Tag - 30.09.2010
Endlich Boarding. Im kleinen Airbus habe ich vorne einen Fensterplatz auf der linken Seite (in Flugrichtung). Dieser verspricht beim Anflug auf Kathmandu eine phantastische Sicht auf den Himalaya, beginnend mit Dhaulagiri, Annapurna bis zum Manaslu. Vorausgesetzt, das Wetter ist klar. Gleich sollte es los gehen. Aber weitere Passagiere steigen zu. Schließlich stehen etwa 12 Personen im Gang und finden keinen Sitzplatz. Hektik beim Bordpersonal. Was ist passiert? Der Flug ist überbucht! Wie sich herausstellt, aufgrund der Verspätung einer Maschine aus Paris. So wurden Bordkarten für einige Nepali, die auf der Warteliste standen, ausgestellt. Da die französische Gruppe auf dem letzten Drücker doch noch ihren Weiterflug erreicht, sind ein paar Leute zu viel an Bord. Die Crew bemüht sich redlich das Problem zu lösen. Wie die Passagiere der Warteliste identifizieren? Es dauert. Lange Diskussionen. Nach gut einer Stunde verlassen die ersten die Maschine. Nun folgt die nächste Schwierigkeit. Das aufgegebene Gepäck dieser Passagiere muss gefunden und entladen werden. Eine mühsame Suche beginnt. Man hört ständig das Öffnen und Schließen der Ladeklappen. Während dessen versorgt uns das Personal mit Getränken. Ein Film flimmert auf den Monitoren. Zwei weitere Stunden gehen ins Land. Plötzlich blicken alle aus den rechten Fenstern. Sämtliche Gepäckstücke liegen ordentlich aufgereiht am Boden. Gruppenweise werden wir aufgefordert, das Flugzeug vorne zu verlassen, unser Gepäck zu identifizieren und hinten wieder einzusteigen. Gerade habe ich meinen Koffer entdeckt, wird die Aktion abgeblasen. Der letzte wohl noch auszuladende Koffer wurde gefunden. Das das Einladen wieder einige Zeit in Anspruch nimmt, kann sich jeder denken.
Mit 4 Stunden Verspätung heben wir ab. Das Abendessen wird zum Sonnenaufgang gereicht. Irgendwann schlummere ich ein. Im mittäglichem Sonnenschein begrüßen uns die vergletscherten Gipfel des Himalaya. Kurz darauf setzen wir im Tribhuvan Airport auf.
Die üblichen Einreisemodalitäten nehmen ihren Lauf. Jedoch hat der Beamte gewaltige Probleme meinen diesjährigen Aufenthalt in Nepal nachzurechnen. Bin ich doch mit dem 90-Tage Visum im Frühjahr 3 mal ein- und ausgereist. Das Ergebnis, kontrolliert durch einen zweiten Beamten: Es waren 36 Tage. Meinem Visum über 90 Tage steht nun nichts mehr im Wege. Es wäre so einfach gewesen: Zwei Visa über jeweils 90 Tage ergeben die maximale Aufenthaltzeit/Kalenderjahr in Nepal.
Govinda, Radhika und Prasanta nehmen mich wie immer in Empfang. Aufgrund der „Rush Hour“ stehen wir gleich im Stau. Ja, der Verkehr in und um Kathmandu wird von Jahr zu Jahr chaotischer. Nicht nur, dass sich immer mehr Autos und Motorräder durch die engen Straßen quälen, auch die Straßen verrotten zusehend. Wurden vor 3 Jahren die Straßen in Thamel komplett asphaltiert, so lösen sich diese bereits in ihre Bestandteile auf. Mehr und mehr Schlaglöcher beschleunigen die Erosion.
Wo anders als im Delima Garden findet das Willkommen-Essen mit Govinda statt. Der „Hot & Sour“ Suppe folgen „Fried Momos“. Mit dabei ist unser Gast Kathrin aus Hamburg, die uns über ihre Tibetreise berichtet: Kontrolle und Überwachung an fast jeder denkbaren Stelle durch die chinesischen Behörden.
