Das Terai im Süden Nepals

 Janakpur - Chitwan - Lumbini

 

 

Reisebericht 21.02. - 11.03.2011

 

 

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Vorwort

 

Ursprünglich wollte ich am 01.03.2012 starten Die Einlandung zur Hochzeit von Krishna (Govindas Bruder) mit Sirjana war selbstverständlich ein Grund, ein paar Tage eher los zu düsen.

 

Bis zur geplanten Tour an Nepals Grenze zu Indien, dem Terai verging die Zeit wie im Fluge. So boten sich nach der Hochzeit die Möglichkeiten zum Shivapuri-Trek und einigen Besichtigungstouren im Kathmandutal. Über diese Erlebnisse werde ich nur am Rande berichten.

 

© Klaus Töpfer

HIMATREK

Gelsenkirchen, Mai 2012

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1.- 6. Tag - 21. - 26.02.2012

 

Die Anreise mit der GULF via Bahrain verläuft wie immer. Vom Flughafen geht es auch gleich nach Sitapaila, wo ich mein Zimmer in Govindas Haus beziehe. Alle sind aufgeregt und voll in Action, denn morgen beginnt die Hochzeit.

 

Im Morgengrauen des 23.02. nehmen die mehrtägigen Feierlichkeiten ihren Lauf. Da die Braut in Pokhara wohnt, muss sie von dort abgeholt werden. Mit dem für diese Zwecke gemieteten Touristenbus folgen wir (nur die männliche Gesellschaft und die Kinder sind an Bord) gut 6 1/2 Stunden dem geschmückten Hochzeitsauto nach Pokhara. Die Damen bleiben daheim in Sitapaila und bereiten den Empfang der Braut vor.

 

Auf dem Hochzeitsplatz, nahe dem Flughafen eingetroffen, wird Krishna, der Bräutigam von 5 „Kumari“ (u.a. Govindas Töchter Shila und Sachi) zu Sirjana, seiner Braut geführt. Das Festessen ist im großen Zelt hergerichtet. Es folgt die lange religiöse Zeremonie der Trauung, welche mit tränenreichen Abschied Sirjanas von ihren Eltern und Geschwistern endet. Es ist bereits Mitternacht, als die Braut mit Musik und Gesang von den daheim gebliebenen Damen, unter Anleitung Radhikas (Govindas Frau) begrüßt wird.

 

Tags darauf findet für das Brautpaar die Fortsetzung der religiösen Feierlichkeiten mit einem Priester aus Kathmandu statt. Abermals wird gezündelt und geräuchert. Heute in der Küche von Krishnas Wohnung, da es draußen auf der Terrasse zu windig ist. Die Götter schützen die Liebenden vor Rauchvergiftung und Verbrennungen.

 

Nach einer Erholungspause am 25.02. steht am Nachmittag das Finale der Hochzeit im großen Festsaal in Sitapaila an. Weit über 100 Gäste, nun auch Nachbarn und sonstige Bekannte, sind eingeladen. Diese Feier ist mit unserem Polterabend vergleichbar, endet jedoch traditionell gegen 21 Uhr.

 

7.- 11. Tag - 27.02. - 02.03.2012

 

Thea und Jürgen sind eingetroffen. Beide waren mit mir schon in Ladakh und sind heuer lediglich ein paar Tage in Kathmandu, bevor es weiter nach Bhutan geht. So bin ich heute und in den kommenden Tagen deren Guide und wir beginnen mit Sightseeing. Es liegen schon ein paar Jahre zurück, dass ich mich den Sehenswürdigkeiten Kathmandus gewidmet habe. Swyambunath, Dhurbar Square und der lokale Markt sind das Ziel. Morgen, am 29.02. werden wir zu Shivas Hügeln aufbrechen. Der kurze 2-tägige Shivapuri-Trek beginnt oberhalb Budhanilkantha, dem schlafenden Wischnu. Diese Tour habe ich vor 10 Jahren mit meiner Frau Dorlis von Nargakot kommend als Camping-Trek unternommen. Durch dichten subtropischen Urwald führt der Pfad hinauf nach Chisapani. Der nächste Morgen beschert uns das erhoffte klare Wetter: Panorama-View auf Ganesh Himal und Langtang. Mit  verlassen des Nationalparks und Wasserreservoir von Kathmandu endet die Tour. Eine Fortsetzung über Nargakot, Dhulikhel, Namo Buddha bis Panauti ist in 2 Tagen möglich.

