KATHMANDU

 Hinduismus, Buddhismus, Tourismus

 

ein update über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
im Kathmandutal und eine Fahrt nach Pokhara

 

Durbat Square Kathmandu - Shiva und Pavathi

Bhangtapur - Kathmandu-Tal, Nepal

Festbaum zum Holi Krishna, Kathmandu

Golden Tempel, Patan, Kathmandu

Pashupatinath, Kathmandu

Swyambunath Stupa, Kathmandu

 

Stupa von Bodnath, Kathmandu, Nepal 

 Tibetischer Protest im Rahmen Olymijade in Peking

 

Reisebericht 18.03. – 04.04.08

 

Teil 1 meiner Nepal-Reise vom 18.03. bis zum 28.04.2008

 

 

Vorwort

 

Nach überstandener Hüftoperation fliegt meine Frau Dorlis, nach 2 ½ Jahren wieder  mit mir zusammen in unsere zweite Heimat Nepal. Inzwischen sind wir stolze Großeltern von Lara (2 Jahre) und Nick, dessen ersten Geburtstag wir noch vorgestern feierten.

Auf dieser Reise beabsichtigen wir gemeinsam Kathmandu auf ein Neues zu erkunden, denn selbst hatte ich während der letzten Besuche kaum Zeit, die kulturellen Sehenswürdigkeiten in und um Kathmandu aufzusuchen. Zum Abschluss werden wir uns nach Pokhara am Phewa See, unterhalb des gewaltigen Annapurna Ranges, begeben. Von dort wird Dorlis nach Hause fliegen, während für mich der zweite Teil dieser Reise beginnt: Mustang „THE LAST FORBIDDEN KINGDOM“.

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Juni 2008

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1. Tag - 18.03.2008

 

Pünktlich landen wir mit QATAR in Doha. Nach recht kurzem Aufenthalt (1 ½ Stunden) heben wir in Richtung Kathmandu ab. Gespannt hoffen wir darauf, dass sich das Himalaya beim Anflug auf Kathmandu aus der 10.000 Meter hohen Vogelperspektive zeigt. Eigentlich recht ungewöhnlich, bleiben zu dieser Jahreszeit die Berge hinter einem dichten Wolkenvorhang verborgen. Auch bei der Landung schwebt der A 330 durch dicke Kumuluswolken in das Kathmandutal hinab. Erst kurz vor dem Aufsetzen gibt es freie Sicht. Vollbremsung, die Landebahn ist kurz. Für uns nichts Neues. Am Ende der Piste kommt die Maschine zum Stehen, wendet und etwas später betreten wir nepalischen Boden.

 

Die Einreiseformalitäten sind wie üblich schnell abgewickelt. Den Visa-Antrag und die Einreisekarte konnten wir bereits im Flugzeug ausfüllen. Das Touristen-Visum kostet pro Person weiterhin 30 USD und entrichten dafür  22 EUR am Schalter. Für 45 EUR in Scheinen erhalte ich problemlos das Wechselgeld mit zwei 50-Cent Münzen zurück. Nach der etwas langwierigen Abwicklung liegt unser Gepäck bereits wohlbehalten neben dem Gepäckband. Schwer bepackt, zwei Notebooks und ein PC sind in den Koffern verstaut, marschieren wir Richtung Ausgang. Von dort winken Govinda und Prasanta. Für Dorlis ein herzliches Wiedersehen nach 2 ½ Jahren. Ich selbst war ja sozusagen nur mal knapp 4 Monate auf Urlaub in Deutschland.

 

Wie verabredet, ist das Hotel SAMSARA in den kommenden 10 Tagen unser Domizil. Ich hatte dort im November erstmals nach der Rückkehr aus Jumla (Rara See) übernachtet. Govinda hat für uns das wohl größte Zimmer in der ersten Etage reserviert. Gerade haben wir unser Zimmer bezogen, lässt uns das erwartete Frühlingswetter weiter in Stich. Ein heftiges Gewitter braut sich über Kathmandu zusammen. Blitz und Donner, der Himmel öffnet alle Schleusen. Klar, Dorlis ist total frustriert. Hatte sie doch Sonnenschein und angenehme Temperaturen erwartet. Nun machen wir uns im Anorak und mit nassen Füssen auf den Weg ins nahe gelegene Büro. Auf halben Wege kommen uns Prasanta, Govinda mit Sohn Suraj und seiner Frau Radhika entgegen. Ein Wiedersehen mit Suraj und Radhika unterm Regenschirm. Wer hätte das gedacht?

