In das vom Tourismus noch unberührte

 

DHORPATAN

 

entlang des Dhaulagiri-Massiv und Gurja Himal

&

Pfannkuchentrek

 

 

 

 

 

Bauernhäuser in Dhorpatan, Nepal Gurja Himal, Dhorpatan Terrassenfelder
Kinder - Dhaulagiri Wasserfall in Dhorpantan, Nepal Sonnenaufgang über Jaljala Deurali
Camping auf den Sommerweiden von Jaljala Deurali (3.435 m) Dhaulagriri 1 Hochebene Dhorpantan

 

 

 

Reisebericht 28.10. - 22.11.2010

 

 

Vorwort 

 

Nach der Tour „Phablu - Gokyo“ war eigentlich  „Nar Phu“ im Annapurna geplant. Bereits in Gokyo erhielt ich die Nachricht, dass Gregor seine Reise absagen müsse. Wieder zurück in Kathmandu folgte die Hiobsbotschaft. Petra liegt mit Bandscheibenvorfall im Krankenhaus. Allein kann ich die Tour nicht unternehmen, da für das Permit mindestens 2 Personen (Touristen) erforderlich sind. Govinda hat natürlich eine Alternative parat: Das Jagdrevier Nepals, Dhorpatan, wo er zuletzt vor 15 Jahren war.

 

Den Tageszähler habe ich zurück gestellt. Beginnen wir wieder mit Tag Nr. 1 meines Herbstaufenthaltes in Nepal.

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Dezember 2010

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01. Tag - 28.10.2010

 

Endlich raus aus Kathmandu. Eine Woche in dieser chaotischen Stadt ist lang. Zumindest hatte ich Zeit die Büroarbeit in Ruhe zu erledigen und mich nach neuer preiswerter Outdoor-Bekleidung umzusehen. Gegen 7:30 Uhr beginnt die Reise mit der Fahrt im Touristenbus nach Pokhara und endet quasi sofort im morgendlichem Verkehrsstau. Bevor die Grenze des Kathmandutals erreicht ist, ist eine Stunde vergangen. Oben am Pass angekommen, ragen Ganesh Himal und Manaslu in den strahlend blauen Himmel. Nun folgt der Stau auf der kurvenreiche Abfahrt in das Tal des Trisuli River. Zum Glück ist der Bus recht komfortabel. Nach der obligatorischen 11 Uhr Mittagspause (Dhaal Bhaat Time) rollen wir gemächlich dahin. So bequem die Sitze im Bus auch sein mögen, er ist schrecklich untermotorisiert. Sogar alte, klapprige lokale Busse ziehen an uns vorbei.

Endlich zeigt sich das gewaltige Annapurna Range am Horizont. Ich muss tief in meinen Erinnerungen recherchieren, wann ich zum letzten Male dieses phantastische Panorama bei herrlichem Sonnenschein während der Anreise erleben durfte. Nach 9 Stunden auf der Straße, schwenkt der Bus schließlich in den Buspark zwischen Flughafen und Phewa See in Pokhara ein. Wie immer übernachten wir im Lake View Resort. Mit dabei ist Krishna mit 2 Gästen aus Australien, die morgen nach Jomsom fliegen werden. Govinda und mir steht hingegen noch einmal eine längere Autofahrt nach Beni und von dort nach Darbang bevor.

 

02. Tag - 29.10.2010

 

Wir erreichen Beni am Kali Ghandaki. Dort wartet Koch Sange mit weiteren 4 Mannen. Das Abenteuer kann beginnen. Zelte, Küchenausrüstung, Proviant und das übrige Gepäck werden auf dem Dach verstaut. Auf schmaler und holpriger Strecke schaukeln wir im eng besetzten Minibus 2 Stunden nach Darbang (1.200 m). Am dortigen Checkpoint mit einem Beamten und einem ernst blickenden Soldaten hat Govinda die Formalitäten schnell erledigt. Etwa 200 Besucher zählt dieser Ort pro Jahr, wovon die meisten zur Umrundung des Dhaulagiri aufbrechen.

 

In der Küche eines Gasthofes haben Sange und sein Team ruckzuck eine gute Nudelsuppe zubereitet. Ein halbstündiger Fußmarsch führt entlang des Myagdi Khola nach Phedi. Im nachmittäglichen Sonnenschein heißen uns die Gipfel des Gurja Himals und der Dhaulagiri 2 willkommen. Im Handumdrehen sind die Zelte aufgebaut und der Kerosinkocher rauscht. Govinda und ich haben es uns in den Campingstühlen bequem gemacht und warten darauf, was die Küche heute Abend zu bieten hat. Eigentlich sollten wir es wissen. Das Begrüßungsessen auf einer Campingtour ist ein hervorragend zubereitetes Dhaal Bhaat.