 

Unsere Zelte haben einige Jahre auf dem Buckel. Zeit, endlich Ersatz zu beschaffen. In Deutschland stimmen nicht nur Preis/Leistungsverhältnis, sondern auch die Vorstellungen einer bequemen Größe, insbesondere Höhe. Die Wünsche kann eine Zeltfabrik in Kathmandu erfüllen und der Auftrag wird vergeben.

 

12. Tag - 03.03.2012

 

… und nun zum Thema dieses Berichtes. Govinda, Prasanta und ich stehen uns am Tribhuvan Airport die Beine in den Bauch. Die Gulf Air mit Gregor an Bord hat 2 Stunden Verspätung. Nach der Landung um 09:45 warten wir eine weitere Stunde vergebens. Kommt er noch? Endlich, da erscheint der lang Erwartete. Aber nur mit Rucksack? Wie das, ist sein Koffer wieder in Pakistan gestrandet? Dieses mal nicht. Von etwa 25 weiteren in Frankfurt gestarteten Touristen ist das Gepäck in Bahrain hängen geblieben und wird mit der Abendmaschine nachgeliefert.

 

Bevor wir am Abend gemeinsam das hervorragend zubereitete Dhaal Bhaat aus Radhikas Küche genießen, gehen die Geburtstagsgrüße an meine Tochter Tanja, die während meiner Abwesenheit Himatrek Office Managerin ist, heraus. Alles funktioniert, so lange Strom verfügbar ist, dank des neu angeschafften Modems hervorragend. Das alte hatte sich mit dünnen Rauchschwaden ins Nirwana verabschiedet.

 

13. Tag - 04.03.2012

 

Erst heute Abend wird Marian eintreffen, der mit Gregor und mir morgen zur Reise durch das Terai und anschließend zum Trekking ins Mardi Himal (Annapurna) aufbrechen wird. So nutzen wir diesen Tag mit einer unserer beliebten Besichtigungstour nach Pashupatinath und von dort weiter nach Bodnath. Auf der Strecke zum Flughafen liegt die Tempelanlage, wo Shiva als Pashupati (Gott des Lebens) verehrt wird. Direkt unterhalb, am Ufer des heiligen Bagmati, befinden sich die Verbrennungsstätten (Ghats) zur Feuerbestattung Verstorbener. Vorbei an unzähligen Lingam Schreinen, wo immer einige Saddhus meditieren, gelangt man schließlich zum Hinterausgang. Von dort sind es nur einige Minuten zu Fuß oder mit dem Taxi zur Stupa von Bodnath. Die größte Stupa in Nepal befindet sich inmitten des überwiegend von Tibetern bewohnten Stadtteils. Selbstverständlich umrunden wir die Stupa für ein besseres Karma 3 mal und genießen die Aussicht von einen der vielen Terrassen-Restaurants.

 

14. Tag - 05.03.2012

 

Gemeinsam holen wir Marian, der bei Petra im Hotel Paradiese untergebracht ist, ab. Das Check-in im Inlandflughafen geht ruckzuck vonstatten. Pünktlich hebt auch die Yeti Air mit Gregor, Marian, Govinda und mir nach Janakpur ab. 20 Minuten später setzen wir kurz nach 11 Uhr im sonnig heißem Terai, nahe der Grenze zu Indien auf. Mit dem Taxi geht es zum wohl besten Hotel am Platze, dem Manki. Nach einer kurzen Mittagspause starten wir zum Rundgang durch diese lebendige, bunte und vor Sehenswürdigkeiten strotzende Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. Sie ist das antike Mithila, Hauptstadt des historischen Königreiches Videha und Zentrum der Maithili-Kultur, heute eine der bedeutenden Pilgerstätten für Hindus mit über 120 Tempel.

