Kunterbuntes aus Nepal
 

Indra Jatra, Newar New Year und das Lichterfest Tihar
News aus Kathmandu

und die Trekking-Touren:

Wolken im Khumbu
Sonnenschein im Langtang

 

Reisebericht 13.09. - 19.11.2016

 

der weiße Bhairava, Durbar Square Kathmandu

Kindgöttin Kumari

Dhanda Homestay-Trekking - Vom Trisuli nach Dhading Beshi

Notunterkunft nach den Erdbeben in Nepal

Götter-Marionetten am Dhurbar Spare in Kathmandu

Seilbahn zum Chandragiri Hill

Tihar Lichterfest in Kathmandu

Newar New Year in Kirtipur, Nepal

Einweihung der Stupa in Boudha

 

Vorwort

Wenn ich richtig gezählt habe, ist es meine 35. Reise seit dem Jahre 1995 in das Land am Dach der Welt. Nepal ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Bin Bestandteil der Familien von Bal Krishna und Govinda in Kathmandu, mit denen ich gemeinsam während meiner dortigen Aufenthalte in Sitapaila lebe. Nachdem wir im Jahre 1999 HIMATREK gründeten, nennen mich auch alle weiteren Freunde, ob Guide, Koch oder Träger „Papa“.

Eigentlich sollte ich Nepal inzwischen von A-Z und quer durch das Land kennen. Aber es gibt noch so viele Dinge und Orte, die ich immer noch nicht erleben/besuchen konnte. So steht erstmals das Indra Jatra Fest in Kathmandu auf dem Programm, welches der Grund für meine recht frühzeitige Herbstreise ist. Weiterhin  gibt es ein paar weiße Flecken auf der persönlichen Landkarte, u.a. das Gebiet um den Mera Peak und der immer noch nicht erreichte Gokyo Ri. Und wie schaut es im oberen Langtang nach den verheerenden Erdbeben aus?

Meine Erlebnisse und Eindrücke der beiden Trekking-Touren ins Khumbu und Langtang werden in gewohnter Weise als separate Berichte geschrieben.

 

© Klaus Töpfer
HIMATREK
Gelsenkirchen,
Januar 2017
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Flughafen Istanbul1. Tag - 13.09.2016

Im Flughafen Düsseldorf angekommen, finde ich das Terminal C fast leer vor. Zum Check-in am Schalter der Turkish Airline stehen gerade mal 10 Personen. Bei der Sicherheitskontrolle bin ich sogar der einzige. Pünktlich hebt der kleine A 321 ab und 3 ½ Stunden später dockt die Maschine in Istanbul an. Die 3 Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug nach Kathmandu gehen schnell vorüber. Per WiFi mal schnell ins Internet, etwas schmökern und kurz nach 21 Uhr hebt der A 330 nach Kathmandu ab.

2. Tag - 14.09.2016

Mit etwa 15 Minuten Verspätung setzt die Maschine auf der Landebahn des Tribhuvan Airport in Kathmandu auf. Zuvor sagen die Gipfel vom Dhaulagiri, Annapurna, Manaslu bis zum Ganesh Himal: Well come to Nepal again. Nun folgt die gewohnte Prozedur der Einreise. Wer halt am Schalter für die Bezahlung der Visa-Gebühr eventuell in der Schlange warten muss, erspart sich diese Wartezeit am Gepäckband.

Sunkalpa in SitapailaDraußen ist es bereits am frühen Morgen warm und schwül, als mich Govinda und Krishna herzlichste in Empfang nehmen. Wie immer fahren wir direkt nach Hause in Sitapaila, wo uns Radhika und Srijana zum Frühstück erwarten: Chapati mit Omelette Masalla und für Papa der große Pott Milchkaffee. Der vierjährige Sunkalpa freut sich, dass sein Grandpa wieder im Lande ist, um morgendliche Süßigkeiten zu ergattern. Nachdem Koffer und Taschen ausgeräumt und eingeräumt, Geschenke übergeben sind als auch das Notebook in Betrieb genommen ist, bedarf es eines Nickerchen.Fried Momos im Delima Garden, Kathmandu

Zur Mittagzeit munden, wie immer, die herzhaft zubereiteten Fried Momos mit hausgemachten Sauce im Delima Garden. Nach gemütlichem Rundgang durch das Touristenzentrum Thamel trifft man sich ins Sams Bar mit Rolf, dem Reporter, Kaffee-Experten und Kolibri-Reiseleiter. Statt daheim in Sitapaila das familiäre Dhaal Bhaat zu genießen, lassen Govinda und ich im Bamboo Club mit Hot & Sour Soup, Alu Jeera diesen Tag ausklingen.

