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Erkundungstour in den fernen Westen Nepals · Jumla - Rara See · Bardia Nationalpark
Reisebericht 01.11. – 24.11.07zurück zum Gesamtbericht HIMALAYA HOCH DREI© Klaus TöpferHIMATREK Gelsenkirchen, Januar 2008
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46.
Tag - 01.11.2007 Unser dritter Mann, Daniel aus der Schweiz, ist pünktlich aus Lukla eingetroffen. Wir lernen uns im Büro kennen, und nach getaner Arbeit verbringen wir den Abend mit Gregor aus Essen und Govinda, der die Tour organisiert hat, im Delima Garden. Dort erläutert uns Govinda den Verlauf der geplanten Trekking-Tour von Jumla zum größten See Nepals, dem Rara See in 3.000 m Höhe. Dieses während der Konflikte mit den Maoisten in den zurückliegenden Jahren kaum von Touristen besuchte Gebiet, hat Govinda bereits im Frühsommer durchwandert, um die Route zu checken. Gemeinsam beschließen wir, den Besuch des Bardia Nationalparks an das Ende unserer Tour zu verlegen und auf den Besuch von Lumbini, Buddhas Geburtsort, zu verzichten. In 4 Tagen, am 05.11., werden wir zur ersten Etappe starten und von Kathmandu nach Nepalgunj, ca. 400 km westlich von Kathmandu, fliegen. Übrigens, das Hotel Manang in Thamel ist zu einem beträchtlichen Teil mit unseren Kunden belegt. Gregor ist im Zimmer 401 untergebracht, welches ich vor 2 ½ Wochen belegte. Ich wohne nun in der 5. Etage.
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47. Tag - 02.11.2007 Die vor meiner Abreise nach Bhutan bestellten tibetischen Möbel sind noch nicht fertig. Diese werden z.Z. handbemalt. Somit können wir den Versand per Cargo noch nicht vorbereiten, da uns hierzu das Gewicht als auch die genauen Maße für die Transportkisten fehlen. Diese Aktion verschieben wir auf die Zeit nach unserer Trekking-Tour. Zumindest kann ich eine neue Lesebrille für die in Bhutan verloren gegangene bestellen, nachdem ein Augenarzt meine Sehstärke vermessen hat und somit die Gläser „up to date“ sind.
Jetzt warte ich noch auf die angeforderten Informationen über Maße und Konfektionsgrößen der Familie daheim, insbesondere meiner Enkel Lara und Nick. Bevor wir nach Nepalgunj aufbrechen, bleiben nur noch 2 Tage, um die notwendigen Einkäufe zu tätigen.
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48. Tag - 03.11.2007
Wo ist die Lücke? Ja wo? Meine Tochter Tanja hat mit ihrer Mutter Dorlis das ganze Büro durchmessen, um die Möbeleinkäufe noch mit einer buddhistischen Meditationsecke vervollständigen zu können. Aber man findet keine Lücke! Bevor ich mich mit der zugeschickten Größentabelle meiner Lieben daheim in den Kaufrausch stürzen werde, versuche ich die gegebenen Räumlichkeiten im Arbeitszimmer noch einmal zu präzisieren.
Inzwischen sitze ich auf der Terrasse der Bäckerei unweit des Kathmandu Guesthouse und habe mich mit einem Sandwich gestärkt. Die erste Etappe der Einkäufe ist erfolgreich abgeschlossen und den Rest schaffe ich dann noch am Nachmittag. Nepalische Blusen und Hosen für die Damen, für die Enkelkinder ein Anzug und ein Kleid. Für Sohn und Schwiegersohn bleibt es beim obligatorischen T-Shirt.
Am Abend treffen Prasanta und ich uns mit Achim, dem weltumreisenden Fotografen, der nach seiner Tour durch Nepal in 2 Tagen in Bhutan erwartet wird. Beim gemeinsamen Abendessen entwickelt sich ein äußerst interessanter Erfahrungsaustausch über den Vorteil von Individualreisen. |
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49.
Tag - 04.11.2007
Im HIMATREK-Hauptquartier sind Govinda und Prasanta emsig mit den letzten Vorbereitungen unseres Treks zum Rara-See beschäftigt. Zelt- und Küchenausrüstung, sowie viele kleine Dinge müssen zusammengestellt und gepackt werden. Auch ist der Proviant für uns, unser Team und die vor Ort in Jumla anzuwerbenden Träger zu beschaffen. Diese Verantwortung übernimmt Karma, der beste Koch Nepals. Er wird bereits heute Abend mit seinen Brüdern Kancha, Gela und Sonam den Nachtbus nach Nepalgunj nehmen und morgen bei unserer Ankunft mit dem gesamten Equipment vor Ort sein.
