Pikey Peaks

 

eine Panoramawanderung von
Shivalaya nach Lukla
 

 

 

 

 

Reisebericht 15.04. - 30.04.2014

 

 

 

Deurali auf der Strecke Jiri-Lukla im Khumbu Aufstieg Sete-Lamjura, Khumbu Buddha Lodge - Khumbu
Pikey Peaks - Khumbu Pikey Peak II - Khumbu Alm Pabu Danda - Khumbu
Rhododendron Kalo Himal mit Zatrwa La Simrik Air - Lukla Flughafen

 

Vorwort

 

Von Jiri brachen einst die ersten Everest-Expeditionen auf. Unübersehbar sind entlang dieser Strecke die Doppelgipfel der Pikey Peaks. Konnte man zu diesen vor 2 Jahren nur mit zwei Übernachtungen im Zelt hinauf, so soll es inzwischen Gasthäuser geben, um diese Tour als Lodge-Trekking unternehmen zu können. Die Informationen sind widersprüchlich, also werden wir mal schauen, was machbar ist.

 

Wegen schlechtem Wetter mussten wir 2012 die Tour über den Zatrwa (4.610 m), zwischen Mera und Lukla gelegen, aufgeben. Auch diese Variante nach Lukla zu wandern, wollen wir in Angriff nehmen.

 

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Juni 2014

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01. Tag - 15.04.2014

 

Waltraut und Gerhard haben wir vom Bisket Jatra aus Bhaktapur kommend, um 5 Uhr am Flughafen zum Mountain Flight abgesetzt. In Sitapaila packe ich meine Trekking-Sachen zusammen. Sanje, der mich wieder begleiten wird, trifft ein. Unser Gast Malte wird ebenfalls zur Khumbu-Tour ab Jiri starten. Somit ist  auch Prakask, sein Porter-Guide, anwesend. Gegen 9 Uhr sind wir zur Abfahrt mit dem Jeep bereit und gabeln Malte, der in Bhaktapur wartet, auf. Shiva Monument auf der Fahrt nach Jiri

 

Vorbei am neu erbauten Shiva Monument verlassen wir das Kathmandutal und folgen zunächst der Strecke in Richtung Kodari, der Grenze zu Tibet. Schier nimmer endend, zieht sich die schmale und kurvenreiche Straße nach Jiri dahin. Es dunkelt bereits als wir dort eintreffen. Die Strecke weiter nach Shivalaya (1.780 m) wird ausgebaut. Mitten auf der Fahrbahn türmen sich Schotterhaufen im Licht der Scheinwerfer. Wie kommen wir weiter? Mit Händen und flachen Steinen ebnen wir die Hügel so gut wie möglich ein. Dem Fahrer gelingt es nun den Jeep so eben über die Hindernisse zu lenken. Nach fast 10-stündiger Fahrt findet die heutige Reise in der Sherpa Guide Lodge ihr Ende.

 

Jiru - lower Kumbu
 

Sherpa Guide Lodge in Shivalaya02. Tag - 16.04.2014

zur Dia-Show Pikey Peaks

Shivalaya scheint nur aus Gasthäusern zu bestehen. Ein gutes halbes Dutzend Touristen hat ebenfalls hier übernachtet. Gleich am Ende des Dorfes führt ein gut ausgebauter Stufenweg den Hang hinauf. Die Schotterpiste, die wir 2011 nach Deurali fuhren, verläuft in weiten Kehren aufwärts. Nach gut einer Stunde kreuzen wir erstmals die Trasse. Ich bin sicher, zu Fuß ist man schneller, als mit dem Auto.

 

Am strahlend blauen Himmel dröhnen die Motoren der kleinen Maschinen auf der Strecke Kathmandu-Lukla im 15-Minuten-Takt. Kann man diesen nervenden Lärm in dieser so herrlichen Natur nicht unterbinden?

 

Gebetsfahnen am DheuraliBeständig geht es aufwärts. Pinien und ein paar rot blühende Rhododendren gedeihen am Wegesrand. Weit geht der Blick in die frühlingshaften Täler bis zum dicht bewaltetem Pass hinauf. Nach 3 Stunden legen wir eine kleine Teepause ein. Eine Gruppe Nonnen, die vom Besuch des Lamas in Jiri auf dem Rückweg zu ihrem Kloster sind, ziehen vorüber. Zur Mittagszeit ist Deurali (2.780 m) erreicht. Zu den vielen im Wind flatternden Gebetsfahnen, reihen sich unsere. Mögen uns die Götter auf der weiteren Tour beschützen und für gutes Wetter sorgen.

