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MUSTANG
The Last Forbidden Kingdom von Tatopani nach Lo Manthang
Reisebericht 05.04. – 28.04.08 Teil 2 meiner Nepal-Reise vom 18.03. bis zum 28.04.2008
Vorwort
Im Frühjahr 1998, habe ich Govinda kennen gelernt, der mich mit meinen damaligen Begleitern Monika, Joachim, Bernd und Bernhard ins Langtang führte und von dort über Gosainkund und Helambu zurück nach Kathmandu (Bericht). Zu diesem 10-jährigen Jubiläum war ursprünglich eine Wiederholung dieser Tour geplant, die inzwischen auf den Herbst dieses Jahres verschoben ist.
Ausgelöst durch die berechtigten Proteste der Tibeter im Zuge der bevorstehenden Olympiade in Peking, dessen gewaltsame Beendigung, Ausweisung aller Ausländer und bis heute noch immer bestehendem Einreiseverbot für ausländische Touristen nach Tibet, lag der Gedanke nahe eine Alternative zu finden. Die Wildnis des tibetischen Hochlandes, verbunden mit realer tibetischer Kultur, zu erleben, versprach eine Tour nach Lo Manthang, auch „Klein Tibet“ Nepals genannt. Durch Zufall, fand sich mit Thomas aus Münster der notwendige zweite Mitreisende, um diese Tour Realität werden zu lassen.
© Klaus Töpfer HIMATREK Gelsenkirchen, Juni 2008
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Nach knapp 2 Wochen Sightseeing im Kathmandutal und einigen Tagen in Pokhara, die ich gemeinsam mit Dorlis verbrachte (siehe 1. Teil), geht es nun endlich los. Der Tag begrüßt uns mit herrlich klarem Wetter und einer phantastischen Sicht, die wir in den zurück liegenden Tagen vermissten. Majestätisch erheben sich Machhapuchare und die Wand des Annapurna South vor uns. Knapp vier Stunden dauert die Fahrt, schließlich auf holpriger Schotterpiste entlang des Kali Ghandaki bis nach Beni. Mit uns, Thomas, Govinda und mir, ist seit heute Mike unser Träger dabei. Die übrige Mannschaft (Guide und Küchenteam) ist mit Zelten, Küchenausrüstung usw. bereits voraus, um in Jomsom bzw. Kagbeni die noch erforderlichen Einkäufe zu tätigen. Ebenso sind dort noch Träger anzuheuern oder aber Mulis mit Pferdetreiber.
Etwa 30 Minuten benötigt man heute noch zu Fuß von der Endstation für Busse und Taxi bis nach Tatopani. Von hier bis hinauf nach Kagbeni und Muktinath ist die Straße nur eingeschränkt befahrbar bzw. es sind nur lizenzierte Himalaya-Safari-Taxis (Jeeps) zugelassen. Mit welcher Eile und daher recht ungesichert der Straßenausbau voran getrieben wird, zeigt nach wenigen Metern das Bild eines fast in den Kali Ghandaki gestürzten Busses. Der Fahrer wollte einem herabstürzenden Gesteinsbrocken ausweichen. Von den oft bis zur Senkrechte aufragenden Felswänden löst sich immer wieder Gestein. Bei Regen, der gerade wieder einsetzt, werden die unbefestigten Böschungen unterspült, Stein und Geröll hinab geschwemmt. Zur Monsunzeit werden sich in diesem Bauzustand noch einige Tonnen in Bewegung setzen.
In der sehr komfortablen Dhaulagiri Lodge, Zimmer mit Bad, beziehen wir Quartier. Ein Rundgang durch den Ort weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten. Drei mal war ich bereits hier, 1996, 1999 und 2000. Vieles hat sich geändert, doch vieles ist auch noch wie früher, wie der weitere Weg in den kommenden Tagen zeigen wird. Auf ein Bad in den „Heißen Quellen“, das mehr und mehr einer Badeanstalt gleicht, verzichten wir. Unsere Lodge als auch die gegenüber liegende namens Hotel Himalaya, wo wir in den Jahren 1999 und 2000 übernachteten, sind mit Gruppenreisenden voll belegt. Es ist Hochsaison im Annapurna! In der Nacht um 4 Uhr reißt uns ein heftiges Gewitter aus den Schlaf. Die auf das Blechdach prasselnden Regentropen dröhnen von dort oben wie 100 unermüdliche Trommler.