 

... und dann liegt das Büro im Dunkeln. Kerzenschein und kleine Diodenlämpchen durchbrechen die Finsternis. Hari, unser Büroboy, hat Ginger-Tea zur Begrüßung zubereitet, den wir uns schmecken lassen. Govinda erläutert, dass die Energieversorgung jetzt zur Trockenzeit noch schlechter ist als im Herbst. Jeder Stadtteil Kathmandus, als auch Regionen in Nepal, sind mindestens 8 Stunden pro Tag vom Stromnetz getrennt. Im Herbst waren es nur 6 Stunden/Tag. Jedenfalls sind die Zeiten der Nichtversorgung eine Woche im voraus bekannt, so dass man sich darauf einstellen kann. Für uns bedeutet dies genau festzulegen, wann wir im Büro arbeiten können. Die Hotels fahren hingegen rechtzeitig ihre Notstromaggregate hoch. Ebenso sind Restaurants und Geschäfte ausgerüstet. Verbrauchen damit das schon sehr knappe Öl oder Benzin auf dass die Preise noch weiter steigen. Wie sich während meines weiteren Aufenthaltes in Nepal noch herausstellen wird, war die nepalische Energie-Mafia aktiv.

Weiter tröpfelt es vom Firmament, als wir uns später im Delima Garden den beliebten nepalisch Snacks widmen. Wettermäßig kann/darf es ja nur besser werden.

 

2. Tag - 19.03.2008

 

Wie wird das Wetter? Gegen 8 Uhr, während des Frühstücks, zeigen sich die ersten blauen Lücken. Um 10 Uhr strahlt die Sonne vom Himmel. Pünktlich zu diesem Stundenschlag wird, wie angekündigt, der Strom abgeschaltet. Die Büroarbeit ist abrupt beendet. Kein Strom, keine Verbindung zum Internet. Der Monitor des Büro-PC ist schwarz, das Notebook lässt sich noch ordnungsgemäß herunter fahren. Somit brechen wir mit Govinda zum Rundgang durch Kathmandu auf.

 

Erstes Ziel ist das Möbelgeschäft, um dort mit dem Eigentümer einen Termin in der Fabrik nahe Bhagtapur zu verabreden. Für mein Büro und das Besucherzimmer daheim, soll die Einrichtung einheitlich im tibetischen Stil vervollständigt werden. Hierzu sind noch ein paar Schränke erforderlich. Dieses Mal habe ich alles genau ausgemessen und die gewünschten Einzelstücke bereits skizziert. Es bleibt eigentlich nur noch das Design festzulegen und die Lieferung hinsichtlich Cargo-Versand nach Deutschland abzustimmen. Morgen werden wir nach Bhagtapur fahren.

 

Durch enge Gassen, entlang der lokalen Geschäfte und Märkte, und zwischen den chaotischen Verkehr von Rikschas, Motorrädern und Autos, erreichen wir den Durbar Square. Vorbei am gewaltigen Taleju Tempel, der nur einmal im Jahr zum Durga Puja-Fest geöffnet ist, begrüßt uns das  steinerne Bildnis des schwarzen Bhairava. Dieser ist die furchterregendste Erscheinungsform Shivas, ein Symbol der Unwissenheit der Menschheit. Der weiße Bhairava ist hinter einem zweiflügligen Gitter versteckt, welches nur zum alljährlichen Indra Jatra-Festes geöffnet wird. Dorlis und Govinda können es nicht lassen, die unzähligen Tauben vor dem Jagannath-Tempel zu füttern. Dieser Tempel aus dem Jahre 1563 ist das älteste Bauwerk auf diesem Platz und bekannt für seine erotischen Schnitzereien an den Dachstreben. Vorbei am alten Königpalast und Hanimann, dem Affengott, zeigt uns Govinda stolz den Platz der Religionslehrer, wo einst sein Großvater gelehrt hat und ein Bild von ihm hängt. Auf der gegenüber liegenden Seite blicken Shiva und Parvati aus dem Dachfenster des inzwischen vollständig restaurierten Narayogini Tempels. Im Schatten des Vishnu geweihten Narayan-Tempel gönnen wir uns eine kleine Erfrischungspause und beobachten das Treiben. Emsige Straßenhändler und als indische Heilige verkleidete Saddhus sind auf Beute unter den Touristen. Wir kennen deren Spiel zu genüge, einfach nicht reagieren. Bevor wir den Basantapur Square mit seinen unzähligen Souvenirständen überqueren, führt der Weg am Haus der Kindgöttin Kumari vorbei. Hier lebt das Mädchen, das als lebende Göttin der Stadt auserwählt wurde, bis es die Pubertät erreicht hat.

 

 

Zu Mittag erklimmen wir die Dachterrasse eines Restaurants oberhalb der Freak Street, dem Treff der Hippies in den 60ern. Von hier genießen wir den weiten Blick über die Dächer der Pagoden bis hinüber zur Stupa von Swyanbunath, am Rande des Kathmandutals gelegen. Im Touristenbüro, direkt hinter dem Kumari Chowk haben wir einen Visitor-Pass erworben. Dieser berechtigt uns nun bis zum Ablauf unseres Visums, jederzeit den Königplatz in Kathmandu zu besuchen, nachdem wir heute den einmaligen Eintritt in Höhe von 200 Rupien entrichtet hatten.

 

Pünktlich kurz vor 14 Uhr sind wir zurück im Büro. Strom ist wieder da und automatisch startet der PC. Erneut versuchen wir mit David, unserem Partner in Lhasa (Tibet) Kontakt aufzunehmen. Leider ohne Erfolg. Die Grenzen sind bis auf weiteres geschlossen. Die chinesische Botschaft in Kathmandu erteilt seit Beginn der Demonstrationen in Tibet keine Einreisegenehmigungen mehr.