Indra Jatra Festival in Kathmandu3. Tag - 15.09.2016
zur Bildershow Indra Jatra

Indra Jatra - Das Fest zu Ehren des Regengottes, der während des Monsuns für eine gute Ernte gesorgt hat. Die Monsunzeit endet Mitte September und seit meiner Ankunft ist in Kathmandu tagsüber keine Tröpfchen vom Himmel gefallen. Aber es ist heiß und schwül. Das Thermometer zeigt zwar lediglich 25 °C doch die Luftfeuchtigkeit ist recht hoch. Gemeinsam mit Radhika und Govinda schaukeln wir mit dem Tuktuk von Sitapaila zum Fluss Bagmati und von dort zum Durbar Square. Die Gitter vor dem Schrein des weißen Bhairava sind entfernt. Weißer Bhairava in KathmanduÜberall Festtag-Stimmung. Zur Mittagzeit ziehen endlich ein paar Wolken auf, der Wind frischt auf und es ist angenehm auf der Dachterrasse eines der vielen Restaurants am Durbar Square, wo wir auf den Beginn der Festlichkeiten etwas zu lange abwarten.

Durch dichtes Gedränge erhasche ich noch einen recht guten Platz auf der oberen Stufe des Shiva-Tempels, direkt unterhalb des Fensters, wo Shiva und Pavati hinaus blicken. Ganesh tanzt durch die Massen. Hinzu gesellen sich Musikanten und Masken-Tänzer. Eine riesige Flagge Nepals wird geschwenkt. Schließlich tauchen 3 Wagen auf. Zuerst mit der Kindgöttin Kumari, gefolgt von weiteren gleich geschminkten Mädchen für Ganesh und Bhairava. Ansonsten: Bilder sagen mehr als Worte.
 

Ganesh Indra Jatra Fest in Kathmandu Kindgöttin Kumari

 

4. Tag - 16.09.2016

Einen weiteren Tag wollen wir dieses einmalige Festival erleben. Heute starten wir nach einem Lunch im Delima Garden mit den besten Fried Momos und hausgemachter Sauce früher zum Durbar Square. Über Kumari habe ich auch einiges gelernt. Im Alter zwischen zwei und vier Jahren wird sie anhand von 32 körperlichen Merkmalen aus einer buddhistischen Familie der Newar ausgewählt und als „lebende Göttin“ von Hindus und Buddhisten verehrt. Man beachte, dass die ethnische Gruppe der Newar sowohl hinduistischen als auch buddhistischer Religionen angehören!

Im Schatten des Kumari-Hauses kann ich das Treiben auf einem Mauersockel wesentlich besser beobachten. Alles wiederholt sich wie gestern, aber man ist näher dran. Dazu auch ein „Hallo Klaus“, ein nicht erwartetes Treffen mit Ines.

Haus der Kumari

5. Tag - 17.09.2016

In der Nacht hat es heftig geschauert. Heute ein Tag ohne Programm. Im Büro aufräumen und Unnützes entsorgen. Kennt jemand noch 1,44 MB oder Video 8 Disketten? Zwischendurch begebe ich mich zum Barbier. Die perfekte Rasur mit Gesichtscreme und Aftershave zum Superpreis von 100 NRP (ca. 1 EUR).
 