Mönche in Deurali

Hier oben ist Hochbetrieb, jedoch nur Mönche und Nonnen, die bei den Feierlichkeiten in Jiri zugegen waren. Touristen treffen wir nicht an. Zur Stärkung für den weiteren Weg bestelle ich mir in gewohnter Weise eine deftige Nudel-Gemüse-Suppe, mit Folgen, wie sich später herausstellt. Unsere Guides Sanje und Prakast stärken sich an dunkelbrauner, fast schwarzer Getreidepampe (Tsampa).

 

Lodge om BhandarNach 1 ½ Stunden erreichen wir Bhandar (2.190 m). Wie vermutet, waren wir genauso zeitig vor Ort, wie vor 2 Jahren mit dem Jeep. Da es gerade 15 Uhr ist, bleibt genügend Zeit für eine erfrischende Dusche im Bhandar Guesthouse.

 

03. Tag - 17.04.2014

 

Womit habe ich mir nur den Magen verdorben? Mitten in der Nacht der erste Dünnschiss. Zum Glück habe ich keine Magenschmerzen und die Pillen gegen Durchfall werden hoffentlich schnellstens das Übel beseitigen. Wenn ich an die gestern in Deurali gegessene Suppe denke, wird mir speiübel. Da war wohl etwas drin. Zum Frühstück begnüge ich mich mit Trockenfutter, Banane und schwarzem Tee.

Die erste heutige Etappe ist Kinja (1.630 m), drunten am Likhu Khola gelegen. Der Weg verläuft zunächst am Hang entlang. Mit bis zu 90 kg sind 5 Träger beladen, die auf dieser Strecke bis nach Junibesi Gasthäuser und lokale Geschäfte mit Lebensmitteln, die nicht auf den eigenen Feldern wachsen und Dingen des täglichen Bedarfs, versorgen. Schließlich geht es durch kleinere Siedlungen hinunter in das tiefe Tal. Dort trifft man auf den Weg von Chaulakharka.

Ich leide unter Appetitlosigkeit und fühle mich ausgelaugt. Schaffe ich es noch bis Sete hinauf? Es sind etwa 3 Stunden. Als Sanje eine Lodge mit „Western Flushing Toilet“ ausfindig macht, fällt meine Entscheidung leicht: Weitere Darmentleerung in gewohnter Technik. Wir bleiben hier.

 

Abschied von Malte und Prakask, die weiter wandern. Ich falle in die Koje. Nach 4 Stunden Schlaf, scheint es wieder besser zu gehen.

04. Tag - 18.04.2014

Juhu, mir geht es wieder gut! Die nächste Etappe nach Sete wird in Angriff genommen. Der altbewährte steinerne Stufenweg wird von Einheimischen ausgebessert, Männer und Frauen sind bei der Arbeit. Es ist ja auch ein wichtiger Handelsweg zwischen den einzelnen Bergdörfern. Nach 900 Höhenmetern und einer kleinen Pause geht es dem ansteigenden Höhenrücken folgend, weiter nach Dakachu (2.965 m). Es ist Zeit für eine ausgiebige Mittagsrast. In der mittäglichen Hitze suchen Kinder Abkühlung in einer Wassertonne. Im grellem Sonnenlicht ragen die Doppelgipfel der Pikey Peaks in der Himmel. Ein riesiges Plakat verspricht ab Lamjura einen Tagesausflug zu diesen. Sanje stellt die Angaben in Zweifel. Wenn, dann nur für Einheimische möglich. Schauen wir mal, was realistisch ist.

 

 

Wir ziehen weiter. Eigentlich recht gemütlich durch niedrige Rhododendren, durchsetzt mit knorrigen gescheitelten Eichen, erreicht man die einsam gelegene Buddha Lodge (3.500 m). Diese liegt kurz vor der Gabelung in Richtung Lamjura La und den Pikey Peaks.

