Kanchanjunga

Lodge-Trekking
 
im einsamen, fernen Osten Nepals

 

 

Reisebericht 24.09. - 31.10.2013

 

 

 

Blick zum Kanchjunga von Taplejung Wegweiser zum Kanchanjunga Bauernsiedlung, Kanchanjunga-Trekking, Nepal
Ghuns Khola Lokales Bier, Tongpa Hirte im Kanchanjunga
Hirtenkinder oberhalb von Khangpachen Aufsteig zwischen Khanpachen und Lhonak zum BC Kumbhakana (7.711 m)

 

Vorwort

 

Bis zu Beginn des 20. Jahrhundert glaubte man, der Gipfel des Kanchanjunga (8.586 m) sei der höchste der Welt. Das Grenzgebirge zu Sikkim (Indien) im fernen Osten Nepals, war schon immer ein Ziel. Jedoch scheute ich bislang den langen Anmarsch von Taplejung und die damit verbundenen mindestens 3 Wochen im Zelt übernachten zu müssen. Im Frühjahr 2010 unternahmen wir den sogenannten Dzongri Trek von Sikkim aus, um in die Nähe dieses Achttausenders zu gelangen. (Reisebericht)

 

Nachdem publik wurde, dass man zwischen Taplejung bis hinauf zum Kanchanjunga BC in Lodges/einfachen Gasthäusern übernachten kann, wurde die Tour umgehend organisiert. Wie so oft in den zurückliegenden Jahren, wird mich Sanje, der auf dieser Strecke schon als Koch unterwegs war, als Porter-Guide begleiten.

 

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Dezember 2013

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Bahnhof GelsenkirchenAnreise - 24.09. - 25.09.2013

 

Eigentlich wollte ich mir die Wiederholungen von der Abreise in Gelsenkirchen bis zur Ankunft in Kathmandu in diesem Bericht ersparen. Doch vor Unvorhersehbaren ist man niemals sicher. Nach Abschied von der Familie im Hbf Gelsenkirchen endet die Reise abrupt im Flughafen-Bahnhof Düsseldorf. Alle Räder stehen still. Der Flughafen ist seit einer Stunde gesperrt. Spärlich sickern ein paar Informationen durch. Bombenalarm, der gesamte Airport wurde evakuiert. Geduld und Warten ist angesagt. Das hiesige Personal hat keine detaillierten Informationen. Ist ebenso frustriert, wie all die Wartenden. LH und Air Berlin haben bereits Flüge des heutigen abends storniert. Kann ich heute noch nach Abu Dhabi starten? Mein Abflug: 21:30 Uhr. Bislang ist der Flug mit ETIHAD (Kooperationsflug mit Air Berlin) aktuell. Doch die Zeit rinnt dahin.

 

Plötzlich setzt sich ein Skytrain in Bewegung: 20:30 Uhr. Alle die auf den alternativen Bustransfer gewartet/gehofft hatten, drängen hinauf zum Bahnsteig. Eine halbe Stunde später bin auch ich in einem der nächsten Züge, die nun wieder im 5-Minutentakt pendeln. Während sich an den Ticketschaltern der Airlines schier endlose Schlangen zwecks Umbuchung bilden, ist es beim Check-in von Air Berlin fast menschenleer. Der Abflug nach Abu Dhabi ist auf 23:00 verschoben.

 

Die Wartezeit in Abu Dhabi ist nun recht kurz. Trotzdem reicht es für einen kurzen Blick in die Nachrichten per Internet. Ein verwaister Koffer mit nicht identifizierbarem Inhalt (Rauschgift?) war die Ursache für das Chaos in Düsseldorf.

 

Pünktlich landet der Airbus A320-200 in Kathmandu. Einmal wieder haben die Nepali Probleme meine Aufenthaltstage im Frühjahr dieses Jahres nachzurechnen. Schließlich erhalte ich mein 90-Tage-Visum und das Gepäck folgt zügig. Ab nach draußen, herzlicher Empfang wie immer. Die Fahrt bis Sitapaila dauert fast 2 Stunden (Rush Hour). Abermals Willkommen bei der Familie. Mein Gastzimmer ist hergerichtet und am Abend schmeckt wieder einmal das von Radhika und Govinda perfekt zubereitetes Dhaal Bhaat.

 

Schalker auf der Terrasse in SitapailaDie ersten Tage - 26.09. - 03.10.2013

 

Sonnenschein, das erste Frühstück auf der Terrasse mit Masala Omelette und Milchkaffee. Die geplante Tour ins Kanchanjunga wird mit Krishna und Govinda besprochen. Der obligatorische Rundgang durch Thamel führt zwangsläufig an der Stelle des im Sommer abgebrannten PILGRIM vorbei. Das Gebäude ist komplett abgerissen und es grenzt an ein Wunder, dass die Flammen nicht auf die angrenzenden Gebäude übergeschlagen sind.

CFO Kinderheim in Kathmandu

Ein Besuch des CFO Kinderhauses in Kathmandu steht dieser Tage ebenfalls auf dem Programm. 24 Waisen im Alter ab 3 Jahre werden hier betreut. Zum bevorstehenden Dasain- und Tihar-Fest (Schulferien in Nepal) werden die Kinder ihre Ferien in Dhading Beshi verleben. Es ist geplant, auch diese in das CFO-Dorf umzusiedeln.