6. Tag - 18.09.2016

Es regnet, als ich in den lokalen Bus nach Boudha (Bodnath) einsteige. Eine Stunde dauert die Fahrt von Sitapaila. Ich nehmen den Seiteneingang zur Stupa, denn ich sehe nicht ein, 250 NRP für die Besichtigung einer Baustelle zu entrichten. Es wird weiterhin seit dem Stupa in Bodnath (Boudha), KathmanduFrühjahr 2016 fleißig gewerkelt. Inzwischen ist der 40 m hohe Sakralbau von Grund auf (Mandala) bis zur Halbkugel neu verputzt. Am viereckigen Turm mit Buddhas Augen, welche in die 4 Himmelrichtungen blicken, sind die Maler tätig. Während hier genügend Geld, durch private Spenden/Direkthilfe für die komplette Sanierung zur Verfügung stehen, hoffen viele durch das Erdbeben obdachlos gewordene Menschen im nahe gelegenen Camp bislang vergeblich auf Unterstützung.

Um mein Karma zu verbessern, beginne ich die Umrundung der Stupa wie all die anderen hier lebenden Buddhisten im Uhrzeigersinn. Nach der ersten Runde, endet der Regen, nach der zweiten klart es auf und nach Runde 3 zeigt sich die Sonne. Schnell wird es heiß und schwül. Mit dem Bus geht es zurück nach zur Abzweigung Balaju auf der Ringroad. Umsteigen und mit den Bus in 5 Minuten nach Thamel zum mittäglichen Imbiss im Bamboo Garden. Statt in der Hitze noch einen Spaziergang in Richtung der lokalen Märkte und zum Durbar Square zu unternehmen, gönne ich mir einen geruhsamen Nachmittag daheim in meinem „Appartement“ in Sitapaila.

Vor 2 Tagen lag im Delima Garden ein Flyer auf dem Tisch. Ein Angebot zu einen Dhading-Homestay-Trek. Krishna hat sich weiter erkundigt. Nach zusätzlichen googeln, steht der Plan für eine 4-tägige Trekking-Tour von Kalchedi am Trisuli River nach Dhading Beshi zu wandern.

7. Tag - 19.09.2016Start des Dhanda-Trekking
zur Bildershow Dhading-Homestay Trekking

Mit meinen langjährigen Freund Sanje Sherpa, der mich wie so oft als Porter-Guide begleitete, warten wir an der Haltestelle in Sitapaila auf den richtigen Bus, der uns zunächst nach Baireni bringen soll. Etwas Geduld muss man haben und gegen 11 Uhr ist das erste Etappenziel erreicht. Sanje lässt sich das für Nepali überlebensnotwendige Dhaal Bhaat schmecken. Mir reicht eine Cola. Mit einen Mikro-Bus geht es ein paar Kilometer weiter bis zur Mündung des Khosi Khola in den Trisuli.

Hängebrücke über den Trisuli River, NepalEine lange Hängebrücke führt über den Fluss in das Seitental. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel. Das Thermometer steigt auf 33 °C. Der Schweiß rinnt. Eigentlich sollten wir ein Dorf mit Homestay-Unterkunft in etwa 2 Stunden erreichen. In diesen grünen Tal mit Reisfeldern, Bananenstauden am Wegesrand sucht man eine Siedlung vergeblich. Sind wir auf dem richtigen Wege? Da und dort ist eine Abzweigung, aber wohin? Also folgen wir den Hauptweg, auf welchen auch einige Einheimische unterwegs sind. Ständig bergan, nun überwiegend durch etwas schattenspendenden Wald. Endlich steht zumindest ein bescheidenes Teahouse am Wegesrand. Eine Rast ist Mais und Bauernlandschaft in Nepalnotwendig, um auch aus meinen T-Shirt einen halben Liter „Mineralwasser“ auszuwringen.

Bis zur nächsten Ortschaft Syaldada (ca. 1.000 m) soll es nur noch eine Stunde sein. Letztendlich werden es 3 Stunden. Ich bin groggy. 550 Höhemeter im subtropischen Klima. Homestay SchlafplatzEine Homestay Unterkunft? Fehlanzeige! Aber hier beweist sich wieder einmal die nepalische Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Der Besitzer des kleinen Dorfladens bietet uns das Kinderzimmer zur Übernachtung an. Ruckzuck ist es aufgeräumt, die Betten frisch bezogen und gemeinsam mit der ganzen Familie verbringen wir schließlich den Abend. Sanje, gelernter Koch, lässt es sich nicht nehmen in der Küche bei der Zubereitung des Abendessen (Kartoffeln und Gemüseallerlei) aktiv zu helfen.
 

