GANESH HIMAL

 auf kaum begangenen Pfaden
im Land der Tamang

 

Reisebericht 01.11. - 28.11.2013

 

 

 

Wasserfall nahe Bhalche, Ganesh Himal Unsere Porter auf dem Weg zum Pass Singla Phedi, Sonnenuntergang am Langtang Lirung
Singla Pass (3.950 m), Ganesh Himal Edelweis am Wegesrand Ganesh Himal, Blick von Gompa
Tamang Weltkulturerbe Dorf Gatlang; Nepal Hochplateau Nagthali, Tamang Heritage Trek Sonnenaufgang Ganesh Himal, Nagthali

 

Vorwort

 

Nach Rückkehr von der Erkundungstour zum Kanchanjunga, gilt es in jeder Saison, die eine oder andere Tour zu wiederholen. Schauen, was gibt es Neues, was hat sich geändert. Nach dem Besuch des Langtang Nationalparks im Frühjahr dieses Jahres, stand das Ganesh Himal auf dem Programm. Auf diesem Camping-Trek werde ich nicht allein unterwegs sein, da Hildegard und Wolfgang aus Mannheim zur passenden Zeit die gleiche Tour bei uns gebucht hatten.

 

 

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Dezember 2013

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zur Bildershow Ganesh Himal

01. Tag - 01.11.2013Vorbereitung Camping-Trekking ins Ganesh Himal

 

Die letzten Einkäufe für das bevorstehende Camping-Trekking sind noch zu erledigen. Zelte und Küchenausrüstung werden auf Vollständigkeit und Funktion geprüft. Ganesh, Govindas Schwager, wird die Leitung dieser Tour übernehmen. Karma, der die Route sehr gut kennt, ist mit seinem eingespielten Team als Küchenchef dabei.

Tihar - Lichterfest

Heute beginnt das 5-tägige farbenfrohe Tihar auch Lichterfest genannt. Höhepunkt ist der dritte Tag (Deepavali), wenn die Glücksgöttin Laxmi jedes Heim besucht. Die Feierlichkeiten enden am letzten Tag im Familienkreis dem Bhai Tika. Neben gegenseitigen Geschenken werden 7- oder 9-farbige Tikas auf die Stirn gedrückt. Eingebunden ist in dieser Zeit das Neujahrfest der Newar, eine überwiegend im Kathmandutal lebende ethnische Gruppe. In Kirtipur wird dieses Fest noch in traditioneller Weise begangen.

 

02. Tag - 02.11.2013

 

Hildegard und Wolfgang sind gestern eingetroffen und in Kirtipur im Süden des Kathmandutals untergebracht. Govinda und ich fahren hinaus und besprechen mit den beiden die Einzelheiten der morgen beginnenden Tour.

 

03. Tag - 03.11.2013

 

Gegen 11 Uhr sind alle beim gechartertem Bus versammelt, der im Norden auf der Ringroad zur Abfahrt bereit steht. Freue mich, das Ganesh und Karma abermals mit mir auf Trek gehen. Welch eine Überraschung: Im insgesamt 12-köpfigen Team ist auch Küchenjunge Chising dabei, der vor 5 Jahren auf gleicher Tour dabei war. Des weiteren kenne ich einige Gesichter, so Karmas Bruder Lakpa. Neu an Bord ist Sudip, der bei uns seine Ausbildung zum Guide begonnen hat.Obst und Gemüse

 

Einkauf in TrisuliWie im Frühjahr verlassen wir das Kathmandutal auf dem Highway in Richtung Pokhara und zweigen dann am Trisuli auf die neu ausgebaute Straße zum gleichnamigen Ort ab. Mittagpause. Die dortigen Ost-/Gemüseläden bieten eine reiche Auswahl. Karma kauft frische Ware von A bis Z ein. Auch ein Kilo scharfer Chilly-Schoten gehört dazu.

 

Weiter bis nach Betrawati ist es ein Katzensprung. Camp am Salkho KholaAll die in den kommenden Tagen benötigten Dinge von Ausrüstung, Verpflegung bis hin zu den Zelten werden aus-/abgeladen und auf Träger und Küchenteam verteilt. Kurz hinunter zum Trisuli River, dort hinüber zur Ortschaft Sole Bazar an der Einmündung des Salkho Khola. Fast auf den Tag genau wird an dessen Ufer, wie vor 5 Jahren, das Lager errichtet. Die damals im Bau befindliche Brücke ist fertig. Die Küche kredenzt wie am ersten Abend eines jeden Camping-Trekking üblich, ein köstliches Dhaal Bhaat. Verständlich, das die Jungs kurz darauf zum Ort verschwinden, denn heute wird bei Vollmond die Glücksgöttin Laxmi erwartet. Für uns beginnt hingegen die erste Nacht im Zelt.

 

04. Tag - 04.11.2013

 

Gut ausgebaute Stufen führen sowohl durch Mischwald als auch Terrassenfeldern, auf welchen reifer Reis und Hirse steht, nach Pokhari. Der alte Pfad ist kaum noch zu erkennen. Schnell finde ich meinen Gehrhythmus mit gleichmäßigen Schritten, die im Kanchanjunga kaum möglich waren. Unterhalb von Pokhari mündet der Weg in die Fahrpiste. Fröhliche Menschen winken von der Ladefläche des uns entgegenkommenden LKWs: Happy Tihar. Die Leute sind unterwegs zu ihren Familien. Übermorgen ist Bhai Tika. Auf dem Dorfplatz steht eine riesige aus Bambusstangen konstruierte Schaukel, die man allerorts seit Beginn des Dasain Festes vor 4 Wochen vorfindet. Wagemutig schwingen sich Kinder auf dem dicken Hanfseil in luftige Höhe.

