Mardi Himal - Sanctuary Trek

 

durch ursprüngliche Gurung-Dörfer,
blühende Rhododendren Wälder
zum Machhapuchare BC (MBC)

 

 

 

Reisebericht 08.03 - 22.03.2015

 

Wlang mit Biick auf den Machhapuchare Rhododenden Wald im Mardi Himal View Point oberhalb vom Low Camp, Mardi Himal Trek
Machhapuchare - High Camp Mardi Himal Landruk, Annapurna Modi Khola, Annapurna
Schneelandschaft auf dem Weg zum MBC, Annapurna MBC - Machhapuchare BC Rhododendren und Machhapuchare

 

Vorwort

 

Seit dem Jahre 2012 besteht die Möglichkeit, den Mardi Himal Trek als Lodge-Trekking bis unterhalb des Machhapuchare zu unternehmen. Noch im gleichen Jahr hatten wir diese Tour probiert. Meine Idee war es nun, diese Route mit dem Sanctuary Trek bis zum ABC zu verlängern. Man ist auf diesem Wege gut akklimatisiert und kann auf den sehr populären und meist überlaufenen Umweg über Ghorepani/Poon Hill verzichten. Weiterhin liegt mein letzter Besuch des Annapurna BC schon 6 Jahre zurück. Ich bin gespannt, was sich dort in der Zwischenzeit getan hat.

 

Die Zählung der Tage setze ich hier entsprechen meinen Hauptbericht fort, so dass der erste Tag mit dem 23. meiner gesamten Nepalreise beginnt.

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Juni 2015

www.himatrek.de

www.nepal.himatrek.de

www.berichte.himatrek.de

www.foto.himatrek.de

www.facebook.com/himatrek.de

 

23. Tag - 08.03.2015

zur Bildershow Mardi Himal - MBC

 

Bruchlandung Turkish Airline, KathmanduKrishna hat meinen Flug nach Pokhara mit Buddha Air um 11 Uhr gebucht. Das Taxi bringt mich zum eine Stunde vor Abflug zum Flughafen, bei Inlandflügen ausreichend. Der Schalter hat bei meiner Ankunft gerade geöffnet. Gepäck aufgeben und mit der Bordkarte durch die Sicherheitskontrolle. Die Flüge mit Buddha Air als auch mit Yeti Air werden inzwischen auf einem großen Display angezeigt, so dass man nicht nach den oft unverständlichen Aufrufen lauschen muss. Mein Flug verspätet sich um 40 Minuten. Draußen, auf dem Vorfeld steht der ramponierte Airbus der Turkish Airline.Buddha Air - Flug nach Pokhara

 

Aufruf zum Boarding. Die Maschine ist nur halb voll und ich kann es mir in der ersten Reihe, sozusagen First Class, bequem machen. Dann die Durchsage: Sämtliche Abflüge sind gesperrt. Nur ankommende Flüge dürfen landen. Der Grund sind die doppelt eintreffenden internationalen Flüge, um all die von der Bruchlandung der Turkish Airline Betroffenen nach Kathmandu zu bringen bzw. abzuholen. Inzwischen ist es 1:00 Uhr geworden und ich rufe Krishna an, damit er Sarge informiert, der in Pokhara auf mich wartet.

 

Plötzlich steigen weitere Passagiere zu. Wahrscheinlich der nächste Flug. Dann geht es ruckzuck. Die Propeller beginnen zu drehen und wir folgen der zum Start rollenden Jet Airways. Eine halbe Stunde später in Pokhara. Sarge, der beim Mustang-Trek im Herbst 2014 als Assistent dabei war, nimmt mich freudig in Empfang. Mit dem Taxi-Fahrer feilscht er um den Preis für die Fahrt in den Norden Pokharas. Von dort starten die lokalen Jeeps zu den Dörfern im Tal des Mardi Khola.