 

03. Tag - 30.10.2010

 

Welch ein Tag. Ein kurzer Aufstieg. Vorbei an einer Baustelle, wo ein Bagger, ausgerüstet mit schwerem Presslufthammer eine Trasse in den Fels zu meißeln versucht, erreichen wir den Höhenrücken. Vor uns liegt der Ort Dharapani (1.575 m). Dahinter erheben sich die eiserstarrten Gipfel der Dhaulagiri-Gruppe, der gen Westen das auf über 7.000 m empor ragende Gurja Himal vorgelagert ist. Hier finden wir den in der Wanderkarte vermerkten Gasthof. Dieser und auch alle weitere sind in keiner Weise mit Lodges in den Trekkinggebieten Annapurna, Langtang und Khumbu vergleichbar. Es sind recht einfache landestypische Gasthäuser, wo normalerweise Einheimische übernachten. Auf einen Touristen ist man kaum vorbereitet. Es gibt keine Speisekarte und die Verständigung dürfte kompliziert werden. Auf weitere Informationen zu diesen Übernachtungsmöglichkeiten werde ich noch eingehen.

 

 

Auf recht bequemen Weg nähern wir uns mehr und mehr einem gewaltigen Gebirgspanorama. Die Sonne sendet ihre warmen Strahlen herab, so dass wir zur Mittagspause ein schattiges Plätzchen aufsuchen müssen. Das vorgeeilte Küchenteam hat wahrlich alle Register gezogen: Pommes, Gemüse, Salat, dazu frisch zubereitete scharfe würzige Pickles. Gut gesättigt, wird eine längere Pause nötig. Bis weit hinunter in das Tal des Myagdi Khola erstrecken sich die Terrassenfelder an den recht sanft abfallenden Berghängen. Die meisten Reisfelder sind inzwischen abgeerntet. Auf einigen stehen noch die Ähren, auf anderen liegt das Getreide zum Trocknen aus.

 

 

Falls man nicht in Darbang den direkten Weg zur Umrundung des Dhaulagiri einschlägt, kann man in Machhim (1.975 m) noch in diese Richtung abzweigen. Glatte senkrechte Felswände bis zum vergletscherten Gipfelkamm, so zeigt sich die Rückseite des 8.172 m hohen Dhaulagiri 1. Wir folgen den Weg hinunter nach Muna. Kurz zuvor lädt ein Gasthaus in Phatiyagoon (1.900 m) zur Übernachtung ein. Warum nicht? Der Besitzer stellt Govinda und mir deren eigenes Zimmer im Haus zur Verfügung. Homestay, 2 Betten, Tisch. Eine Glühbirne baumelt von der Decke. Unser Küchenteam richtet sich auf der überdachten Terrasse ein. Als bald wird gebrutzelt. Während dessen besprechen Govinda und ich die weitere Tour, umringt von neugierigen Kindern des Dorfes. Nicht lästig nach Süßigkeiten fragend, Foto machen usw., denn noch sind hier kaum Touristen unterwegs. Lediglich heute morgen begegnete uns eine 10-köpfige Gruppe aus Japan, die von der Einweihung einer von ihr gesponserten Schule in diesem Gebiet zurück kam.

 

Die Sonne ist schon lange hinter den westlichen Bergrücken verschunden. Rot erglühen die Felsen, golden das Eis des Dhaulagiri. Der Tag legt sich schlafen und wir tun es ihm gleich.

 

04. Tag - 31.10.2010

 

In Muna (1.880 m) befindet sich ebenfalls ein Gasthaus, welches wir kurz in Augenschein nehmen. Unverständnis ruft es bei den Besitzern hervor, als wir darum bitten, uns die Zimmer (das Zimmer, es gibt nur eins mit 4 Betten) ansehen zu dürften. Entlang kleiner werdender Felder, der Hang wird steiler, geht es hinunter zum Dar Khola. Eine recht altertümlich aussehende und leicht schwankende Hängebrücke führt über den Fluss. Dann donnert ein Wasserfall die Felswand in eine kleine Gumpe hinunter. Eine weitere nicht gerade sicher aussehende Brücke ist zu queren. Auf den umliegenden Feldern nimmt das typisch nepalische Bauernleben seinen Lauf. Soweit der Reis abgeerntet ist, werden die Flächen mit Kuhmist gedüngt und gepflügt. Ochsen ziehen als einige Hilfsmittel für den Menschen, die schweren hölzernen Pflüge. Die Aussaat von Hirse und Mais wird vorbereitet. Nach Lamsung (2.280 m) geht es wieder bergan. Heute ist es bedeckt und die Sonne vermag es nur für kurze Zeit ein paar Lücken in die Wolken zu reißen. Oberhalb von Mareni (2.600 m) werden die Zelte aufgeschlagen.

 

05. Tag - 01.11.2010

 

Die Landwirtschaft bleibt zurück. Wir dringen in dichter werdenden Wald, durchsetzt mit Rhododendron, ein. Immer mehr Wolken ziehen auf, die uns die Sicht auf Annapurna, Dhaulagiri und später auch auf das Gurja Himal nehmen. Schwere Wolken hängen über dem Kali Ghandaki. Die Regenschleier sind unverkennbar. Durch die vermoosten Bäume schlängelt sich der Pfad. Plötzlich öffnet sich vor uns die weite Ebene von Jaljala Deurali (3.435 m). Herbstlich braun erstrecken sich die Sommerweiten mit einigen kleinen Steinhütten, die nur im Sommer von den Hirten bewohnt werden. Verloren wirken unsere Zelte in dieser Einsamkeit. Der erhoffte Panoramablick bleibt hinter der dichten Wolkendecke verborgen. Vereinzelt fallen ein paar Tropfen. Zwei Wanderer aus Frankreich ziehen mit Guide und Träger auf dem Weg nach Mareni an unserem Lagerplatz vorbei.