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20. Tag - 06.04.2008
Gegen 15 Uhr haben wir die Höhe von 2.000 m überschritten, die Siedlung Ghasa durchquert an dessen nördlichen Ausgang sich die mir gut bekannte Florida Lodge befindet
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Good morning sunshine! Welch ein Panorama auf dem Weg nach Kalopani. Eingezwängt zwischen Dhaulagiri und Tukuche Peak im Westen und Annapurna I, Nilgiri im Osten durchschreiten wir die tiefste Schlucht der Welt. Von hier am Flussbett des Kali Ghandaki bis hinauf in die eisigen Höhen sind es 6.000 m. Unter strahlend blauem Himmel ziehen Adler in luftiger Höhe ihre Kreise. Wir durchbrechen den Hauptkamm des Himalaya und nähern uns langsam der „tibetischen“ Hochebene. Ab hier befinden wir uns mehr und mehr im Monsunschatten und so sollten wir den Regen hinter uns gelassen haben. Wie bereits gestern sind einige Touristengruppen, als auch Individual-Trekker unterwegs. Nur wenige kommen uns entgegen, da die meisten zum Abschluss der Tour von Jomsom nach Pokhara zurück fliegen.
Willkommen in Tukuche, in der gepflegten Laxmi Lodge. Gegenüber ist Hochbetrieb (Wandergruppen). Allein zu Viert genießen wir mit der Familie in der Küche den Abend. Die Akkus unserer Fotoapparate werden oben im Zimmer und im Gastraum gefüttert. Wir erfreuen uns der leckeren Apfelmomos mit Vanillesauce während Röstis mit Spiegelei bereits in der Pfanne brutzeln.
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22. Tag - 08.04.2008
Hier in Jomsom besteht die letzte Möglichkeit zu einer meisterlichen Rasur. Nachdem meine Gesichtsstoppeln entfernt sind, vertraut sich auch Thomas dem Geschick des Meisters und seiner scharfen Klinge an. Govinda möchte, aber er darf nicht. Sein Bart muss weiter wachsen für die nächste Rolle im Film als .... (hab es vergessen).
Beständig
weht der Wind aus Süden. Die Luftmassen werden durch das Tal, wie durch
einen Kamin, ab mittags von der sich erwärmenden tibetischen Hochebene
angezogen. Mit einem Schlag ist die Landschaft wüstenhaft. Waren da noch
vor ein paar Kilometern die blühenden Obstplantangen, so betreten wir
karges, wüstenähnliches Gebiet. Wir sind froh, nicht gegen den Wind und
Staub ankämpfen zu müssen, wie die meisten Rückkehrer aus Muktinath zum
Abschluss der Umrundung der Annapurna oder zurück vom einfacheren
Jomsom-Trek. Der Kali Ghandaki schlängelt sich mit den Resten seines zu
dieser Jahreszeit vorhandenen Wassers einsam durch das weite Flussbett.
In
Eklobhatti kommt uns Chabi entgegen, der mit uns als Assistent auf Tour
gehen wird.
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23. Tag - 09.04.2008
Vor
unserem Quartier warten 5 Mulis, die mit der erforderlichen
Ausrüstung (Zelte, Küche, Verpflegung) beladen werden. Die Mitnahme ist
Pflicht und wird am Grenzposten bei der Einreise als auch bei Ausreise (Rücknahme
des Abfalls) strengstens kontrolliert und protokolliert. Erst seit 1991 ist
Mustang für ausländische Besucher zugänglich, damals nur in Begleitung
mit einem Polizeioffizier. Weiterhin ist die Zahl der Besucher auf etwa
1.000 Personen/Jahr beschränkt. Im ehemalig selbstständigen Königreich
Mustang leben etwa 13.000 Menschen, die Lopas. Bis zur Annektierung Tibets
durch China, war der Weg durch das Tal des Kali Ghandaki über den nur 4.660
m hohen Kora La nach Tibet ein blühender Handelsweg. Die Salzstraße deren
Geschichte weit in die Vergangenheit zurück reicht. Verfallene Burgen,
Festungen und Klöster sind Zeugen dieser glanzvollen Vergangenheit. So
lange der Grenzübergang nach Tibet geschlossen war, stand den einheimischen
Lopas nur der Weg nach Süden offen, um in Nepal und Indien Geld zu
verdienen.