 

Zwischen zahlreichen Frauen, die ihre Einkäufe in Pokhara erledigt haben, eingepfercht, beginnt die Fahrt nachdem auch der letzte verfügbare Platz belegt ist. Sarge sitzt hinten auf der Ladefläche zwischen Säcken mit Reis, Kartoffeln, und anderen Naturalien. Zu beiden Seiten hängen Außerbord noch 2 Nepali, die mitfahren. So rumpeln wir im Schneckentempo dahin. Vor mir auf der Ablage ein Tablett Eier. Zu meinen Füßen voll gepackte Tüten. Neben mir versucht eine Oma, das Gleichgewicht ihrer Einkäufe auf ihrem Schoß zu halten. Prompt platz die Tüte mit Zucker. Irgendwie ist ein Ersatz verfügbar, damit nicht noch mehr des Süßstoffes auf den Boden rieselt. Es ist eine lustige, spaßige Reise.

 

Homestay Wlang, AnnapurnaIn den Bergen braut sich ein Gewitter zusammen. Die ersten Tropfen fallen, als wir den Ortseingang von Wlang erreichen. Nur 50 m entfernt finden wir unser heutiges Homestay Quartier mit Komfort-Zimmern, Kleiderhaken und Bügeln an der Wand und das geflieste Toilettenhaus ist für „Tourist only“. Regenbogen - Wlang, Mardi Himal Trekking, AnnapurnaAls das Gewitter vorüber gezogen ist, unternehmen wir noch einen kleinen Rundgang durch dieses malerische Dorf. Entdecken das Haus, wo ich auf dem Rückweg vom Mardi Himal Trek vor 3 Jahren übernachtet habe. Da abermals ein heftiger Regenguss herab prasselt, kehren wir ein und sind herzlichst willkommen in der Küche am Ofen Platz zu nehmen. Draußen erscheint ein malerischer Regenbogen.

 

Wlang mit Machhapuchare24. Tag - 09.03.2015

 

Die Strahlen der aufgehenden Sonne treffen die Gipfel des Machhapuchare (6.993 m) und Singu Chuli (6.501 m) Ein herrlicher, sonniger Tag beginnt. Nach dem Frühstück mit Ei und Honig, frisch aus dem Bienenhaus, heißt es von unseren Gastgebern Abschied zu nehmen. Am Dorfausgang möchten uns drei Kinder mit einem prächtigen Strauß roter Rhododendren, der Blume Nepals, beglücken. Eine ziert schließlich meinen Rücksack.KInder mit Rhododendren

 

Ein herrlicher Panoramaweg, mit ständigem Blick auf die Doppelgipfel des Machhapuchare, auch Fischschwanz (Fishtail) genannt, führt schließlich durch Terrassenfelder. Der Pfad ist für mich nicht erkennbar und ich verlasse mich auf die Ortkenntnis von Sarge. Die winzigen, schmalen Äcker werden für die bevorstehende Aussaat von Weizen, Mais und Kartoffel gedüngt und gepflügt. Dort, wo genug Wasser vorhanden ist, wird bald der Reis stehen. Dung wird aus den Ställen herauf geschleppt. Das Ochsengespann hilft den Bauern den Pflug zu ziehen oder es wird von Hand gehackt.

 

Schließlich zweigen wir in ein Seitental ab. Durch schattigen Mischwald geht es abwärts zum rauschenden Bach. Wie soll es auch anders sein, es geht auf der gegenüberliegenden Seite wieder aufwärts. In Ghale eingetroffen, lädt ein kleines Gasthaus mit Krämerladen (hier gibt es alles auf kleinsten Raum) zur Mittagsrast ein.

 

Nun müssen wir der neuen Jeep-Piste folgen. Da nur morgens und nachmittags jeweils ein Jeep verkehrt, nutzen wir gerne diesen breiten und bequemen Fußweg, denn es ist recht heiß geworden. Da, vor uns, ist bereits Sidhing (1.900 m). Noch 45 Minuten? Nein Papa, gut 1 ½ Stunden lautet die Antwort. Verständlich, denn es folgt ein langes tiefes Seitental. Hinunter und dann wieder hinauf.Sidhing - Trekkers Home, Mardi Himal

 

Sarge schreitet forsch durch das Tor des einsam auf dem Sattel gelegenen „Hotel Trekker Home“ Hier übernachten? Kein Homestay? So rasant ist die Entwicklung! Der Besitzer erkennt mich und wir sind willkommene Gäste. Übernachteten wir vor 3 Jahren in seinem oberhalb am Hang gelegenen Haus, so steht hier ein Prachtbau, der aber noch nicht ganz fertig gestellt ist. Im romantischen Kerzenschein verbringen wir den Abend mit nur 2 weiteren Gästen aus Frankreich.