 

 

Nachdem Samje, Wandla und Nurbo uns zu Mittag super beköstigt haben, ziehe ich mich ins Zelt zurück. Es gibt nichts zu sehen und ein wenig Schlaf tut allemal gut. Zur Kaffeezeit bin ich selbstverständlich pünktlich, mit einem Schmöker unterm Arm, im Küchenzelt zurück. Draußen pfeift ein ungemütlicher Wind. Hier drinnen ist es mollig warm.

 

Am lodernden Lagerfeuer, welches unsere Jungens aus Bruchholz entzündet haben, steht wie aus dem Nichts gezaubert, auf einmal ein Gast. Richard aus Münster. Allein unterwegs hatte er sich notgedrungen in eine der Hütten einquartiert. Die Informationen auf der Karte, herausgegeben vom NTB, TAAN, gesponsert durch die UN und dem Slogan „Nepal Tourism Year 2011“ sind irreführend und unverantwortlich. Es sind Siedlungen, als solche gelb markiert, die es z.B. nur im Sommer gibt. Gasthöfe, die nicht existieren, bzw. diese Bezeichnung, zumindest für Touristen nicht verdienen. Fortsetzung folgt. Jedenfalls ist Richard eingeladen und wir verbringen gemeinsam den Abend. Die Spezialität „Brennnesselsuppe“, dessen frische Triebe gestern gepflückt wurden, folgt das Gericht „Sherpa Stew“, ein würziger Eintopf aus Gemüse, handgemachten Nudeln und …? Dies zum Leidwesen Sanges. Spagetti und selbstgemachter Tomatensauce in echt italienischer Art sind zu viel des Guten. Wären meine Enkel Lara und Nick dabei, sie hätten es mit Sicherheit weggeputzt.

 

Rechtzeitig, bevor der Regen einsetzt, habe ich mich in meinen Schlafsack mit Wärmeflasche eingemümmelt. Govinda folgt kurz danach. Noch etwas lesen, Musik hören und wir schlafen ein.

 

06. Tag - 02.11.2010

 

Papa aufstehen, Sonnenaufgang! Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen. Es ist 6 Uhr und bitter kalt, die Zeltplane eisverkrustet. Hurtig zum Viewpoint. Im Osten ist der Himmel purpurn rot gefärbt. Die ersten Strahlen der noch nicht aufgegangenen Sonne treffen die Gipfel. Glitzernde Spitzen am Horizont. Annapurna im grellen Gegenlicht. Weit reicht der Blick vom Dhaulagiri über Tilicho Peak, Nilgiri, Annapurna 1 bis zum vorgelagerten Machhapuchare. Direkt vor uns die vereiste Felswand des Gurja Himal. Im Westen sind die Spitzen der Höhenrücken im Dolpo sichtbar. Welch ein Ort. All die populären Aussichtspunkte wie Nagarkot, Sagankot, Poon Hill, … kann man vergessen.

 

 

Nach 9 Uhr starten wir. Die Sommerweiden bleiben zurück. Unterwegs entspringt der Uttar Ganga Khola an dessen Ufer Gurjakhat (3.000 m) liegt. Zuvor streifen wir durch Mischwälder. Kiefern, Tannen, Rhododendren und Wachholder spenden Schatten. Stellenweise sind diese abgebrannt. Aktionismus der Maos, wie uns die Besitzerin der Pferdestation in Gurjakhat erzählt. Hier befindet sich das erste besiedelte Haus seit unserem Aufbruch. Noch sind die letzten Kartoffen und Bohnen aus der fruchtbaren Ebene von Dhorpatan nach Darbang abzutransportieren. Dann wird auch diese Station über den Winter hinweg schließen.

 

Chhentung (2.940 m). Heute sitzen wir sogar an einem Tisch. Eine hervorragende Unterkunft mit tollen Zimmer (es gibt aber nur eins!), welches keinen Vergleich mit denen einer Komfort-Lodge scheuen muss. Wir haben Glück gehabt. In 3 Tagen wird die Familie, wie all die anderen Bewohner dieser Region in wärmere Gefilde, sogar bis nach Pokhara, umsiedeln. Der Winter naht!

 

07. Tag - 03.11.2010

 

Das Tal weitet sich. Eine fruchtbare Hochebene, die sich bis hinter Dhorpatan erstreckt. Vom Frühjahr bis zum Sommer werden überwiegend Bohnen und Kartoffeln angebaut. Auf den weitläufigen Flächen wird nicht nur Vieh bis hinauf zu den Sommerweiden aufgetrieben, sondern man widmet sich ebenfalls einer erfolgreichen Pferdezucht. Auch Apfelplantagen säumen den Weg. Ist die Ernte im Herbst eingebracht, die Äcker gedüngt und für die Aussaat im Frühjahr vorbereitet, verlässt die Bevölkerung dieses Gebiet und kehrt erst im Frühjahr wieder zurück. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Anfang November die meisten Häuser, die auch gleichzeitig als Lager dienen, leer stehen. Zum Tihar-Fest wird man hier oben wohl niemanden antreffen.