 

In der kleinen, familiär geführten Lodge fühlt man sich sofort heimisch. Ruckzuck ist mein Zimmer frisch hergerichtet. Werde auf einer Decke mit Butch Bunny träumen. Den Abend verbringen wir gemeinsam mit der Familie in der Küche, der gleichzeitig auch Gastraum ist. Drei Kinder (2 Mädchen, 1 Junge) sowie Hund und Katze gehören zur Familie. Auf der Feuerstelle bereitet die Frau des Hauses das Abendessen vor. Auf Wunsch von Sanje, ertönt aus den kleinen Lautsprechern meines MP3-Players Lieder der Sherpas.

 

Gastzimmer in der Buddha-Lodge

 

Eine traurige Nachricht, trübt dieses gemütliche Beisammensein. Oberhalb des EBC sind durch einen Eisbruch 16 Nepali ums Leben gekommen.

 

05. Tag - 19.04.2014

 

Über uns dröhnen die Motoren. Wir befinden uns direkt unterhalb des Luftweges Kathmandu - Lukla. Die Kinder bringen uns bis zur nicht markierten Abzweigung zu den Pikey Peaks. Ein sogar recht gut ausgebauter Weg führt durch niedrige Rhododendren. Diese nur in Höhen über 3.500 m anzufindende Art zeigt ihre weiße Blütenpracht ab Mitte Mai. In etwa 3.750 m erreichen wir den nach Süden verlaufenen Höhenrücken. Die grünen Matten sind mit abertausenden gelben Blüten übersäht. Dazwischen haben sich ein paar blaue gemogelt.

 

 

Leider verwehren heute Wolken die Sicht auf die nördlichen Gipfel als auch die Doppelgipfel des Pikey Peaks verschwinden im Laufe des vormittags hinter der Wolkendecke. In Lukla scheint gutes Wetter zu herrschen, denn fast ununterbrochen fliegen die kleinen Maschinen der Tara Air als auch Hubschrauber knapp über oder unter uns vorbei. Ostern, Hochsaison, Massentourismus im nördlichen Khumbu. In das südliche Khumbu scheint sich kaum noch jemand zu verirren. Gestern trafen wir nur einen Wanderer mit Guide aus China. Heute ist uns noch niemand begegnet.

 

Einem kurzen Aufstieg folgt der Abstieg zum Pass Jase Bhanjyang (3.520 m). Dort kann man auch in Richtung Phablu absteigen. Drei kleine einfache Gasthäuser stehen zur Auswahl. Eines ist geschlossen. Unsere Wahl fällt auf die Pike Sherpa Lodge. Es gibt einen großen landestypischen Schlafraum mit etwa 10 Betten. Für mich als Tourist würde man auch irgendwie einen separaten Raum herrichten. Das Angebot lehne ich ab. Ein Schlaflager in einer Ecke reicht aus, welches sofort mit der dicksten Matratze und frischen Bezügen hergerichtet wird.

 

Kurz zum bisherigen Tourverlauf: Normalerweise wandert man von Bhandar am 3. Tag bis Sete und am 4. Tag bis hierher, statt nach Junbesi.

Weder Einheimische noch Wanderer treffen im Laufe des weiteren Tages ein. Wir bleiben allein. Zum Abend wird es frostig und stürmisch. Tiefhängende Wolken brausen über den Pass. Wohltuende Wärme spendet nur die Küche um den Herd. Wie sind die Wetteraussichten? Bis tief in die Nacht hinein pfeift der eiskalte Wind.

 

06. Tag - 20.04.2014

 

Nach Mitternacht zeigt sich ein golden leuchtender Mond zwischen den Wolkenfetzen. Sterne erstrahlen. Beim Morgengrauen, gegen 5 Uhr, weckt mich Sanje. Die Sonne dämmert noch hinter dem Horizont. Ein eisigblauer Himmel. Heftiger Wind bläst uns um die Ohren, als wir zur Erstürmung der Doppelgipfel aufbrechen. Hinein in den dichten Rhododendrenwald. Recht steil verläuft der Pfad in engen Kehren den Hang hinauf. Bereits nach 30 Minuten werden die Anstrengungen belohnt. Die lange Kette des Himalaya wird unter wolkenlosem Himmel mehr und mehr sichtbar.