 

25. Tag - 10.03.2015

 

Der Tag beginnt mit einem schweißtreibenden, steilen Anstieg. Nach gut einer Stunde bietet ein dichter, schattiger Wald Schutz vor den gleißenden Strahlen der Sonne. Der Pfad windet sich durch niedriges Gehölz und hoch aufragenden, verwitterten und vermoosten Bäumen. Hier und da stehen riesige Rhododendren in voller roter Blüte. Je höher wir aufsteigen, desto dichter wird der Anteil der Rhododendren. Welch eine Farbenpracht zeigt sich hier im April. Eine einsame Wanderin kommt uns entgegen. Aufstieg zum Low Camp - Mardi Himal, AnnapurnaSie folgt ihrem Mann nach Pokhara, der mit dem Paragleiter den wohl bequemeren Weg gewählt hat. 15 Paragleiter sollen sich heute Morgen vom High Camp hinunter geschwungen haben. Bei günstigen Windverhältnissen und guten Wetter können Profis von Sarangkot sogar hier hinauf fliegen.Low Camp - Mardi Himal

 

Dann eine Lichtung. Das Low Camp (2.975 m) ist nach 1.100 Höhenmetern erreicht. Nach dieser Anstrengung sei uns ein geruhsamer Nachmittag gegönnt. … und Deutschland trifft sich: Berlin, München und Gelsenkirchen. Es entsteht eine gesellige Runde. Zum Abend lösen sich sogar die aufgezogenen Sommer-Wolken auf und der Machhapuchare sagt allen Gute Nacht.

 

26. Tag - 11.03.2015

 

Neue Lodge - Mardi Himal TrekGuten Morgen Fishtail. Eine Stunde später ist der Rhododendren-Dschungel durchbrochen. Am View Point: Annapurna South, Chuli und Machhapuchare scheinen zum Greifen nahe. Gen Westen reicht der Blick bis Ghorepani und Khopra Danda. Der Dhaulagiri bleibt jedoch dahinter vorborgen. Wo sind die flatternden Gebetsfahnen geblieben? Lediglich ein Haufen Steine zieren diesen Aussichtspunkt. Ein Zwischenlager für die am gegenüber liegendem Hang in Bau befindliche Lodge oder ist auch hier ein Teahouse geplant?

 

Kurz ist der Weg zum gegenüber liegenden Kamm. Von dort zieht er sich dahin. Zuerst sind es ein paar Schneereste, dann ein kleines Schneefeld denen ein paar schlammige und rutschige Passagen folgen. Es liegt zu dieser Jahreszeit sehr viel Schnee, der durch das ungewöhnlich miese Wetter der zurückliegenden Tage gefallen ist. Die recht früh gestartete Gruppe aus München kommt uns bereits wieder entgegen, als wir uns noch die letzten Meter durch Schnee hinauf kämpfen.

 

Abermals im High Camp, wo der gebürtige Dortmunder Timo aus Berlin bereits erwartet. Dem Ginger Tea und der Garlic Suppe folgt ein sonniger Nachmittag vor der Lodge mit einem „kühlen Blonden“.  Erst als die Sonne im Osten langsam versinkt und die umliegenden Gipfel mit ihren letzten Strahler erglühen kehren wir an den bullernden Ofen in der Lodge zurück.