 

Wir treffen uns mit unseren Gästen und Rolf Schmelzer, ehemals Bürger Gelsenkirchens, nunmehr Reporter, Reiseleiter, Entwicklungshelfer in Sachen Kaffeeplantagen, … in Nepal. Wie vorab versprochen kann ich die WAZ, Apothekenzeitung, etc. übergeben. Wir verabreden ein Treffen zum Abschluss meines Aufenthaltes Ende November in Pokhara.

 

Shivapuri NationalparkEs dauert etwas länger bis das Permit für das Kanchanjunga-Gebiet ausgestellt wird, da es erst ab 2 Personen mit Vorlage der originalen Reisepässe erteilt wird. So starte ich mit Sanje am 30.09.2013 zum Shivapuri-Kurztrekk. Irgendwer hat uns diese Tour nicht gegönnt. Dicke Wolken hängen herab. Jedenfalls erreichen wir trockenen Fußes das Jule Mountain Resort. Von dort geht es durch den wenig begangenen Shivapuri Nationalpark nach Chisapani (2.160 m). Am Trekking-Highway zwischen Kathmandu und Gosainkund treffen wir unerwartet Krischna, der eine Gruppe aus Korea leitet. Klar, dass er uns über seinen Koch eine Kostprobe koreanischen Essens zukommen lässt.

 

Ja und dann dieser verpönte Abstieg nach Sundarijal über die nie endende Betonstufen (ca. 600 Höhenmeter). Hätten wir doch den Umweg über Shivapuri nach Budhanilkantha genommen. So quält mich tags darauf noch ein schmerzhafter Muskelkater. Es regnet fast ununterbrochen und das in Nepal und dem deutschen Nationalfeiertag, am 03.10.2013.

 

Flughafen Kathmandu, Buddha Air01. Tag - 04.10.2013

 

Endlich geht es los, Abflug um 12:25 Uhr. Auf Buddha Air ist Verlass. Fast auf die Minute genau, werden die Passagiere für den Flug nach Biratnagar aufgerufen. Ein propellerbetriebener „Airbus“ bietet Platz für etwa 100 Personen. Ungewöhnlich für nepalische Inlandflüge ist, dass auf diesem Flug die Plätze vergeben werden. Dies führt zwangsläufig zu Stau und etwas Gedränge. Schon auf den Plätzen in der letzten Reihe bequem gemacht, werden wir nach vorne in Reihe 4 beordert.

 

BiratnagarNach etwa 40 Minuten Flugzeit setzt die Maschine im Südosten, nahe der Grenze zu Indien, auf. Feuchtheiße Luft, der Schweiß rinnt. Schnell geht es zum Busbahnhof. Bus nach BirtamodWelch ein Glück, um 14:30 Uhr startet der Bus nach Birtamod. Die recht bequemen Sitze direkt hinter dem Fahrer können wir in Beschlag nehmen. Wie in Nepal üblich, verzögert sich die Abfahrt um gut eine halbe Stunde. Im Laufe der 3-stündigen Fahrt füllt sich der Bus mehr und mehr. Das Gedränge stört im Hinblick auf die ergatterten Plätze kaum. Jedoch ist die ständig schrill ertönende Hupe nervend. Das Horn scheint statt nach außen nach innen zu schallen und der Fahrer scheint seine Freunde daran zu haben, diesen Klang zu hören oder er hat so viele Freunde am Wegesrand, die er begrüßen muss.

 

Es ist bereits dunkel, als wir das Zentrum von Birtamod erreichen. Im Hotel Lali Gurash wird uns ein Zimmer zugewiesen. Heruntergekommen, schmutzig, die Klimaanlage baumelt an defekten Drähten. Nach meiner Reklamation erhalten wir einen etwas besseren Raum. Über den Service zum Abendessen will ich mich nicht weiter auslassen. Heute, zur späten Stunde haben wir keine Chance mehr, eine bessere Unterkunft zu finden.

02. Tag - 05.10.2013

 

In der Nacht kann ich kaum schlafen. Stickige Luft und … . Jeder einfache Gast-/Bauernhof auf dem Lande ist sauberer als dieses wohl schon vor Jahren aufgegebene, ehemals recht komfortable Hotel. Auf das Frühstück verzichten wir gerne, denn in der Frühe, noch vor 4 Uhr, sitzen wir auf den Rückbänken zweier muskelbetriebener Rikschas die uns zum Fernbusbahnhof außerhalb der Stadt bringen.

 

Bus nach TaplejungOh, man, das ist gerade noch gut gegangen. Im 5-Uhr-Comfort-Bus nach Taplejung erwischen wir so eben noch die beiden „Notplätze“. Weitere Busse sind ausgebucht. Das Dasain Fest steht vor der Tür und halb Nepal ist auf Achse. Los geht es. Ich sitze Rücken an Rücken mit einem Nepali auf dem gepolsterten Block unter welchem sich das Getriebe befindet. Sanje hockt auf Gleichnamigem, sprich Hocker, mir gegenüber. Wäre man nicht in Nepal, müsste man die 10-stündige Fahrt so durchstehen. Nach 2 Stunden werden die ersten Plätze getauscht. In der Mitte der Rückbank wippt es zwar mehr, jedoch ist wesentlich angenehmer eine Rückenlehne zu haben. Sanje hat vorne auch irgendwo einen anderen Platz eingenommen.