Bevor
wir die Grenze in die „restricted area“ überschreiten, besuchen wir das
alte Kloster in Kagbeni, bitten um eine erfolgreiche Tour und werfen vom
Dach einen Blick in das weite Land Lo. Nach Erledigung aller noch
erforderlichen Formalitäten folgen wir dem Bett des Kali Ghandaki.
Unter
Leitung Shivas hat die Küche mit Raj, Beeg und Kamal bereits für unser
leibliches Wohl gesorgt. Hier in einem mit brusthohen Mauern umgebenen Hof
sind wir von neugierigen, aber keineswegs aufdringlichen Kindern und einigen
Frauen aus dem Dorf umringt. Wir sind eine Abwechslung im alltäglich Ablauf
der einheimischen Bevölkerung.
Zu gut gesättigt folgen wir dem Pfad auf und ab in Richtung Chhusang. Dort betreten wir wieder das Kiesbett des Kali Ghandaki, dessen Tal sich nun verengt. Beidseitig erheben sich atemberaubende Wände in allen nur erdenklichen erdenden Farben. Am Talende, eingeschlossen von hohen roten, erodierten Felswänden, schäumt das Wasser durch die enge Schlucht. Noch einmal geht es steil hinauf nach Chele (3.050 m). Wie ein Wächter liegt es auf einer Kanzel. Weit geht der Blick zurück nach Süden wo Annapurna, Nilgiri & Co hinter dunklen Gewitterwolken verborgen bleiben. Es ist recht kühl geworden. Nach einem Rundgang durch das Dorf ist der Platz im Nebenzimmer des Gasthauses recht angenehm. Die Zelte sind im windgeschützten Hof aufgebaut. Inzwischen ist ein Gruppe aus Amerika eingetroffen. Die Familie(n) mit Großvater und Kindern unternehmen diese Tour hoch zu Ross und haben die verfügbaren Zimmer des Gashofes belegt.
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24. Tag - 10.04.2008
Sonnenschein,
strahlend blauer Himmel. Über einen sandigen Bergrücken steigen wir auf. Oberhalb eines tief eingeschnittenen Tal führt uns
Naina in vielen Serpentinen durch ein Felslabyrinth bis hinauf zum ersten
Pass dieses Tages, den 3.624 m hohen Taklam La. Ein herrliches Panorama
entlohnt für die Anstrengungen.
Danach kämpfen wir uns durch die erste der bereits oben erwähnte „Govinda-Falle“. Den etwa 200 m tiefen Abstieg zum Bachlauf des Samarkyung folgt ein steiler felsiger Aufstieg. Etwas ebener verläuft der Weg zum Bhena La (3.838 m). Kurz hinter diesem Pass hat unser hervorragendes Küchenteam vorgesorgt. Erst kommt uns einer der Küchenjungen mit warmen Orangensaft entgegen. Flüssigkeit nachtanken ist in dieser Situationen überlebenswichtig bevor wir kurz darauf in Bhena zur Mittagspause rasten.
Gut
gestärkt gehen wir den Yamda La (Soi Pass) mit 4.000 m an. Und wieder liegt
ein langer Taleinschnitt vor uns. An dessen Ende der steile Abstieg zum
Bachlauf des Bhena Khola und von dort steil hinauf. Geschafft, welch eine
Aussicht vom Pass.
In Syangboche eingetroffen, sind die Amerikaner mit Kind und Kegel schon vor Ort. Sie haben den bequemen Weg mit ihren Pferden unterhalb der Pässe gewählt. Syangboche ist eigentlich nur eine Pferdestation. Wir übernachten in unseren Zelten.
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25. Tag - 11.04.2008
Kurz
vor 8 Uhr stehen wir bereits auf dem Syangboche La (3.850 m). Dort oben grüßt
ein mächtiger Chörten. Diese kulturellen Bauwerke werden wir entlang
unserer Route noch des öfteren antreffen. Auf dem viereckigen Sockel sind
jeweils paarweise die 8 buddhistischen Glücksymbole, die man auch im
Hinduismus findet, als Reliefe dargestellt. Darauf ruht der von den vier
Welthütern bewachte Himmel der Götter in Form eines viereckigen Aufbaus.