 

High Camp Mardi Himal Machhapuchare - Sonnenuntergang Abendstimmung im Annapruna

 

27. Tag - 12.03.2015

 

Ein paar Sonnenstrahlen blinzeln durch die Ritzen der Tür und des Fensters. Es wird Zeit aus den mollig warmen Schlafsack zu kriechen. Timo und die beiden gestern noch eingetroffenen Mädels wagen den Aufstieg zum oberen Viewpoint (4.200 m). Diesen weglosen, durch tiefen Schnee verlaufenden Aufstieg möchte ich meinen alten Knochen nicht zumuten. Schalke und Gazprom im Mardi Himal, Annapurna, NepalSo steigen wir nach gemütlichem Frühstück zum Low Camp ab. Dort trifft sich Schalke mit seinem Sponsor Gazprom. Eine russische Gruppe ist hier, identifiziert durch ein Gazprom-Käppi. Schnell ziehe ich mein Trikot über und ein paar Erinnerungsfotos werden gemacht.

 

Rhododendren Blühten im AnnapurnaDurch dichten Rhododendren Dschungel zieht sich der Abstieg zum Forest Camp (2.480 m) länger als gedacht dahin. Welch herrliche Blütenpracht am Wegesrand. Der Frühling ist da, es spießt und blüht allerorts. Ein Baum sowohl in voller Blüte als auch mit frischen Knospen.

 

Im Forest Camp eingetroffen, trifft sich abermals Deutschland. Ein junges Paar aus Köln hat in der Lodge nebenan Quartier bezogen. Beide sind mit der bruchgelandeten Turkish Airline angekommen. Sie bestätigen, dass die Maschine zur Hälfte neben der Landebahn aufgesetzt hat, was sie aufgrund der auf ihren Monitoren übertragenen Bilder genau sehen konnten.Forest Camp

 

Waren es im High Camp noch 5 Touristen zur Übernachtung so sind wir hier nur zu Dritt, verteilt auf drei Lodges. Nr. 3 hat heute keine Gäste. Da man dort speist, wo man übernachtet, findet das Abendessen in der heimischen Küche statt. Sarge, der nicht nur als Träger, sondern auch als Küchenjunge bei uns aktiv ist, übernimmt die Zubereitung.

 

Blick auf Ghandruk, Annapurna28. Tag - 13.03.2015

 

Erst während des Abstiegs nach Landruk durchdringt die Sonne die morgendlichen Wolkenschleier. Recht steil führt der neu angelegte Weg abwärts. Immer wieder erfreuen die mitten im Wald vereinzelt stehenden, in roter Pracht blühenden Rhododendren. Auf der gegenüber liegenden Talseite erkennt man Ghandruk im Sonnenschein. Schafe im AnnapurnaAuf einer Weide kurz oberhalb von Landruk grasen fast tausend Schafe in der Sonne. Die grade neu geborenen Lämmer werden von den Hirten separat behütet.

 

Bereits um 11 Uhr endet die heutige kurze Wanderung im neu erbauten „New Peacefull Guesthouse“. Es ist herrlich, nach 5 Wandertagen unter die warme Dusche huschen zu können. Bei dieser Gelegenheit werden Socken, Shirts & Co gleich mit gewaschen und hängen alsbald auf der Leine.Landruk, Annapurna

 

Gegenüber unserem Quartier haben sich Wanderhandwerker aus Indien nieder gelassen. Es sind Topfmacher. In einem Bodenloch glüht unter Zufuhr von Luft per Handgebläse Holzkohle. Darüber wird gesammeltes Altmetall, kaputte Töpfe, Blechdosen, sogar Schlösser, deren Schlüssel verloren gegangen sind, eingeschmolzen. Derweil stellt ein Mann in einem doppelten, aufklappbaren Sandkasten die Form, des von der Bevölkerung bestellten Topfes, einer Schüssel oder Pfanne her. Durch ein kleines Loch fließt das flüssige Metall in die Form. Kurz danach wird der Kasten geöffnet, der Gegenstand entnommen, die Ränder entgratet und dem Besteller überreicht. Die Prozedur beginnt von vorne. Etwa 3 Tage bleiben die Handwerker vor Ort und ziehen dann weiter.

 

 

Im Laufe des Nachmittags nimmt die Bewölkung zu. Die ersten Tropfen fallen. Am Abend füllt sich der Gastraum mit einer Gruppe Koreaner. Sie haben ihren eigenen Koch dabei, der sie mit ihren mitgebrachten nationalen Gerichten versorgt. Ich mag diese würzige, teilweise scharfe Küche und freue mich auf die koreanische Nudelsuppe aus der Speisekarte der Lodge. Man hat sich hier auf die Essensgewohnheiten der Gäste eingestellt.