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03. Tag - 01.10.2010
So, nun genug vom Allgemeinen. Wir kommen sofort zur Sache, denn Phablu wird nur drei mal in der Woche angeflogen. Krischna (Govindas Bruder) und ich nehmen den
4. Anlauf, nachdem wir im Frühjahr wetterbedingt 3 mal scheiterten und zur Tour um die Annapurna und zum Tilicho Lake ausweichen mussten.
Heute können wir nicht mehr weiter wanden. In der sehr komfortabel eingerichteten Everest Lodge finden wir Unterkunft. |
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Das ideale Wetter. Sonne und Wolken wechseln auf bequemen Weg zwischen den Dörfern. Den Bauernsiedlungen folgt dichter Wald. Die einzigen Begleiter sind Mulis und Träger. Schwer beladen werden Güter nach Lukla hinauf getragen. Überholt werden wir von einigen „Tankwagen“. Kerosin wird in 25-l-Kanistern von den unermüdlichen Vierbeinern hinauf geschleppt. In Ringsmu (2.720 m) trifft unsere Route auf den klassischen EBC Trek, der in Jiri beginnt. Zum Taksinda Pass (3.071 m) sind wir nicht mehr allein unterwegs. Inzwischen hängen die Wolken tief herab. Ein kalter Wind pfeift uns um die Ohren. Die folgenden 800 Höhenmeter recht steiler und gerölligen Abstieg nach Nunthala (2.230 m) gehen gehörig in die Knie. In der Shangri Lodge endet dieser äußerst lange Trekking-Tag mit einer heißen Dusche und dem nepalischen Nationalgericht Dhaal Bhaat. |
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Am Horizont grüßt der 5.813 m hohe Gonglha als Vorbote der Achttausender. Ein recht gemütlicher und kurzweiliger Abstieg führt durch Terrassenfelder und malerische kleine Siedlungen hinunter ins tiefe Tal. Dort wo der Deko Khola donnernd in den Dudh Koshi mündet, geht es an seinem rechten Ufer wieder aufwärts nach Jubhing (1.680 m). Hier fordern nicht nur „COLDRIK“ (gemeint sind Cold Drinks) zur Erfrischung auf, sondern wesentlich angenehmer ist die Abkühlung an der dortigen Wasserstelle. Kurz darauf lädt eine Lodge in Chokhu zur Rast ein. Hier befindet sich eine Trinkwasserstation, wo normales Brunnenwasser gefiltert und entkeimt wird. Statt Mineralwasser aus der Plastikflasche kann man wesentlich preiswerter die Trinkflasche auffüllen. Im Annapurna ist diese ökologisch sehr sinnvolle Trinkwasserversorgung für Touristen in fast jeden größeren Ort realisiert. Während unserer gesamten weiteren Tour fanden wir keine weitere dieser Wasserstationen vor. Warum? Angeblich kann man mit Plastikflaschen und -müll mehr verdienen.
Schon seit heute Morgen dröhnen die kleinen zweimotorigen Flugzeuge auf der Strecke Kathmandu - Lukla über uns hinweg. Es ist Hochsaison! Noch sind wir fernab des Massentourismus. Hinauf nach Kharikhola (2.040 m) entscheiden wir uns für den kürzeren, dafür aber steileren Weg, zumal die bisher schweißtreibende Sonne, sich hinter dicken Wolken verborgen hält.
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Das Brummen der Motoren weckt uns, bevor das erste Morgenlicht durchs Fenster fällt. So geht es den ganzen Tag weiter bis zum Einbruch der Dunkelheit. 100 Start und Landungen sind in Lukla keine Seltenheit. Insbesondere dann, wenn einige Tage wetterbedingt keine Flüge möglich waren und Touristen ein- und ausgeflogen werden müssen. Lukla ist nur noch 1 ½
Tagesmärsche entfernt. In der Luftlinie sind es weniger als 10 km, aber der Weg schlängelt durch Berg und Tal. Schatten spendet der dichte Wald, bis wir nach etwa einer Stunde den Khari La (2.860 m), den höchsten Punkt dieses Tages, erreichen.