Wir nehmen den oberen Weg. Gestern haben die Wahlen zum neuen Parlament in Nepal stattgefunden. Eine Gruppe Wahlbeobachter aller Parteien kommt uns mit den Urnen der Stimmzettel auf dem Weg nach Jomsom, der Distrikt-Hauptstadt Mustangs, entgegen. Auf der vor uns liegenden Hügelkette zeichnen sich die langen Serpentinen der im Bau befindlichen Straße nach Lo Manthang ab. Durch eine steinige, sandige und verdorrte Landschaft steigen wir noch den alten Karawanenweg hinauf. Wir stehen auf dem 4.012 m hohen Nya La. Pause, dieses landschaftliche Panorama genießen, abschalten, meditieren. Die Gedanken verschmelzen mit der Unendlichkeit über die Weite des tibetischen Hochlandes hinaus.
Bis
hinunter nach Ghemi (3.530 m) zieht sich der Weg. Dazwischen befindet sich
der leicht zu überwinde Ghemi La. Trotzdem sind wir durch Hitze und Staub
ausgedorrt und froh, als einer unserer Küchenjungen am Dorfeingang mit
erfrischendem Getränk auf uns wartet.
Wir
verlassen die Hauptroute, die nach Charang führt und folgenden dem Pfad
nach Norden. Dhakmar (3.820 m) ist das Ziel. Gewaltige, schroffe
Felsformationen erheben sich vom Talboden. Die gewaltigen Wände spiegeln
die Urzeiten unserer Erde wieder. Die hier sichtbaren Segmente und Farben
vom tristen Grau bis zum dunklem Rot sind Zeugen einer Millionen Jahre alten
Erdgeschichte.
Zum
Aufenthalt in Gasthäusern noch ein Hinweis: Die Toiletten befinden sich im
1. OG. Das Örtchen, welches in Dhakmar nur durch eine sehr niedrige Tür,
eher einem Fenster, zu betreten ist, besteht aus einem leeren Raum mit einem
einzigen Loch in der Mitte.
26. Tag - 12.04.2008
Es ist noch nicht einmal 12 Uhr. Im Sonnen- und Windschatten der Ghar Gompa (3.934 m) relaxen Thomas und ich. Hören Musik und träumen vor uns hin. Nach zwei recht anstrengenden Etappen ist heute Ausruhtag. Der 4.170 m hohe Mui La liegt hinter uns. Naina umrundet weiterhin die im 8. Jahrhundert erbaute Gompa, dreht die Gebetsmühlen und murmelt als frommer Buddhist seine Gebete (Mantras). Ein wahrlich gemütlicher Platz. Die Zelte sind im Innenhof aufgebaut. Ein alter Nomade schaut samt Pferd vorbei. Der Herr der Schlüssel ist gefunden und wir dürfen den Tempel mit seine kulturellen Schätzen betreten. Was nutzt jede Beschreibung des Gesehenen und dem Erlebten? Worte bleiben Worte, alles andere muss man selbst erleben.
Die Sonne versinkt hinter den Bergen. Noch ist der Himmel über uns azurblau (königblau!), doch die gefühlte Temperatur geht in den Keller. Die richtige Zeit in den Schlafsack zu kriechen.
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Happy New Year und Schalke 04. Der Reim stimmt. Govinda erscheint zur Feier des Tages im kompletten S04 Outfit. Ich passe mich an und so begrüßen wir das nepalische Jahr 2065. In Nepal ist dieser Tag der offizielle Beginn des neuen Jahres, welcher ausnahmsweise vom Sonnenkalender abhängt.
Der
Abstieg vom Pass scheint kein Ende zu nehmen. Fast eben verläuft der
steinige Weg schließlich durch eine Senke. Vereinzelt stehen verfallenen Chörten,
Manimauern und Ruinen ehemaliger Siedlungen und Festungen am Wegesrand. Es
ist eine trostlose, verlassene und ausgedörrte Gegend.