 

 

Zwischen einigen Felsen hindurch zwängt sich der Pfad. Dann scheint der erste Gipfel zu Greifen nahe. Die letzten Meter über Grasmatten und wir stehen auf dem Gipfel des Pikey Peaks I (4.068 m). Welch ein unbeschreibliches Panorama. Der gesamte Himalaya Nepals ziert den nördlichen Horizont. Weit im Westen ist sogar noch das ferne Dolpo auszumachen. Unverkennbar das Panorama von Dhaulagiri, Annapurna, Ganesh Himal und Langtang im Westen. Direkt vor unserer Nase die Gipfel des Numbur und Dudh Kund. Die Fortsetzung bilden Everest, Lotse, Ama Dablam, Makalu und vielleicht auch noch der Kanchanjunga im fernen Osten gelegen, denn das Licht der Sonne blendet gewaltig.

 

Dank an die Götter des Himalaya für diese phantastische Aussicht mit einem neuen Band Gebetsfahnen. Pause, das zweite Frühstück mit Chapati und Ei. Der nächste Gipfel ruft. Hinüber zum nur 2 m niedrigerem Nachbarn. Hier treffen wir endlich jemanden, einen nepalischen Guide, der vom Base Camp aufgestiegen ist. Nachdem auch hier unsere Gebetsfahnen im Winde flattern, steigen wir zum BC (3.700 m) hinunter.

 

 

Lodges im Pikey Peak BCDort gibt es inzwischen Möglichkeiten zur Übernachtung. Die Pikey Peaks Lodge verfügt bereits über Zimmer und einem Gastraum. Ein Anbau mit weiteren Gastzimmern wird momentan errichtet. Man wartet auf mehr Touristen. Gestern hatte man Besuch von einer 35-köpfigen Gruppe, die per Helikopter eingeflogen wurde und in Zelten mit allem Komfort übernachtete, und dann zurück flog. In 10 Tagen wird die nächste Gruppe erwartet. Jedenfalls sind wir hier abermals die einzigen Gäste.

 

Der Rückweg führt nun unterhalb der Pikey Peaks zurück. Meist durch dichten Wald schlängelt sich der Pfad in vielen Kehren, hinauf und hinunter Einige im Schatten liegenden Stellen sind noch verschneit. Vorsicht ist geboten. Aus den ursprünglich gedachten 2 werden letztendlich 3 Stunden bis zur Pike Sherpa Lodge. Übrigens „Frohe Ostern“. Grüße nach zu Hause, Mobile funktioniert hinter dem Haus.

 

Pikey Peaks, Khumbu07. Tag - 21.04.2014

 

Sonnenschein! Zunächst geht es auf gleichem Wege zurück. Ein junger Mann kommt uns mit seinem Guide entgegen. Pabu Danda, KhumbuBeide sind frühmorgens von Dakuchu aufgebrochen, um den Pikey als Tagestour zu bezwingen. Nach etwa einer Stunde zweigt ein Weg zur Alm Pabu Danda (3.850 m) ab. Auf den Weideflächen grasen Yaks. Den Hintergrund bilden die gewaltigen Massive des Himalaya. Everest, Lotse und Co. ragen in den klaren Himmel.

 

Ein schmalerer Pfad führt nun bergab in einen farbenprächtigen Rhododendrenwald. Erst sind es die kräftigen roten Blüten, es folgen weitere in den Farben weiß, pink und lila. Der Wald endet in Takot (3.100 m). Hier trifft man auf den vom Lanjura La (3.530 m) kommenden Hauptweg nach Junbesi (2.790 m). Schattenlos, unter brennender Sonne, zieht sich der Weg den Hang entlang dahin. Endlich die Biegung, am Kloster vorbei die Treppen hinunter und endlich das Gasthaus Namaste, wo wir auch im Frühjahr 2012 übernachteten.

 

Eine warme Dusche und man lässt den Tag geruhsam ausklingen. 8 weitere Gäste sind anwesend. Junge Leute, die auf eigene Faust unterwegs sind. Zwei werden morgen in Richtung Jiri wandern, die anderen haben das EBC zum Ziel.