 

Dhurbar und Govinda 2 treffen ein. Dhurbar ist uns bei der Installation des Notebooks behilflich. Am Nachmittag ist mein Arbeitsplatz eingerichtet. Wichtige Nachrichten hat Tanja, die mich daheim nun vertritt, bereits weiter geleitet. Darunter auch, wie zu erwarten, die erste Kündigungen einer für August gebuchten Kailash-Tour. Govinda 2 bereitet während dessen die bevorstehende Tour zum Mera Peak vor. Ein Teil der Begleitmannschaft wird bereits morgen mit Zelten, Küchenausrüstung und Verpflegung nach Tumlingtar aufbrechen, 36 Stunden mit dem Bus, 2 Tage zu Fuß. Erst dort wird man sich am 25.03. mit unseren Kunden treffen.

 

Abends auf dem Weg zurück zum Hotel, platzen die ersten Wasserbomben. Zum Glück ist noch kein Volltreffer dabei. Das Frühlingsfest „Holi“ kündigt sich an.

 

3. Tag - 20.03.2008

Im Büro informiere ich mich erst einmal ausführlich über die aktuelle Situation in Tibet. Die schlechten Nachrichten überschlagen sich im Minutentakt. Brutal schlagen Armee und Polizei zu. Armes Tibet. Hoffentlich erwacht der Rest der Welt. Die Arroganz der chinesischen Regierung schreit zum Himmel. Govinda und ich beschließen, all unseren Tibet-Kunden eine alternatives Reiseprogramm zu unterbreiten. Hier bietet sich z.B. das „Klein Tibet“ Nepals, Mustang an. Wie der Zufall es will, werden wir Anfang kommenden Monats mit unserem Gast Thomas aus Münster eine sogenannte Pilot-Tour nach Lo Manthang unternehmen. Auch für Govinda ist Mustang Neuland und er hat inzwischen Naina, einen mustangerfahrenen Guide, angeheuert.

 

Auf dem Weg nach Bhagtapur, östlich von Kathmandu gelegen, halten wir an der Möbelfabrik. Diese ist ein landestypischer Handwerkbetrieb mit etwa 20 Beschäftigten, davon überwiegend Frauen in Teilzeit. Neben der Möbelfertigung werden hier auch Gefäße und sehr detailgetreue Figuren aus Ton hergestellt, die enormes handwerkliches Geschick erfordern. Das Schrankprogramm ist schnell besprochen. Die Motive auf den Fronten werden die 4 Wächter der Himmelsrichtungen und einige der 8 Glücksymbole sein.

 

Bhagtapur, die 3. Königstadt im Kathmandutal, hat sein mittelalterliches Flair recht gut bewahrt. Auf den breiten Plätzen mit seinen Tempeln und Pagoden, den Straßen und engen Gassen mit den prachtvoll geschnitzten Fenstern und Erkern meint man eine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen zu haben. Bhagtapur wurde vermutlich bereits im 9. Jahrhundert von König Ananta-Malla gegründet. Der größte Teil der Gebäude stammen aus dem 17. Jahrhundert, als König Bhupatindra Malla dort regierte. Nachdem wir 10 USD für den Eintritt entrichtet haben, betreten wir durch ein Steintor den weitläufigen Königplatz. Viele Tempel wurden beim Erdbeben von 1933 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Trotzdem ist dieser Platz überwältigend. Der Palast mit seinem goldenem Tor, der Vasala-Tempel, vor dem die Bhupatrinda-Malla-Säule und die riesige Taleju-Glocke aufgestellt sind. Wir schlendern weiter, bewundern das bunte geschäftige Treiben und stehen schließlich auf dem Taumadhitot. Hier erhebt sich 5-stöckige Nyatapola, die größte Pagode Nepals die der Glücksgöttin Laxmi gewidmet ist. Daneben befindet sich der mit 3 übereinander gestaffelten Dächern Bhairava-Tempel. Auf dem Tachapaltol Platz läuft man gradewegs auf den 3 hinduistischen Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva geweihten Dattatraya-Tempel zu. Weiter geht es durch enge, verwinkelte Gassen, vorbei am berühmten Pfauenfenster. Es ist Wahlkampf in Nepal und so sind viele Fenster mit bunter Fähnchen jeglicher politischer Richtung geschmückt. Schließlich sind wir bei unseren Verwandten, den Töpfern. Jetzt im Frühjahr rauchen die Brennöfen, die Plätze sind mit Tonwaren zum Trocknen voll gestellt. Im Herbst hingegen, wird wie allerorts in Nepal jeder Quadratmeter zum Trocknen des geernteten Reis benötigt.

 

Bhagtapur, Nepal Töpfer-Markt in Bhagtapur, Nepal

 

Am Abend erreichen wir per Handy David in Lhasa. Zum Glück ist ihm nichts passiert. Ansonsten lautet seine „allgemeine“ Botschaft: „It’s getting better now“.