Endlich, drunten im Tal erkennen wir das Rechteck des Königsitzes Mustangs, Lo Manthang. Die mittelalterliche Stadt ist von einer 7 Meter hohen Mauer umgeben. Gleich einer Festung liegt sie mit Wachtürmen an jeder Ecke in der weiten Ebene Mönthang, die Ebene der Sehnsucht. Um zum einzigen Tor der Stadt zu gelangen, müssen wir die Stadt fast vollständig umrunden. Beidseitig des breiten Weges befinden sich hinter brusthohen Steinmauern sowohl Stallungen für das Vieh als auch Wohnhäuser, die Schule und ein Kindergarten. Entlang einer Reihe Gebetsmühlen, drei hoch aufragenden Chörten, die restauriert werden, stehen wir unvermittelt vor dem Stadttor. Direkt gegenüber dem Königpalast und drei Souvenirläden befindet sich neben dem Touristeninformationsbüro (mit Internetanschluss) das Gasthaus „Lo Manthang“. Hier beziehen wir auf dem Dach des Hauses unser Zimmer. Um den typischen Innenhof befinden sich recht verwinkelt einige Anbauten. Dort sind Govinda, Naina, Chabi und das Küchenteam untergebracht, welches auch hier für unser allen leibliches Wohl sorgen wird.
Unten im Innenhof gönnen wir uns eine Dusche. Mit der Schöpfkelle spülen wir den Staub der letzten Tage von der Haut. Die durstige Kehle erfreut sich eines kühlen Bier der nepalischen Marke „EVEREST“, welches wir dem chinesischen LHASA-Bier bevorzugen. Den Nachmittag verbringen wir auf dem Dorplatz direkt vor unserer Unterkunft. Bis die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Dach des Palastes verschwinden, sitzen wir mit den hier versammelten Bewohnern beisammen. Ältere Frauen spinnen Wolle geschickt zu Fäden und behüten dabei ihre Enkel. Nebenan am Brunnen wird Wäsche gewaschen.
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Der
heutige Tag steht vollständig für Besichtigungen in und um Lo Mantang zur
Verfügung. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem Dach, begeben wir uns
in das Gewirr der engen Gassen. Lo Manthang hat sein Gesicht als
mittelalterliche Stadt über die Jahre hinweg gewahrt. Die Stadt innerhalb
der Mauern erstreckt sich auf etwa 300 x 150 Meter mit ca. 200 Häusern.
Daraus ragen vier Gebäude heraus.
Nach der Umrundung von Lo Manthang, dem Besuch eines Kindergartens verweilen wir bis zum Sonnenuntergang wieder mit den Einheimischen auf dem Dorfplatz. Das kleine Album mit Bildern meiner Familie erleichtert, wie schon des öfteren, den Kontakt zur freundlichen aber gegenüber Fremden zurückhaltenden Bevölkerung. Das Album nimmt seine Runde und Bilder erklären sich meist von allein. Man zieht Vergleiche, Eltern, Opa, Oma, Enkel.
Der Besitzer des Gasthauses ist ein Bruder des Königs. Stolz zeigt er uns seine Sammlung ausgewählter ritualer Gegenständen, Figuren und Schmuck. Ein als Relief geschnitztes Mandala und ein Buddha fallen mir sofort auf. Gerne würde ich beides kaufen, aber die Anfangspreise sind mit 1.000 EUR für das Mandala und 500 EUR für den Buddha einfach zu hoch. Im Laufe des Abend einigen wir uns für das Buddha-Relief auf 150 EUR. Da die Zahlung per Kreditkarte abgewickelt werden kann, ist der Handel perfekt.
Die Maoisten haben etwa 2/3 aller Direktmandate gewonnen. Erreichen sie die absolute Mehrheit? Bei einigen ist Stimmung sehr bedrückt.
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29. Tag - 15.04.2008
Gut
ausgeruht beginnen wir den Rückweg auf dem Haupt-Trekkingweg, der überwiegend
bereits als Straße ausgebaut ist, zur Zeit aber noch ohne jeglichen
Verkehr. Auf dem Lo (Day) La, 3.950 m hoch, nehmen wir endgültig Abschied
von Lo Manthang. Gleich einem Modell in einem überdimensionalen Sandkasten
liegt die Stadt zu unseren Füßen. Weit reicht der Blick hinüber bis nach
Tibet. Nun geht es beständig gerade aus. Govinda und ich verfallen in
einen schnellen Gehtakt, so dass uns Thomas fragt, ob wir den nächsten Bus
an der kommenden Haltestelle nicht verpassen wollen. Unterwegs schaut für
kurze Zeit auch der Dhaulagiri über die fast dünenähnlichen, mit Dornenbüschen
durchsetzten, Sandberge hinweg. In Sundala, einer aus 3 Häusern bestehenden
Siedlung kehren wir zur Teepause ein.