8. Tag - 20.09.2016Maisernte in Nepal

Heiß, heiß und schwül. Dies schon gleich nach Sonnenaufgang. Wir nehmen Abschied von unseren Gastgebern und folgen den zunächst eben verlaufenen schmalen Fahrweg. Zu beiden Seiten Terrassenfelder mit erntereifen Mais. Dort wo die Kolben abgeerntet sind, sprießt bereits der Weizen. Ein Bach fließt durch das weite grasgrüne Tal. Gegenüber erheben sich die Hügel mit dem Ort Patale (1.500 m). Trekking nach Patale
Ein Jeep steckt im Morast des Fahrweges fest. Nachdem man das Schlammloch entwässert hat, wird er quasi ausgegraben. In der nächsten Siedlung (Name nicht zu identifizieren) stehen wir nach kurzer Pause vor der Entscheidung: Den kurzen aber steilen Weg, den längeren oder gar der Straße folgen? 300 Höhenmeter liegen vor uns. Papa, nur eine halbe Stunde und wir sind oben. Nein danke, dieser steile Pfad kommt bei bestialischer Hitze  nicht in Betracht. Mein Shirt ist jetzt schon klatschnass. Nehmen wir den etwas gemächlicheren Weg. Gesagt, getan und schön gemütlich.

Schulkindere in Patale, NepalIm lichten Wald erscheinen die Konturen eines großen Gebäudes. Ein schattiger Platz? Vielleicht auch ein kleiner Laden, der ein kühles Getränk anbietet? Um die Hausecke herum und wir stehen auf dem Schulhof der Primary School von Patale. Gerne nehmen wir das Angebot der Lehrer an, im Lehrerzimmer eine Rast einzulegen. Beim gemütlichen Plausch, erfahren wir, dass hier 200 Kinder unterrichtet werden und das Dorf beim Erdbeben im Frühjahr 2015 fast vollständig zerstört wurde. Erst wenige Häuser konnten repariert bzw. neu aufgebaut werden. Darunter auch eine Lodge.

Die Schule liegt außerhalb des Ortes. So folgen wir dem jungen Mann, der uns durch die Terrassenfelder zur Straße begleitet. Auf der sanft ansteigender Piste ist der Sattel des Hügels kurz darauf erreicht. Ein klein wenig abwärts und unser Homestay Domizil ist erreicht.Bauernhaus - Dhading-Trekking, Nepal

Camp in Patale - Dhanda-Homestay TrekkingObwohl aus der kalten Dusche nur lauwarmes Wasser fließt, fühlt man sich wie neu geboren. Nachdem die Haut von Schweiß und Staub gereinigt ist, genießen wir das schattige Plätzchen vor unserem Zimmer. Kein Lüftchen regt sich. Die heiße Luft steht. Erst bei Sonnenuntergang begebe ich mich auf einen Rundgang durch das Dorf. Mit ganz wenigen Ausnahmen (durch private Mittel) ist vom erforderlichen Wiederaufbau nichts zu sehen. Sonnenuntergang am Manaslu, NepalDer überwiegende Teil der Bevölkerung lebt weiterhin in notdürftig selbst gezimmerten Hütten oder Zelten.

In den Bergen um Manaslu und Ganesh Himal tobt ein gewaltiges Gewitter. Grelle Blitze lassen die tief hängenden Wolken gespenstig aufblitzen. Direkt über uns ein sternenklarer Himmel. Als im Dorf der Strom ausfällt und all die blendenden Lichter erlöschen, erstrahlt Milliarden Sterne, Galaxien und das Band der heimischen Milchstraße.