 

4. Tag - 21.03.2008

Schreck in der Morgenstunde. Ich bin im Bad eingesperrt. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Ein Versuch des herbeigerufenen Personals, die Tür von außen aufzustemmen, scheitert. Was nun? Eine Leiter wird zum Fenster des Bades angestellt, zum Glück ist es die erste Etage. Aber da gibt es nur ein recht schmales Lüftungsfenster. Jedenfalls schafft es ein junger, schmaler Angestellter, sich durch den Schlitz zu zwängen. Von dort ziehe ich ihm über die Badewanne hinweg ins Bad hinein. Mit vereinten Kräften gelingt uns schließlich auch meine (unsere) Befreiung.

Von diesem Schlamassel gleich in den nächsten, dem Frühlingsfest der Farben und Wasserbomben. Auf dem Weg zum Dhurbar Square können wir den vereinzelten Wassergeschossen noch ausweichen, sind aber dennoch schon gut durchfeuchtet, als wir den Frühlingsbaum ereichen. Hier trifft man sich zum Gebet und Opfer zu Ehren Krishnas, dem Frühlingsgott, einer Erscheinungsform Vishnus. Die Opfergaben bestehen aus zu Ringen geformten und getrockneten Kuhfladen, die in Mengen der magischen Zahlen 1, 3, 7, ... bis 108 verbrannt werden. Oder man spannt um den Baum bunte Bänder. Anders sehen es Kinder und Jugendliche. Es ist das Holi-Fest, die Wasser- und Farbenschlacht. Nicht nur untereinander, sondern die beliebtesten Opfer sind nichtsahnende Touristen. Keine Chance Farben und Wasser der bunt bemalten Kids oder den feigen vom sicheren Dach Werfenden zu entweichen. Dorlis kriegt ihre Krise, zumal sie auch noch recht heftig getroffen wird. Mit roter Farbe im Gesicht und klatsch nassem Haar flüchten wir auf die Terrasse der Bäckerei inmitten Thamels. Unter den Sonnenschirmen, die weitere Geschosse von oben und unten abhalten, sind wir zumindest etwas sicher. Irgendwann, irgendwie verkrümeln wir uns in Richtung Büro. Dort hat Prasanta zur verspäteten Mittagzeit eine leckere Nudelsuppe zubereitet.

Am Abend enden die Feierlichkeiten mit der Verbrennung des Frühlingsbaumes. Ursprünglich um 20:30 geplant, verschiebt sich die Zeremonie nach nepalischer Art auf 22 Uhr. Ob diese dann tatsächlich pünktlich stattfinden wird, ist fraglich. Also beschließen wir, nach Hause zu gehen. Übrigens, heute Abend am 21.03.08 ist Vollmond. Ein Zufall, dass das hinduistische Frühlingsfest mit dem astronomischen übereinstimmt.

5. Tag - 22.03.2008

Heute steht der Besuch der Königstadt Patan im Süden Kathmandus auf dem Programm. Möchten wir beide, Dorlis und ich, doch unsere Kenntnisse über Götter, Tempel und Pagoden in und um Kathmandu auffrischen. Mit einer Schulung über die komplizierte Welt hinduistischen Gottheiten hat Govinda bereits begonnen (eine tabellarische Übersicht befindet sich im Anhang).

 

Nach Überquerung des Bagmati-Flusses, der Kathmandu in Nord und Süd teilt, erreichen wir mit dem Taxi Patan. Auch dieser Stadtteil gruppiert sich um den mittelalterlichen Palast. Der Dhurbar Square besticht u.a. durch seinen steinernen, in newarischer Shikhara-Architektur erbauten Tempel Krishna-Mandir. Insgesamt ist Patan beschaulicher und ruhiger. Hier nerven keine  Straßenhändler und Touristen-Saddhus. Statt dessen benötigt man Geduld und Orientierungssinn um einige weitere Highlights in Patan zu finden. Eines unserer Ziele ist der „Goldene Tempel“, ein einzigartiges buddhistisches Kloster. Auch dieser Ort spiegelt die friedliche Verbundenheit zwischen Buddhismus und Hinduismus wieder. Während die Königgeschlechter Hindus sind, sind die Bewohner Patans seit eh und je überwiegend Buddhisten. Um einige der sehenswerten Tempel im Gewirr der Gassen wieder zu finden, bedarf es der einen und anderen Hilfe Einheimischer. Beim letzten Besuch im Jahre 2003 hatte uns Prasanta ortskundig zu einzelnen Kultplätzen geführt. Wenn auch auf Umwegen, gelangen wir sowohl zur Kumbeshvar Pagode als auch zu den im Norden stehenden Pagoden Minanath Mandir und des Roten Matchhendranath. Beide Anlagen liegen verborgen inmitten lokaler Geschäftstraßen und Wohnhäusern. Als wir am Nachmittag Patan verlassen, meine ich immer noch nicht alle Orte wieder gesehen zu haben, die wir jemals besucht hatten. Fazit: Patan ist immer eines Besuches wert!