 

Erstes Ziel ist der Janaki Mandir, der 1911 nach 12 Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde. Es ist ein Geschenk der Königin Brikha Bhanu Kuwari von Tikamagarh im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, weil ihr Wunsch nach einem Sohn in Erfüllung ging, nachdem sie nach Janakpur pilgerte, um Janaki anzubeten. Deshalb wird der Tempel auch Naulakha Mandir genannt. Diese prachtvolle Anlage ist eine Augenweide. Feinstes Kunsthandwerk schmücken Fassaden, Tore und Fenster bis hinauf zu den lieblichen Türmchen im Zuckerbäckerstiel. Auf dem großen Platz vor dem Tempel herrscht geschäftiges Treiben. Neben Souvenirs werden Opfergaben in allen Geschmacks- und Farbschattierungen feil geboten. Die phantastische Architektur setzt sich im Innenraum fort. An jedem nur erdenklichen Platz finden irgendwelche Feierlichkeiten statt. Sei es eine große Hochzeit oder eine familiäre Puja mit Priester, um für Glück und Gesundheit zu beten. Da wir hier die einzigen Touristen sind, sind wir schnell die Attraktion des Tages und werden unzählige male um ein Foto, überwiegend mit Besuchern aus Indien, gebeten.

 

 

Direkt neben dem Janaki steht der Rama Tempel mit traditionellen nepalischen Dach, erbaut durch König Rana Bahadur im Jahre 1882. Hier wurden Rama und Sita getraut. Neben dem Brautpaar kann man auch seine drei Brüder mit Gattin als lebensgroße Statuen bewundern.

 

Hier und da gibt es noch vieles in dieser „Stadt der Tempel“ zu sehen. Wir begnügen uns am Nachmittag mit einem Bummel durch die Geschäftsstraßen, entlang einiger heiliger Seen, von denen es mehr als 60 geben soll, bevor wir uns auf den Weg zum "Janakpur Women's Development Center" machen. Hier arbeiten Frauen in verschiedenen vom Deutschen Entwicklungsdienst geförderten Kunstprojekten: Töpfern, Malen, Papier und Figuren herstellen. Faszinierend finde ich die religiösen Malereien auf handgemachten Lokta-Papier. Obwohl ich keine Idee habe, wo ich diese Kunstwerke daheim aufhängen soll, kaufe ich gleich zwei große Bilder für 2.000 Rupien (ca. 20 EUR). - Anmerkung: Ein Bild hat meine Tochter mir sofort abgeluchst.

 

Den recht heißen Tag mit Temperaturen von über 30 °C beschließen wir am Abend auf der schattigen Terrasse des Hotels. Mit der Dämmerung werden auch die stechenden Quälgeister munter, so dass wir recht bald in die Kojen flüchten.

 

15. Tag - 06.03.2012

 

Nepals einzigen Bahnhof muss man gesehen bzw. erlebt haben .Vor 2 Jahren hatten Govinda und ich das Glück, den altertümlichen, eigentlich schon ins Museum gehörenden Personenzug mit 1. und 2. Klasse abfahren zu sehen. Es handelt sich um eine Schmalspurbahn, die 1935 in Betrieb genommen wurde. Der 51 km lange Schienenstrang verbindet Janakpur mit dem indischen Jaynagar. Momentan wird nur eine Strecke von 29 km von der Nepal Railways bis zur Grenze nach Indien befahren.

 

Heute trifft der Zug, falls überhaupt planmäßig, gegen 11 Uhr ein. Da uns noch eine lange Fahrt bis Chitwan bevor steht, beschränken wir uns auf das Treiben rund um den Bahnhof. Auf den Gleisen hinter dem Bahnsteig findet der tägliche Gemüsemarkt statt. Einige Wildschweine trotten entlang der Abstellgleise und erfreuen sich der wohl köstlichen Abfälle.