9. Tag - 21.09.2016

In der Nacht prasselt der Regen auf das Wellblechdach des Hauses. Am Morgen ist es windig und tief hängen dunkle Wolken in den Hügeln. Weiterhin fallen vereinzelt Tropfen. Auf die möglichen Ausflüge auf glitschigem Waldweg zu der etwa 2 Gehstunden entfernten Fledermaus-Höhle oder zum Viewpoint verzichten wir bei dieser Wetterlage. Da nach aktuellen Informationen auch in allen umliegenden Dörfern momentan noch keine Übernachtungsmöglichkeiten bestehen, treten wir die Rückweg nach Dhading Beshi an.Tal nach Dhading Beshi, Dhanda-Trekking

Ein kurzes Stück über Treppenstufen hinunter ins tiefe Tal. Der teilweise morastige Fahrweg wird da und dort von einem Bach überflutet. Machen wir es den Nepali gleich. Hindurch in Schuhen. Während die Einheimischen in landestypischen Plastiksandalen durch das Wasser waten, reinigen wir bei dieser Gelegenheit unsere voller Lehm und Dreck verschmutzten Schuhe. Ein paar Meter weiter sind diese abermals mit Erde verklumpt und freuen sich auf den nächsten Wasserlauf.

Distrikt Hauptstadt Dhading BesiMit nassen aber warmen Füßen, in triefenden Socken und Schuhen erreichen wir den Ortseingang der Distrikt Hauptstadt Dhading Beshi. Ein paar Kilometer zieht sich die betonierte Straße zum Stadtkern, dort wo die Straße nach Arughat abzweigt. Verzweifelt suchen wir das Hotel Janajikika, in welches wir auf unseren Touren zur Umrundung des Manaslu einkehrten. Erst nach telefonischer Rückfrage bei Krishna ist die Unterkunft auffindbar (3 mal vorbei gelaufen!). Hier endet der auf 3 Tage geschrumpfte Sauna-Trek auf der schattigen Terrasse des Hotels mit einem wohlverdienten Gorka-Bier.

im Bus nach Kathmandu10. Tag - 22.09.2016

Um 09:15 startet der lokale Bus nach Kathmandu. Vier Stunden Fahrt mit lauten Nepali Love Songs (für mich Girly-Gekreische) und Tänzchen auf dem TV bis zur Erlösung am Busstop Sitapaila. Nachdem das Gepäck nach Hause gebracht ist, wird der knurrende Magen im nahe gelegenem Restaurant gestillt.

Zum Ausklang dieses Tages folgt Abschiedsessen mit unseren Gästen im Delima Garden, die erfolgreich mit vielen Eindrücken und Erlebnissen von ihrem Upper Mustang Trekking bis oberhalb von Lo Mantang zurück gekehrt sind.
 

11. Tag - 23.09.2016

Heute gar nichts unternehmen. Es gilt lediglich zwei Alternativen für meine nächste Trekking-Tour zu diskutieren

- Makalu BC ist inzwischen als Gasthaus-/Lodge-Trekking möglich
- Mera - Gokyo. Zweimal ist der Trek zum Mera BC und über den Zwratla nach Luka im Frühjahr wetterbedingt gescheitert
  und den Gokyo Ri habe ich bislang nicht erreicht

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile fällt die Entscheidung für 3 1/2 Wochen Mera-Gokyo Trek. Sanje wird mich begleiten. Ein heftiges Gewitter tobt sich über Kathmandu aus und bringt eine angenehme, kühle Nacht.

12. - 19. Tag - 24.09. - 01.10.2016

In diesen Tagen spielt das Wetter Kapriolen. Nachdem das Fest zu Ehren des Regengottes Indras beendet ist, scheint er keiner guten Laune zu sein. Von Dauerregen über Gewitter bis zu Sonnenschein zieht er alle Register.Swyambunath

Ein Besuch des Buddha Parks und der Swyambunath Stupa ist immer wieder lohnenswert. Nach Indra Jatra erlebt man den Durbar Square wieder aus gewöhnlicher Perspektive. Es ist aufgeräumt aber vom Thamel in Kathmandu ohne SouvenierstandWiederaufbau der zerstörten Pagoden ist noch nichts zu sehen. Im Touristenzentrum Thamel hat sich wieder einmal einiges Gravierendes geändert: Der große Souvenirstand ist verschwunden. Was wird dort entstehen? Auf jeden Fall schießen neue Shopping-Center und Hotels in die Höhe. Während man vormittags Thamel relativ gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, herrscht ab den Nachmittag Verkehrschaos.