Ich
reiße am frühen sonntäglichen Morgen Dorlis aus ihren Träumen. Es muss
so gegen 6 Uhr gewesen sein, um mit ihr die
angeblich nicht vorhandene Schranklücke zu klären. Verständlich, zuerst
erhalte ich einen gewaltigen Rüffel, wie ich denn mitten in der Nacht
anrufen könne. Schließlich lasse ich mich überzeugen, dass es tatsächlich
keine Lücke zwischen den Schränken und der Wand gibt. Nun denn, irren ist
menschlich. Jedenfalls kann ich heute den Einkauf des tibetischen Teppichs,
passend zur bestellten Einrichtung, in Angriff nehmen. Der beste Ort hierfür
ist die südlich von Patan gelegene Teppichmanufaktur. Das tibetische
Handwerkzentrum erreiche ich mit dem Taxi gerade zur Mittagspause.
Zum
zweiten Mal im tibetischen Camp, beginnt die Suche nach einen vom Design und
Größe passenden Teppich und einem Wandbehang. Ich werde fündig und hoffe,
dass Dorlis mir verzeihen wird, dass ich den Bestand der Teppiche in unserer
Wohnung erhöhen werde. Wieder zurück in Thamel, decke ich mich im
Supermarkt noch mit ein paar Spezialitäten (Schokolade, Nüsse, Kukri Rum,
etc.) für unser Trekking ein. Den Tag lasse ich heute mal ganz allein im
„Rum Doodle“ mit einem Glas Rotwein ausklingen. |
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50.
Tag - 05.11.2007
Es
ist normal, dass Inlandflüge in Nepal nie pünktlich sind. Mit nur einer
Stunde Verspätung starten wir mit Buddha Air nach Nepalgunj. Knapp
unterhalb des dunkelblau strahlenden Nirwana ist uns ein phantastischer Flug
über den Wolken gegönnt. Ghanesh Himal, Manaslu, Lamjung, Annapurna und
Dhaulagiri ziehen an uns vorbei, bevor wir im Terai nahe der Grenze zu
Indien, etwa. 400 km Luftlinie westlich von Kathmandu, aufsetzen.
Nepalgunj hat mit seinen rund 60.000 Einwohnern unter dem diesjährigen Monsun, der besonders heftig ausfiel, stark gelitten. Große Teile der Stadt waren überflutet. Die Altstadt ist geprägt durch indischen als auch islamischen Charakter. Hier gibt es einige Moscheen und manchmal leider auch Konflikte zwischen Moslems und den anders Gläubigen, was in Nepal eigentlich völlig unbekannt ist. Auf den Basarstraßen herrscht buntes, geschäftiges Treiben im Hinblick auf das bevorstehende Tihar Fest. Wir scheinen die einzigen Touristen zu sein. Die Leute sind freundlich. Hier nerven keine Straßenhändler und in den Straßen gibt es keinen Autoverkehr. Wir besuchen den Shiva-Tempel und spazieren bis zum Einbruch der Dunkelheit entlang der Basare, wo alle Dinge des Lebens feilgeboten werden.
Zurück zum außerhalb, an der Durchgangstasse gelegenem Hotel Sneha, ruhig in einem kleinen Park gelegen, lassen wir uns mit der Pferdekutsche fahren.
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Unser
Flugzeug von Sita Air soll um 10 Uhr nach Jumla starten. Da wir nach dem Frühstück
noch etwas Zeit haben, bummeln wir entlang der „Autobahn“ und erleben
den Berufsverkehr. Die Straße wird beherrscht von Fahrrädern, Rikschas,
Pferde- und Ochsenkarren. Nur vereinzelt kommt ein Kleinbus oder LKW vorbei.
Pünktlich treffen wir zum Check-in ein. Unser Küchenteam mit Karma, die
bereits gestern mit der gesamten Ausrüstung (Küche, Zelte, Tisch, Stühle
und sonstige notwendige Dinge) mit dem Bus aus Kathmandu eingetroffen sind,
ist bereits anwesend. Einige kg als zusätzliches Cargo müssen für den
Flug aufgegeben werden.
Inzwischen steht fest, dass der Abflug nach Jumla jenseits der gewöhnlichen Verspätungen liegen wird. Voraussichtlicher Abflug um 13 Uhr. So müssen wir in diesem kleinen, ungemütlichen und nicht gerade sauberen Flughafen ausharren. Um 13 Uhr landet dann auch eine Maschine der Sita Air. Wie sich herausstellt ist diese völlig überbucht. Nur den ununterbrochenen Aktivitäten Govindas u.a. mit ständigen Telefonaten zum Büro der Seti in Kathmandu haben wir es wohl zu verdanken, dass wir schließlich gegen 15 Uhr gen Jumla abheben können. Bitte fragt mich nicht wieso, warum, weshalb. Muss ich es wissen? Nein, weil ich die Gründe doch nie verstehen werde. Wichtig ist allein, die gesamte Ausrüstung ist verstaut, nachdem ein paar Sitze im Flugzeug entfernt wurden. Über unsere Zelte und Proviant (3 Tabletts mit frischen Eiern sind auf Karmas Schoß sicher verstaut) steigen wir zu unseren Plätzen. Dann dröhnen die Motoren auf, wir heben ab und nach 30 Minuten liegt der Flughafen von Jumla unter uns. In einer engen Kehre drückt der Pilot die Maschine runter und kurz darauf setzen wir auf der Landepiste auf.