 

Die Straße besteht ausschließlich aus engen Serpentinen. So klettert der Bus hinauf, hat den Bergsattel erreicht und schon geht es in schier unendlichen Kehren in eines der tiefen Täler wieder hinunter. Aus den Lautsprechern erklingen aktuelle nepalische Pop-Hits. Kein Girly-Gekreische der Lovesongs und der Fahrer beschränkt das Hupen aus Notwendigste. So nicke ich mehrmals ein, bis der Bus gegen 11 Uhr in Phidim zur Pause anhält.

 

Während alle Nepalis ihr Dhaal Bhaat verschlingen, begnüge ich mich mit ein paar Keksen und Tee. Die langjährige Erfahrung lehrt, das ein Großteil des Essens wieder auf der Straße landet oder in den Plastiktüten, die jedem Mitreisenden in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bitte nicht den Bus vollkotzen! Gar nicht so einfach beim ständigem Schaukeln und vollem MagenTaplejung.Jara Lodge, Taplejung

 

Nach 9 ½ Stunden hat um 14:30 Uhr diese Fahrt ihr Ende. In der Lodge Jara schlüpfen wir vor dem inzwischen eingesetzten Regen unter und finden dort sowohl sehr gute Zimmer als auch Restaurant vor. Nur die Verbindung per Mobile/Handy zum Office nach Kathmandu, geschweige denn nach Zuhause ist hier nicht möglich.

03. Tag - 06.10.2013

 

Gut geschlafen. Der Dreck der Nacht in Birtamod und der Staub der Überlandfahrt ist unter der Dusche fortgespült. Fühle mich frisch und ausgeruht. Zudem sind die Wasserschleusen des Himmels geschlossen. Ein idealer Tag zum Aufbruch. Eine gute halbe Stunde bedarf es die Distrikthauptstadt mit den farbenprächtigen, blumengeschmückten Häusern, teilweise noch im Kolonialstil, zu durchqueren. Das Angebot der Geschäfte ist vielfältig. Es gibt so gut wie alles zu kaufen. Lediglich ein Internet Cafe wird man vergeblich suchen.

 

Der Blick auf das in weiter Ferne liegende Kanchanjunga bleibt hinter Wolken verborgen. Nun geht es bergab. Viele Einheimische sind ebenfalls zum Familientreffen anlässlich des in ein paar Tagen beginnenden Dasain Festes unterwegs. Zunächst ist es die Fahrpiste, dann ein stellenweise wetterbedingt rutschiger Pfad der nach knapp 1.000 m Abstieg zur Siedlung Mitlung (890 m) am Ufer des Tamor Nade führt. Zeit zur Mittagspause. Wir treffen ein Paar aus Frankreich, die in den kommenden Tagen als Camping-Trekker mit uns unterwegs sein werden.

 

Schweißtreibend verläuft der weitere Weg nach Sinwa. Auf und ab schlängelt sich der Pfad dem Hang oberhalb des rauschenden Tamor Nadi entlang. Zwei Büffel kühlen sich im tosenden Wasser ab. Hinüber führt eine Brücke mit recht wackeligen Baumstämmen, die ich mit etwas zitternden Beinen überquere.

 

 

Das gerade neu eröffnete Hotel bzw. Lodge Sinwa, ist heute unsere Herberge. Meine beiden klatschnass geschwitzten Shirts hängen auf der Leine. Mit dem Wasserschlauch hinter dem Haus habe ich eine Dusche genommen. Wir sind die einzigen Gäste in dieser Unterkunft mit z.Z. nur einem Schlafraum. Freue mich aufs landestypische Dhaal Bhaat gemeinsam mit den Einheimischen.

 

04. Tag - 07.10.2013

 

Tief drunten im Tal ist es sehr warm und die Luftfeuchtigkeit recht hoch, so dass ich im Laufe des Tages 4 Shirts zum Auswringen bringe. Der weitere Weg führt den Tamor Nadi entlang. Einige donnernde Zuläufe zum Fluss sind über schwankende Bambusstangen zu überqueren. Darunter tost das Wasser. In diesen schäumenden Strudeln steht ein Nepali und versucht mit der Hand Fische aus dem Wasser zu fangen. Wer es nicht glaubt, er ist erfolgreich. Mit der helfenden Hand von Sanje gelange auch ich mit etwas weichen Knien ans gegenüberliegende Ufer.

 

Zur Mittagzeit ist die Ortschaft Thiwa (1.180 m) erreicht. Zwei sehr gute Gasthäuser bieten hier Unterkunft, das Kanchanjunga und das Tamang Guesthouse. Im ersteren kehren wir zum Lunch ein. Dann geht es weiter, denn das Tagesziel ist Tapethok (1.300 m). Unverhofft wird der Weg nun recht bequem. Er wird breiter und verläuft meist eben durch weitläufige Reisfelder. Eine riesige Herde mit mehr als einhundert Schafen und Ziegen kommt uns entgegen. Der Sommer ist vorbei und die Hirten treiben die Tiere jetzt von den hoch gelegenen Sommerweiden zurück in niedrigere Regionen. Geduldig warten wir bis auch das letzte Zicklein die Hängebrücke überquert hat. Bis Tapethok sind es nur noch ein paar Minuten.