Der Höhenweg endet am Chutok La (2.745 m). Hier beginnt abermals ein steiler Abstieg nach Surke (2.290 m). Lukla kommt in Sicht.
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07. Tag - 05.10.2010
Drrröööhhhnnn. Um 7 Uhr setzt die erste Twin Otter zur Landung in Lukla an. Weitere folgen zeitweise im 5-Minuten-Takt. Gegen 10 Uhr sind wir sozusagen zurück in der Zivilisation. Plötzlich befinden sich Wandergruppen aus aller Welt,
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Bereits um 9 Uhr ist der Eingang zum Sagarmatha Nationalpark erreicht. Krishna erledigt die Formalitäten und sofort geht es weiter. Der nächste Ort ist Jorsale (2.830 m). Zeit für einen Tee. Immer werde ich hier eine Rast einlegen, denn 2001 habe ich hier mit meiner Frau Dorlis übernachtet. Zudem gibt es bis nach Namche Bazar hinauf keine weiteren Lodges.
Dann stecken wir im Stau. Hauptursache ist die etwa 30-köpfige Gruppe aus Australien und deren Jokpas. Einige dieser Tiere haben die Gewohnheit und/oder das Können, ihre Last abzuwerfen.
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„Tag der Klöster“ heißt das heutige Programm. Vorbei führt der Weg am oberhalb von Namche gelegenen Kloster zum Helikopter Landeplatz. Im vergangenen Jahr standen wir hier, Gregor, Govinda 2 und ich. Warteten geduldig auf die angekündigte Rettung aus der Luft. Mit meinem angeknacksten Ellenbogen war ich froh, als der Heli landete und uns über Lukla, zum Nachtanken, zurück nach Kathmandu brachte. Doch all dies ist eine andere Geschichte, die ich bislang noch nicht zu Papier gebracht habe.
Zurück in Thamo, verbringen wir den Abend allein mit der tibetischen Besitzerin der Lodge. Wie bereits an einigen Abenden zuvor vertreiben Krishna und ich uns die Zeit mit „Mau Mau“. Der ganze Ort wirkt ausgestorben. Hier scheinen keine Touristen zu übernachten.
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War es gestern recht trübe, so erwachen wir heute bei strahlend blauen Himmel. Nach kurzer Besichtigung des Klosterneubaus geht es auf gleichen Weg zurück. Vor Namche zeigt ein Wegweiser den Weg nach Khumjung. Bis zur Landepiste unterhalb des populären Everest View Hotels geht es stellenweise recht steil bergan. Diese Anstrengung wird schließlich belohnt. Ein gewaltiges Panorama öffnet sich vor unseren Augen. Ama Dablam, Königin des Himalaya. Lotse und Everest ragen vor azurblauem Firmament empor. Recht kurz ist schließlich der Abstieg nach Khumjung (3.780 m) zur Ama Dablam View Lodge. Nachdem Duschen und das notwendige Übel, Wäsche zu waschen erledigt sind, begeben wir uns auf einen Rundgang durch diese malerischen Siedlung mit den grünen Dächern. Nur die örtliche Gompa fällt mit dem roten Dach aus der Reihe. Eine Bäckerei lädt zu Apfelstrudel und Latte Macchiato ein. Gegenüber befindet sich die Verbindung zur Welt. Schnell ist ein Email mit Grüßen auf den Weg nach Hause gebracht. Noch gibt es keine Neuigkeiten. Alle warten auf Lenny, der am 11.10. das Licht der Welt erblicken soll.
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Die aufgehende Sonne löst recht schnell die morgendlichen Nebelbänke auf. Majestätisch grüßt die eisgekrönte Ama Dablam. Direkt am Ortsausgang befindet sich die Gabelung in Richtung Tengboche und Gokyo. Wir folgen dem moderat ansteigenden Panoramaweg nach Mong. Leider schieben sich von Süden her immer mehr Wolken das Tal hinauf. Noch überragen die vergletscherten Gipfel das ständig dichter werdende Wolkenband. Eine ähnliche Wettersituation hatten wir vor 5 Jahren, als wir von Phortse kommend diesen Weg zurück nach Namche Bazar nahmen. In Mong (3.980 m) laden 3 Lodges zur Teepause ein.