Es ist zu spät, um heute noch aufzubrechen. Die Zelte werden unweit des Flughafens aufgebaut Schon sind wir von Einheimischen und neugierigen Kindern umringt. Govinda leistet erste Hilfe, versorgt die Wunde an einer Hand. Fernab der Zentren ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung katastrophal. Es fehlt an Krankenstationen und ausgebildetem Sanitätspersonal (es müssen ja nicht immer gleich Ärzte sein) und was auch noch sehr wichtig ist: Aufklärung der Bevölkerung über Hygiene. Wie wir während des bevorstehenden Treks erleben werden, sind die meisten Erkrankungen Infektionen, überwiegend hervorgerufen durch Verletzungen und den Rauch in den Küchen ohne Abzug insbesondere die Augen und Bronchien betreffend.
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52. Tag - 07.11.2007
Früh
um 6 Uhr weckt uns das Rauschen des Kerosinkochers. Kurz darauf kniet Kancha
im Zelteingang und überreicht den frisch aufgebrühten „Good Morning
Tea“. Kancha wird in den kommenden Tagen
als Assistent von Govinda für die gesamte Logistik verantwortlich sein.
Anschließend werden wir aus Karmas Küche bestens zum Frühstück
verpflegt.
Obwohl
alle Dinge schnell gepackt sind, verzögert sich der Aufbruch unserer
kleinen Expedition. Zum Tihar-Fest sind die meisten Leute zu ihren Familien
in die umliegenden Dörfer zurückgekehrt. Schon gestern hatte Govinda sich
vergeblich bemüht, ein paar Träger anzuheuern. Nach zähen Verhandlungen
haben wir schließlich 2 Muli-Männer mit 5 Mulis und einen Träger unter
Vertrag, der auch in der Küche helfen wird. Neben uns,
Daniel, Gregor und mich, besteht unser Team nun aus Govinda als Guide,
Kancha als Assistent, Karma mit 3 Küchenhelfern und den 2 Pferde-Männern,
also insgesamt 8 Personen plus 5 Mulis.
Kurz nach 8 Uhr brechen wir auf. Die Mulis sind noch zu beladen und werden unter Aufsicht von Kancha folgen. Gut eine Stunde dauert es, bis wir das recht weitläufige Jumla verlassen und durch ein malerisches Tal langsam aufsteigen. Dann geht es steiler auf einen Sattel auf 3.000 m hinauf, wo die Küche bereits zum Lunch einlädt. Karma hat mit seinen Mannen ein umfassendes mehrgängiges Menü herbei gezaubert. Es ist einfach zu viel und es bedarf noch ein paar Tage, um ihn davon zu überzeugen, dass zu Mittag eine gute Suppe für uns ausreichend ist. Nach diesem zu gut gemeinten „Speis und Trank“ wird man zwangsläufig träge und die Zeit dümpelt dahin. Die Mulis sind inzwischen eingetroffen und bereits weiter gezogen, als wir uns endlich zur zweiten Etappe aufraffen. Wären wir gestern in Jumla pünktlich angekommen, so hätten wir an diesem Platz unserer Nachtlager aufgeschlagen.
Aufwärts
geht es und das recht steil. Der 3.650 m hohe Danphe Lagna Pass will erobert
werden. Tritt für Tritt, Meter um Meter. Hinter jeder Biegung oder jedem
Sattel erwartet man den Pass. Der Weg scheint kein Ende nehmen zu wollen.
Ich selbst bin ich froh, dass ich durch die Touren in Ladakh und Bhutan gut
trainiert und akklimatisiert bin.
Während die Zelte aufgebaut werden, begebe ich mich zur gegenüber liegenden Pferdestation, bestehend aus 4 Hütten bzw. Lagerräumen. Die Mulis grasen auf den umliegenden jetzt im Herbst braunen Weideflächen. Von den Einwohnern und reisenden Einheimischen werde ich zunächst etwas zurückhaltend aber freundlich als Fremder begrüßt. Der Bann ist gebrochen, als ich das kleine Album mit Bildern meiner Familie, Frau, Kinder und Enkel zeige. Das ist einfach, denn man wird mich sicherlich als Opa einschätzen. Fotos mit meiner Digitalkamera folgen und alle haben ihre Freude, sich auf dem Display wieder zu finden.
In dieser Höhe wird nach Sonnenuntergang rasch die Frostgrenze erreicht. Auf den Zelten hat sich eine dünne Eisschicht gebildet. Über uns glitzert das klare Firmament des Sternenhimmels, wie ein schützendes Dach. Am Lagerfeuer wärmen wir uns noch etwas auf, und im Zelt vertreibt die Wärmeflasche die Kälte aus dem Schlafsack. Diese Wärmequelle im Nacken, etwas Musik aus dem MP3-Player, und man schlummert wohlig ein. In der Nacht lege ich die leicht abgekühlte Wärmeflache unter die Füße. Irgendwann sind meine Füße eiskalt und nass. Was ist passiert? Die Flasche ist ausgelaufen, also immer darauf achten, dass diese richtig fest verschlossen ist. |
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53. Tag - 08.11.2007
Der im Fußbereich nasse Schlafsack liegt bereits zum Trocknen in den ersten Sonnenstrahlen. Frühstück im Freien. Handschuhe und Pudelmütze sind nötig. Kein Problem, um die leckeren Pfannkuchen zu verspeisen und mit „Nepali Tea“ (Milchtee) die Kälte aus dem Körper zu vertreiben. Doch wo sind 3 unserer 5 Mulis geblieben? Haben sie das Weite gesucht? Govinda beruhigt uns, dass die beiden Muli-Männer bereits auf Suche gegangen sind. Auch dies scheint in Nepal und hier in der Wildnis nichts Außergewöhnliches zu sein, denn nach einer Stunde treiben sie die Ausreißer zurück ins Camp.