 

Gasthaus in TapethokDer Gasthof des Ortes macht im ersten Moment keinen guten Eindruck. Die Suche nach einer alternativen Unterkunft bleibt erfolglos, da kein anderer vorhanden bzw. geschlossen sind.  Schließlich die Überraschung. Das erste Obergeschoß wird um-/ausgebaut. Noch fehlen die Trennwände, lediglich die Balken stehen. Die Betten verfügen über dicke Matratzen und sind mit sauberen Laken überzogen.

 

Sanje ist auch heute Abend wieder in seinem Element. Als fleißiger Helfer in der Küche ist er auf mein leibliches Wohl bedacht. Ich bin des Nachts der einzige Fremde neben ein paar Nepali, die wie schon erwähnt, auf weiterem Weg zu ihren Familien sind.

 

05. Tag - 08.10.2013

 

Der gestern begonnene gut ausgebaute Weg setzt sich fort und bringt uns zügig voran. Zunächst durch die Ebene, dann aufwärts über Tamewa (Teehaus) nach Hellok. Kurz darauf eine Gabelung. Wir entscheiden uns für den kürzeren schmalen Waldpfad. Nach etwas auf und ab und einer Stunde Gehzeit mündet dieser wieder auf den Hauptweg, der über das höher gelegene Lelep verläuft. Nach Überquerung der Hängebrücke ist das Quartier in Sekathum (1.600 m) nach gemütlichen 3 Stunden Wanderzeit erreicht. In dieser idyllisch gelegenen Herberg ist heute Endstation.

 

Mit dem Ehepaar aus Frankreich, deren Zelte auf der Wiese stehen, sind wir die einzigen Gäste. Während des geruhsamen Nachmittags gönnt man sich eine erfrischende Dusche an der Wasserstelle. Auch die verschwitzten Socken, Shirts und … erfreuen sich der Wäsche. Im Sonnenschein und Wind sind die Sachen ruckzuck getrocknet.Tonja, lokales Bier im Gebiet des Kanchanjunga

 

Sanje und das Begleitteam der Franzosen hocken mit den Einheimischen in der Küche beisammen. Vor jedem steht ein Holzkrug aus denen mittels Trinkrohr das heimische Bier Tongba geschlürft wird. Das säuerliche Getränk wird aus einer vergorenen Hirsemaische, die im Krug mit heißem Wasser aufgegossen wird, zubereitet. Nun wird klar, warum hier neben Reis, Hirse das meist angebaute Getreide ist.

 

Ghunsa Khola06. Tag - 09.10.2013

Der Weg schlängelt sich parallel des Ghunsa Khola durch Mischwald dahin. Über eine neu gebaute Hängebrücke wechseln wir zum rechten Ufer hinüber. Kurz darauf geht es hinein in eine enge Schlucht. Ein glitschiger, schmaler Pfad führt am tosenden Wasser entlang. Auf beiden Seiten ragen Felswände steil in die Höhe. Schließlich weitet sich das tiefe Tal. Ein kurzer Aufstieg und zwei kleine Teehäuser laden in der Siedlung Jonggim zu Rast und Imbiss ein. 

 Abermals hinunter zum Flussufer und wieder hinüber auf die linke Seite. Nun beginnt ein langer in Kehren angelegter Aufstieg nach Amjilosa (2.400 m). Hatten wir bislang das Glück auf der Schattenseite unterwegs zu sein, so brennt nun die Sonne erbarmungslos herab. Der lichte Wald bietet kaum Schutz und der Schweiß rinnt. Heute ist wieder ein Tag, wo ich 3 T-Shirts auswringen kann. Schließlich verflacht der Weg und führt auf ein Hochplateau an dessen Ende nach 7 Stunden Gehzeit das lang ersehnte Gasthaus steht.

07. Tag - 10.10.2013

 

Die Sonne knallt vom königsblauem Firmament. Am Hang entlang verläuft der Weg beständig aufwärts. Trotz der gefühlten Temperatur von 30 °C sind knapp 400 Höhenmeter zügig bewältigt. Da ist der heutige Anstieg wohl so gut wie geschafft, glaubt man. Aber nun folgt ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Nicht nur bergab und -auf mit bis zu 100 m Höhenunterschied, sondern auch zwischen Wald und Wiese, Licht und Schatten, Backofen und Kühlschrank im 10-Minutentakt. Perfekte Saunagänge! Letztendlich waren all die Aufstiegmühen umsonst. Abwärts, knapp oberhalb des Flusses befindet sich ein einsam gelegener Teeshop in Thyangyani (2.410 m). Die Pause ist dringend notwendig. Hinein in die schattige Küche. Trockenes T-Shirt an und Pullover überziehen. Sanje sorgt gemeinsam mit der jungen Frau des Hauses für guten Masala-Tee und eine kräftigenden Nudel-/Gemüsesuppe. Wie an den Tagen zuvor, findet man unterwegs höchstens zwei, gestern und heute gar nur eine Station, die Speis und Trank bieten.

 

Der weitere Weg zieht sich mal recht steil, mal moderat dahin. Zum Glück nun im schattigem Mischwald, der Heimat des hier lebenden Roten Panda-Bären. Einige imposante Wasserläufe sind zu queren die donnernd in die Tiefe stürzen.

 

Die letzen Kraftreserven fordert der steile und stellenweise unwegsame Anstieg zum Plateau von Gyabla (2.725 m). Über den gut präparierten, steinernen Weges, der durch die zur Monsunzeit sumpfigen Wiesen führt, gelangt man nach einigen Minuten zum dortigem Gasthaus. Gegenüber, in der neu erbauten Hütte, erwarten uns königliche Betten mit dicken Matratzen. Gestern sorgte halt nur eine dicke Zudecke auf dem mit einen Teppich gepolsterten Holzpritsche für eine akzeptable Schlafstelle.