Gäste sind zu begrüßen. Klaus zum Langtang-Trek sowie unsere dritte Gruppe, die Upper Mustang und Lo Mantang zum Ziel haben.

Die Verbindung mit der Familie daheim, funktioniert per Email, WhatsApp und Mobile via Ncell perfekt. Alles ist ok nur mein Fußballclub Schalke 04 hat das 5. Spiel dieser Saison in Folge verloren: Tabellenletzter!. Es kann und darf nur noch aufwärts gehen. In diesem Sinne packe ich meine Sachen am Abend des 01.10. Es wird Zeit, wieder auf Tour zu gehen.
 

20. - 40. Tag - 02.10. - 21.10.2016 

Zum Reisebericht
Wolken im Khumbu

 

41. Tag - 22.10.2016

Nach der gestrigen recht langen Fahrt von Phaplu nach Kathmandu ist ein Ruhetag angebracht. Frisch geduscht, den Bart beim Barbier rasiert, müssen auch all die schmutzigen Trekkingsachen in die Waschmaschine. In der heute vom wolkenlosen Himmel strahlenden Sonne, sind diese im Nu trocken.

Die neue Seilbahn in Kathmandu zum Chandragiri Hill42. Tag - 23.10.2016

Am westlichen Rand des Kathmandutales erhebt sich der 2.551 m hohe Chandragiri Hill. Seit Anfang Mai verbindet eine Seilbahn den Ortsteil Thankot mit dem Gipfel. Das Wetter ist klar und verspricht eine hervorragende Fernsicht. So brechen wir zeitig zum Familienausflug auf. Eine der 25 roten Gondeln, in welcher wir alle (8 Personen) Platz finden, bringt uns in etwa 10 Minuten hinauf zur Bergstation auf 2.540 m. Ein weiteres Stück aufwärts befindet sich der Shiva geweihte Bhaleshwor Mahadev Tempel. Gleich nebenan ist ein Vergnügungspark insbesondere für Kinder entstanden. Ein Restaurant sowie Imbissstände bieten Speis und Trank, wo wir das Frühstück nachholen.

Mit Govinda und Krishna - Chandrgiri Hill Familienfoto Ganesh Himal vom Chandragiri Hill, Kathmandu

Weit imposanter ist der Blick über das Kathmandutal hinaus bis zu den gegenüber liegenden vergletscherten Gipfel des Manaslu und Ganesh Himal, die in der Sonne glitzern. Im Westen ist das Annapurna Range zu erkennen. Ein Hotel wird den Park in Kürze vervollständigen, so dass man auch hier bei klaren Wetter phantastische Sonnenauf- und -untergänge erleben kann.

43. Tag - 24.10.2016

Unsere 4-köpfige Gruppe ist von der Tour durch das Mardi Himal und anschließend nach Khopra Danda zurück gekehrt. Während wir im Khumbu recht schlechtes Wetter hatten und einige unserer Gäste 2 Tage auf ihre Flüge nach Lukla ausharren mussten, war das Wetter im Annapurna von Sonnenschein und meist klarer Sicht begünstigt. Zum gemeinsamen Abschiedsessen treffen wir uns im Delima Garden. Heute sündige ich: Statt vegetarischer nepalischer Kost, wird ein „Delima Special Steak“ vertilgt.

44. Tag - 25.10.2016

Hotel-Wegweiser in Pokhara am Phewa SeeWie bestellt, wartet der Fahrer um 11:30 vor unserem Haus in Sitapaila, der Radhika, deren Mutter, Govinda und mich nach Pokhara kutschieren soll. Auch per Auto benötigen wir gute 6 Stunden bis zum Ziel. Während Govindas Mutter bei Verwandten unterkommt, checken wir im neu gebauten Hotel „Lake Star“ ein, welches Govinda empfohlen wurde. Zwar ist der Preis recht günstig, aber es liegt in einer Seitenstraße weit oberhalb der Seepromenade. Da gibt es weit bessere Unterkünfte zumal auch mein Anti-Virus Programm beim Versuch mit deren WiFi Verbindung aufzunehmen, diese sofort wegen eines Virus oder Trojaner in deren Netz unterbindet. Zum Abendessen kehren wir in „unser“ Nepali Kitchen“ zum Dhaal Bhaat ein.
 