 

 

Während die Straße in weiten Kehren verläuft, folgen wir dem alten Fußweg durch einen dichten Kiefernwald. Wie vor 5 Jahren hat das Küchenteam in Satdobato den Platz zur Mittagspause hergerichtet und eine Zwischenmahlzeit vorbereitet. Wie bestellt, eine deftige Suppe und frisches Obst als Nachtisch.

 

Statt der Straße zu folgen, welche im Jahre 2008 nur ein breiterer Weg war, führt Karma uns den Hang hinauf. Dieser sich überwiegend durch Felder ziehende Aufstieg ist recht schweißtreibend, denn die Sonne knallt erbarmungslos herab. Auch unsere unermüdlichen, fleißigen Träger legen öfters eine Verschnaufpause ein. Schließlich eine Abzweigung. Es geht nun gerade aus. Zwischen den Feldern stehen Bäume mit rosafarbenen Blüten. Es sollen Kirschbäume sein, sicher bin ich mir nicht. Zudem recht ungewöhnlich, denn der Winter naht. Aber hier ist subtropisches Gebiet und jede Pflanze ist an ihr spezifisches Klima angepasst.

 

Schneller als erwartet, ist der Lagerplatz in Kalubesi (ca. 1.700 m) erreicht. Oder heißt der Ort Kipsang, wie in meinem damaligen Bericht genannt? Jedenfalls ist es die gleiche Stelle auf dem die Zelte aufgebaut werden.

 

05. Tag - 05.11.2013

 

Bleiben wir kurz beim Thema Namensgebung und Kartenmaterial in Nepal. Orte haben oft mehrere Bezeichnungen und zusätzlich unterschiedliche Schreibweisen. Wege, die gar nicht existieren, sind eingezeichnet, weil sich die Kartographen in Kathmandu auf Hörensagen verlassen. So geht es auf der neuesten Karte direkt in die zerklüfteten Berge zu einem Platz namens Bhalche, der möglicherweise dort oben gar nicht existiert. Die nächste zu Fuß zu erreichende Ortschaft ist Bhalche Thulogaon. Wir folgen dieser Richtung. Schon bald erkennt man den Wasserfall, der sich über einen steilen grüne Abhang ergießt. Im Sonnenschein glitzern Milliarden zerstäubender Tropfen in sämtlichen Farben des Regenbogens. Es lohnt sich, vorsichtig auf rutschigem Gestein, bis zum Fuße der Wand vorzuwagen.

 

Bhalche ist die letzte große Ortschaft. Hier endet die Piste auf der zeitweise ein lokaler Bus verkehrt. Die Hauswände sind mit Plakaten der Parteien beklebt. Am 19. November ist Wahltag. Über 100 Parteien stehen zur Auswahl. Eine Parteien-Allianz, darunter die Maoisten, rufen zum Boykott der Abstimmung auf. Die Bevölkerung scheint all dies nicht zu interessieren, denn noch hat Tihar Priorität.

 

Bis hier hinauf leben gleichermaßen Hindus und Buddhisten. Nun beginnt das Gebiet der Tamang, eine der größten tibeto-mongolischen Volksgruppe in Nepal. Eine Legende erzählt von einer großen weißen Kuh mit drei Söhnen, die irgendwo hinter den Eisbergen lebten. Ein Windstoß trug Tulgo, einen der Söhne, hinüber und landete südlich des Ganesh Himal. Dort heiratete er ein Menschenmädchen und all deren Nachkommen sind Tamangs.

 

Almenlandschaft. Kühe, Schafe und Ziegen grasen auf den weitläufigen Matten. Eine Bäuerin treibt voraus ihre Herde Ziegen an. Dann geht es mit Hopp und Schwung über die steinerne Mauer hinüber auf den mit saftigen Gräsern und Kräutern bewachsenen Hang. Eine halbe Stunde später finden wir auch unseren Futterplatz.

 

Noch ein kurzes Stück und die Zelte können auf den Terrassen von Langdawa (2.200 m) aufgebaut werden. Ein Hund begrüßt mich. Ist es der, der uns damals mit seinem Gekläffe eine schlaflose Nacht  bereitete? Lieber Hund sei brav und still. Koch Karma weiß, wie man Hot Dogs zubereitet. Zu all diesen und anderen Vergleichen zieht Hildegard am Abend meinen Reisebericht 2008 aus dem Gepäck. Super, die Frage was war gestern, was ist heute, was wird morgen sein kann somit abgeglichen werden.

 

Die Sonne versinkt inmitten einiger Wolkenschleier. In 2.200 m Höhe wird es merklich kühler.

 

06. Tag - 06.11.2013

 

Unser Wachhund war brav. Keine Hot Dogs zum Frühstück. Leider auch kein Sonnenschein wie gestern. Das Camp liegt halt am Osthang. Trotzdem, kurze Zeit nach Aufbruch überwinden die ersten Strahlen den Kamm. OrchideenDie Feld- und Wiesenlandschaft geht in Mischwald über. Moderat ansteigend geht es in den Dschungel. Wolfgang, Orchideensammler und Hobby-Botaniker, erfreut sich all der hier sprießenden Pflanzenwelt. Ca. 388 Orchideenarten gedeihen in Nepal. Languren Affen in Waldgebieten von NepalEine der seltenen endemischen Pleionen findet man nur hier im Ganesh Himal.

 

Eine Horde bärtiger Affen (Languren) präsentieren in den Baumwipfeln ihr akrobatisches Geschick.