Wir sind nicht mehr überrascht, das wir kurz vor Tsarang in die tiefe Schlucht des gleichnamigen Flusses zum fast ausgetrockneten Flussbett hinabsteigen müssen und auf der anderen Seite wieder aufsteigen müssen. Nach Überwindung dieser „Govinda-Falle“ kehren wir zur verdienten Mittagpause ein. Früher war der Ort Tsarang hinsichtlich Macht und Reichtum mit Lo Manthang vergleichbar. Das verwaiste Kloster und der verfallene Königpalast sind stumme Zeugen der Vergangenheit.
Vorbei am neu erbautem Hospital überqueren wir, wie vor einigen Tagen, den Ghemi Khola und kehren in das Gashaus ein, wo wir auf dem Hinweg zur Mittagpause rasteten.
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30.
Tag - 16.04.2008
Auf
bekannten Wege geht es wieder zurück. Noch einmal über den Nya La und
Syangboche La ereichen wir zu Mittag Syangboche. Heute sind wir die einzigen
Gäste.
Endlich nach 9 Stunden, vom Regen sind wir verschont geblieben, kehren wir in Samar in einen urgemütlichen Gasthof ein. Beziehen dort ein riesiges Zimmer und haben uns ein kühles Bier redlich verdient. Der Abend klingt in der Küche mit Gesang und Tanz erst zu später Stunde aus.
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Bereits um 11:30 Uhr haben wir Tetang (3.050 m), unser heutiges Etappenziel, schneller als geplant ereicht. In Chele hatte Govinda erstmals wieder telefonische Verbindung mit Kathmandu, dann ging es hinunter in das Kiesbett des Kali Ghandaki und in Chhusang hinauf nach Tetang. Unsere Zelte sind direkt unterhalb eines Chörten und einer Manimauer am Ende des Dorfes aufgebaut. Entspannen, ausruhen und genießen ist die heutige Devise. Morgen steht uns zum Abschluss der Tour noch ein hartes Stück Arbeit bevor: 1.000 Höhenmeter zum Gyu La, dem Pass nach Muktinath. Am Abend gilt es aber erst unseren Muli-Mann zu verabschieden, der morgen früh mit dem Großteil unserer Ausrüstung direkt nach Kagbeni ziehen wird. Wieder ein Grund, die Gläser bei Gesang und Tanz klingen zu lassen.
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32. Tag - 18.04.2008
Frühzeitig
um 7 Uhr brechen wir auf. Schnell durchqueren wir die grünen Felder und die
kleinen Plantagen mit blühenden Apfelbäumen und steigen entlang einiger
Manimauern, in denen zahlreiche Gebetsmühlen eingelassen sind, an
Drillingen der verschiedenfarbigen Chörten aufwärts.
Thomas
informiert uns ständig über die aktuelle Höhenlage. 3.800 m, 3.900, der
große Steinhügel oben auf dem Pass ist schon zu erkennen. Dann stehen wir
auf dem letzten Höhepunkt unserer Tour, dem 4.077 m hohen Gyu La. Dort oben
wird der uns schon lange entgegen pfeifende kalte Wind noch heftiger.
Gemütlich
geht es abwärts nach Muktinath. Über dem Annapurna baut sich eine mächtige
Wolkenfront auf. Im Süden muss es wohl wieder fürchterlich regnen, denn
die Wolken lösen sich in Kürze wieder auf.
Wir nehmen Abschied von Naina und Shiva mit seinem Küchenteam, die morgen mit Chabi nach Kagbeni absteigen werden, um die Formalitäten zu erledigen. Chabi wird jedoch im Laufe des Tages wieder zu uns zurück kehren. Es wird wie üblich zum Abschluss einer Tour gefeiert. Der Festkuchen wird serviert und Thomas, unserem Gast, fällt die Aufgabe zu, diesen anzuschneiden. Die Trinkgelder werden verteilt und schließlich endet der Abend mit Gesang und Tanz. „Resam Pi ri ri ...“.
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33. Tag - 19.04.2008
Endlich,
bei meinem dritten Besuch in Muktinath, kein Schnee- und Schauerwetter. Die
Sonne strahlt als wir zum Tempelbezirk aufbrechen.