 

Da wir bereits gegen 14:30 eintreffen, bleibt abermals genug Zeit zur Erfrischung. Schnell ist der angetrocknete Schweiß des Tages herunter gespült. Den Abend verbringt man gemeinsam im Gastraum. Heute sind noch zwei junge Männer aus Israel eingetroffen. Später gesellt sich die ganze Familie des Hauses mit einigen Nachbarn hinzu. Strom ist vorhanden und die Flimmerkiste wird eingeschaltet. Nepalischen Love-Songs folgt Bollywood.

 

 

08. Tag - 11.10.2013

 

Geschafft, das erste Etappenziel Ghunsa (3.415 m) ist erreicht. Mit 5 Lodges ist es das Namche Basar des Kanchanjunga. Nach einem recht anstrengenden Tag kehren wir in das Kanchanjunga Guesthouse ein. Ein geräumiges Zimmer mit bequemen Betten und Stromversorgung vom lokalen Wasserkraftwerk steht zur Verfügung.

 

Von Gyabla ging es abermals über Stock und Stein zur Hochalm von Phale (3.200 m). Unterwegs gibt es keinerlei Möglichkeit zur Einkehr. Die Wasserflasche ist ausgetrocknet und der Magen leer. Man sollte unbedingt ein Lunchpaket und einen zusätzlichen Wasser-/Trinkvorrat auf dieser Etappe dabei haben. Nachdem der Akku meines Körpers wieder einigermaßen aufgeladen ist, werden die noch vor uns liegenden 2 Stunden Gehzeit angegangen.

 

Endlich eine angenehme, leicht ansteigende Strecke, auf welcher ich erstmals in diesen Tagen meinen gewohnten Gehrhythmus finde. Unterwegs treffen wir den Wirt des Kanchanjunga Guesthouses. Noch müssen wir die alte Brücke über einen Zufluss zum Ghunsa Khola nutzen. Über uns spannt sich die neue, bis zur Mitte fertig gestellte Hängebrücke. Ein guter Platz, dort ein Band der mitgebrachten Gebetsfahnen zu entspannen.

Abermals als einzige Gäste sitzen wir beim Wirt und seiner Familie in der Küche, welcher auch Gastraum ist, beisammen. Auf dem holzbefeuertem Herd köchelt die bestellte Garlic-Suppe. Später erwartet uns ein gemeinsames Dhaal Bhaat. Bis dahin ist es Zeit meinem Enkel Nick zum Geburtstag zu gratulieren. Er wird heute 3 Jahre. Die Verbindung funktioniert per örtlichen Satelliten-Telefon. Herzlichen Glückwunsch vom Opa.

09. Tag - 12.10.2013

 

Ausruhtag, Akklimatisierung vor dem weiteren Anstieg zum Kanchanjunga BC. Das Gepäck wird neu sortiert. All die Dinge, die in den kommenden 5 Tagen nicht benötigen werden, werden deponiert. Andererseits vervollständigen wir im Depot unseren Proviant für den Fall der Fälle. Eine warme Dusche lasse ich mir ebenfalls nicht entgehen. Klar, auch das leidliche Wäschewaschen wird erledigt.

 

 

10. Tag - 13.10.2013

 

Von Westen ziehen Wolkenschleier auf. Möglicherweise ideal, um den Höhensprung auf über 4.000 m nach Khangpachen nicht schweißtreibend bewältigen zu müssen. Doch es kommt anders. Nach einer Stunde fallen die ersten Tropfen. Es dauert nicht all zu lange und wir stehen sozusagen unter der Dusche. Durch nicht endenden Dauerregen zieht sich der Weg weiterhin entlang des Ghunsa Khola dahin. Herrliche herbstliche Wälder durchsetzt mit Kiefern und Wacholder werden öfter durch recht unwegsame Flussläufe und Geröllfelder unterbrochen… und der Regen rinnt. An Höhe gewinnt man kaum.

Dann geht es steil bergan. Zunächst über Weiden, durchsetzt mit Kiefern, Tannen und Wachholderbüschen. Dem folgen mehrere längere, bei diesen Wetterverhältnissen recht unangenehm zu querende Erdrutsche. Entgegen kommen uns zwei Schweizer und ein Gruppe aus den USA. Ein kleiner Pass ist zu erklimmen und dann geht es hinunter. Sanje geht voraus, um das Quartier in der einzigen Lodge zu sichern.

 

Klatschnass bis auf die Haut erreiche ich das Kanchanjunga White House. Selber Schuld, ohne die Kapuze des Anorak bzw. des Regencapes überzuziehen, rinnt der Regen zwangläufig ins Innere. Jedenfalls steht ein Zimmer mit bequemem Lager zur Verfügung und der Gastraum ist gut beheizt. Dort treffen wir 4 österreichische Bergsteiger, die heute vom Kanchanjunga BC zurückgekommen sind. Die Vereine „Austria Salzburg“ und „Schalke 04“ schließen Freundschaft in 4.100 m Höhe.