Doch der Weg zieht sich mühselig über einige steile und unregelmäßige Stufen dahin. Inzwischen sind wir, als auch all die anderen Trekker, Guides und schwer bepackte Träger, von dichtem Nebel umhüllt. Es ist einiges los auf dieser Route. Endlich schälen sich die Umrisse einiger Häuser aus der Nebelwand. Es ist 14 Uhr, Dole, eine Ansammlung von 6 Lodges und 3 Campingplätzen, ist erreicht. Schnell machen wir uns im Gastraum bequem, in welchem ein bullernder Kanonenofen für leidliche Wärme sorgt.
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Bis Machermo (4.400 m) ist es eine relativ kurze Wanderung. Nachdem der Höhenrücken erklommen ist, folgt ein excelenter Höhenweg mit ständigem Blick auf den 8.188 m hohen Cho Oyu.
Kurz darauf bin ich umgezogen. Die Wäsche hängt auf der Leine. Nun warte ich auf die Bratkartoffeln mit Ei. Es ist Mittag.
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13. Tag - 11.10.2010
Akklimatisierung in Machermo. Aus meiner Sicht ein vergeudeter Tag. Man kann, falls keine Anzeichen einer Höhenkrankheit auftauchen, wie all die anderen Touristen weiter nach Gokyo wandern. Sinnvoller ließe sich der Anmarsch anpassen. Da die Strecke von Namche nach Dole länger als von Khumjung ist, sollte man in Erwägung ziehen, von Namche nur bis nach Phortse Tanga zu wandern und dann am nächsten Tag bis nach Machermo.
Zum Mittag sind wir zurück in der Lodge. Hier ist es 12:15, daheim 08:30 Uhr. Ist mein Enkel Lenny schon geboren? Ich denke an dich!. Jedenfalls wünsche ich dir mit diesen Zeilen schon einmal ein herzliches Willkommen in der königblauen Welt. Dir, deiner Mama und deinem Bruder Nick alles Gute, Gesundheit und viel Glück im weiterem Leben. Dein Opa Yeti. (Anmerkung: Lenny wurde heute um 08:37 geboren)
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14. Tag - 12.10.2010
In der Nacht hat es geschneit. Dunkelgraue Wolken hängen tief herab. Zur frühen Morgenstunde geht man nicht ohne Stirnlampe zur Toilette. So mache ich mich auf den Weg. Unten ist die Schwelle. Blick hinunter, Bein heben. Doch oben ist der Balken nach nepalischer Norm nur 1,70 m hoch. Ein Schlag, als hätte mir jemand ein Brett vor die Stirn gedonnert und ich sitze auf den Allerwertesten. Das tat weh! Nicht schon wieder ein Unfall mit Folgen. Bewegen kann ich mich. Haben meine lädierten Lendenwirbel den Plumbs verkraftet? Schmerz lass nach. Es wird schon gut gehen.
Danach schlucke ich 2 Pillen und haue mich für 2 weitere Stunden aufs Ohr. In den überfüllten Gasträumen finden wir am Abend noch ein Eckchen. Zur Feier des Tages wollte ich den mitgebrachten Schinken anschneiden, doch die Pizza war bereits bestellt.
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15. Tag - 13.10.2010
Am Horizont erhebt sich der gewaltige Cho Oyu in den strahlend blauen Himmel. Allein machen wir uns auf den Weg zu den höher gelegenen Seen, während die meisten den Gokyo Ri (5.360 m) erklimmen. Ein Vergleich mit der Alpspitze im Wetterstein (Garmisch-Partenkirchen), zur Saison auch als Ameisenhügel bezeichnet, ist berechtigt. Schier unendlich zieht sich der Pfad durch das Geröll zum 4. See dahin. Meine körperliche Verfassung ist nicht die Beste. Schließlich ein kleiner Pass mit wehenden Gebetsfahnen. 4.880 m zeigt der Höhenmesser. Vor uns liegt ein weites Tal mit tiefen von Gletschern aufgetürmten Moränenwänden. Dahinter das Massiv vom Cho Oyu bis zum Chakung (7.029 m). Linker Hand erstreckt sich der milchig grüne 4. See. Wo sind all die Gletscher geblieben? Es scheint, wir sind 50 Jahr zu spät gekommen. Trotzdem, diese uns umgebende Landschaft ist atemberaubend.