 

Junbesi08. Tag - 22.04.2014

 

Wie an den Tagen zuvor, wache ich kurz vor 6 Uhr auf. Lasse mir bis zum Frühstück zwischen 7 und 7:30 Zeit. Heute Chapati mit Spiegeleiern und Milchkaffee. Es ist ein angenehmer warmer Morgen unter strahlend blauem Himmel als wir nach Ringmu (2.7820 m) aufbrechen. Durch dichten Tannenwald verläuft der Weg am Hang entlang. Nach 2 Stunden wird der Sattel überschritten. Haben wir Everest View in Phurteng (3.040 m)? Heute ist es zu dunstig, keine Bergsicht. Welch ein Glück hatten wir an den beiden Osterfeiertagen.

 

Auf guten und breit ausgebauten Weg geht es nun fast gerade aus den Hang entlang. Warum nicht mal zur Abwechslung die Kopfhörer aufsetzen und Musik hören? Schließlich heißt es zum Dudh Koshi Nadi, dem Milchfluss, abzusteigen. Oberhalb, auf der anderen Seite des Tales liegt Ringmu (2.720 m), wo wir zur Mittagsrast einkehren. Schwer beladene aus Phablu kommende Mulikarawanen ziehen vorüber. RingmuSanje hat sich unterwegs bei Einheimischen über die Situation am Zatrwa La erkundigt. Zwei Träger berichten, dass der Pass, den sie vor einer Woche überquerten noch stark vereist sei. Ohne Seilsicherung und Steigeisen ist eine Passage derzeit nicht möglich. Wir werden uns in Kharikhola erneut erkundigen und dann entscheiden, wie es weiter geht.

 

Taksindu LaWir verabschieden uns von den 3 Belgiern, die heute hier übernachten werden und nehmen den Taksindu La (3.071 m) in Angriff. Auf breitem Wege geht es zügig bergan. Durch das steinerne Tor auf der Passhöhe hindurch, treffen wir kurz darauf in Taksinde (2.930 m) mit seinem gleichnamigen Kloster ein. Die dortige Panorama Lodge wird von neuen Besitzern geführt. Die gemütliche Atmosphäre ist verschwunden. Das Essen lässt zu Wünschen übrig. Vegetarische Momos, gefüllt mit irgendeinem Grünzeug ohne Würze und Geschmack. Zum Glück kann man beim Tee nicht viel falsch machen.

 

09. Tag - 23.04.2014

 

Die morgendlichen Strahlen der Sonne dringen durch das Fenster in mein Zimmer und holen mich sanft aus den Träumen. Ein herrlicher Tag beginnt. Wäre da nicht der mit angeblich frischer Milch zubereitete Kaffee mit säuerlichem Geschmack und das vor Fett triefende Omelett. Nein danke, wir werden das Frühstück in Nunthala nachholen.

 

Muli-Karawanen auf dem Weg nach NunthalaNunthalaStop und go auf dem Muli Hauptweg. Von Nunthala (2.330 m) kommen uns die dort zur Nacht gebliebenen Karawanen nach Phablu entgegen. In der Shangri La Lodge kehren wir ein und ich genieße ein hervorragend zubereitetes Frühstück.

 

Weiter geht es hinunter in das tiefe Tal des Dudh Koshi. Der ursprünglich gut ausgebaute Weg ist von den Mulis deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Die steinernen Treppen sind stellenweise nur noch Fragmente, beidseitig ausgefranst oder auch gar nicht mehr vorhanden. Lockere Steine und loses Geröll zwingt zu konzentriertem Gehen. Hinzu kommt der Staub. Schwer zu tragen hat eine Gruppe Frauen, die aus den Wäldern das so lebensnotwendige Brennholz nach Hause schleppt.

 

Der Abstieg endet nach gut 1.300 Höhenmetern an der Mündung des Daku Khola in den Dudh Koshi. Über die Hängebrücke zur anderen Talseite und nun heißt es wieder aufsteigen. In Jubhing (1.680 m) wird eine kurze Rast eingelegt. Auf inzwischen ausgebautem Weg treffen wir am Nachmittag auf der Passhöhe oberhalb von Kharikhola (2.060 m) ein. Direkt unterhalb der Gompa, zu der eine Treppe hinauf führt, lädt das neu gebaute Top Hill Gasthaus zum Bleiben ein.