 

11. Tag - 14.10.2013

 

Die ganze Nacht hat es durchgehend geschüttet. Inzwischen ist der Regen in Schneefall übergegangen. Die Österreicher starten trotz der widrigen Wetterverhältnisse zum Abstieg. Was bleibt in dieser Situation? Abwarten, Musik hören und auf besseres Wetter hoffen. Die beiden Israelis haben ebenfalls hier Unterschlupf gefunden. Wir teilen uns die Kosten für das Feuerholz, damit der Kanonenofen brennt und einigermaßen Wärme spendet.

 

12. Tag - 15.10.2013

 

Regen, Regen, Regen. Absteigen oder einen weiteren Tag warten? Sanje und ich haben uns zum Abbruch entschieden, der Wirt rät hingegen abzuwarten. Da der unter diesen Wetterverhältnissen zu querende Erdrutschbereich sehr gefährlich ist, entscheiden auch wir noch einen weiteren Tag zu verweilen. Im Laufe des Nachmittags trifft ein einziger Gast aus Korea mit Guide ein, die den Aufstieg von Ghunsa als Vorhut ihrer Gruppe gewagt haben. Vom Kanchanjunga BC kommt niemand herab. Sollten dort oben noch Wanderer sein, sind diese mit Sicherheit eingeschneit. Die Zeit vertreibt man sich auch mit Kartenspiel und der eigentlich für das BC mitgebrachte Schinken wird aufgeschnitten. Die verbleibenden Reste werden schließlich in kleine Würfel geschnitten, in der Pfanne in der Küche angebraten. Dann fügt man 3 Eier hinzu. Das Ergebnis, ein herzhaftes Rührei mit Speck.

 

Der Mond ist aufgegangen. Tatsächlich, er leuchtet durch Wolkenfetzen vom Himmel. Na, das lässt Hoffnung aufkommen. Aber erst mal gute Nacht.

 

13. Tag - 16.10.2013

 

Einer sternklaren Nacht folgt ein herrlicher Morgen. Erste Strahlen der aufgehenden Sonne berühren die vereisten Gipfel. Rundherum erheben sich die kristallweißen Massive unter dunkelblauem Himmel, die vom 7.711 m hohen Kumbhakana überragt werden.

Guter Dinge brechen wir auf. Im Schatten ist es anfangs noch bitter kalt und der schmale Pfad stellenweise vereist. Mit dem Augenblick als die Sonne den Gebirgskamm überschreitet geht die Temperatur rasant in die Höhe. Es wird heiß. Die Strahlen werden von allen Seiten reflektiert und man hat das Gefühl, man befände sich in einem Prabol-Spiegelkollektor. Ausserdem ist es windstill, kein Lüftchen regt sich. Der Pfad wird glitschig. Das kostet Kraft und gehörige Konzentration beim Gehen.

 

Im Hintergrund des Tales ist der Aufschwung durch ein Moränenfeld hinauf nach Lhonak (4.792 m) zu erkennen. Darüber erheben sich die Gipfel des Janak und Jingsang Himal mit dem 7.462 m hohen Jingsang Peak. Nach etwa 2 Stunden in glühender Hitze stoßen wir auf die Zelte zweier tibetischer Nomadenfamilien, die hier ihre Herde mit etwa 50 Yaks hüten. Vor einem der Zelte spielen zwei kleine Jungen mit knallroten Backen. Ein Hund liegt träge daneben. Hier finden wir erst einmal Schutz vor der erbarmungslosen Sonne im Schatten der Zeltplanen. Die Mutter der beiden Buben bereitet uns auf der Feuerstelle im Zelt einen köstlichen Tee mit frischer Yakmilch zu.

 

 

Während dieser Pause entscheiden wir unter den heutigen Wetterbedingungen und den oben zu erwartenden Schneemassen, die Tour hier abzubrechen und nach Khangpachen zurück zu kehren.

 

Auf dem Höhenrücken oberhalb von Khangpachen mit seiner kleinen Gompa und den vielen Gebetsfahnen, erkennt man sofort, dass ein Ansturm aus Ghunsa stattgefunden hat. 14 Gruppen aus allen Ländern der Welt sind heute eingetroffen. Auf den verfügbaren Wiesen-/Weideflächen reihen sich Zelt an Zelt. Ein Zustand, wie man ihn sonst nur im EBC antrifft. Auch unsere Lodge ist u.a. mit einer 9-köpfigen Gruppe aus Spanien überfüllt. Keine Sorge, Sanje und ich erhalten noch ein Zimmer im Nebengebäude, welches zum Campingplatz gehört.

 

All diese Leute haben die zurückliegenden Regentage in Ghunsa ausgeharrt. Mindestens 100 Touristen zuzüglich Begleitteam werden es wohl an die 300 sein, die Morgen in Richtung Kanchanjunga BC abbrechen.

 

14. Tag - 17.10.2013

Während die Hundertschaften nach Lhonak aufbrechen, begeben wir uns auf den Rückmarsch. Das Wetter schaut schon wieder recht durchwachsen aus. Nach 1 ½ Stunden liegt das Erdrutschgelände hinter uns. Nun zieht sich der Weg abermals dahin. Eine Gruppe des DAV Summit Clubs folgt sozusagen als Nachhut der Invasion zum Kanchanjunga BC. Zwei Teilnehmer der Gruppe sind in Ghunsa wegen gesundheitlicher Probleme zurück geblieben. Diese Tour ist schon recht anstrengend und ich bin froh, dass meine müden Beine und mein rechtes Problemknie mich bis Ghunsa tragen. Morgen werden wir entscheiden, wie es weiter geht.