Es geht bereits auf Mittag zu, als wir den Talgrund erreichen und einen brausenden Wildbach über eine leicht schwankende Hängebrücke überqueren müssen. Govinda und ich knüpfen Gebetsfahnen inmitten der Brücke und hoffen auf einen weiteren guten Verlauf unserer Tour im Schutze der Götter des Himalaya.
Zu Mittag ist das Küchenteam wieder über das Ziel hinaus geschossen. Ich hoffe, dass Govinda hilft und Karma auf richtige Art und Weise klar macht, dass wir zu Mittag schon mit einem Süppchen zufrieden sind. Andererseits muss man einen nepalischen Küchenchef verstehen, der in allen Punkten traditionell darum bemüht ist, seinen Kunden jederzeit das Beste und Leckerste zu bieten. Auf gar keinen Fall dürfte jemand Hunger oder Durst bei Karma reklamieren.
Die Mulis treffen eine Stunde nach unserer Ankunft ein. Dann sind die Zelte, dank Kancha ruckzuck aufgebaut und das Essen dank Karma schnellstens zubereitet. Seit Jumla genießen wir mit unserem Toilettenzelt, klein, aber fein, einen besonderen Luxus: Den Toilettenstuhl, um in gewohnter, bequemer Position seine alltäglichen Geschäfte zu erledigen. Zwischen den Zelten knüpfen wir wieder, dieses Mal bis zum Bachlauf, unsere Gebetsfahnen auf. Der letzte Knoten befindet sich inmitten einer der unzähligen hier wild wuchernden Marihuana -Stauden.
Vor dem Einschlafen höre ich noch etwas Musik. Was sind das plötzlich für knackende Geräusche? Ist der Kopfhörer kaputt? Ich lausche. Es regnet! Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorüber. |
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54. Tag - 09.11.2007
Heute ist der Tag der heiligen Kuh, der 3 Tag des Tihar. Gemächlich führt
der Weg hinauf zum Gurchi La auf 3.460 m. Auf dieser Strecke erleben wir nun
endgültig ein landschaftlich anderes Nepal. Nichts von den allgemeinen
Vorstellungen „Himalaya“ ist vorhanden. Landschaftlich passen die Alpen
Europas besser. Durch Mischwald, entlang eines plätschernden Bachlaufes,
steigen wir das Tal hinauf.
Wir verlassen den Wald. Trommelklang schallt uns entgegen. Von singenden und tanzenden Kindern werden wir am Eingang der nächsten Siedlung begrüßt. Das Tihar Fest nähert sich dem Höhepunkt. Morgen Abend wartet man auf die Glücksgöttin Lakshmi, die z.B. in Kathmandu durch Lichter vor der Tür in die Wohnung gelockt werden soll, das Lichterfest! Schließlich stehen wir, wie in den Alpen auf einer weitläufigen Hochalm. Dies ist ein guter Grund zur Einkehr für ein frisch aufgesetztes Glas Milchtee. Der leicht ansteigende Karawanenweg führt zum Ghurchi La. In knapp 3.500 m Höhe empfangen uns 3 kleine steinerne Stupas, zwischen denen auch hier bunte Gebetsfahnen im Sonnenlicht flattern. Am Horizont erheben sich die eisstarrenden Gipfel des Upper Dolpo.
So
gemütlich der Aufstieg zum Ghurchi La und die Aussicht von dort war, rächt
sich ein steiler, steiniger, staubiger und von Mulis, Schafen und Ziegen arg
rutschiger Weg über meist lockeres Gestein. Auch diese Hürde wird
gemeistert und nach einigen hundert Metern Abstieg tauchen wir in einen
dichten Fichten- und Kiefernwald ein, der relativ eben verläuft.
Nach der etwas verspäteten Mittagspause erreichen wir umso schneller den heutigen Lagerplatz an einem Bach nahe Dhotu (2.380 m). Hier im tiefen Tal und in absoluter Einsamkeit wird es schnell kühl. Nach diesem letztendlich doch recht anstrengenden Tag, verkrieche ich mich in den mollig wärmenden Schlafsack und lasse mich erst zum Abendessen wecken. |
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55. Tag - 10.11.2007
Nach
einer Stunde erreichen wir die erste Siedlung. Heute Abend wird Lakshmi, die
Glücksgöttin, wie bei uns der Nikolaus, erwartet. In jedem Dorf, welches
wir durchschreiten wird getanzt, musiziert, gefeiert und wir sollen
mitmachen.