 

In der Dorfschule von Dhorpatan sind momentan noch 100 von 400 Kindern anwesend. Wie uns eine der dortigen Lehrerinnen erläutert, wird die Schule rechtzeitig geschlossen, so dass alle Kinder spätestens zum Laxmi (Lichterfest in Kathmandu) im Winterquartier sind.

 

An den über einigen Dächern im Wind flatternden Gebetsfahnen ist zu erkennen, dass sich hier einige tibetische Flüchtlinge niedergelassen haben. Wir zweigen vom Hauptweg ab und haben Glück, dass die tibetische Familie anwesend ist. Prompt sind wir zum Tee eingeladen. Nicht ohne Grund, denn Tibeterinnen sind geschäftstüchtig. Wer sagt schon nein, wenn höflich gefragt wird, ob wir an tibetischen Schmuck (Made in Nepal) interessiert sind. Eh wir uns versehen, ist die Kollektion ausgebreitet. Nach zähen Feilschen wechselt eine Halskette und 2 Armbänder den Besitzer.

 

Der Campingplatz befindet sich nahe des Flugplatzes, erkennbar nur durch einen Windbeutel. Flugzeuge landen seit Jahren hier nicht mehr. Vielleicht ein Hubschrauber. Dhorpatan ist das einzige Gebiet in Nepal, wo die Jagd legalisiert ist. Zum Abschuss frei gegeben sind im wesentlichen wilde Ziegen. Der Jagdschein kostet 1.000 USD. Wem wundert es, dass nur hin und wieder eine Jägergruppe per Helikopter eingeflogen wird.

 

Bevor wir das Camp einrichten, sehen wir uns nach den auf der Karte verzeichneten Lodges um. Nein Danke! Bretterverschlag oder Raucherstube neben der Polizeistation. Wir ziehen das Zelt vor.

 

08. Tag - 04.11.2010

 

Ruhe- oder Reservetag. Es gibt einige Möglichkeiten, die weitere Umbebung bis an die Grenze nach Dolpo zu erkunden. Bereits in Chhentung kann man nach Norden bis auf über 4.000 m, mit optimalen Blick auch in das Dolpo, aufsteigen. Einen Tag später kehrt man nach Dhorpatan zurück. Auch längere Varianten bis zur Grenze nach Dolpo und zurück sind sogar für Alleinreisende realisierbar. Wir haben uns für die kürzeste und bequemste Variante entschieden. Das Ziel ist der südliche Höhenrücken. Nun merken wir, wie breit dieses Tal ist. Der Uttar Ganga Nada durchströmt die Ebene in mehreren Flussläufen. Auf 2 wippenden, recht dünnen Baumstämmen schaffe ich es mit Govindas Hilfe die tiefste Stelle zu überqueren. Ein schmaler Weg führt im dichten Nadelwald aufwärts. Der folgende Trampelpfad verliert sich im Gewirr zwischen niedrigem Gehölz, verblühten Stauden und in der gelb-braunen Weidelandschaft. Keshab, Träger in unserem Team, und ich vertrauen Govinda. Na endlich, die weitläufigen Sommerweiden sind erreicht. Inmitten dieser verdorrten Wildnis finden wir viele blühende Pflänzchen. Welche eine Blütenpracht muss es hier im Sommer geben. Im Osten ragen Dhaulagiri 1 und das Annapurna über den nördlichen Kamm empor. Schnell genießen wir dieses Panorama, bevor die aus Süden heranstürmenden Wolken uns in Nebel einhüllen.

 

09. Tag - 05.11.2010

 

Mit den letzten Sommer-Bewohnern verlassen wir Dhorpatan. Nach Überschreitung des Banjyang Passes (2.880 m) führt der Weg entlang des Phurdung Khola hinunter nach Phaliyaghar (2.507 m). Der holprige Weg ist meist überschwemmt. Auf gerölligen Untergrund waten wir abwärts. Voll beladene Pferde, Familien mit Kindern sind auf gleicher Strecke unterwegs. Andererseits kommen uns Mulis und Pferde entgegen, die noch die Reste der in Dhorpatan lagernden Ernte, insbesondere Kartoffeln, abholen müssen, bevor der Frost einsetzt. Ich erinnere mich an eine Tibeterin, die im Frühjahr ihre im Winter eingelagerten Kartoffeln aus einem tiefen Erdloch ausgrub.

Bis Bobang (1.730 m) herrscht Hochbetrieb auf diesem landestypischen Handelsweg. Die Siedlung Bobang erstreckt sich über eine Länge von etwa 2 km. Dort entdecken wir ein weiteres nepalisches Gasthaus, welches nicht zur Übernachtung zu empfehlen ist. Unter der Dachschräge, direkt über der Küche gibt es 3 oder 4 Schlafplätze. Wir ziehen weiter auf einer Straße, wo eigentlich Jeeps verkehren sollten. Doch die mit Gewalt in die Landschaft gegrabene Piste ist weitgehend durch Erdrutsche und sonstige Einflüsse zerstört und selbst für Motorräder unpassierbar. In Dogadi finden wir die von einen Einheimischen in Bobang empfohlene Unterkunft.