45. Tag - 26.10.2016

Lake View Resort am Phewa Lake in PokharaMangels Angebot im Hotel frühstücken wir in der Bäckerei des Boomerang. Ursprünglich war es geplant einen Tagesausflug nach Kusma zu unternehmen. Die Fahrt dorthin dauert hin und zurück mindestens 6 Stunden und Govinda und Radhika kommen nicht umhin, dortige Freunde und Verwandte zu besuchen. Statt dort mindestens einmal übernachten zu müssen, bevorzuge ich es die nächsten Tage in Pokhara zu verbringen und auf die Rückkehr der beiden zu warten. So ziehe ich in unser hiesiges Base-Camp den Lake View Resort um.

Annapurna in Pokhara46. - 49. Tag - 27.10. - 29.10.2016

Sonnige Tage in Pokhara und eine phantastische Bergsicht auf das gewaltige Panorama des Annapurna Range. Drunten am malerischen Phewa See bis zum Dhaulagiri. In Anbetracht des neuen Airports geht der Bauboom weiter. Boot-Farht auf dem Phewa LakeNeue Hotels schießen in den Himmel. Restaurants mit internationaler Küche bieten sogar Bratwurst mit Sauerkraut. Ich bevorzuge weiterhin die lokale Küche. Es gibt nicht nur Dhaal Bhaat. Mittags wird es recht heiß und auf dem schattigen Balkon meines Zimmers wartet man den kühler werdenden Nachmittag ab.

Am Abend des 28.10. kehren Govinda und Radhika aus Kusma zurück. Tags darauf fahren wir mit dem Touristenbus zurück nach Kathmandu.

50. - 52. Tag - 30.10. - 01.11.2016 - TIHAR-Lichterfest

Nachdem an den Tagen zuvor zunächst die Krähen und gestern die Hunde geehrt wurden, geht das 5-tägige Tihar-Fest seinen Höhepunkten entgegen.

Lichterfest - Laksmi AbendAm dritten Tag (Dipavali) findet der Höhepunkt des Lichterfestes statt. Heute sind fast alle Häuser mit Lichtgirlanden geschmückt. Vor den Haustüren gemalte, farbenprächtige Mandalas mit brennenden Kerzen oder Butterlämpchen. Vor dort weist eine Spur in Haus bis zum heimischen Hausaltar. Diese soll der Glücksgöttin Laksmi den Weg zeigen, um den Bewohnern Glück und Wohlstand zu bringen. Gemeinsam mit unseren vom Khopra Danda Trek, Lumbini und Chitwan zurück gekehrten Gästen Petra und Gabriele lassen wir den Abend mit einen Rundgang durch Thamel ausklingen.

Der vierte Tag ist den Ochsen gewidmet. Doch an diesem Tag feiern die Newari ihr Neujahrsfest, welches manchmal auch nach jeweiligen astrologischen Stand des Mondes einen Tag zuvor stattfinden kann. Die Newar sind die größte ethnische im Kathmandutal lebende Gruppe. Die Familien können sowohl hinduistischen als auch buddhistischen Glaubens sein. Man feiert da Jahr 1137. Während in Kathmandu meist Jugendliche laut musizierend auf Lastwagen und Motorrädern in Konvois durch die Straßen fahren, wird z.B. in Kirtipur noch im traditionellen Stiel gefeiert. Immer wieder lohnt sich ein Besuch. Mit unseren gestern aus Phaplu vom Pikey Peak Trekking zurück gekommenen Gästen machen wir uns auf den Weg.