 

 

Zurück im Büro erfahren wir, dass Bernhard, einer unserer Kunden, beim Abstieg vom Cho La ausgerutscht ist und sich den Knöchel gebrochen hat. Govinda und Prasanta rotieren: Helikopter organisieren, Versicherung klären, etc.. Es ist für uns nach 9 Jahren der erste Unfall und somit Neuland in Organisation und Abwicklung. Prasanta wird morgen früh mit hinaus fliegen, alles Weitere werden wir morgen regeln. In diesem Zusammenhang der Hinweis für alle Trekker: Eine Unfallversicherung, die auch Bergungskosten abdeckt, ist unbedingt erforderlich!

 

6. Tag - 23.03.2008

Frohe Ostern, fast vergessen! Der Tag beginnt wie der gestrige endete. Prasanta ist mit dem Heli ins Khumbu unterwegs. Dorlis und ich begeben uns auf einen Bummel durch Thamel. Durch die lokalen Märkte mit Gemüse, Gewürzen, Textilien, Haushaltswaren stranden wir wieder auf dem Durbar Square. Der Kauf einer Kette mit Glöckchen, die wir gestern in Patan entdeckten, misslingt. Merke, wenn man etwas findet was gefällt, so sollte man es sofort kaufen.

 

Zurück im Büro. Der Unglücksrabe Bernhard ist mit seiner Frau inzwischen wohlbehalten im Hotel. Die  versicherungstechnischen Fragen sind so gut wie geklärt. Nur der noch folgende Formalismus wird allen noch einige Nerven kosten.

 

7. Tag - 24.03.2008

 

Ein typischer Bürotag. Der Unfall von Bernhard ist abzuwickeln, gebuchte Reisen nach Tibet sind zu stornieren bzw. umzubuchen. Am Abend können wir Govinda als Moviestar in einem Liebesdrama bewundern. Szenen, bei dessen Dreh ich im vergangenem Herbst bis zu seiner x-fach aufgenommen Ermordung einen ganzen Tage dabei sein konnte. Davon sind im Film nicht einmal mehr als 2 Minuten geblieben.

8. Tag - 25.03.2008

 

Auch das ist Nepal: Morgens um 8 Uhr steht Strom zur Verfügung, aber zum Internet besteht keine Verbindung. Da um 9 Uhr der Strom bis zum Nachmittag wieder abgeschaltet wird, erledigen wir zumindest einigen Papierkram. Dann schließen wir das Büro und fahren zum Handwerkzentrum in Patan. Dort kann ich die gewünschten aus Holz geschnitzten Figuren von Krishna, dem Frühlingsboten und Laxmi der Glücksgöttin bestellen. Bis Ende April, also kurz vor meinem Rückflug, wird die Fertigstellung versprochen.

 

9. Tag - 26.03.2008

 

Heute frühstücken wir in der Bäckerei in Thamel und nicht im Hotel. Dorlis und ich lassen uns ein gut belegtes Baguette mit Schinken, Tomaten und Gurken, statt Toast mit Ei in den Variationen gekocht, gebraten oder als Omelett zubereitet, schmecken. Es ist bereits Gewohnheit zuerst am Morgen bis zur Abschaltung des Stromes im Büro zu arbeiten und dann auf Sightseeing-Tour zu gehen.

 

Unser heutiges Ziel ist Pashupatinath am Ufer des heiligen Flusses Bagmati. Dieser Ort gilt als eines der wichtigsten Hindu-Heiligtümer des gesamten Subkontinents. Zahlreiche Gläubige aus Indien, darunter viele Saddhus, pilgern zum bedeutendsten Tempel Shivas. Neben seinen gefürchteten Erscheinungsformen als Zerstörer (schwarzer und weißer Bhairava), zeigt er sich hier mit dem 3-Zack als Pashupati, den friedlichen Hirten von Mensch und Tier. Vorbei an den bunten Ständen, wo Blumen, Opfergaben und Souvenirs an Pilger verkauft werden, wandern wir zur kleinen Anhöhe hinauf, um einen Blick in den Innenhof mit Shivas Reittier, den riesigen vergoldeten Ochsen, der vor der Tempelpforte liegt, zu werfen. Direkt unterhalb der 2-geschossigen Tempelpagode befinden sich am Flussufer die Gahts, an welchem die rituellen Waschungen der Verstorbenen vorgenommen und die Toten verbrand werden. Wie am Grab unseres Opa Werner versprochen, geht von hier seine geliebte Mütze auf die letzte große Fahrt.

 

 

Entlang einiger Lingam-Schreinen, in welche sich oft Saddhus zur Meditation zurück ziehen, steigen wir einen bewaldeten Hügel hinauf. Ein Tummelplatz der hier all gegenwärtigen Affen. Hier oben erhebt sind umgeben von weiteren Tempelanlagen und Unterkünften für Pilger der Shikhara-Tempel. Der große Dreizack kennzeichnet diesen ebenfalls als Stätte Shivas. Schließlich stehen wir wieder am Ufer des Bagmati, überqueren den Fluss und begeben uns durch die Siedlung zur Stupa von Bodnath, deren Kuppel wir bereits beim Abstieg vom Guyeshvari-Tempel erblickten.