 

Der dichte Wald weicht zurück. Weite Almwiesen erstrecken sich vor mir. Wo ist unser mittägliche Rastplatz?. Vereinbarungsgemäß ist Ganesh mit Wolfgang und Hildegard zurück geblieben. Da gibt es für Wolfgang so viel in der Botanik zu erforschen und zu fotografieren. Karma ist voraus und irgendwie habe ich unsere Träger aus den Augen verloren. Da ist aber noch ein treuherziger Begleiter, der Hund aus Langdawa. Er kennt oder spürt den Weg. Als der unverkennbare Geruch einer köchelnden Suppe in meine Nase dringt, kann der Rastplatz nicht mehr weit entfernt sein.

 

Sofort entdeckt, gekochte Kartoffeln und herzhaft-würzige Pickles aus Rettich sind gerade fertig. Eines meiner Leibgerichte. Auf Bratkartoffeln mit Würstchen verzichte ich gerne, nicht hingegen auf die anderen Leckereien.

 

Nun ist es nicht mehr weit, lediglich 200 Höhenmeter bis zum Pass auf 2.900 m (Gonkar). Standen wir damals in dichten Wolken und Regen dort, so erstrahlen der LangtangSonnenuntergang am Langtang Lirung Lirung und die umliegenden Massive im sonnigen Glanz. Das Camp ist im Windschatten hinter dem Höhenrücken aufgebaut. Die kleine Hütte, vor der wir vor 5 Jahren das Feuer entfachten und in der Kälte Kartoffeln mit Chilly-Butter verspeisten, ist zerstört. Auch heute wird ein Lagerfeuer mit Bruchholz entzündet. Kartoffeln garen in der glühenden Asche. Ein gemeinsamer und unvergesslicher Abend mit dem Team. Über uns wölbt sich die Unendlichkeit des Universums.

 

07. Tag - 07.11.2013

 

Eine sternenklare Nacht lässt den Morgentau auf den Zelten gefrieren. Es ist bitterkalt. Dann blitzen die ersten Strahlen über den Bergrücken, durchdringen den Tannenwald. Wir sind auf der Sonnenseite und können das Frühstück vor dem Zelt genießen. Hildegard hat der Schnupfen erwischt. Sollen wir einen Ruhetag erlegen? Zwei Reservetage sind auf dieser Tour eingeplant. Trotz dichter Nase, entscheidet sich die Arme zum Aufbruch.

 

Der typische Mischwald mit Tannen, Kiefern, Rhododendren und anderem Gehölz spendet bei Aufstieg nach Singla Phedi (3.600 m) wohltuenden Schatten. Am Horizont begleitet uns das schneeweiße Massiv des Langtang Lirung. An einen kleinen Bachlauf haben unsere Träger ein Feuerchen entfacht. Es ist Zeit für deren morgendliches Dhaal Bhaat. Ein willkommener Rastplatz mitten im Urwald. Ein dicker Baumstamm gibt eine gute Sitzbank her. Rings herum ein Geflecht mit dickem Moos bewachsener Stämme, in denen Orchideen und anderes Grün wuchert. Hellblaue Enzian blühen am Wegesrand.Enzian im Ganesh Himal, Nepal

 

Karma eilt mit seinem Küchenteam voraus, um in Singla Phedi den Mittagtisch vorzubereiten. Ich folge mit Sudip, einen unserer Träger, der gut Englisch spricht und wie schon eingangs erwähnt, die Ausbildung zum Guide macht. Wolfgang und die verschnupfte Hildegard folgen langsamer mit Ganesh.

 

Noch einmal in Serpentinen steil hinauf. Smutje Chising kommt mit einem Kessel heißen Fruchtsaft und Keksen zur Stärkung entgegen. Noch ein paar Schlenker durch ein Wacholderwäldchen und die verlassenen Sommerweiden liegen vor uns. Im Schatten einer der hier stehenden Hütten ist die Küche eingerichtet. Als auch die Träger eintreffen, sind die Zelte auf der weitläufigen Wiese aufgestellt.

 

Alm Singla Phedi Langtang Wolken vor dem Ganesh Himal, Singla Phedi

 

Obwohl es sich im Laufe des Nachmittags zuzieht, begeben wir uns hinauf zum Sattel. Dicke Wolken wabbern auf dieser Seite durch das Tal hinter denen Manaslu und Ganesh Himal verborgen bleiben. Hingegen erleben wir auf der anderen Seite einen malerischen Sonnenuntergang im Langtang.

 

Zwischenzeitlich haben Einheimische in einigen der umliegenden Hütten Quartier bezogen. Sie kommen von der Azaleenernte, die hier mannigfaltig gedeihen und in großen Gebinden heranschleppt werden. Dieses Gehölz ist eines der Rohstoffe zur Herstellung von Räucherstäbchen und wird für den Weitertransport in kleine Stücke gehackt. Eine fast schlaflose Nacht beginnt. Das Hacken nimmt auch zur später Abendstunde kein Ende. Die Leute sind unermüdlich. Auch unsere mehrmaligen Bitten, doch die Arbeit des nachts ruhen zu lassen, findet kein Gehör. Das unregelmäßige Klock, klock, klock, mal ist es einer, mal mehrere, mal eine kurze Unterbrechung versuche ich mit Musik auf den Ohren zu dämpfen.

 

08. Tag - 08.11.2013

 

Irgendwann, weit nach Mitternacht muss Ruhe eingekehrt sein. Doch im ersten Morgengrauen, geht es wieder los: Klock, klock, klock! Während des Frühstückens ist diese Arbeit endlich beendet, die Holzstücke in große Säcke verstaut und die Ruhestörer verschwinden ins Tal hinunter.