 

New Bridge am Modi Khola29. Tag - 14.03.2015

 

Das sonnige Wetter hat uns in Stich gelassen. Trübe dicke Wolken hängen in den Bergen. Dort scheint es zu regnen oder gar zu schneien. Wir folgen dem gemütlichen Weg nach New Bridge. Wo ist denn die neue Brücke? Einer recht alten, schiefen und schwankenden Hängebrücke müssen wir vertrauen, um zur gegenüberliegenden Seite des Modi Khola zu wechseln. Wenige Minuten später ist die Ansammlung einiger Lodges namens New Bridge erreicht.Chhomrong - Sanctuary-Trek

 

Der folgende Aufstieg über Jhinu (1.780 m) nach Chhomrong (2.170) ist dank der Bewölkung nicht schweißtreibend. Zudem haben wir das Glück, mit Einsetzen eines heftigen Schauers, in einem Teahouse am Wegesrand Unterschlupf zu finden. Nach einer Viertelstunde hat das nasse Intermezzo ein Ende. Trockenen Fußes geht es weiter treppauf. Gerade ein Dach in der Fishtail Lodge über den Kopf, verdunkelt sich der Himmel, die Wasserschleusen öffnen sich.

 

30. Tag - 15.03.2015

 

Treppab, Treppauf, 300 Höhenmeter hinunter, dann wieder hinauf. Waren wir gestern noch so gut wie allein unterwegs, so befinden wir uns nun auf einem der Trekking Highways mit zig anderen Wanderern und unübersehbaren größeren Gruppen aus Asien. Ich schätze 50 % Koreaner, 25 % übriges Asien (Japan, China, Sri Lanka, …). SinuwaDer Rest setzt sich aus Besuchern der übrigen Welt zusammen. Zur Mittagspause in Sinuwa (2.360 m), finden wir noch ein Plätzchen in der vollen Lodge. Auch hier gehört WiFi zum Standard-Angebot, damit alle mit dem weltweiten Netz per Smartphone, Tablett usw. kommunizieren können. Einige Wanderer befinden sich auf dem Rückweg und berichten, dass das ABC unter tiefen Schnee begraben und nicht zu erreichen ist. Wir haben bis dort hinauf noch ein paar Tage Zeit und hoffen auf Sonnenschein, wie in den Tagen zuvor.

 

Doch es beginnt wieder zu regnen. Anorak und Regenponcho dürfen sich in den kommenden Stunden bewähren. In Bamboo eingetroffen, hat Petrus etwas Erbarmen und dreht die Himmelsschleusen zu. Ihm vertrauend nehmen wir die nächste Etappe bis hinauf nach Dovan (2.500 m) in Angriff. Er hat uns reingelegt, der Regen setzt wieder ein.Dovan - Sanctuary-Trek, Annaourna

 

Apple Pie in DovanIn Dovan stehen 3 Lodges. Wie fast zu erwarten, sind sämtliche Zimmer ausgebucht. Zum Glück bekomme ich noch ein Lager im Gemeinschaftsraum mit etwa 20 Betten. Oh Wunder, ich bleibe dort allein.

 

Mit Apple Pie mit Vanille Sauce und einen Pott Milchkaffee vertreibt man sich die Zeit. Im Fernsehen flimmert ein Bollywood Action Film. Zwischendurch lässt sich die Sonne mal kurz blicken und hoffen.