 

Unzählige bunte Gebetswimpel flattern an langen von der Spitze der Stupa bis zum Sockel gespannten Schnüren im Sonnenschein. Diese Stupa, der Ursprung geht wahrscheinlich auf das Ende des 6 Jahrhundert zurück, ist eine der größten der Welt und das religiöse Zentrum der in Nepal lebenden Tibeter. Die Basis hat die Form eines vierstufigen Mandala (kosmisches Diagramm) auf dem sich die Kuppel erhebt, welche die Erde symbolisiert. Vom viereckigen Aufbau blicken Buddhas Augen in die vier Himmelsrichtungen. Darüber erhebt sich der dreizehnteilige quadratische Pyramidenaufbau, der mit einem Rundschirm (Gajura) und vergoldeter Spitze abschließt. Letztere symbolisieren die höchste Stufe, das Nirwana, das Ende der Wiedergeburten. Wie all die Jahre zuvor, umrunden wir, begleitet von den wohl ewigen Klängen des spiritualen „Om Mani Padme Hum“, die Stupa. Ein Blick in die die Stupa umsäumende Geschäfte lohnt alle mal. Schließlich erklimmen wir eine Dachterrasse eines der umliegenden Restaurants, genießen den Ausblick und lassen uns die frisch zubereiteten Momos gut schmecken.

 

Am späten Nachmittag öffnen wir wieder das Büro. Strom und Internet sind wieder verfügbar. Govinda, Prasanta und ich nutzen die Zeit, bis Dorlis zum Abendessen drängt.

 

10. Tag - 27.03.2008

 

Die Stupa von Swyambunath ist unser Ziel. Auf einem Hügel am Rande Kathmandus gelegen, erblickt man dieses Bauwerk auch von fast jeder Dachterrasse eines Hotels oder Restaurants in Kathmandu. Hell erleuchtet ist die Stupa mit ihrer golden glänzenden Scheibenpyramide und den beidseitigen Shikhara-Türmen mit Anbruch der Dunkelheit. Dieser Bezirk ist gleichermaßen Heiligtum von Buddhisten und Hindus. Am Fuße des Berges schützen knallbunte Buddhafiguren den steilen Aufstieg, die ebenso von Ghanesh und Kumara, den Kindern Shivas und Parvati bewacht werden. Vor der Treppe befindet sich ein Fußabdruck, der sowohl von Buddha als auch Bodhisattva stammen soll. Budhisattva war derjenige, der die Schlucht von Chobar schlug, so dass das Kathmandutal vom See zum Tal und die sich darin befindende Insel zum Swyambunath-Hügel wurde. Wie auch immer, Hindus und Buddhisten leben in Nepal in friedlicher Eintracht.

 

Swyambunath hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einen weiteren buddhistischen Zentrum entwickelt. Unser Spaziergang beginnt beim neu erbauten Tempelbezirk, direkt an der Straße nach Westen, in Richtung Mugling der Strecke nach Chitwan und Pokhara. Hier unterhalb der drei goldenen Figuren Buddhas, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, finden Dreharbeiten zu einem Film statt. Mönche (Kinder und Erwachsene) mit brennenden Kerzen in der Hand, harren geduldig der Anweisungen des Regisseurs. Entlang schier unendlicher Gebetsmühlen, dessen Mauer des öfteren durch kleine Stupas/Chörten unterbrochen ist, schlendern wir dem Haupteingang mit seiner steilen Treppe entgegen. Wir nehmen den bequemeren Weg und umrunden fast den gesamten Hügel. Überall flattern Gebetsfahnen im lauem Sommerwind. Schließlich erreichen wir über einige Straßenkehren den rückseitigen Eingang. Vom Weltfriedensfeuer geht es treppauf zum Shantipur-Tempel. Dahinter befindet sich der im Pagodenstil erbaute Tempel der hinduistischen Göttin Hariti, Schutzgöttin der Kinder. Bei den Newar, eine ethische Bevölkerungsgruppe im Kathmandutal heißt sie Ajima. Dort gilt sie als Göttin der Fruchtbarkeit. Gleich daneben die Stupa, die von hinduistischen und buddhistischen Gläubigen umrundet wird. Zwangsläufig stehen wir vor dem gewaltigen Dorji, dem großen Blitz, dort wo die östliche Treppe direkt vor der Stupa endet. Hier ist der ideale Aussichtspunkt über das gesamte Tal von Kathmandu. Doch heute ist es zu dunstig.

 

 

Zurück im Büro. Am Nachmittag trifft Thomas ein, der mit Govinda und mir am 05.04.08 zur „Expedition“ nach Mustang aufbrechen wird. Govinda hat inzwischen alles vorbereitet. Die Permits sind beschafft, ein mustangerfahrener Guide angeheuert und alles weitere (auch Literatur, Kartenmaterial, usw.) was ein Trek ins für uns ins Unbekannte erfordert. Diese Tour kommt zum richtigen Zeitpunkt zustande, denn er ist eine echte Alternaive zu Tibet. Mit David unserem tibetischen Partner in Lhasa konnten wir inzwischen Kontakt aufnehmen. Er kann (darf?) uns kein Bild über die aktuelle Lage und zukünftige Reisemöglichkeiten geben. Seine Empfehlung lautet, erst einmal abwarten.