 

Aufstieg zum Singla PassDie Sonne bleibt hinter Wolkenschleiern verborgen. Auf geht es, Schritt für Schritt. Der steinige Pfad zieht sich entlang der schroffen Felswand hinauf. Edelweiß und Enzian erfreuen das Auge am Wegesrand. Oben am Singla Pass (3.950 m) angekommen, bläst uns ein heftiger kalter Wind ins Gesicht. Ganesh Himal und Manaslu halten sich weiterhin verborgen. Singla Pass, Ganesh HimalGen Osten schafft es die Sonne hier und da in paar Löcher zu reißen und sendet zaghaft einige Strahlen hinunter. Nach Norden hin erstreckt sich die Weidelandschaft, die in alle nur erdenklichen herbstlichen Gelb- und Brauntöne gefärbt ist. Aufgrund des ungewöhnlich nassen und schneereichen Oktobers befinden sich auf den meist im Schatten liegenden Südhängen verharschte Schneereste, die teilweise vereist sind. So erschwert ein schmaler steiler Pfad den Abstieg zum tiefer gelegenen Mangekot Kharka (3.600 m). Dank in dieser Situation gebührt Ganesh, der an kritischen Stellen mit helfender Hand immer zugegen ist.

 

Zur Mittagzeit ist hier Endstation. Die nächste Wasserstelle befindet sich unterhalb des Pangsang Passes. Dazwischen liegen die Panorama-Pässe. Eine zu lange Etappe, die an diesem Tag nicht mehr zu bewältigen ist.

 

Die Landschaft um den Campingplatz herum gleicht einer Umweltkatastrophe. Sämtliche Rhododendren-Büsche und anderes Gehölz sind einer Feuerbrunst zum Opfer gefallen. Ursache dürfte die Unsitte der Einheimischen sein, die Grasflächen jeden Herbst abbrennen zu müssen, um angeblich frischen Trieben genügend Platz und Licht zum Wachstum zu verschaffen. Statt dessen werden auch die jungen Triebe vernichtet und wie hier zu sehen, jede Menge Brennholz erzeugt, der. den Bedarf der kommenden Jahre deckt. So entzünden auch wir an diesem kalten Abend ein loderndes Lagerfeuer.

 

Übrigens, Streuner, der uns seit Langdawa begleitende Hund ist immer noch treu dabei. Ein braver Wachhund.

 

09. Tag - 09.11.2013

 

Eine frostige Nacht ist überstanden. Jetzt nahen gar noch dunkle Wolken. Es darf doch nicht wahr sein, es beginnt zu schneien. Die Zelte werden schnellstmöglich zusammen gepackt, das Regenkep aus den Tiefen des Rucksacks hervorgeholt. Schal, Handschuhe, Pudelmütze folgen. Alle sind bereit zum Aufbruch und schon hat der Spuk sein Ende. Sogar ein paar blaue Flecken zeigen sich am Firmament.

 

Träger und das Küchenteam starten. Da es unterwegs bis Pangsang Danda keine Wasserstelle gibt, entfällt die sonst übliche Mittagsrast. Es ist auch schon relativ spät, sodass die Jungs durchmarschieren werden. Ich folge mit Karma und Sidup. In gut 5 Stunden sollte das heutige Tagesziel erreicht sein. Ganesh bleibt an Wolfgangs und Hildegards Seite.

 

Gut eine Stunde zieht sich der Weg durch Buschwerk und niedrigem Gestrüpp, durchsetzt mit herbstlichen Blüten und gewaltige Gesteinbrocken dahin. Kleine Wasserläufe sind vereist. Stellenweise wird es glatt und rutschig. Auch Karma bewährt sich unterwegs als hilfsbereiter Guide und er ist für mich der ideale Schrittgeber: Langsam, aber beständig im Takt.

 

Im Zickzack folgt nun ein etwas gerölliger Aufstieg zum ersten Panoramapass. Oben angekommen, eilt Karma voraus um das Camp zu organisieren. Sudip bleibt bei mir. Nach kurzer Pause brechen wir auf. Das Wetter bleibt unbeständig und es ist zu kalt, um auf die Nachzügler Hildegard, Wolfgang und Ganesh zu warten. Es folgen die weiteren Pässe, jeweils zwischen 3.800 und 4.000 m hoch gelegen. Eine verschneite Abzweigung führt recht tief hinunter. Da hat jemand einen Pfeil in den Boden geritzt, der in diese Richtung weist. Müssen wir dort hinab? Drunten ist niemand zu sehen. Auch auf Rufe gibt es keine Antwort. Da kommen 2 Wanderer mit ihrem Guide von oben herab. Es sind die ersten Touristen, die wir seit dem Beginn unserer Tour treffen. Sie sind heute in Gompa gestartet und unserem Team begegnet. Und eine schlechte Nachricht. In Pangsang Danda gibt es kein Wasser. Wir müssen heute also weiter bis nach Gompa.

 

 

Alsbald führt der Weg hinunter. Abermals verharscht und vereist. Zumindest ist er gespurt und die Büsche bieten den einen oder anderen zusätzlichen Halt. Einer unserer Küchenjungen kommt uns mit warmen Getränk, etwas Obst und Keksen entgegen. Vorsorglich hat er ein paar Taschenlampen dabei, denn die Dämmerung setzt langsam ein. Nach kurzem Informationsaustausch läuft er Hildegard, Wolfgang und Ganesh entgegen. Sudip und ich folgen dem schier nie endenden Pfad über Schnee und durch Rhododendren-Büsche, den wir vor 5 Jahren notgedrungen nachts gehen mussten. Endlich das Plateau von Pangsang auf dem große Felder verblühter Azaleen stehen. Der Langtang Lirung grüßt im abendlichen Schein. Noch einmal geht es hinauf zum Pangsang Pass (4.030 m). Dann endlich abwärts. Mit dem letzten Tageslicht treffen wir im Camp in Gompa (3.850 m) ein. Kurz darauf, sind auch die drei Nachzügler vor Ort. Ein langer und anstrengender Tag geht zu Ende.