In der ersten Etage beziehe ich eine kleine Kammer mit Bett. Im Nebenraum werden Govinda und unser Team es sich bequem machen. Doch bevor es soweit ist, hat Küchenchef Sange die heimische Küche mit der Besitzerin geteilt. Während Govinda und ich der kulturellen Darbietung der Dorfbewohner zum bevorstehenden Tihar Fest folgen, verschwindet erst eine und dann die zweite hier frei herum laufende Ente. Zu nahe bei der Köchin, schon am Hals gepackt. Eine halbe Stunde später ist das Federvieh Beilage zum Dhaal Bhaat.

 

10. Tag - 06.11.2010

 

Wir folgen der vermeintlichen Straße nach Burtibang. Musik auf den Ohren. Der Sound der „Toten Hosen“ passt. Bei „Bayern“ singen Govinda und ich gemeinsam, denn wir sind Schalke Fans. Die Straße endet. Zumindest geht es nicht mehr weiter und wir wechseln auf die andere Seite des Bhuji Khola. Auf diesen ursprünglichen Handelsweg, der weiterhin von den Einheimischen bevorzugt wird, ist Burtibang schnell erreicht.

 

Gerade haben wir unsere Zimmer im dortigem Hotel/Gasthof (die Definition passt) bezogen, stellt Govinda zu meiner Überraschung fest, dass schon heute Abend „Laxmi“ und demzufolge morgen „Tikar“, das Familienfest gefeiert wird. Es bedeutet, dass weder heute noch morgen irgendein Bus oder Taxi in Richtung Beni bzw. Pokhara fahren wird. Wir hängen die nächsten 24 Stunden fest. Govinda rotiert!

 

11. Tag - 07.11.2010

 

Zum Glück ist da die Dachterrasse, auf der wir es uns gemütlich machen. Lesen, Karten spielen, ein zum Feiertag wohl verdientes Bier mit knusprigen Papad. Sange bereitet dazu das passende Masala. Zwischendurch ein Spaziergang durch den Ort. Ich bin der einzige Tourist.  Am Abend folgt die Abschieds-Torte. Wir feiern gemeinsam den Abschuss dieser Tour. Morgen früh geht es zurück nach Pokhara.

 

12. Tag - 08.11.2010

Irrtum, weder Jeep noch Taxi fahren nach Baglung, geschweige denn direkt nach Pokhara. Die Information der Wirtin war schlicht falsch, dass täglich Busse und Jeeps auf dieser Strecke verkehren. Ebenso unzutreffend ist die in der Wanderkarte gedruckte Verkehrsanbindung nach Baglung und Pokhara. Wenn, dann hätte man spätestens gestern Vormittag einen Jeep in Baglung bestellen müssen. Im Buspark von Burtibang stehen zwar 6 Busse aber täglich fährt nur ein Linienbus nach Kathmandu. 27 Stunden über Butwal und Chitwan, die Sange, Man, Wandka und Nurbu bevorstehen. Für Govinda, Keshab und mich wird in ca. 10 Stunden in Tansen Endstation sein. Trotzdem müssen wir ein Ticket zum Preis von 1.000 Rupien (ca. 11 EUR) bis nach Kathmandu kaufen, denn sonst bekommen wir keinen Sitzplatz.

 

Eine Horrorfahrt beginnt. Bereits bei der Abfahrt ist der Bus überfüllt. Einheimische die nicht auf dem Dach sitzen, stehen eng gedrängt mit Sack und Pack im Mittelgang. Tihar ist vorüber und die angereisten Familienmitglieder wollen nach Hause. Warum werden heute nicht mehr Busse eingesetzt? Es stehen doch noch 5 in Burtibang. Es ist halt so, wir sind in Nepal. Eingezwängt auf für asiatische Körpergröße genormte Sitze schaukelt der recht marode Bus dahin. Nach etwa jeden Kilometer eine Haltestelle. Stopp, weitere Fahrgäste steigen ein bzw. auf. Dann hält der Bus. Nichts geht mehr. Der Bus ist überladen! Allein auf dem Dach sitzen mehr als 50 Personen. Der Busfahrer fordert alle lokalen Einheimische auf, aus- bzw. abzusteigen. Eine heftige Diskussion entbrennt. Als es endlich mit weniger Passagieren weiter geht, hat sich im Innenraum die Situation nicht verbessert. Nach der obligatorischen Dhaal Bhaat Pause, Schaukelei und schlechter Luft erreicht die Kotzerei ihren Höhenpunkt. Vorsorglich habe ich auf Essen und Trinken verzichtet. Zu allen weiteren Übel ist der Verstellmechanismus meines Sitzes gebrochen. Ich habe nun einen Liegesitz, der auf den Knien des hinter mir sitzenden Sanges abgefedert wird. Was bleibt ist aufrecht zu sitzen, meine Beine irgendwie zwischen all den anderen Körpern im Gang zu platzieren. Abwechselnd kann ich die Seite von Govindas Rückenlehne und die meines Vordermanns als provisorische Lehne zu nutzen. Govinda, der am Fenster sitzt geht es auch nicht besser. Bewegungsunfähig sind seine Knie eingeklemmt.