 

31. Tag - 16.03.2015

 

In der Nacht hat es einige Male heftig geschüttet. Die Entscheidung am Morgen fällt schwer. Weiter hinauf nach Deurali und auf besseres Wetter hoffen oder die Tour, wie einige Wanderer es gemacht haben, abbrechen. Da die Wolkendecke nicht all zu dick erscheint und sich im Süden in paar blaue Flecken auszumachen sind, siegt der Optimismus.Weg nach Deurali, ABC Trek

 

Die recht kurze Etappe führt über die Ansammlung von Lodges namens Himalaya (2.920 m) nach Deurali (3.200 m). Vorsorglich hat Sarge in der New Panorama Lodge ein Zimmer vorbestellt. Das Tal wird eng. Steil ragen zu beiden Seiten schroffe Felswände empor. Eine Schneelawine donnert auf der gegenüber liegenden Seite herab. Nachdem ein Schneefeld überquert ist, ist es nicht mehr weit bis zur heutigen Unterkunft. Bis zum Mittag zeigt sich die Sonne. Dann ziehen abermals dunkle Wolken das Tal hinauf und wir stecken mitten im nasskalten Nebel.

 

Lodge in DeuraliDer Gastraum ist rappelvoll. Seltsamerweise ist in diesem Haus noch kein WiFi vorhanden. Ich hätte sonst versucht, Glückwünsche per Mobile oder Email zu übermitteln. Also auf gedanklichem Wege: Lieber Nick, herzlichen Glückwunsch zu deinem 8ten Geburtstag und alles Gute von deinem Opa.

 

Wie schön ist es am Abend ein Dach über den Kopf zu haben, als dicke Hagelkörner herab prasseln. Morgen werden wir wohl auch umkehren. Dann geht es zur Ruhe. Das Zimmer teile ich mir mit 2 weiteren Gästen: Ein Koreaner, ein Australier. Im Himalaya trifft sich die Welt

.

32. Tag - 17.03.2015

 

Mit allem war zu rechnen, nur nicht mit strahlend blauem Himmel. Da es hinauf zum ABC tief verschneit sein soll, entscheiden Sarge und ich, heute nur einen Tagesausflug zum MBC zu unternehmen. Somit bleibt das Hauptgepäck hier und wir brechen mit leichtem Rucksack auf. Zuvor müssen wir in das Shangri La Gasthaus umziehen, da hier alle Betten belegt sind.

 

Wir folgen all den anderen Touristen durch das tiefe enge Tal entlang des Modi Khola. Es ist recht kalt und erst als die Sonne den Kamm überschreitet, schnellt die Temperatur in die Höhe. Zunächst sind es ein paar Schneefelder, dann führt die Spur durch tiefen Schnee. Endlich kommt das MBC in Sicht. Hätte ich doch nur darauf geachtet, die von Krishna empfohlenen Grödeln einzupacken. Damit wäre das Stapfen durch den stellenweise rutschigen und vereisten Schnee wesentlich leichter gewesen.

 

In dieser malerischen Bergwelt kehren wir zur Rast ein. Die Sonne lässt die vergletscherten Gipfel und die tief verschneite Umgebung glitzern. Wir befinden uns in einer weißen Winterlandschaft, umrahmt von den hohen Gipfeln des Machhapuchare, Ganggapurna bis hinüber zum 8.091 m hohen Annapurna I.

 

MBC - Machhapuchre Basecamp Machhapuchare BC (MBC)

 

Modi Khola zwischen Deurali und MBCDiese herrliche Welt endet rasend schnell, als plötzlich dunkle Wolken durch das Tal hinauf ziehen. Wir treten den Rückweg an und es dauert nicht all zu lange, WiFi bis die ersten Schneekügelchen vom Himmel herab prasseln.

 

Die Stube in der Shangri La Lodge ist voll und gut beheizt. Unter dem Tisch rauscht ein Kerosin-Kocher. WiFi ist vorhanden und fast jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Juhu, die Technik der Smartphons und Tabletts funktioniert.

Porter auf dem Weg nach Bamboo, Annapurna33./34. Tag - 18./19.03.2015

 

Auf gleichem Wege wandern wir zurück. In Bamboo zur Mittagzeit eingetroffen, nähert sich grollend ein Gewitter. Schon fallen die ersten Regentropfen. Die Entscheidung hier zu übernachten ist richtig, denn es regnet bis spät in die Nacht hinein.