Ein
kurzer aber recht steiler Aufstieg führt uns auf ein Hochplateau.
Heidelandschaft in 3.000 m, umsäumt von dichtem Kiefernwald.
Da ist er, erst schillert es nur etwas blau durch den Kiefernwald, dann stehen wir an seinem Ufer. Nepals größter See liegt in 3.000 m Höhe vor unseren Füßen. Wüsste man nicht, dass man sich in Nepal befindet, könnte es auch ein malerischer See in den Alpen sein. Die Landschaft ähnelt etwas dem Eibsee unterhalb Deutschlands höchsten Berg, der Zugspitze. Am westlichen Ablauf des hier türkis bis dunkelgrün schillernden Sees überqueren wir eine lange Holzbrücke und auch dieses Bild ähnelt so sehr mit dem am Eibsee. Ein entscheidender Unterschied ist, wir sind fernab jeglichen Tourismus. Im vergangenen Jahr sollen sich nur 4 Wanderer hierhin verlaufen haben, in diesem Jahr wurden ca. 80 ausländische Besucher gezählt.
Die
kleine Siedlung Rara, direkt am Ufer gelegen, bietet den Komfort einer
einfachen aber sauberen Lodge, den wir sehr zu schätzen wissen. Ein
richtiges Bett und auch mal wieder im Stehen an- und ausziehen. Ein Balkon
mit Tischen und Gartenstühlen lädt zum relaxen ein.
Vor dem Haus haben sich die Kinder der nahe liegenden Schule mit ihren Lehrern versammelt. Zum heutigen Lakshmi-Puja führen diese einige Tänze vor und sammeln bei den Einheimischen ein paar Rupien für ihre Schule. Wir füllen die Kollekte noch etwas auf. Zur Feier des Tages gesellen sich noch einige Jugendliche hinzu. Es wird getanzt, gelacht, gefeiert bis zum Sonnenuntergang. Die Besitzer der Lodge laden uns in ihre Räumlichkeiten zum Tee ein, denn wir sind eine willkommene Abwechslung. Es ist bereits finster, als wir zum Abendessen ins Gemeinschaftszelt wechseln, wo Karma und Co wieder ein Menü gezaubert haben. Leise rieselt inzwischen der Schnee. Sind wir morgen in einer Schneelandschaft eingebettet? Der Winter naht, in der Ferne heulen die Wölfe.
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56. Tag - 11.11.2007
Morgendämmerung, Nebelschwaden wabbern über dem See. Die umliegenden Berge erwachen im blaugrauen Morgenlicht. Es ist windstill und frostig. Die Finger gefrieren beim Fotografieren der ersten Sonnenstrahlen, die plötzlich über dem Gebirgskamm blenden und von der stillen, glatten Wasseroberfläche reflektiert werden. Dieses Schauspiel dauert gerade 30 Sekunden und schon schwebt dort ein blendend gleißender Sonnenball.
Ruhetag am Rara See. Ein Spaziergang entland des Sees führt durch ein kleines Militärcamp und schon verschluckt uns der Wald, die Einsamkeit und die Stille der Natur. Dunkelblau schillert der See umrahmt vom bis zu 6.500 m hohen Kanjizowa Himal im Dolpo-/Jumla-Gebiet. Im Norden erheben sich die vereisten 6.000er entlang der Grenze zu Tibet. Ein sonniges Plätzchen im weichen Gras lädt zur morgendlichen Meditation. Beine falten, Augen zu, nur noch der Natur und dem eigenen Atem lauschen, den feinen Hauch des Windes im Gesicht spüren. Entspannen, abschalten!
Die
Farbe des Rara Sees hat sich in der Mittagsonne in ein tiefes blau
verwandelt. Motive, Motive, ein Genuss für Fotografen. Gemächlich brechen
wir auf.
Dem vom Rara See abfließenden Bachlauf folgend, erreichen wir alsbald einen kleinen Wiesengrund, wo heute Nacht unsere Zelte stehen werden. Bis zum späten Nachmittag ist uns die Sonne gegönnt. Dann verschwindet sie hinter den hohen Tannen und es wird sofort merklich kälter. |
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57. Tag - 12.11.2007
Gefühlsmäßig war es die kälteste Nacht unserer Tour. Die Zelte sind eisverkrustet. Wir wollen pünktlich aufbrechen, denn der Pass des 3.802 m hohen Chucke Mara muss überquert werden. Vor 8 Uhr brechen wir auf. Der Talgrund liegt noch im eisigen Schatten. Heute geht es nicht ohne Handschuhe. Während der ersten 600 m recht steilen Aufstiegs erreicht der Körper schnell Betriebstemperatur, doch die Finger benötigen etwas mehr Zeit. Nun verläuft der Weg durch Mischwald etwas flacher bis wir einen Sattel erreichen. Der Api Saipal (7.032 m), höchster Gipfel dieser Region, grüßt uns mittlerweile Schwitzenden. Auch das letzte Steilstück wird bewältigt. Für die großen mitgebrachten Gebetsfahnen, finde ich hier, an der höchsten Stelle unserer Tour, zwei passend eingeschlagene Holzstangen, als hätte diese auf mich gewartet. Nun flattern die bunten Fähnchen in luftiger Höhe.