Ein paar Meter hinunter zum See. Dort finden wir einen gemütlichen Rastplatz. Das Lunchpaket wird geöffnet. An alles hat Krishna gedacht. Doch das Wichtigste fehlt! Ein Messer, um den Schinken aufzuschneiden. Aber Not macht erfinderisch! Den Rest verspeisen wir genüsslich am Abend beim Kartenspiel.
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Die Lodge ist rappelvoll. Guides mussten die Nacht in den beiden Gasträumen verbringen. Nur Krishna hatte sein Bett neben mir im sogenannten Notzimmer. Gerade sind die Schafplätze in den Gasträumen wieder als Sitz-/Essenplätze hergereichtet, erstürmt eine 20-köpfige Gruppe die Lokalitäten. Wie gestern Abend wird gerückt und geschoben bis die Herde mit Leithammel beisammen sitzt. Zum Glück sind wir nur zu Zweit, so dass wir immer ein Eckchen finden.
Aufgrund meiner Rückenprobleme streichen wir die Besteigung des Gokyo Ri. Zudem ist es recht stark bewölkt, was die Entscheidung den Rückweg anzutreten, wesentlich erleichtert. Da es keine neuen Informationen über den Weg Na - Phortse gibt, wandern wir erst einmal auf gleichen Wege nach Machermo zurück. Unterwegs kommen uns Manuela und Alexander mit unserem Guide Ramo entgegen. Sie hatten noch Glück mit ihrem Flug nach Lukla. Danach mussten sämtliche Flüge nach/von Lukla wetterbedingt eingestellt werden.
Während der Mittagspause in Machermo hat die Bewölkung zugenommen. Gelegentlich beginnt es zu tröpfeln. Der Wind wird heftiger, kälter und somit unangenehmer. In der am Wegesrand allein gelegenen Mountain View Lodge oberhalb von Doles endet die heutige Etappe. Wir beziehen ein Zimmer mit wahrlich ein Meter breiten Betten. Bequemlichkeit und Gemütlichkeit können wir am heiß bullernden Ofen fortsetzen. Welch eine Wohltat. Zudem sind bis in den späten Abend hinein gerade mal 5 weitere Gäste anwesend. |
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Der Tag endet in Phortse Tanga im River Resort. Meine Kreuzschmerzen lassen nicht nach. Hier werden wir einen Tag Pause einlegen und dann über den weiteren Weg entscheiden.
18. Tag - 16.10.2010
Wenn mich nicht alles täuscht, ist heute der Höhepunkt des Dasain Festes. Fernab von Kathmandu verbringen wir diesen Regentag im Trockenem. Seit dem späten Vormittag haben sich die Himmelsschleusen geöffnet, es regnet in Bindfäden. Ich will hier nicht stänkern, aber die eintreffenden, meist durchnässten Gruppen-Touristen sind zu bedauern. Müssen sie doch dem gebuchten Programm folgen. Das extremste Beispiel ist eine Gruppe mit ca. 25 Personen aus UK (England), angeführt von einer sexy Reiseleiterin in Hot Pants. Nach der Mittagspause gibt es kein Erbarmen, weiter nach Dole. Dann ist da noch ein Typ in sicherlich recht teuer gekauften Hightech Klamotten. Entgegen aller Marketing-Versprechen renommierter Outdoor-Ausstatter bemüht er sich Mütze, Handschuhe und sein wohl im Rucksack verstautes Tagebuch über dem Ofen zu trocknen.