 

Tags darauf überrascht unverhofft ein wolkenloser Himmel mit herrlicher Bergsicht. Die sonnige Zeit reicht geradeso für das Mittagessen auf der Terrasse in Chhomrong. Dann übernehmen düsteren Wolken abermals die Herrschaft und es bleibt nur die Flucht in den Gastraum mit all den anderen Gästen aus aller Welt. Die Küche der Lodge hat sich, wie viele andere, auf koreanische Menüs spezialisiert. Heute ordere ich mal Chim Chi mit gebratenem Reis. Dass den ganzen Abend die Flimmerkiste läuft und man mit der Welt per WiFi verbunden ist, will ich hier nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

 

35. Tag - 20.03.2015

 

Der Tag beginnt einmal wieder mit Sonnenschein. Welchen Weg sollen wir nehmen? Den Umweg über Ghandruk oder abermals, wie beim Aufstieg, direkt hinunter zum Modi Khola? Von dort nach Landruk oder nach Syauli Bazar? Von beiden Orten besteht die Möglichkeit per Jeep noch heute Pokhara zu erreichen. In Anbetracht der unbeständigen Wetterverhältnisse entscheiden wir, zunächst den kürzeren Weg hinunter nach New Bridge zu nehmen. Ein Gemüsehändler kommt uns entgegen. Wir können bei ihm ein paar Tomaten kaufen. All die anderen frischen Früchte und Gemüse sind bestellt und somit unverkäuflich.

 

In New Bridge eingetroffen, begegnen uns 3 Kajak-Fahrer, die ihre Kanus hier hinauf geschleppt haben. Drunten am Modi Khola stürzen sie sich in die wilden Fluten und paddeln wagemutig durch das tosende Wasser. Auf unserer weiteren Wanderung können wir den Dreien öfters zuschauen, wie sie in ihren Booten das Wasser beherrschen.

 

 

 

Nehmen wir den Weg links über die Brücke nach Landruk oder den Weg nach Syauli? Da wir von Landruk starteten, wandern wir in Richtung Syauli. Der Weg schlängelt sich durch Terrassenfelder und entlang abseits gelegenen Bauernhäusern dahin. Ein einfaches Teahouse lädt zur Rast. Eine eiskalte Cola löscht den Durst und beseitigt die körperliche Unterzuckerung.

 

Lokale Jeeps fahren erst ab, bis der letzte Platz, i.d.R. sind es 10 Personen, belegt ist. Dann kostet die 3-stündige Fahrt nach Pokhara 500 Rupien/Person. Da zwei weitere Wanderer von hier nach Pokhara zurück möchten, werden wir uns den Fahrpreis über insgesamt 5.000 Rupien (ca. 45 EUR) auf jeden Fall teilen. Schließlich kommen noch 2 Einheimische hinzu und der Preis vermindert sich auf 1.000 Rupien/Person.

 

Endete vor 6 Jahren in Birethanti die seinerzeit gerade neu erbaute Brücke vor einer Mauer, so hat man inzwischen eine Kurve hinbekommen. Gebetsfahnen schmücken den Übergang und eine Horde Mulis, bepackt mit Hühnern kommt uns entgegen, bevor wir zum Checkpoint rollen können. Dort sind unsere TIMS-Permits noch einmal vorzulegen. Danach hinauf zur Hauptstraße und wir erreichen gegen 18 Uhr das Lake View am Phewa See in Pokhara.

36./37. Tag - 21./22.03.2015

 

Ach wie herrlich warm ist es hier. Kein Wind, kein Regen, kein Schnee. Der ist in den Bergen zurück geblieben. Beim Barbier gönne ich mir die dringend notwendige Gesichtspflege, die verschwitzen Sachen sind bereits in der Reinigung. Mit Sarge genieße ich zwei sonnige Tage, bevor es mit dem Touristenbus zurück nach Kathmandu geht.

 

Die Kombination des Mardi Himal Trekking mit einer anschließenden Tour ab Landruk bis zum Annapurna BC ist absolut empfehlenswert. In März dieses Jahres hatten wir ein ungewöhnlich schlechtes und schneereiches Wetter. Ich bin seit 20 Jahren zu dieser Jahreszeit in Nepal gewesen. Eine derartige Wettersituation habe ich noch nie erlebt.

 

zurück zum Hauptbericht
Ein buntes Kaleidoskop Nepal 2015