Weit
drunten, inmitten dichten Bergwaldes erstreckt sich der Rara See. Sorry,
dieses Bild erinnert mich prompt wieder an den Blick von der Zugspitze
hinunter zum Eibsee. Weit reicht die Sicht bis hinüber zum tibetischen
Hochplateau. Wir passieren zwei kleine buddhistische Chörten, die rechts
und links des Weges stehen. Govinda und ich überspannen den Weg mit dem
letzten Band kleiner Gebetsfahnen. Dann geht es durch ein enges Tal rund 600
Höhenmeter hinab.
Das Lager ist bereits am Nachmittag fertig aufgebaut. Hier sind wir immer noch in über 3.000 m Höhe und nach Sonnenuntergang wird es wieder schnell kalt. Das Lagerfeuer knistert in welchem wir Kartoffeln rösten. Während von vorn das lodernde Feuer genügend Hitze abstrahlt, wärmen wir den Rücken mit einer Wärmeflasche, eingeklemmt zwischen der Rücklehne des Campingstuhles und des Oberkörpers. Mit einer neuen warmen Füllung der Wärmeflasche verkriecht man sich in den Schlafsack. Lässt den Tag Revue passieren, hört etwas Musik und schon kommen die Träume.
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58. Tag - 13.11.2007
Ist
die letzte kalte Nacht in über 3.000 m Höhe nun vorbei? Unser Wecker, der
rauschende Kerosinkocher beendet die Träume pünktlich um 6 Uhr. Raus aus
dem molligen Schlafsack und hinüber zum Toilettenzelt, wo der der europäischen
Norm angepasste Toilettenstuhl das „Geschäft“ erleichtert. Weiter zum Küchenzelt.
Mein Becher nepalischer Milchtee steht schon bereit. Dann Umziehen im Zelt.
Raus aus den Schlafbrocken, hinein in Trekkinghose, Pullover, Anorak. Pudelmütze
aufsetzen und alle nicht mehr nötigen Utensilien in die Trekking-Tasche
verstauen. Ach ja, zwischendurch die morgendliche Wäsche, d.h. zumindest Hände
waschen, Nase anfeuchten und die Zähne putzen.
Erst
einem Hochtal folgend geht es in steilen Serpentinen hinab, bis wir wieder
auf Bauernsiedlungen treffen. Im tiefen Tal rauscht ein Fluss, den wir
oberhalb am Hang folgen. Das Mittagscamp ist am Flussufer eingerichtet, wo
Karma die wohl besten Bratkartoffeln der Welt zubereitet hat. Neben uns hat
sich eine Dorfgemeinschaft zu einer Feier versammelt. Die Opferung eines
Ziegenbocks steht unmittelbar bevor.
Wolken ziehen plötzlich vor die Sonne und bescheren uns einen einstündigen, heftigen Regenguss. Dann ist der Spuk vorbei. Lagerfeuerromantik unter klarem Sternenhimmel. Die Milchstraße grüßt von oben und aus den Wäldern die Wölfe. Wie gestern, schmecken die im Feuer gerösteten Kartoffeln. |
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59. Tag - 14.11.2007
Die
letzte Etappe. Noch einmal müssen wir hinauf, 800 Höhenmeter. Der Weg
zieht und schlängelt
sich an einem Bachlauf durch tiefen Wald entlang. Nicht über sieben,
sondern über 100 Brücken musst du gehen.
Zur Mittagsrast kredenzt die Küche gold-gelbe Pommes. Für mich die Extraportion, die mir dann doch beim weiteren Aufstieg etwas schwer im Magen liegt. Auf den letzten Höhenmetern hinauf auf knapp 3.700 m komme ich mit einem Nepali aus Kathmandu ins Gespräch, der zurück nach Kathmandu möchte und zum Tihar Fest hier seine Eltern und Geschwister besucht hat. Etwa 200 Höhenmeter unterhalb des Passes ist bereits unser Lager eingerichtet. Govinda hat auf einer nahen Anhöhe erstmals wieder Kontakt mittels seinem „Mountain-Handy“ zur Zivilisation. Noch einmal Zeltromantik am Lagerfeuer, mit heißem Gingertee und die Wärmeflasche im Rücken. Morgen geht es hinab nach Jumla. |
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60. Tag - 15.11. 2007
1.200 m Abstieg. Zum Lunch schließt sich der Kreis an der Stelle, wo wir am ersten Trekkingtag unsere Mittagsrast einlegten. Der weitere staubige Weg zieht sich durch Jumla, bis wir wieder am Zeltplatz gegenüber dem Flughafen ankommen. Dann der Blick zurück zum Danphe Lagna. Dort hinauf sind wir vor 8 Tagen aufgestiegen?
Govinda versucht noch heute einen Flug zurück nach Nepalgunj zu ergattern. Doch ohne jegliche Chance. Alle Maschinen sind überbucht. So werden wir hier, wie geplant, die Nacht noch einmal im Zelt verbringen. Vor dem Abendessen gehen Govinda und ich nach Jumla hinein. Wir besuchen dort den kleinen Tempel und anschließend den Barbier, dessen scharfer Klinge unsere 12-tägigen Gesichtsstoppeln zum Opfer fallen.