 

10. Tag - 10.11.2013

 

Die Zeltplanen knattern nachts im eisigen Wind. Ein azurblauer wolkenloser Himmel erlöst uns schließlich nach Sonnenaufgang von frostigen Träumen. Ein wahrlich märchenhaftes Panorama rings um das Lager herum. Die weißen vergletscherten Gipfel des Manaslu und Ganesh Himal im Westen, im Osten die Gipfel vom Langtang noch im grellen Gegenlicht. Gen Süden können wir den langen Weg vom Singla Pass, über die Panoramapässe bis hierher zurückverfolgen. Von der Torgompa zu den kleinen steinernen Chörten wird ein langes Band bunter Gebetsfahnen gespannt. Mögen die aufgedruckten Gebete vom Wind hoch hinauf getragen und von den Göttern des Himalaya erhört werden.

 

Gompa, Sonnenaufgang am Langtang

 

Wir genießen diese sonnigen Stunden bis zur Mittagszeit. Aus Südwesten droht Ungemach. Blieb das Annapurna bereits in den frühen Morgenstunden hinter nebelartigen Schleiern verborgen, so schieben sich mehr und mehr dicke, dunkle Wolken vor die Bergkulisse. Die Windstärke nimmt zu. Es wird ungemütlich. Das Camp wird abgebaut und dann hinunter nach Somdang (3.270 m). Inzwischen hängen dunkelgraue Schneewolken am Himmel.

 

Der gut ausgebaute Weg führt zunächst den Hang entlang. Zwei junge Damen kommen mit ihrem Team entgegen. Ihr Ziel ist Pangsang Danda. Wir geben die Information weiter, dass es dort kein Wasser gibt. Sie werden somit auch wetterbedingt mit einer Übernachtung in Gompa vorlieb nehmen. Aber man begegnet auch immer wieder leichtsinnigen Wanderer. Allein unterwegs, ziehen Vater, Mutter und ihre etwa 10-jährige Tochter grußlos vorbei.

 

Überraschend mündet der Weg am Ende des Sattels in einen Fahrweg. Abermals ein Relikt verschwendeter Gelder. Nie fertig gestellt, vom Monsun zerstört, geschweige denn jemals genutzt. Am dem Tal gegenüberliegendem Hang windet sich ebenfalls ein Straße in langen Serpentinen hinauf. Diese Strecke existierte bereits im Jahre 2008 und führt zur ehemaligen Kupfermine und einem kleinen Wasserkraftwerk, welches seinerzeit von den Maoisten zerstört wurde.Somdang, Ganesh Himal

 

Trocknen Fußes gelangen wir nach Somdang (3.270 m) am Maltung Khola. Mittlerweile gibt es hier drei Gasthäuser. Keine Frage, das ich in der Ghale Kanchha Lodge ein Zimmer zum Preis von 400 Rupien (ca. 3 EUR) dem Zelt vorziehe. Am Abend lassen wir uns am loderndem Feuer in der Dining Hall ein kühles Gorkha Bier schmecken.

Lodge in Somdang11. Tag - 11.11.2013

 

Ich schaffe es auf der herrlich weichen Matratze und zusätzlich dicker Decke bis um 9 Uhr zu schlafen. Der heutige Ruhetag beschert ein kristallklares, sonniges aber frostiges Wetter. Im Talhintergrund ist der Aufstieg nach Jageshwai Kund (4.250 m) gut auszumachen. Das Gebiet ist noch mit Schnee bedeckt. Der kleine See wird gefroren sein. Dort oben in eisiger Kälte zu campieren, ist sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Auch unser Wirt rät davon ab. Auch die aus Gatlang eingetroffene Gruppe, die in der Nachbarlodge Quartier bezogen hat, wird auf diesen Abstecher verzichten. Ein Alternativplan für die kommenden Tage ist schnell zur Hand. Wir nehmen den direkten Weg nach Gatlang und von dort den Tamang Heritage Trek über Tatopani, Nagthali bis Rasuwagadhi an die Grenze zu Tibet.

 

 

Nach einer erfrischenden Dusche erledige ich das Schreiben dieses Berichtes. Das leidige Wäsche waschen hat Karma übernommen. Auch unser Team genießt den Ruhetag. In froher Runde hockt man beieinander und spielt Karten.

 

12. Tag - 12.11.2013

 

Nach abermals einer warmen Nacht im Softbett, weckt mich Chising um 7:15 Uhr mit dem Good Morning Tea. Aufstehen, waschen, Sachen packen, eine Stunde später bin ich beim Frühstück. Hildegard und Wolfgang, die weiterhin im Zelt geschlafen haben, sind bereits fertig zum Aufbruch. Nach 2 Tagen Aufenthalt, ist unser treue Begleiter, Hund Streuner, bei der Familie und den Kindern heimisch geworden. Er wird bleiben. Wir folgen der instandgesetzten Straße hinauf zum Khurpudanda Pass (3.700 m), die in entgegen gesetzter Richtung zum alten Wasserkraftwerk ausgebaut wird. Es ist geplant diese Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Noch immer stehen die Strommasten mit den durchtrennten Kabeln entlang dieser Trasse. Als der Fahrweg in lange Kehren übergeht, führt der alte Weg direkt zum Pass hoch.

 

Khurpudanda Pass (3.700 m) zwischen Somdang und GatlangDort oben mündet der vom Jageshwai Kund kommende Höhenweg. Im Westen erstreckt sich der Kamm vom Singla Pass bis zur Gompa, die deutlich zu erkennen ist. Auf der anderen Seite erheben sich Langtang Lirung mit der nach Gosainkund reichenden Gebirgskette. Tief unten im Tal kann man bereits Gatlang erkennen.