Ein unerwarteter Halt. Der linke Hinterreifen ist hinüber. Wenigstens etwas Zeit die steifen Glieder zu strecken. Die Achterbahnfahrt, teilweise durch Flussläufe, setzt sich fort. Fünf Stunden sind seit der Mittagspause vergangen, als der Busfahrer zur Pinkelpause anhält, wahrscheinlich um sich selbst zu erleichtern. Alle Mann raus und wieder hinein in den nach Ausdünstungen stinkenden Bus. Mit Einbruch der Dunkelheit endet die Rumpelei. Endlich eine asphaltierte Straße unter den Rädern. Noch sind es 1 ½ Stunden bis Tansen. Nach 11 Stunden können wir aufatmen. Von der Haltestelle sind es nur wenige Meter bis zum Hotel „White Lake“ wo wir die reservierten Zimmer beziehen.

 

13. Tag - 09.11.2010

 

125 km, 4 Stunden mit dem Taxi und wir sind in Pokhara. Fest steht, nie wieder eine längere Fahr mit lokalen Bussen. Im Lake View Resort begegnet uns Dipendra mit Ralf-Peters Gruppe, die vor wenigen Minuten von der Umrundung der Annapurna zurück sind. Welch eine Überraschung, als auch noch Tara mit Regina und Andreas aus Kathmandu eintrifft, mit denen er morgen zum Annapurna BC aufbrechen wird. Tara hat während seines 1-jährigen Aufenthalt in der Pfalz fleißig Deutsch gelernt. Er kennt die dortigen nach Altbundeskanzler Helmut Kohl benannten Wanderwege und hat sogar „Saumagen“ probiert.

 

Da Keshap, unser Träger, dringend bei der Reisernte in Kathmandu gebraucht wird, ist Hari, unser Mann für Alles, nach Pokhara geeilt, um uns auf einen von Govinda erkundeten Trek, den wir Pfannkuchen-Trek getauft haben, zu begleiten. Vom eigentlichen Namen PANCHASE wurde PANCAKE abgeleitet und ins deutsche übersetzt. Das ursprüngliche geplante Homestay-Trekking stellen wir zurück, da wir dorthin auf den lokalen Bus angewiesen wären. Im Moment, nein, danke!

 

14. Tag - 0.11.2010

 

Wir nutzen den Tag, um einige Hotels in Pokhara zu begutachten. Endlich lerne ich das Hotel BARAHI kennen, in welchen wir bereits Gäste untergebrachten. Die gepflegte Anlage, ruhig aber zentral am Lakeside gelegen, verfügt über einen Pool und biete SPA. Für diejenigen, die nach einer Trekking-Tour noch 2 oder 3 Tage in Pokhara entspannen möchten, ist dies der ideale Platz. Die so populäre FISHTAIL Lodge ist aus meiner Sicht zu abgelegen, da nur per Boot/Fähre erreichbar. In diesem Hotel ist man vom Lake Side abgeschnitten, auf der Insel isoliert.

 

15. Tag - 11.11.2010

 

Mit dem Taxi fahren wir an das westliche Ende des Phewa See, dort wo zwischen Reisfeldern sich der Harpan Khola ergießt. In Ghatichhina wird das Gepäck geschultert und der Aufstieg über unzählige Stufen beginnt. Zwar führt eine Straße in weiten Kehren ebenfalls aufwärts, ist aber augrund unübersehbarer Monsunschäden nicht nutzbar. Nach Auskunft Einheimischer kann die Straße mit Jeeps lediglich in den Monaten März, April und Mai befahren werden. So wie ich die Dinge einschätze, war eine Fahrt im Jahr der Fertigstellung möglich. Es ist die gleiche Situation, wie wir sie noch vor ein paar Tagen auf dem Rückweg von Dhorpatan erlebten. Der ökonomische Nutzen eines derartigen gewaltsam voran getriebenen Straßenbaus ist aus meiner Sicht äußerst zweifelhaft, ganz zu schweigen von den angerichteten ökologischen Schäden. Die gut ausgebauten Treppenstiege zwischen den Siedlungen haben jahrhunderte dem Monsun getrotzt. Auf diesen bewährten Wegen sind die hier lebenden Gurung schneller und sicherer von Ort zu Ort als über die Straße. Das Siedlungsgebiet der Gurung erstreckt sich bis weit nach Norden. Die schönsten in ihrer ursprünglichen Art noch erhaltenen Dörfer findet man westlich von Khudi, wo der 5-tägige Homestay-Trek beginnt (siehe Reisebericht: 2006 - Abseits der Trekkingpfade). Das touristisch bekannteste ist Ghandruk. Die Gurung, einst aus der Mongolei über Tibet eingewandert, sind wahre Meister im Anlegen derartiger natursteinernen, unverwüstlichen Treppenanlagen.