 

Beim gemeinsamen Abendessen mit Thomas, Prasanta und Govinda erörtern wir im Detail die geplante Tour nach Lo Manthang. Thomas wird morgen nach Pokhara fahren. Dort verabreden wir uns am 03.04.08 um 18 Uhr im Bumerang zu treffen, falls wir uns sowieso nicht vorher auf der Uferpromenade treffen, da Dorlis und ich am 29.03. auch nach Pokhara reisen werden.

 

11. Tag - 28.03.2008

 

Dorlis hat Geburtstag. Wir feiern im Delima Garden. Bilder sagen mehr als Worte:

 

 

12. Tag - 29.03.2008

 

Von Kathmandu nach Pokhara ist es eine Fahrt der Erinnerungen. Wie oft bin ich diese Strecke schon hin und zurück schon gefahren? Im Herbst 2006 ging es mit dem Nachtbus zurück nach Kathmandu. Dorlis Fahrt dürfte bereits 3 ½ Jahre zurück liegen, als wir im Jahre 2003 mit Umweg und Verspätung von Chitwan Pokhara in den späten Abendstunden erreichten. So einige Highlights sind in bereits veröffentlichen Berichten zu lesen:

  • 2000: Rafting auf dem Trisuli / Nachtbus

  • 2003: Busunfall auf dem Weg nach Chitwan

  • 2006: Rafting auf dem Seti / Nachtbus

Jedenfalls kaufen wir wieder Obst (Mango, Papaya, Bananen) am Straßenrand und kehren in einem etwas abseits des Tourismus gelegenen Restaurant zu Mittag ein.

 

Je mehr wir uns Pokhara nähern, säumen Reisfelder den Wegesrand. Zwei mal pro Jahr kann Reis gepflanzt und geerntet werden. Jetzt, Ende März, werden die jungen Pflanzen in den schlammigen Boden gesetzt. Die erste Ernte erfolgt noch vor der Monsunzeit Mitte Juni. Wir halten am Wegesrande, um der nassen Arbeit zuzuschauen. Gleich einer Furie stampft uns, wild gestulierend, eine Bäuerin entgegen. Wasser und Schlamm spritzen auf. Vorsorglich ergreifen wir lieber die Flucht. Ein paar Kilometer weiter haben wir dann die Möglichkeit, den Bauern bei ihrer harten und mühsamen Arbeit zuzuschauen.

Dunkle, schwarze Gewitterwolken ziehen auf. Heftige Sturmböen zerren in den Wipfeln der Bäume und wirbeln trockenen Staub auf. Die zu dieser Jahreszeit sichtbaren Gipfel von Lamjung Himal und Annapurna bleiben uns verborgen. Es fallen nur ein paar Tropfen. Das Unwetter tobt sich in höheren Regionen aus.

Nach 6 Stunden Fahrt und 220 zurück gelegten Kilometern kehren wir im „heimischen“ Lake View Ressort ein. Dort treffen wir unsere „last minute“-Kunden Uta und Gudio, die gerade die Umrundung der Annapurna mit unserem Guide Dipendra abgeschlossen haben. Recht lang ist es her, dass ich Dipendra wieder sehe. Meist war er während meiner Aufenthalte in Nepal unterwegs. Auf dieses Wiedersehen wird angestoßen und Erinnerungen ausgetauscht. Im Jahre 2000 war er noch in der Ausbildung und hat meinen Freund Helmut und mich gemeinsam mit Govinda 2 noch als Träger nach Muktinath begleitet.

 

13. Tag - 30.03.2008

 

Wir bummeln entlang der Uferpromenade am Phewa-See. Es ist warm, sonnig aber die Luft ist voller Staub. Das gewaltige Annapurna Range hat sich nur ganz blass am frühen Morgen gezeigt. Zur Mittagzeit entfliehen wir der Hitze unter ein schattiges Pavillon im direkt am See gelegenem Restaurant Bumerang. Hier verbringen wir bis zum Sonnenuntergang einen faulen Nachmittag.

 

14. Tag - 31.03.2008

 

Trotz des gestrigen Gewitters bleibt es weiterhin dunstig. Ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit! Vom Himalaya ist nichts zu sehen. Zumindest ist es warm und die Sonne lacht vom Firmament. Wir begeben uns zum tibetischen Camp in Tashipalkhel, welches vor etwa 60 Jahren von tibetischen Flüchtlingen gegründet wurde. Die Mittagspause macht uns einen Strich durch unsere Planung. Alle Geschäfte sind geschlossen, nachdem wir den Tempel und das Kloster besichtigt haben. In den nächsten 2 Stunden gibt es keine Möglichkeit einen passenden Teppich auszusuchen. In der Teppich-Knüpferei verkaufen uns statt dessen die fleißigen Arbeiterinnen blitzschnell einige Freundschaftsarmbänder.