 

Waldcamp, Ganesh HimalNach einer Stunde abwärts ist das Waldcamp erreicht. Die Zelte sind schon aufgebaut und der Nachmittagtisch mit Kaffee und Kuchen (Keksen) gedeckt. Der Lagerplatz liegt im Schatten und als die Sonne im Osten hinter dem Bergrücken verschwunden ist, wird es sofort wieder frostig kalt. Die Wasserstelle gefriert und es rinnen nur ein paar Tropfen, bis auch diese versiegen. Unser Küchenteam hat jedoch für den Abend und morgen früh vorgesorgt.

 

13. Tag - 13.11.2013

 

Bis nach Gatlang (2.220 m) sind gut 1.200 Höhenmeter abzusteigen. Wie gestern, geht es zunächst die Straße, die stellenweise vereist ist, entlang. Wasserläufe sind zu bizarren Eiszapfen erstarrt. Als die Sonnenstrahlen uns erreichen, zweigen wir auf den ursprünglichen Weg ab. Dieser führt durch einen Tannenwald, der vollständig abgebrannt ist. Hohe kahle und verkohlte Stämme ragen in den Himmel. Angeblich ist die Feuerbrunst vor 4 Jahren durch die Unachtsamkeit einer Jägergruppe verursacht worden.

 

Gatlang - Weltkulturerbe Tamang-SiedlungZur Mittagszeit erreichen wir das zum Weltkulturerbe gehörende Dorf Gatlang. Mit seinen ursprünglich belassenen Häusern schmiegt es sich an den Berghang inmitten unzähliger bewirtschafteter Terrassenfelder. Die soliden zweistöckigen Häuser mit Veranda sind mit Holzschindeln bedeckt, die Fassaden mit kunstvollen Schnitzereien, meist mit den 8 Glücksymbolen verziert. Am unteren Ende des Dorfes befindet sich das Gemeindehaus, unser heutiger Stützpunkt.

 

 

Tamang Frau

 

Auf dem Platz vor dem Haus herrscht buntes Treiben. Das ganze Dorf scheint versammelt zu sein. Wahlveranstaltung, der Vertreter der lokalen Tamang-Partei trifft ein und beginnt eine emotionale Rede vor den Anwesenden. Nur diese können ihn auch verstehen, denn er redet in der Sprache, dieser ethnischen Gruppe, die etwa 5 % der Bevölkerung Nepals stellen.

 

Wahlveranstaltung der Tamang in Gatlang

 

Nach Tagen besteht wieder Verbindung zum Rest der Welt. Govinda informiert uns, dass ein Bombenanschlag verübt wurde und einige Gruppen, die die bevorstehende Wahl am 19. November boykottieren wollen, zum 10-tägigen Generalstreik aufgerufen haben. Der Streik sei bereits an ersten Tag beendet, da die Nepali diesem Aufruf nicht gefolgt sind. Vorsorglich sollten wir jedoch einen Tag eher nach Kathmandu zurück kehren. Statt am 18. November, dem Tag vor der Wahl, bereits am 17. Unsere Rückfahrt von Syabru Beshi ist organisiert.

 

Auf dem ehemaligem Campingplatz neben dem Gemeindehaus wurde eine Lodge gebaut. Hildegard und Wolfgang ziehen dort ein. Ich werde im Gemeindehaus über dem Veranstaltungsraum, den unser Küchenteam in Beschlag genommen hat, übernachten. Normalerweise endet hier das Camping-Trekking und man feiert den Abschied von der Mannschaft, die am Tag darauf nach Syabru absteigt und nach Kathmandu zurück fährt. Die weitere Tour setzt man als Lodge-Trekking mit Guide und Träger fort. Wir werden die weiteren Etappen mit unserem bewährten Team fortsetzen. Trotzdem kreiert  die Küche abermals ein hervorragendes Essen.

Mani Mauern auf dem Tamang Heritage Trek14. Tag - 14.11.2013

 

Das Bilderbuchwetter hat Fortbestand. Entlang uralter Manimauern und Chörten führt der Weg durch Terrassenfelder abwärts zum Bamdang Khola. Die Leute sind fleißig mit der Reisernte beschäftigt. Hier nimmt man den Dreschflegel zur Hand. Anderenorts werden andere Techniken bevorzugt. Sei es  per Hand, rotierender Nageltrommel oder im Kreis über die Ernte getriebener Ochsen.

 

In Thambuchet (1.760 m) eingetroffen, hat Karma den Superkleber kaufen können. Er wird auch Zeit meine sich langsam in einzelne Bestandteile auflösende Bergschuhe zu reparieren. Kein Wunder nach einigen hunderten Kilometer durch Geröll, Schlamm und Schnee. Die Sohle hat nur noch wenig Profil und beginnt sich vorne zu lösen. Jetzt kann ich sicher sein, dass diese die noch bevorstehenden Wandertage halten.

 

Nach Tagen beginnt einmal wieder ein schweißtreibender Aufstieg. Schattenlos unter gleißender Sonne geht es aufwärts zunächst bis Gonggang zur wohlverdienten Mittagsrast. Unterwegs haben sich zwei kleine Teehäuser angesiedelt. Auf den Feldern vor Tatopani (2.610 m) wogen die Halme der reifen Gerste im lauen Wind. In der Ortschaft warten inzwischen 8 Lodges auf Gäste. Nahe der heißen Quellen beziehen wir im Hot Spring Guesthouse Quartier und können gleich nebenan den Schweiß vom Körper spülen. Ausgiebig genießen Ganesh und ich das Bad unter dem herabfließendem Wasser und im Becken gemeinsam mit Einheimischen. Das Bad befindet sich im ursprünglichen Zustand und ist nicht touristisch aufgemotzt wie am Kali Ghandaki. Touristen sind hier keine zugegen und auch der ganze Ort scheint weitgehend keine Gäste zu beherbergen.