Ein erfolgreicher Abschuss einer Trekkingtour ist ein Grund zum Feiern. Nach dem Abendessen gibt es erst eine leckere hausgemachte Torte. Dann wird am Lagerfeuer noch einmal musiziert, gesungen und getanzt. Wir sagen Dank für all die Leistungen unseres Teams und übereichen jedem sein redlich verdientes Trinkgeld. |
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61. Tag - 16.11.2007
Warten,
warten und unendlich viel Geduld ist gefordert. Die Bordkarten haben wir
alle in Händen. Das Gepäck, einschließlich des Küchen- und
Camping-Equipment ist aufgegeben. Dass wir pünktlich um 11 Uhr abheben
werden, daran glaubt keiner. Hauptsache, wir erreichen heute noch Jumla und
von dort den Bardia Nationalpark. Ein Paar aus der Schweiz hat erst hier
versucht, Flugtickets nach Nepalgunj zu bekommen; steht irgendwie auf einer
Warteliste und hofft, heute, morgen oder ... . Wir hängen schon im
spartanischen Warteraum rum, die Toilette ist nicht zumutbar.
In Nepalgunj verabschieden wir uns von Karma und seinen Brüdern, die heute Abend mit dem Nachtbus zurück nach Kathmandu fahren werden. Dort werden wir uns in 3 Tagen im Büro wiedersehen.
Eine Stunde später sind wir bereits nach Champur am Rande des Bardia Nationalparks unterwegs. Heute Morgen lag die Temperatur noch im Minusbereich, jetzt zur Mittagzeit sind es fast 40 °C. 500 km westlich von Kathmandu und nur noch 200 m hoch gelegen, erreichen wir am Nachmittag unser Quartier, das „Forest Hideaway“. Dort beziehen wir die im landestypischen Stiel erbauten Bungalows, die im Garten der kleinen Anlage unter dichten Baumbestand verstreut liegen. Dazwischen laden kleine, offene, schilfgedeckte und somit schattenspendende Pavillions zum Verweilen und einem kühlen Bier ein. Doch erst unter die Dusche und dann hinein in luftige Klamotten. Das Thermometer zeigt immer noch 30 °C. |
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62. Tag - 17.11.2007
Wald,
Wald, Wald und es grünt so grün. Wir sind auf Jeep-Safari. Nach 4 Stunden
auf holprigem Weg haben wir nur Blattwerk, ein paar Tümpel und Termitenhügel
gesehen. Na ja ein paar bunte Vögel waren in den Baumwipfeln auszumachen
und einmal auch eine Herde Affen. Ansonsten scheint die Tierwelt vor uns
geflüchtet zu sein. In den Sandbänken des Karnali Rivers beweisen
zumindest Fährten von wilden Elefanten und Tigern, dass es diese hier tatsächlich
gibt.
Die
mittägliche Hitze überlebe ich im Garten des Hotels. Erst am späten
Nachmittag brechen wir zur Elefanten-Zuchtstation auf. Fast eine Stunde
dauert die Fahrt auf unwegsamer Piste, mehr durchs Gelände.
Dann versinkt langsam die Sonne. Ein paar romantische Schnappschüsse und zurück geht es zum „Forest Hideaway“. Übrigens, vor genau 2 Monaten, am 17.09. war ich mit Govinda von Gelsenkirchen nach Delhi aufgebrochen.
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Gestern
4 Stunden mit dem Jeep, heute die gleiche Zeit latschen, nennt sich „Jungle
Walk“. Und wieder nichts von den wilden Tieren gesehen. Ein paar Rehe oder
Hirsche, die gibt es auch bei uns zu genüge. Wir haben halt einfach Pech.
Govinda erinnert mich an unseren ersten Besuch in Chitwan im Frühjahr 2000.
Dort hatten wir auch nichts zu Gesicht bekommen.
Da keiner meiner Mitreisenden Lust verspürt, das naheliegende Dorf zu besuchen, starte ich allein mit unserem Guide (seinen Namen habe ich leider nicht notiert) zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die Siedlung der hier, entlang der Grenze zu Indien lebenden Tharus. Das Dorf zählt rund 450 Einwohner. Ich werde in sein Elternhaus geführt und betrete sein eigenes, wo er mit seiner Frau und 2 Söhnen im Alter von 11 und 13 Jahren lebt. Angepasst an das extreme Klima, der Hitze und dem starken Regen während des Monsuns, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit ist die Lagerung von Lebensmitteln als auch der Bekleidung angepasst. Beides wird vornehmlich in riesigen Behältnissen aus Lehm gelagert.
Auf dem Rücken zweier Elefantendamen schaukeln wir am Nachmittag durch den Wald, Steppe und hinunter zum Fluss. Die beiden Kinder folgen gehorsam ihren Müttern.