Heute ist es wolkig und schwül. Vom Bergpanorama ist wenig zu erkennen. Nach einer Stunde sind unsere T-Shirts klatschnass. Wir folgen nun der ungenutzten Trasse, die sich irgendwo ins Nirwana entwindet, bis wir zur Mittagspause in Makanpur einkehren, wo eine Homestay Unterkunft eingerichtet wird. In Panchase Bhanjyang (2.066 m) eingetroffen, dürften wohl 7.000 Stufen unter uns liegen. Hier besteht die Auswahl zwischen 3 Gasthäusern bzw. Hotels, wie wir diese schon aus Dhorpatan kennen. Das Green Valley, bewirtet von 3 Frauen, war wie sich später herausstellt, die schlechteste Wahl. Die 3 Damen des Hauses waren sicherlich sehr nett und zuvorkommend. Ohne Govinda bezweifle ich, etwas Genießbares zu Essen bekommen zu haben. Das ich den Zuckertee, der den Schmelz direkt von den Zähnen löst, ablehne, ruft nur Erstaunen hervor. Auch die Möglichkeit zum Waschen suchte ich vergeblich. Hinter der Toilette versteckt, befindet sich die übliche Wasserstelle. Doch ein Schlauch führt vom Wasserhahn auf den Weg vor dem Haus. Bad und Küche befinden sich sozusagen auf der Straße.

 

16. Tag - 12.11.2010

 

Sonnenaufgang. Bis gegen 8 Uhr ist uns die Sicht auf Annapurna, Machhapuchare, Lamjung bis hin zum Manaslu gegönnt. Über dem Tal mit Pokhara und Phewa See hängen dicke Wolken, die ständig weiter aufsteigen. Als wir eine Stunde später den Aussichtspunkt Panchase Danda (2.517 m) erreichen, sind wir vom Nebel umhüllt. Es ist ungemütlich, nasskaltes Novemberwetter, wie wir es von zu Hause kennen. Unverzüglich beginnen wir den Abstieg nach Bhadaure (1.600 m). Waren es gestern die Stufen hinauf, so sind es heute die Stufen hinab. Obwohl wir bereits zur Mittagzeit Bhadaure erreichen, ist der Beschluss einvernehmlich gefasst: Bei diesem niesen Wetter gehen wir keinen Schritt weiter, zumal das „Holiness Food & Guesthouse“ eine sehr gute Unterkunft bietet. Wir bedauern all die Touristen, die uns heute entgegen kamen und heute Nacht im Zelt übernachten müssen.

 

17. Tag - 13.11.2010

 

Novembernebel, obwohl es gestern Abend geregnet hat. Bei phantastischer Sicht in die tief hängende Wolkenformationen folgen wir dem Fahrweg nach Kande (1.770 m). Die einzige Abwechslung im tristen Grau ist der beliebte Treffpunkt und Picknickplatz Jugendlicher oberhalb des Ortes. Es ist Samstag, das Bumbum der Bässe nepalischer Popmusik dröhnt uns entgegen und wird uns weiter verfolgen.

Nach Überqueren der Straße zwischen Pokhara und Beni ist das Australien Camp (2.050 m) recht schnell erreicht. Wir sind im Himmel der Engel, dem „Angle’s Heaven Guest House“ mit super eingerichteten Zimmern und Bad. Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest treiben nur noch Dampfschwaden aus der himmlischen Küche um uns herum. Die Engel haben anderes zu tun, als für besseres Wetter zu sorgen.

 

Pothana ist lediglich 20 Gehminuten vom Australien Camp entfernt. Dort habe ich mit Dorlis auf unserer ersten gemeinsamen Nepalreise im Jahre 1999 übernachtet (siehe Reisebericht: Nepal erleben - Kultur und Trekken im Annapurna). Also machen wir uns auf den Weg, gönnen uns dort ein Bier und kehren zurück. Was bleibt ist Karten spielen, lesen, Musik hören. Es beginnt zu regnen. Wird das Wetter morgen besser?

 

18. Tag - 14.11.2010

 

Das Gebirgspanorama muss ich mir in Erinnerung rufen oder auf dem Plakat der Lodge ansehen. Im Osten türmen sich weitere dunkle Wolken auf. Die Entscheidung fällt leicht, die Tour zu beenden. Nach Dhampus hinunter folgen wir dem schmalen Pfad über den Höhenrücken. Möglicherweise ist dies der Weg, den ich 1995 während meiner ersten Nepalreise mit dem Summit Club unternahm. Jedenfalls kommt mir der Platz oberhalb des Australien Camp bekannt vor. Dort könnten die Zelte gestanden haben, bevor wir über Dhampus nach Phedi abstiegen.

 

Auf gleichen Wege laufen auch wir zurück. In Phedi angekommen gönnen wir uns ein Taxi und sind zur Mittagzeit in Pokhara. Da wir einen Tag eher als geplant eintreffen, müssen wir mit einem 3-Bett-Zimmer im alten Flügel des Lake View Resort vorlieb nehmen. So überlaufen habe ich Pokhara noch nie erlebt. Es scheint, dass heute viele Touristen vom Trekking zurück sind und gleichzeitig einige aus Kathmandu eingetroffen sind, die morgen zur Tour aufbrechen werden.