 

Wie in Kathmandu erschwert auch hier in Pokhara die Stromabschaltung die internationale Kommunikation per Internet. Jedenfalls erreiche ich die Webseite von Schalke 04 mit der erfreulichen Nachricht: Tabellenplatz 3 nach Sieg in Berlin und Unentschieden in Karlsruhr. Dies zur Wetterlage in der Bundesliga. Hier wird es gegen Mittag sehr stürmisch. Dicke Regenwolken hängen über dem Phewa-See. Erst zum Abend hin, bekommen wir ein paar Tröpfchen mit. Es ist eine sehr ungewöhnliche Wettersituation.

 

15. Tag - 01.04.2008

 

In der Nacht haben sich die Urgewalten mit Blitz und Donner ausgetobt. Eigentlich müsste die Luft jetzt rein und klar sein. Der strahlend blaue Himmel endet jedoch weiterhin vor der sonst eisglitzernden Kette des Himalaya. Wir begeben uns in das tibetische Dorf Tashiling. Hier finden wir prompt den passenden Teppich, als ob er auf uns gewartet hätte. Maße und Design entsprechen genau meinen Vorstellungen.

 

Ein Besuch der nahe gelegenen Devi Wasserfälle lohnt alle mal. Der Pardi Kola (Fluss) stürzt hier in ein tiefes Loch. Wir steigen hinunter in die tiefe Grotte. An einem Shiva-Tempel vorbei, stehen wir schließlich am Fuße des Wasserfalls. Als nächstes geht es aufwärts, hinauf zur im Jahre 2001 neu erbauten Stupa. Normalerweise hat man dort einen wunderbaren Panoramablick vom Dhaulagiri, Annapurna, Lamjung bis hin zum Manaslu. Tief unten rundet der blau schillernde Phewa-See das Bild ab. Uns ist es nicht gegönnt. Es bleibt dunstig, die Berge sind verhangen und im Westen braut sich das nächste Gewitter zusammen. Gerade zurück in Pokhara öffnen sich die Himmelsschleusen. Wir flüchten unter das schützende Dach eines Terrassen-Restaurants. Vorsorglich haben wir unsere Romane mitgenommen und so vergeht fast der ganze Tag mit schmökern. Erst gegen Abend lässt der Regen etwas nach.

 

Zwischenzeitlich haben wir ein „fast speed“ Internet Cafe ausfindig gemacht, dessen PCs auch während Stromausfall mit Akkus in Betrieb gehalten werden. So haben Govinda und ich in der „Regenzeit“ die Möglichkeit zumindest einige geschäftliche Dinge zu erledigen.

 

16. Tag - 02.04.2008

 

Morgen steht bereits Dorlis Heimreise bevor. So bummeln wir noch einmal entlang der Uferpromenade. Es scheint sogar die Sonne und einige Gipfel blinzeln durch den Dunstvorhang. Nachdem die letzten Einkäufe der T-Shirts und Mützen mit unserem Firmenlogo getätigt sind, sitzen wir gerade rechtzeitig zur Mittagzeit unter einem schützenden Dach. Am Himmel scheinen alle Götter den Weltuntergang zu proben. Blitz und Donner, monsunartig ergießen sich die Wassermassen. Zeitweise prasselt wallnussdicker Hagel herab. Die hangseitigen Wege und Zufahrten haben sich in rauschende Bäche verwandelt. Die Uferstraße steht stellenweise bis zu einen halben Meter unter Wasser. Bis in die Abendstunden hinein tobt das Unwetter. Aus Kathmandu erfahren wir, dass dort die Sonne scheint.

 

17. Tag - 03.04.2008

 

Zum Abschied von Dorlis sagen am frühen Morgen die Gipfel des Himalaya wenigstens tschüss. Um 8 Uhr sind Govinda und Dorlis am Flughafen zum Rückflug nach Kathmandu. Ich hole das Frühstück nach, bummle etwas herum, versuche mit Erfolg auch Geld am Bankautomaten in Pokhara zu ziehen und strande schließlich im Gartenrestaurant Bumerang.

 

Das schon gewohnte Gewitter naht heute erst am Nachmittag. Dieses mal mit einem elementaren Sturm verbunden, der das Wasser des Phewa-See aufpeitscht. Der sonst spiegelglatte See hat sich in ein brausendes Meer verwandelt. Hohe Wellen mit weißen Gichtkronen branden gegen die Ufer. Wie verabredet trifft Thomas ein, der übermorgen mit uns nach Mustang aufbrechen wird. Wir verbringen einen gemütlichen Abend. Es wird nun langsam Zeit , die Faulenzerei hier in Pokhara zu beenden. Die Berge rufen!

 

18. Tag - 04.04.2008

Gegen 17 Uhr kommt Govinda aus Kathmandu zurück. Thomas ist inzwischen zu uns ins Lake View Ressort umgezogen. Und wieder endet dieser Tag mit einem heftigen Gewitter.

 

Dorlis ist heute Abend nach Hause geflogen und wird am 05.04. glücklich von unseren Kindern und Enkeln empfangen. Wir, Thomas, Govinda und ich werden morgen zum Trekking aufbrechen. Alle Vorbereitungen für die kleine Expedition nach Lo Manthang sind abgeschlossen.