Prozession zum Newar New Year in Kirtipur

Bhai Tika - Familienfeier in SitapailaZubereitung des Festessen zum Bhai TikaDer letzte Tag, Bhai Tika wird innerhalb der Familie gefeiert. Brüder und Schwestern setzen sich gegenseitig ein mehrfarbiges Tika auf die Stirn, wünschen ein langes Leben. Wer jedoch keine Schwester oder Bruder zugegen hat, für den sich Mutter, Vater, Onkel, Tante da. Schließlich beschenkt man sich und dieser letzte Feiertag des Tihar endet mit einen Festessen, wobei Süßigkeiten nicht zu kurz kommen.

53. Tag - 02.11.2016

Heute heißt es abermals all die Dinge für die bevorstehende Trekking-Tour ins Langtang zusammen zu packen. Am Abend schließlich das familiäre Abschied-Dinner. Govinda und Radhika werden in 3 Tagen nach Omaha in die USA zurück kehren. Erst im Herbst des kommenden Jahres werden wir wieder beisammen sein.

54. - 65. Tag - 03.11. - 14.11.2016

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Sonnenschein im Langtang

 

Neuer Supermarkt in Sitapaila66. - 69. Tag - 14.11. - 17.11.2016

Zurück vom Trekking im Langtang, vergehen die letzten Tage wie im Fluge. Ein paar Einkäufe (Tee, Gewürze) sind noch zu tätigen. In Sitapaila ist ein neuer großer Supermarkt eröffnet worden. Das umfangreiche Angebot erstreckt sich von Haushaltswaren bis hin zur Tiefkühlkost. Was finde ich in einer Truhe? Ein Paket geräucherten Speck in Scheiben! Da muss ich zugreifen. Nachdem ich mich an den Marktständen noch mit Tomaten (50 NRP/45 Cent) und einem Rettich (15 Schwarzer BhairavaNRP) eingedeckt habe, kann sich jeder wohl vorstellen, welches Abendessen ich mir zubereitet habe. Obwohl die Preise hier in Sitapaila 10 bis 20 % niedriger als in den Supermärkten in Thamel sind, ist es in den kleineren „Tante Emma Läden“ meist noch etwas preiswerter.

Aus Bhutan kehrt unsere 6-köpfige Gruppe, die den Lingshi-Laya-Trek erfolgreich durchgeführt haben, zum finalen Sightseeing nach Kathmandu zurück.

Buddhas Eyes - Einweihung der Stupa in Boudha70. Tag - 18.11.2016

Am Tage vor meiner Abreise noch einmal im lokalem Bus nach Boudha (Bodnath). Heute ist der erste Tag des 3-tägigen Festivals zur Einweihung der komplett neu restaurierten Stupa. Tausende drängen um die Stupa herum. Der innere Bereich ist abgesperrt und eingeladenen Gästen sowie den zelebrierenden Mönchen vorbehalten. Buddhas Augen sind verdeckt! Warum? Nahe der Stupa müssen weiterhin vom Erdbeben obdachlos gewordene Menschen in armseligem Camp überleben. Dazwischen auch noch das Hotel Hyatt für superreiche Touristen. Schaut auch dort einmal vorbei und macht auf diese Missstände aufmerksam. Aus dem Fond erhalten diese Leute keinen Heller, da sie bislang im Kathmandutal in vom Erdbeben zerstörten Häusern preiswert zur Miete gewohnt haben.

Einweihung der Stupa Camp der Obdachlosen in Kathmandu Daheim im Restaurant von Sanje

Sanje hat mich zu sich nach Hause in sein kleines Lokal eingeladen, welches er gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Da er meinen Vorlieben kennt, bereiten beide Fried Momos zu und eine ordentliche Portion Pickels aus getrockneten Rettich gehört dazu.

Nepal und Schalke 0471. Tag - 19.11.2016

Die Herbstsaison neigt sich dem Ende. Bis Ende November/Anfang Dezember sind noch ein paar Gäste auf Tour. Mein Rückflug mit Turkish Airline startet um 11 Uhr und nach 12 Stunden, (knapp 5 h Zeitunterschied nicht mitgerechnet) bin ich abends gegen 23 Uhr wieder zu Hause.

Nun steht erst einmal die Weihnachtszeit gemeinsam mit Frau, Kindern und Enkeln vor der Tür.
Dann ist der Jahreswechsel nahe. Der nächste Flug nach Nepal ist bereits gebucht.