 

19. Tag - 15.11.2010

 

Meine gestrige Prognose war richtig. Zur gewöhnlichen Frühstückzeit ist das Hotel fast leer. Die Busse nach Kathmandu fahren ab 7 Uhr, zum Trekking wird meist noch eher aufgebrochen. Weiterhin hängen Regenwolken über dem Phewa See. Eine Bootsfahrt? Ist zu ungemütlich! Was bleibt, ist ein Bummel durch die Innenstadt von Pokhara mit den lokalen Einkaufstraßen.

 

Am Nachmittag ziehe ich im BARAHI ein. Um ein Hotel beurteilen zu können, muss man dort mindestens einmal übernachten. Es ist nur ein Einzelzimmer verfügbar, so dass Govinda und Hari im Lake View verbleiben. Trotzdem feiern wir gemeinsam einen gemütlichen Abend in einem etwas abseits gelegenem Restaurant.

 

20. Tag - 16.11.2010

 

Um 6 Uhr steht Govinda wie verabredet in meinen Zimmer. Duschen, Sachen packen und zum Frühstück ein Masalla-Omelette. Noch vor 8 Uhr rollen wir in Richtung Kathmandu. Wieder im Office, als erstes ein Anruf daheim. Alles ok, sowohl hier und dort. Dann hinauf in die 5. Etage des Manang. Wie üblich kein Strom. Also zu Fuß ins Zimmer 507, was nach den vielen Stufen der zurückliegenden Tage kein Problem ist.

 

21. -  23. Tag - 17. - 19.11.2010

 

Das ungemütliche Wetter bleibt bestehen. Es ist meist neblig und außergewöhnlich kalt. Statt in die kurze Hose, schlüpfe ich in die lange. Jacke und Socken sind ebenfalls erforderlich. Was ist mit dem Wetter? Alle reden von der globalen Erwärmung. Hier ist es zu kalt. Am Tag vor meinem Abflug wird es wieder sonnig. Das Thermometer steigt mittags auf über 26 °C. Das Abschiedessen mit der Familie findet wie üblich im Delima Garden statt.

 

24. Tag - 20.11.2010

 

Alles eingekauft? Welche Dinge bleiben hier, welche muss ich mit nach Hause nehmen? Schließlich ist gepackt. Abschied am Flughafen. Am 02. März 2011 könnt ihr mich wieder abholen. Der Flug ist gebucht!

 

Dann folgt unendliches Warten. Verspätung um 3 Stunden. Letztendlich wird der Rückflug GF 261 gestrichen. Technische Probleme sind der Grund. Umbuchung! Mit 4 weiteren Passagieren beginnt die Heimreise über Hongkong. In Kathmandu kennt der Mann von GULF den weiteren Flugplan nicht. Also begeben wir uns an Bord der Dragon Air und heben kurz vor Mitternacht gen Hongkong ab.

 

25 Tag - 21.11.2010

 

In den frühen Morgenstunden setzen wir in Hongkong auf. Mit dem Ersatzticket in der Hand gilt es den Schalter der CATHAY PACIFIC zu finden. Dort erfahren wir, dass die Maschine erst um Mitternacht nach Frankfurt startet. 18 Stunden Aufenthalt! Wie die Zeit vertreiben? Mit einem Ehepaar aus Berlin, die Namen habe ich vergessen, besorgen wir uns Tageszimmer im Hotel des Airports. Nach ein paar Stunden Ruhe in der ich die Familie zu Hause per Email informiere (Telefon funktioniert nicht), begeben wir uns auf Sightseeing nach Hongkong Island. Der hypermoderne Zug benötigt vom Flughafen etwa 20 Minuten. Da Dorlis und ich 2003 in Hongkong waren, kann ich mich an einige Sehenswürdigkeiten erinnern. Abgesehen von den riesigen Shopping Center steuern wir die Piers und schließlich das Restaurant- und Kneipenviertel oberhalb der Hollywood Street an. Nepal ist auch hier zugegen. Im „Annapurna“ kehren wir ein. Dann müssen wir zum Flughafen zurück. Dort schaffe ich es endlich, Dorlis telefonisch zu erreichen. Gregor, dem ich auch ein Email sandte, hat Dorlis informiert. Also einen Tag später daheim und wie gewohnt zum 2. Frühstück.

 

26 Tag - 22.11.2010

 

Pünktlich lande ich in Frankfurt. Der ICE nach Essen ist rappelvoll, Montag! Ich erschleiche mir einen reservierten, aber noch freien Sitzplatz. Mal schauen was passiert. In den Gängen ist es eng, wie im lokalen Bus in Nepal. Ein Fortkommen unmöglich. In Düsseldorf leert sich der Zug. Dann bin ich zu Hause. Dorlis, Tanja, Nick und Lenny nehmen mich in Empfang. Das zweite Frühstück wartet und Lenny schreit nach Milch. Ein glücklicher Opa versucht den Kleinen zu beruhigen.

 

Es ist kalt und die Weihnachtsmärkte sind geöffnet, so wie ich es mir gewünscht habe!