 

Lodge in Tatopani - Tamang-Trek Hot Spring Tatopani, Tamang-Langtang

 

abgebrannte Gompa in Brimdang15. Tag - 15.11.2013

 

Ein gemütlicher Aufstieg führt durch schattigen Mischwald hinauf nach Brimdang (2.840 m). Die kleine Gompa, in die wir 2008 zur Dorfversammlung eingeladen wurden und die Leute uns zum Abschied ein musikalisches Ständchen gaben, ist abgebrannt. Eine unachtsam umgestoßene Butterlampe war der Auslöser. An der Rückseite stehen noch die Reste der den Flammen zum Opfer gefallenen Buddha-Statuen.

 

Über ein paar steinerne Stufen geht es zur Aussichtsplattform. Dort treffen wir eine Gruppe aus Bayern, die auf dem Weg nach Tatopani sind. Majestätisch ragt der in Tibet liegende Shisapangma (8.027 m) hinter den Gipfeln des Ganesh Himal in den Himmel.Hochplateau Nagthali (3.165 m), Tamang Heritage Trek

 

Nach einer weiteren Stunde ist das Hochplateau von Nagthali (3.165 m) erreicht. Zu allen Seiten eröffnet sich ein gewaltiges Panorama. Umringt von unzähligen im Sonnenlicht glitzernden Gipfeln des Himalaya reicht der Blick weit bis nach Tibet hinein. Bei dieser klaren Fernsicht ist es ein Muss den weiteren Tag hier oben zu verbringen. Kehrten wir vor 5 Jahren bei nebligem Wetter nur zur Pause in das Mountain View Guesthouse ein, so werden wir hier und heute übernachten. Während Hildegard und Wolfgang letztmalig das Zelt bevorzugen, werden Ganesh und ich mit einem Zimmer vorlieb nehmen. Insgesamt zähle ich vier Lodges und eine im Bau. Trotzdem scheinen wir die einzigen Gäste in dieser Gegend zu sein.

 

 

Der Nachmittag gehört einem weitläufigen Spaziergang. Das letzte Band mit Gebetsfahnen wird zu den anderen am höchst gelegenen Viewpoint gehisst. Phantastisch, Ganesh Himal, Shisapangma, Tibet, Langtang, Gosainkund. Sogar der Laurebiniak Pass ist erkennbar. Tief unten im Tal die Straße hinauf nach Rasuwagadhi.

 

Golden leuchten die Berge, als die Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt.

 

16. Tag - 16.11.2013

 

Es heißt endgültig Abschied von den imposanten Gipfeln des Himalaya zu nehmen. Gut 1.800 m Abstieg stehen bevor. Gab es in Thuman (2. 340 m) früher nur 2 Häuser, die Homestay boten, so ist die Anzahl der Lodges auf 5 gewachsen. Nach kurzer Rast im Village View Hotel durchqueren wir das überwiegend im historischem Zustand erhaltene Dorf. Danach führt der sich am Hang entlang erstreckende Weg durch kleine Siedlungen, Felder, Wiesen und Haine. Verwitterte Manimauern und steinerne Chörten weisen bereits im voraus die Richtung. An einer sprudelnde Quelle wartet das Küchenteam mit einen leichten Imbiss.

 

Ein nie endender Zickzack-Weg führt letztendlich zur Straße zwischen Rasuwaghadi und Syabru, nahe der neuen Brücke, die den Bhote Khosi überspannt. Nun der Straße folgend ist kurz darauf die Unterkunft in Syabru erreicht. Meine heute recht stark strapazierten Knie freuen sich auf das Ende der Tour und mein ganzer Körper über die wohltuende warme Dusche.

 

Am Abend sind wir alle gemeinsam im geräumigen Restaurant versammelt. Es gilt den Erfolg dieser Tour zu feiern und voneinander Abschied zu nehmen. Dem Dhaal Bhaat folgt der Kuchen des Küchenteams, dann das Verteilen der Trinkgelder und letztendlich die Verlosung verschiedener Dinge an die 12-köpfige Mannschaft von Guide bis zum Träger. Es wird gelacht und getanzt. Nach dem allgemein bekannten Trekking-Song Resam Firiri erklingen Folk- und Sherpa-Lieder. Schließlich die nepalischen Hits des Jahres 2008 sowie allgemein bekannte Evergreens aus den 70er und 80er Jahren. Chabi ist mit Gästen zum Tamang-Langtang-Trek eingetroffen. Auch das Team des Busses, das für die morgige Rückfahrt organisiert ist, hat sich den Feierlichkeiten angeschlossen.

 

 

Spät in der Nacht endet die Party. Morgen um 7 Uhr müssen wir starten. Eine Splittergruppe radikaler Maoisten droht mit lokalem Streiks in dieser Region. Vorsorglich wird die Rückfahrt aller Busse und sonstiger Fahrzeuge unter Polizei-/Militärschutz im Konvoi organisiert.

 

17. Tag - 17.11.2013

 

Schamane in DhuncheNachdem wir verabredungsgemäß unseren Kunden Mario im Hotel Sky aufgegabelt haben, geht’s hinauf nach Dhunche, dem Sammelpunkt aller Fahrzeuge in Richtung Kathmandu. Nach gut 2 Stunden des Wartens übernimmt ein bewaffnetes Polizeikommando im Jeep die Spitze der Fahrzeugkolonne. Bis dahin konnten wir uns die Zeit recht kurzweilig vertreiben. Ein Schamane gibt einem wohl neu eröffneten Geschäft seinen Segen. Dicker Rauch quillt aus einem Knochen, der ähnlich einer Tabak-Pfeife verwendet wird.