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Der unvermeidliche Abstieg nach Jomsom steht bevor. Die öde neu erbaute Straße, gespickt mit Safari-Jeeps und Mopeds lässt sich nicht vermeiden. Des weiteren sind auf der Piste einige Trekker-Karawanen, die vom Thorong La, der Umrundung der Annapurna, kommen oder die nur bis nach Muktinath wanderten, unterwegs. Auf halben Wege können wir endlich nach Eklobhatti abzweigen. Kurz hinter dieser Abzweigung blicken wir noch einmal weit über Kagbeni hinaus, in das grandiose Tals des Kali Ghandaki nach Mustang.
Gegen Wind und Staub ankämpfend erreichen wir Jomsom und warten auf den morgigen Flug zurück nach Pokhara.
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36. Tag - 22.04.2008
Wie befürchtet bleibt es dunstig und schwül. Die Fahrt geht zügig voran. Doch sitzen wir, wie üblich, am letzten Berg vor Kathmandu im Stau fest, dann noch einmal am Ortseingang. Durchgeschwitzt und recht müde von der Hitze ereichen wir das Büro. Da noch bis 18 Uhr Strom verfügbar ist, werfe ich noch einen Blick in den Posteingang der Emails. Wichtiger jedoch ist es, die vielen Bilder auf der Festplatte zu sichern.
Am Abend ziehe ich erstmals in das „International Guesthouse“ ein. Ein praktischer Test, um Vergleiche zu unseren Standarthotels Manang und Samsara ziehen zu können. Mein Zimmer ist klein aber fein. Das Bad ist neu. Als Einzelzimmer zu empfehlen, zu Zweit wird es eng. Es fehlt der Platz für die Koffer und ein Kleiderschrank ebenso.
Zum Abendessen kehre ich in den Delima Garden ein. Endlich ein richtig gutes Steak, im Vergleich zu den „Schuhsolen“ in Muktinath und Jomsom.
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37. bis 41. Tag - 23.04. bis 27.4.2008
Diese letzten Tage vergehen mit üblicher Büroarbeit. Ärgerlich ist, das zwischenzeitlich weder die Möbel noch die Holzfiguren wie versprochen fertig gestellt sind. In Kathmandu wird es immer heißer. Zur Mittagzeit kann man nur in den Schatten flüchten. Hier bietet der Garten des „International Guesthouse“ einen idealen Platz. Am Abend des 26.04. habe ich zur Abschiedsfeier alle Familienmitglieder in den Delima Garden eingeladen. Prasanta stellt nun endlich seine neue Frau Laxmi vor.
Die Maoisten sind die mit etwa 200 von 600 Sitzen die stärkste Partei im neu gewählten Parlament Nepals.
Tags darauf können wir endlich die geschnitzten Figuren von Krishna und Laxmi aus Patan abholen und die Möbel werden geliefert. Dann noch einmal Aufregung. Für Kunden, die ihre ursprüngliche Reise zum Kailash Tibet nach Bhutan umgebucht haben, fehlt das Visum für Bhutan. Beate ist telefonisch nicht erreichbar. Schließlich gelingt es über Handy. Am Abend trifft das Visum per Fax ein. Beruhigt gehen Govinda und ich zum Abschiedessen mit Thomas, der heute aus Pokhara zurück gekommen ist.
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42. Tag - 28.04.2008
Zur Mittagzeit sind endlich die Versandpapiere für die Möbel fertig gestellt. 4 Kisten mit insgesamt 278 kg werden im Laufe dieser Woche ihre Reise nach Gelsenkirchen antreten. Ein letztes Mal zum Barbier, um möglichst glatt rasiert nach Hause zu kommen. Der Koffer ist gepackt und sicherheitshalber von Chabi und Govinda 2 auf nepalische Art verschnürt.
Alle Familienmitglieder begleiten mich zum Flughafen. Nur mit großer Mühe, gelingt es, dass alle bis vor den Eingang "Abflug" fahren dürfen. Good Bye, Namaste, Auf Wiedersehen. Anfang August wird Govinda zu uns nach Gelsenkirchen kommen. Im Oktober werde ich bereits wieder in Nepal sein.
Zum 2-monatigen Urlaub treffe ich am 29.04. pünktlich zum zweiten Frühstück zu Hause ein. Glücklich kann ich Dorlis, die Kinder uns insbes. meine Enkel Lara und Nick wieder in die Arme schließen.
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Gleich nach der Fußball Europameisterschaft beginnt wieder die Arbeit. Am 30.06. fliege ich mit 8 Kunden nach Delhi. Ladakh ist unser Ziel. |