15. Tag - 18.10.2013

 

Um 8 Uhr weckt mich Sanje. Es ist Zeit zum Frühstück. Das von Zuhause mitgebrachte Schweinefleisch aus der Dose bringt heute etwas Abwechslung zu Chapati mit all den möglichen Ei-Variationen. Chungduk, der Wirt des Kanchanjunga Guesthouse, rät davon ab, den Rückweg nach Taplejung über den Migra La (4.600 m) anzutreten. Dort oben ist nach seiner Information alles meterhoch zugeschneit. Das vor dem Pass befindliche Gasthaus in Selele (4.420 m) nicht erreichbar. Hoffen wir, dass das französische Ehepaar, welches am Tage unseres Aufbruchs nach Khangpachen diese Strecke genommen haben, es irgendwie noch geschafft hat. Zudem benötigt man von hier 10 Tage bis nach Taplejung.

 

In Anbetracht all dieser Tatsachen werden wir auf gleichem Wege zurück marschieren. So gönne ich mir eine warme Dusche. Im Laufe des Tages verschwindet die Sonne hinter dunklen, tief hängenden Wolken. Es wird kühl und ich schlüpfe in wärmere Sachen. Zwischenzeitlich lernt man Hans-Jürgen mit seiner Frau Angelika kennen, die unter asthmabedingten Höhenproblemen leidet und somit der Gruppe des DAV Summit Clubs nicht folgen konnten.

 

Zum Abendessen bevorzuge ich abermals das hervorragende Dhaal Bhaat dieser heimischen Küche. Diesmal mit anderem Gemüse und Linsenkomposition zubereitet.

 

16. Tag - 19.10.2013

 

Ist das möglich? Regen, Regen, Regen. Nach dem Frühstück schließen sich zum Glück die Himmelschleusen. Wir brechen auf. Wie erwartet, überholen uns Hans-Jürgen mit Frau in luftiger Höhe per Helikopter. Hin und wieder blinzelt die Sonne kurz durch die tief hängende Wolkendecke. Bevor Gyabla erreicht ist, kommen die Regencapes leider wieder zum Einsatz.

 

17. Tag - 20.10.2013

 

Das Wetter lässt weiterhin zu Wünschen übrig. Zumindest bleiben wir heute vom Regen verschont. Nun erlebt man den Tourverlauf in umgekehrter Richtung. Super, schnell geht es hinunter und dann wieder hinauf. Hat man diesen letzen Höhepunkt erricht, geht’s tatsächlich bergab nach Amjilosa.

Dort eingetroffen, müssen wir feststellen, dass eine 12-köpfige Gruppe aus Frankreich sämtliche Zimmer in Beschlag genommen hat. Da bleibt wohl nur die Möglichkeit im Gastraum zu nächtigen. Sanje schafft es irgendwie, dass ich ein Privatzimmer der hiesigen Familie allein beziehen kann. Am Abend ist der Gastraum gerammelt voll, nachdem noch eine Gruppe aus Japan eintrifft. Uli, der mit seinem Guide ebenfalls auf dem Rückmarsch ist und mich aus Internet und vom Nepaltreffen RUHRGEBIET kennt, bereitet sein Nachtlager wie einige andere Gäste auf einer Bank im Gastzimmer.

 

18. Tag - 21.10.2013

 

Juchhu, endlich Sonnenschein! Dem langen Abstieg folgt abermals die tosende Schlucht. Gerade rechtzeitig in Sekathum und der Regen meldet sich zurück.

 

Tongba BierkrügeEs wird Zeit, einen dieser Tongba-Holzkrüge als authentisches Souvenir aus dem Kanchanjunga zu erwerben. Die Auswahl in den Regalen ist sehr groß. Es stellt sich jedoch heraus, dass die meisten defekt, also vom vielen Gebrauch undicht sind. Da sollte man doch einen recht guten Preis erhandeln können. Falsch kalkuliert, ein Pokerspiel beginnt. Auch Kaputtes hat im Regal als Zierde seinen Wert und muss beim Verkauf einen Preis erbringen, der mindestens für einen Neukauf reicht. Die geforderten 3.000 Rupien für einen defekten Krug sind doch letztendlich zu viel des Guten. Ich biete den halben Preis. Mein Angebot gilt bis morgen früh.

 

19. Tag - 22.10.2013

 

Abgelehnt, na dann bleibt der Krug weiterhin hier im Regal. Nach etwa 3 gemütlichen Stunden, überwiegend auf dem gut ausgebauten Weg, hinunter nach Tapethok kehren wir dort zur Mittagzeit ein. Dort fällt es leichter, einen neuen, noch ungebrauchten und recht großen Krug zum Preis von 3.000 Rupien zu erhandeln. Ob aus diesem Gefäß auch DIEBEL’s oder VELTIN’s mit Strohhalm schmeckt, kann ich erst daheim ausprobieren.

 

Kurz ist der weitere Weg bis Thiwa. Auf dem Balkon vor unserem Zimmer genießen wir den Nachmittag im Tamang Guest House. Ein Telefonat mit Govinda in Kathmandu (Handy funktioniert hier) bestätigt, dass seit 10 Tagen sehr schlechtes Wetter in ganz Nepal herrscht. In Indien hat diese Schlechtwetterperiode gar zu verheerenden Überflutungen geführt.