 

Aufgrund des mehrmaligen Wechsels unser Beschützer und Rücksicht auf langsamere Fahrzeuge dauert die Fahrt länger als üblich. Im Bereich der Erdrutsche hat der eine oder andere Fahrer Schwierigkeiten, seinen Wagen mit durchdrehenden Rädern unter Kontrolle zu halten. In Trisuli die lang ersehnte Mittagspause. Mit erreichen des Highways zwischen Pokhara und Kathmandu kann unser Fahrer endlich Gas geben. So steigt noch einmal die Stimmung im Bus.

 

Kathmandu, nur wenige Meter sind es zum Büro. Ruckzuck ist das gesamte Gepäck entladen, kurz darauf all unsere Gäste im Hotel untergebracht. Govinda und ich fahren nach Sitapaila.

 

18. Tag - 18.11.2013

 

Trotz aller Unkenrufe ist es auch am Tag vor der Wahl ruhig und friedlich in Kathmandu. So treffen wir uns mit Ganesh zum abschließenden Essen in Thamel.

 

2013 Wahl in Nepal, Ringroad, Kathmandu19. Tag - 19.11.2013

 

Wahltag! So ruhig habe ich Kathmandu in meinen zurückliegenden fast 20 Jahren noch nie erlebt. Auf der sonst stark befahrenen Ringroad gehen Leute spazieren, Kinder toben herum, spielen Fußball. Von Sitapaila begebe ich mich zum Buddha Park und umrunde die Swyambunath Stupa. Erst am Haupteingang mit den immer steiler werdenden Treppen hinauf, treffe ich auf einige Touristen.

Interessant ist die Beobachtung an den eingerichteten Wahlplätzen. Wahl 2013 in NepalDiszipliniert lassen sich die Bürger registrieren, stehen anschließend in langer Schlage vor den Urnen, um ihre Stimme abzugeben. Das Hotel Nayan, direkt gegenüber dem Buddha Park, bietet heute als einziges weit und breit Speis und Trank. Govinda und Radhika müssen diesen Tag im Krankenhaus beim Vater verbringen, der vorgestern auf der Treppe des Hauses unglücklich gestürzt ist.

Kathmandu - 20. -21. 11.2013

 

Das Leben in Kathmandu verläuft wieder wie gewohnt. Es dauert einige Tage/Wochen bis alle Stimmen ausgezählt sind. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass „Nepal Kongress“ und „Kommunisten“ die Gewinner der Wahl werden. Größter Verlierer sind die Maoisten. Gemeinsam mit Govinda besuche ich seinen und Krishnas Vater. Er scheint auf dem Weg der Besserung zu sein. Morgen werde ich nach Pokhara fliegen. Dort ist ein Treffen mit Freunden aus Gelsenkirchen und Bochum, sowie mit Rolf Schmelzer geplant.

 

Sikrim Air nach Pokhara, NepalPokhara - 22. - 26.11.2013

 

Mit der neu gegründeten Simrik Airline starte ich in einer relativ kleinen, aber neu aussehenden Maschine nach Pokhara. Klares Wetter und ein wunderbarer Mountain-Flug. Langtang, Ganesh Himal, Manaslu, Lamjung ziehen vorbei. Nun senkt sich die Maschine im Anblick des Annapurna, wobei der nur knapp 7.000 m hohe Machhapuchare unübersehbar hervorsticht.

 

Mein Quartier ist in den kommenden Tagen das Asia Hotel, geleitet vom ehemaligen Manager des Lake View. Es gilt diese Unterkunft zu testen, letztendlich empfehlenswert! Am späten Nachmittag treffe ich mich im Lake View mit meinen AktiFit-Freunden Selma und Heinz sowie Ramu, der als Guide mit beiden im Annapurna unterwegs war. Es folgt ein geselliger Abend im einheimischem Restaurant.Kaffee-Plantage in Pokhara

Kaffeebohnen aus Nepal

Tags darauf unternehmen wir mit Rolf Schmelzer einen Besuch zu einer seiner geförderten Kaffeeplantagen mit informativen Rundgang.

 

Wagemutig vertraut sich Selma den Lüften an. Paragliding von Sermathang. Heinz folgt als frisch Vermählter seiner Geliebten. Rolf und ich paddeln derweil auf sicherem Gewässer zum gegenüber liegenden Ufer des Phewa See, seinem „Haus am See“. Haus am Phewa See, PokharaErschallt da nicht Selmas Juchhu über den See?

 

Simrik Airline, Kathmandu, NepalFröhlich feiernd ziehen die Anhänger der Nepal Congress Partei vorbei, als ich mich von Selma und Heinz verabschiede. Am Abend vor meinem Rückflug nach Kathmandu treffe ich mich mit  Ramu und Sudip zum Abschiedessen, natürlich Dhaal Bhaat aus lokaler Küche.

 

Abermals ein phantastischer Flug entlang des Himalaya. Nach etwa einer halben Stunde setzt das kleine Flugzeug der Simrik Airlines in Kathmandu auf und kurz darauf bin ich mit dem Taxi zuhause in Sitapaila.

Rückreise - 27. - 29.11.2013

 

Was soll ich viel berichten. Allerletzte Einkäufe werden erledigt. Zum Abschied ein gemeinsames Abendessen innerhalb der Familie. Morgen Mittag wird Govinda nach New York in den USA düsen, wo er als Koch etwas Geld für die Ausbildung seiner Kinder verdienen kann. Ich folge am Abend in Richtung Düsseldorf und von dort nach Schalke City.

 

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür.
 Familie mit den Enkeln Lenny, Nick und Lara freuen sich auf Opa.
 Der nächste Flug nach Kathmandu ist gebucht.
 Am 04.03. 2014 hebe ich in Düsseldorf wieder in Richtung Nepal ab.