 

KharikolaVergeblich versuchen wir Govinda und/oder Krishna per Mobile zu erreichen, um Aktuelles über die Schnee- und Eisverhältnisse am Zatrwa La zu erfahren. Sanje hört sich bei Einheimischen um. Morgen ist zu entscheiden ob wir den Weg in Richtung Mera und über den Pass wagen oder doch nach Lukla weiter wandern. Zumindest könnten wir von dort den Weg zum Pass hinauf erkunden. Unter Abwägung des Risikos, am Zatrwa La umkehren zu müssen und dann nicht rechtzeitig in Lukla zu sein, werden wir morgen sicherheitshalber auf dem Hauptweg nach Lukla wandern.

 

Es wird ein gemütlicher Abend mit der Familie und weiteren Einheimischen in der Küche. Zur Vorspeise eine würzige Tomatensuppe. Es folgen Momos mit einer Füllung, die ich auch gerne als Salat gegessen hätte. Zum Nachtisch reicht die Küchenchefin jedem einen großen Teller mit gekochten Knochen zum Knappern der daran hängenden Fleischreste vom Buff (Kuh?). Soll ich probieren? Habe hier oben noch keinen einzigen Hund gesehen. Wo sind diese geblieben? Im Topf? Bleibe also weiter Vegetarier.

 

Gompa in Kharikhola10. Tag - 24.04.2014

 

Zur morgendlichen Puja sind wir etwas zu spät in der Gompa. Jedoch noch zur rechten Zeit, als die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne durch das Fenster den Gebetsraum in ein zauberhaftes Licht tauchen.

 

Auf gleichem Wege, wie im Frühjahr 2012, verlassen wir Kharikhola. In Bubsa, wo wir damals übernachteten, kehren wir zur Teepause ein. Lang zieht sich der Karawanenweg zum Kari La (2.900 m) hinauf. Mittagsrast. Der Ort Paiya auf der gegenüber liegenden Talseite scheint zum Greifen nahe, doch der Weg verläuft schier endlos zum Talende. Auf dieser stellenweise recht holprigen Karawanentrasse stehen wir immer wieder im Stau. Größtenteils mit vollen Kerosinkanistern hinauf nach Lukla und leer, unverschlossenen wieder zurück. Es stinkt!. Der längste Stau dauert eine gute halbe Stunde. 10 uns entgegen kommende Muli-Einheiten ist Vorfahrt zu gewähren.

 

Kari La Kerosin-Transport nach Lukla

 

Beehive Lodge in Paiya, KhumbuDie Sonne ist hinter dunklen Wolken verschwunden, als wir die Beehive Lodge in Paiya (2.730 m) erreichen. Zum dritten Mal bin ich hier. Vor 2 Jahren mit Sanje auf der „Großen Khumbu Tour“ und im Herbst 2010 mit Krishna von Phablu kommend auf dem Weg nach Gokyo. Damals zur Mittagspause, heute erstmals zur Übernachtung.

 

In eine der gemütlich eingerichteten Hütten ziehen wir ein. Eine alleinreisende ältere Dame aus UK, die wir bereits unterwegs trafen, trudelt mit Guide und Träger (EXODUS) ein. Ein Ehepaar hat es sich im Gastraum bereits bequem gemacht. Am Abend trifft noch eine Gruppe junger Israelis ein, die heute in Nunthala starteten und somit einen Gewaltmarsch hinter sich haben. Der Gastraum ist voll. Nach meinen Beobachtungen sind all die weiteren am Wegesrand liegenden Unterkünfte leer geblieben. Draußen setzt nach Tagen der Trockenheit, ein ausgiebiger Landregen ein. Prima, wir sehen es positiv: Die Luft wird rein, die Sicht besser und der Staub gebunden.

 

11. Tag - 25.04.2014

 

In klarer Luft folgen wir, nach passieren des Chutok La, den ausgetretenen Muliweg abwärts nach Surke (2.290 m). Die gegenüber liegenden Gipfel ragen in den klaren Morgenhimmel. Fast ununterbrochen ziehen an und abfliegende Maschinen nach/von Lukla auf Augenhöhe vorbei. In der Yak & Yeti Lodge treffen wir zur Mittagzeit einen Wanderer aus Frankreich mit seinem Guide. Beide hatten die Überschreitung des 4.610 m hohen Zatrwa La geplant, werden nun den Umweg in Richtung Mera gehen und hoffen auf ihrem Rückweg, den Pass überqueren zu können.