 

20. Tag - 23.10.2013

 

Kurz vor Sinwa begegnen uns zur Mittagzeit mal wieder zwei Touristen, die mit ihrem Camping-Team in Richtung Kanchanjunga wandern. Es ist also nicht so viel los auf diesem Trail. Die Situation vor drei Tagen in Amjilosa und die wetterbedingte in Khangpachen waren Ausnahmen. Man muss auch bedenken, dass in den meisten Orten nur 1 Gasthaus existiert.

 

Am Nachmittag treffen wir in Mitlung ein, im einzigen Gasthaus des Ortes und sind herzlich willkommen.

Im diesem tiefen Tal, scheitert der Versuch einer telefonischen Verbindung ins Büro nach Kathmandu.

 

21. Tag - 24.10.2013

 

Noch einmal kräftig schwitzen. 900 Höhenmeter geht es hinauf nach Asahangpati. Von dort entlang der vor kurzem fertig gestellten Fahrtrasse nach Taplejung. Zwei Schamanen haben ihre Geisterfallen aufgebaut, um die Bösen auf dieser Strecke zu fangen bzw. zu vertreiben. Abermals beziehen wir Quartiert im Gasthaus Jara. Eine 5-köpfige Camping-Gruppe aus Korea ist heute ebenfalls eingetroffen, dessen Koch Sanje kennt. So erfahren wir, dass auch diese Gruppe einen Tag nach uns den Aufstieg wegen der Schneemassen zum Kanchanjunga BC aufgegeben hat.

 

Telefonat mit Govinda. Er hat die Rückflugtickets für den Nachmittag des 26.10. besorgt und wird diese per Email übermitteln.

 

22. Tag - 25.10.2013

 

In einem Bus mit Mini-Sitzen beginnt die 10-stündige Horrorfahrt zurück nach Birtamod. Es waren heute am Freitag nur noch Plätze in diesem Vehikel verfügbar. Entgegen den sonst üblichen 2er-Reihen zu beiden Seiten, sind auf der rechten Seite hinter dem Fahrer 3er-Sitzbänke montiert, auch für nepalische Verhältnisse nur für Schulkinder geeignet. Zum Glück habe ich den Platz am Gang und bedaure den Nepali, der zwischen mir und seinem Nachbarn am Fenster eingequetscht ist. In jeder der unzähligen Rechtskurven lässt es sich nicht vermeiden, dass der arme Kerl noch mehr zusammengepresst wird. Falls man mit mehreren Personen unterwegs ist, sollte man, wie die Koreaner, einen Jeep bestellen.

 

Gerädert, fühle ich mich bei der Ankunft in Birtamod. Nun ist uns das Glück hold. Direkt gegenüber dem Busbahnhof bietet das Hotel New Larigurans eine sehr gute Unterkunft. Ein großes, sauberes Zimmer und ein Restaurant mit hervorragender Küche. Das Zimmer kostet lediglich 800 Rupien. Zum Vergleich, in dem Dreckloch bei der Anreise hat man uns 1.000 Rupien abverlangt.

 

Der Manager des Hotels besorgt uns auch gleich die Tickets für den Luxusbus nach Biratnagar, Abfahrt morgen früh um 05:30 Uhr.

23. Tag - 26.10.2013

 

Eine kurze Nacht. Trotz der frühen Morgenstunde gönne ich mir eine warme Dusche. Nach 3 ½ Stunden Fahrt sind wir im Zentrum von Biratnagar. Mit der Muskel-Rikscha geht es hinaus in Richtung Flughafen zum Büro der Buddha Air. Dort kann ich unsere E-Tickets von meinem Email Account abrufen und ausdrucken. Gestern in Birtamod hat die Verbindung zum Internet nicht funktioniert.

Nahe dem Flughafen holen wir im kleinen Hotel Katuwal das Frühstück nach. Bis zum Abflug haben wir noch 5 Stunden Zeit. Sanje beginnt hinter dem Haus seine Wäsche zu waschen. Ich nutze die Zeit diesen Reisebericht zu vervollständigen.

 

Mit 1-stündiger Verspätung heben wir ab. Es ist bereits dunkel, als wir in Kathmandu landen. Mit dem Taxi geht es direkt nach Sitapaila wo Govinda mit Familie zum gemeinsamen Abendessen auf mich wartet.

Die nächsten Tage - 27. - 31.10.2013

 

Einige Arbeit wartet auf mich. Anfragen von Kunden sind zu erledigen und man trifft auch den einen oder anderen Neuankommenden oder Abreisenden. Das Wetter ist weiterhin recht bescheiden. Die Tageshöchsttemperatur in Kathmandu erreicht mal gerade die 18 °C. Viel zu kalt für diese Jahreszeit. Zum Glück regnet es nicht. Zudem gibt es fast rund um die Uhr Strom. Wegen des schlechten Wetter sind die Wasserspeicher noch gut gefüllt.

 

Es gilt auch die nächste Tour in das Ganesh Himal vorzubereiten. Ganesh wird als Guide und Karma als Koch mitkommen, da er diesen Weg schon mehrmals gegangen ist. Am 01.11.2013 erwarten wir Hildegard und Wolfgang aus Heidelberg, mit denen ich zwei Tage später zu diesem Camping  aufbrechen werde. Mehr dazu im Reisebericht:

Ganesh Himal - auf kaum begangenen Pfaden im Land der Tamang