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Wir sind zurück in Namche Bazar, bevor der nächste Dauerregen einsetzt. Unterwegs holen uns Manuela und Alexander ein. Für den Gokyo Ri hatte es gerade noch gereicht, dann der Wettereinbruch. In der örtlichen
Medizinstation hat die Krankenschwester mich mit den wohl richtigen Medikamenten versorgt. Der 10-Tage-Bart ist ebenfalls entfernt. Nun hoffen wir, dass sich das Wetter bessert. Seit 3 Tagen wartet Dipendra mit unseren Kunden in Lukla auf einen
Rückflug nach Kathmandu. Solch ein schlechtes Wetter hat es seit Jahren im Oktober nicht mehr gegeben. 20. Tag - 18.10.2010
Weiterhin Regenwetter und das in der 2. Oktoberhälfte, unbegreiflich. Was bleibt uns übrig, als die Zeit irgendwie zu vertreiben, z.B. in eine der Bäckereien. Meine Frau und die Kinder daheim werden ungläubig den Kopf schütteln: Der Opa bei Kaffee und Kuchen?. Zu meiner Entschuldigung, nur in Höhen über 3.000 m! Während Manuela und Alexander schon auf dem Rückweg nach Lukla sind, treffe ich Andreas, der mit Elke (zum 2. mal mit HIMATREK unterwegs) hier eine Zwangspause eingelegt. Gemütlich sitzen wir bei Schwarzwälder Kirsch und Cappuccino beisammen, als ich vom gegenüber stehenden Tisch angesprochen werde. Timo mit seiner Gruppe, für die ich die Bhutan-Tour organisiert hatte, stellt sich vor. Welch ein Zufall. Am Nachmittag reißt die Bewölkung endlich auf. Hoffen wir das Beste.
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21. Tag - 19.10.2010
Endlich wieder Sonnenschein. Während des Abstiegs nach Phakding sind Heerscharen aus aller Welt unterwegs. Die Touristen-Karawanen reißen auch am Nachmittag nicht ab, als wir bereits in der Kala Pattar Lodge in Pakding zur Übernachtung eingezogen sind. Ein gutes Zeichen, Lukla wird wieder angeflogen. Am Abend entdecke ich einen verrotteten Sticker im Bereich der Eingangstür. HIMATREK aus dem Jahre 2001, als ich hier mit Dorlis übernachtete. 22. Tag - 20.10.2010 Mittags treffen wir im quasi leeren Lukla ein. Ein paar Jokpas kommen uns unter „Nepali Gore-Tex“ (aufgeschnittene Plastiksäcke) entgegen. Der Himmel sieht recht düster aus. Jedenfalls können wir unser Flug-Ticket vom 22. auf den 21.10. umbuchen. |
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23. Tag - 21.10.2010
Es ist zum verrückt werden. Heute kein Flug nach Kathmandu? Stehen auf der Warteliste! Inzwischen ist unser Guide Ganesh mit Antje und Thomas eingetroffen. Wir sitzen gerade gemütlich in einer Bäckerei (auch unter 3.000 m - Ausnahmen bestätigen die Regel!) beisammen, als es plötzlich heißt schnell, schnell, schnell! Ganesh hat es irgendwie gedeichselt, dass Krishna und ich auf den 5. Flug mit TARA Air fest gebucht sind. Tschüss und ich spute den beiden hinterher.
Ruckzuck ist die 2-motorige Twin Otter entladen und wir an Bord. Sitze in der ersten Reihe, direkt hinter den beiden Piloten. Die Turbinen auf höchste Drehzahl, Bremsen lösen. Die abschüssige Piste hinunter und dann schweben wir. Schließlich der Landeanflug auf Kathmandu. Die Piste ist lang genug, um das kleine Flugzeug gemächlich ausrollen zu lassen. |
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24. Tag und folgende - 22. - 27.10.2010
Gregor musste seine Reise aus familiären Gründen absagen. Petra hatte einen Bandscheibenvorfall. So wurde der vorbereitete Nar Phu Trek abblasen. Mir bleiben somit eine Woche Kathmandu nicht erspart. Während dieser Zeit entsteht der Slogan „Kathmandu - Ich liebe und ich hasse dich.“
Am 28.10.2010 brechen wir in das vom Tourismus noch unberührte Dhorpatan auf. |