 

Aufstieg von Surke nach LuklaNun gilt es nach Lukla hinauf zu steigen. Trekker, die Namche Bazar zum Ziel haben, werden unterhalb von Lukla direkt nach Chheplung wandern und dort auf den Trekking Highway treffen. Über Phakding und Monjo geht es von dort weiter zu verschiedenen Touren. Dieser Weg ist relativ gut markiert. Die Abzweigung nach Lukla, jedoch mit einen großen X als verboten gekennzeichnet. Aber das ist der richtige Weg. Übrigens, die oft als roten Kreis anzutreffenden Markierungen gelten nicht für die Strecke Jiri - Namche, sondern einem Marathon von Namche über die Pikey Peaks.

 

Auf Sanje ist Verlass. Wir nehmen den „verbotenen“ Aufstieg. Es gibt die eine oder andere Abkürzung. Ich wähle den bequemeren Weg. In Lukla endet der Transport mit Mulis. Von hier werden Träger für die Versorgung der Dörfer und Lodges eingesetzt. Die für die Touristen so gut ausgebauten Wege würden durch die Hufen der Pferdchen recht schnell zerstört sein. Es wundert nur, dass für große Gruppen weiterhin der Gepäcktransport mit Yaks und Jokpas erlaubt ist.Lukla, Khumbu

 

Seit Jahren ist das Khumbu Resort in Lukla unser Domizil. Die Rückflüge am 30.04. sind im Hause bestätigt und ein E-Ticket ist nicht erforderlich.

 

Der Abend entspricht der Gemütlichkeit in einer überfüllten Hütte des Alpenvereins, jedoch mit weltweiten internationalem Publikum. Die Preise sind entsprechend.

 

12. Tag - 26.04.2014

 

Das Wetter schaut nicht berauschend aus. Na ja, es wird schon werden, zumal heute ein Ruhetag vorgesehen ist. Beim Barbier handle ich den Preis von 450 auf 200 Rupien herunter und verspreche im November wieder vorbei zu schauen. Gewaschene Shirts, Socken etc. retten wir so eben vor dem großen Regen. Weiter oben schneit es.

 

Vielleicht haben wir schon morgen eine Chance nach Kathmandu zurück fliegen zu können. Ein Versuch ist es wert. Fragen kosten nichts.

 

13. Tag - 27.04.2014

 

Erst die gute Nachricht: Die Sonne scheint, klare Sicht. Beim Frühstück erfahren wir, dass heute keinerlei Chance besteht, nach Kathmandu zurück zu fliegen. Was soll es. Nehmen wir den Zatrwa La von Lukla aus in Angriff. Hinter dem Flughafen liegendem Hospital führt ein Wanderweg beständig aufwärts. In schmalen Taleinschnitten gilt es ein paar Bachläufe zu überqueren. Nicht ganz vertrauenswürdige, aus rohen Holzstämmen konstruierte Bücken, führen über kristallklares herabplätscherndes Wasser. Sicherer scheint der Umweg durch das Bett von Stein zu Stein. Wir treffen eine 3-köpfige Gruppe aus Japan, die den Mera Peak zum Ziel haben. Deren Climbing Guide und Camping Team folgen noch.

 

Mera Lodge in ChutangaNach etwa 4 Stunden sind wir in Chutanga (3.530 m). Die zwischenzeitlich aufgezogenen dunklen Wolken entladen die ersten Tropfen. Es folgt ein Wechselspiel zwischen Regen und Sonnenschein. Die Japaner treffen ein. Deren Zeltlager steht oberhalb der Mera Lodge in welcher wir Unterschlupf gefunden haben. Eine Touristin aus Rumänien kehrt mir ihrem Climbing Guide ein. Deren Ziel ist der Mera Peak. Angeblich der technisch leichteste aber mit 6.476 m der höchste aller bekannten sogenannten Trekking-Gipfel.

 

Der Hausherr bemüht sich vergeblich, den im Gastraum befindlichen Ofen in anzufeuern. Es qualmt. Wegen dem dichten Rauch und unseren brennenden Augen flüchten wir alle in die gemütliche Küche. Draußen entlädt sich ein heftiges Gewitter. Auf dem Herd wird ein herzhaftes Sherpa Stew zubereitet.