Govinda ist heute mit dem Eigentümer Mohan Ji dieser Anlage nach Nepalgunj gefahren, um unsere Tickets für den Rückflug nach Kathmandu abzuholen. Da unterwegs der Wagen streikt, kommen sie mit dem lokalen Bus zurück und treffen irgendwann in der Nacht ein. |
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64. Tag - 19.11.2007
Niemand hat Interesse am „Bird Watching“. So treten wir die Fahrt nach Nepalgunj im Ersatzfahrzeug auf Umwegen abseits der Hauptstraße an. Rechts und links des Fahrweges und bei einigen Stops zwischendurch erhalten wir weitere Einblicke in das hiesige Leben.
In Nepalgunj vertrödeln wir irgendwie die Zeit. Schließlich sind wir am Flughafen und lassen die übliche Prozedur mit Check-in und Sicherheitskontrollen über uns ergehen. Überraschender Weise haben wir recht schnell die Bordkarten in Händen. Der heutige Flug zurück nach Kathmandu ist somit schon mal so gut wie sicher. Am Nebenschalter gibt es laute Proteste. Nepal Airlines hat einen Flug gestrichen. Verständlich, das die Leute aufbrausen. Andererseits, Wunder gibt es immer wieder: Unser Flug mit Yeti Air hat Verfrühung. Im modernen Jet, wieder entlang des Himalaya, landen wir eine Stunde eher als vorgesehen in Kathmandu.
Am Flughafen werden wir von Prasanta abgeholt. Leider geht der gewonnene Zeitvorteil total verloren. Vom Flughafen bis zum Hotel in Thamel benötigen wir mehr als 1 ½ Stunden. Die Ringstraße um die Innenstadt von Kathmandu ist vollkommen dicht. Zeitweise bewegt sich gar nichts. Zum ersten Mal beziehe ich Quartier im Hotel Samsara. Auch Gregor wird hier übernachten. |
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65. Tag - 20.11.2007
Die Rückkehr in den Alltag vollzieht sich schneller als gedacht. Die Möbel für das Büro daheim sind ordnungsgemäß fertiggestellt. Der Rückflug mit QATAR am 23.11. ist bestätigt. Die neue Lesebrille holen Govinda und ich ab. Bei dieser Gelegenheit schauen wir uns auch nach einer neuen Armbanduhr für mich um. Meine habe ich in einem Wiesengrund auf dem Weg zum Rara See, nach dem Eincremen mit Sonnenöl, vergessen. Für 500 Rupien kaufe ich eine Neue. Bereits nach einer Stunde ist diese defekt. Der kostenlose Umtausch ist kein Problem. Der Ersatz hat es aber auch nur bis zum Versuch der Zeitumstellung in Doha überlebt und ist inzwischen entsorgt.
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66. Tag - 21.11.2007
Unsere ersten Gäste aus Rumänien fliegen heute nach Hause. Die einmalige Chance, diese persönlich kennen zu lernen, muss man nutzen. Mit Prasanta treffen wir uns im Hotel Manang. Dankbar bin ich über die Neuigkeiten zur Umrundung der Annapurna und dem Abstecher zum Tilicho See.
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67. Tag - 22.11.2007
Nachdem die gekauften Möbel in 2 großen Holzkisten verpackt und die Versandformalitäten per Cargo erledigt sind, starten Gregor und ich zu einer abschließenden Tour in den Süden des Kathmandutals. Prasanta begleitet uns zu den Orten Kokana und Bungmati. Sehenswerte Städte der Newar, in die sich kaum ein Tourist verläuft.
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68. Tag - 23.11.2007
Pünktlich heben Gregor und ich mit QATAR via Doha zurück in die Heimat ab. Auf beiden Strecken KTM-DOH und DOH-FRA sind die Maschinen bis zum letzten Platz ausgebucht.
Ja, Abschied von meiner nepalischen Familie zu nehmen, fällt immer schwer. Besonders dann, wenn Radhika, Govindas Frau, und Sohn Surja tschüss sagen. Gregor und ich haben nun auch ein nepalisches Schalke-Trikot im Gepäck. Klar doch, mit nepalischen Schriftzeichen und als Sponsor natürlich HIMATREK. Nach fast 10 Wochen fern von der Familie, Dorlis, den Kindern und den Enkeln Lara und Nick freut sich das Herz auf die Heimat. Wie haben sich Lara und Nick entwickelt? Werden sie ihren Opa noch wieder erkennen?
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69. Tag - 24.11.2007
Mit Rückenwind und Segelohren? landen wir eine Stunde eher in Frankfurt als erwartet. Um 9 Uhr bin ich bereits in Gelsenkirchen. Dorlis empfängt mich am Bahnhof. Das gemeinsame Frühstück mit frischen Brötchen, Kaffe und ... ist vorbereitet. Am Nachmittag kann ich bereits meine Enkel in die Arme schließen.
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Etwa 3 Wochen nach meiner Rückkehr sind auch die Möbel gut verpackt und unversehrt eingetroffen. Die Besucherecke ist nun passend eingerichtet. Jetzt müssen noch ein paar Schränke ausgetauscht werden. Die Maße sind bereits notiert und im März werden Dorlis und ich die passenden Stücke aussuchen.
Nepal, wir lieben dich! – In Gedanken sind wir schon wieder unterwegs! |