 

14. Tag - 28.04.2014

 

Sanje reist mich aus meinen morgendlichen Träumen. Es ist gerade 05:30 Uhr. Welch ein Anblick. Die Strahlen der aufgehenden Sonne erfassen die westlichen Gipfel von Karelung (6.530 m) bis hinüber zum Kongde (6.086 m). Die vereiste Kette des Kalo Himal liegt hingegen noch im tiefen Schatten. Nach einigen Fotos gönne ich mir noch eine halbe Stunde im mollig warmen Schlafsack. Es dauert bis die Sonne den östlichen Kamm des Kalo Himals überschreitet. Erst gegen 08:30 Uhr erreichen die ersten Sonnenstrahlen Chutanga.

 

Ein weiterer Aufstieg bis nach Katigen (ca. 4.000 m) und wieder zurück scheint aufgrund der unbeständigen Wetterverhältnisse nicht angebracht. Recht gemütlich begeben wir uns auf den Rückmarsch nach Lukla. Dort sind heute Ilona und Achim mit unserem Guide Lailit zurückgekehrt. Gemeinsam verbringen wir einen gemütlichen Abend in der Himalayan Lodge, direkt oberhalb des Airports. Für unsere Gäste ist morgen früh der erste Flug mit SIMRIK Air nach Kathmandu gebucht. Sanje und ich werden mit deren zweiten Flug folgen.

 

15. Tag - 29.04.2014

 

Erst gegen 9 Uhr landet die erste Maschine der SIMRIK Air in Lukla. Für den zweiten Flug begeben Sanje und ich uns schnellstens zum Flughafen. Check in, Kontrolle wie üblich und warten. Nichts tut sich. Sämtliche Flüge nach Lukla sind zunächst wegen schlechter Windverhältnisse eingestellt. Vielleicht kann der Flugbetrieb am Nachmittag wieder aufgenommen werden. Wir warten und hoffen, wie all die anderen Betroffenen in der gegenüber liegenden „deutschen Bäckerei“. Gegen  15 Uhr erhalten wir die Information, dass heute alle Flüge wetterbedingt storniert sind.

 

Check in bei Simrik Air in Lukla16. Tag - 30.04.2014

 

Pünktlich um 6 Uhr stehen wir abermals am Schalter der SIMRIK. Govinda hat es gemanagt, dass wir Plätze im ersten Flug haben. Drei Schalter der Tara Air sind besetzt und die davor drängenden Fluggäste werden abgefertigt. Nicht nur das aufzugebende Gepäck wird gewogen, sondern auch das Handgepäck und jeder Passagier. Übergewicht wird extra berechnet. Ob und wie übergewichtige Personen zur Kasse gebeten werden, lässt sich nicht feststellen. Wo bleibt das Personal der SIMRIK Air? Um 7 Uhr soll unsere Maschine starten. Ein mulmiges Gefühl im Bauch und die bange Fragen, ist etwas passiert? Kommen wir heute weg?

 

Dann geht es ruckzuck. Gepäck aufgeben, wiegen wie oben beschrieben und mit der Bordkarte in der Hand durch den Sicherheitscheck. Hinunter zum Abflugraum. Menschentrauben warten vor der Tür zum Flugfeld. Im Flugzeug Lukla-KathmanduJeder möchte der erste sein, um einen guten Platz in den kleinen Maschinen, möglichst vorne auf der linken Seite zu ergattern. Motorengeräusch, unserer Flugzeug rollt zur Parkposition. No Tara, Simrik Passangers only! Wir schlüpfen hinaus. Keine 5 Minuten später sind Sanje und ich mit 13 weiteren Passagieren an Bord. Die Propeller drehen auf Hochtouren, die abschüssige Start- und Landebahn hinunter und schon schweben wir Kathmandu entgegen.

 

Kurz nach 8 Uhr sitzen Govinda und ich zum Frühstück im Curry Kitchen im Zentrum Thamels. Ein frisches Baguette mit Schinken und Salat. Dazu ein Kännchen Masalatee.

 

Am Abend verabschieden wir uns im Bamboo Garden von Ilona und Achim. Später begrüßen wir unsere gestern eingetroffenen Gäste Dagmar und Henriette, die morgen zur Umrundung des Manaslu aufbrechen. Das Thermometer zeigt angenehme 25 °C.

 

Noch 3 Nächte in Kathmandu.

Am 03.05. geht mein Flug mit Turkish Airline bereits um 7:45 zurück in die Heimat.

 

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