Die Fahrt auf dem East-Western Highway, auch Mahindra Highway genannt, zieht sich dahin. Die Strecke ist recht gut ausgebaut. Trotzdem erinnere ich mich mit Schrecken an die Horrorfahrt in der Nacht vor 2 Jahren. Jetzt geht es gelassen und gemütlich zu. An interessanten Stellen wird gehalten. Ein Foto oder mal schauen was es sonst noch zu sehen gibt. Wälder, ausgetrocknete Flussbetten, kleine Siedlungen, Zuckerrohrfelder, ständig wechselt das Landschaftsbild. Der für Hindus heilige Fluss Bagmati wird überquert. In Hetauda lädt ein gemütliches Gartenrestaurant zur Mittagspause ein. Angeblich soll in dieser Gegend ein neuer internationaler Flughafen mit einer Schnellstraße nach Kathmandu gebaut werden. Japan will dieses Projekt finanzieren. Schauen wir mal was in den kommenden Jahren tatsächlich passiert.

Das ursprüngliche Ziel, das Parsa Reservat zu besuchen, entfällt, da Park und Hotel geschlossen sind. Gegen 14 Uhr zweigen wir nach Sauhara ab. Eine Straßenbaustelle zwingt zum Umweg ins gut bekannte "Unique Wild Resort". Von dort sind es nur ein paar Minuten zum Rapti River, um einen malerischen Sonnenuntergang zu erleben. Zurück im Resort gibt es mal wieder Strom. Die Internetverbindung per WiFi steht perfekt.

 

16. Tag - 07.03.2012

 

Happy Holi, es gilt das farbenfreudige Frühlingsfest zu feiern. Die umfassende Kurztour durch den Chitwan Nationalpark beginnt früh morgens mit einer Bootsfahrt. Nach kurzer Fahrt heißt es hinein in die schmalen schwankenden Boote. Neben der gerade erwachenden Vogelwelt begrüßen uns einige träge am Ufer liegende Krokodile. Unser nepalische Steuermann hat alles im Griff. Mit ruhiger Hand legen wir nach etwa einer Stunde am Ufer an. Der kurzweilige Weg führt durch Wald, vorbei an einigen meterhohen Termitenhügeln und schließlich Weideflächen zur Elefanten-Zuchtstation. Ein Rudel Rehe kreuzt mehrmals den Pfad.

 

 

 

Die Elefantenzwillinge, die ich im Herbst 2009 als Babys begrüßen konnte, sind inzwischen Jugendliche aber weiterhin in Obhut der Mama. Einige Elefantenkinder trotten neugierig und tollpatschig durchs Gelände. Neugeborene trifft man nur im Herbst an.

 

Nach einen Bad mit den Elefanten am Rapti River heißt es mittags Abschied zu nehmen. Govinda hat für die kommenden Tage das im Park liegende "Island Jungle Resort" gebucht. Gut 1 ½  Stunden dauert die Fahrt, bevor wir per Boot ins „Gefängnis“ übersetzt werden. Falls sich die Informationen bestätigen, werden diese „inside“ Resorts aus Naturschutzgründen im Sommer dieses Jahres endgültig geschlossen. Hoffentlich! Nach einem international zubereitetem Buffett zu Mittag, war das recht professionell organisierte Baden mit den Elefanten noch akzeptabel. Der anschließende Ausritt auf Elefantens Rücken durch Gestrüpp und Bachläufe von Erfolg gekrönt. Familie Nashorn lies sich blicken. Ein Rino genoss das Bad und ließ sich durch unsere Anwesenheit nicht stören.

 

 

Zurück im Resort müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Abendessen (Buffet) erst gegen 19:30 gereicht wird. Wäre ja kein Problem, aber in der Zwischenzeit gibt es für uns hungrige Mäuler gar nichts. Die Bar bietet lediglich ein paar Asbach Uralt Kartoffel Chips. Ansonsten nur Schnaps, Bier und Wein. Nach gut 6 Stunden ohne Essen, eröffnen wir die Schlacht am Buffet. Die Enttäuschung ist riesig, denn das Essen ist abermals geschmacklos, teilweise pampig und fast kalt. Als der Barkeeper anschließend auch noch verkündet, die Bar sei geschlossen, reicht es!  Morgen werden wir ausbrechen. Schade das Govinda nicht vor Ort ist. Verständlich, dass er in Gaidakot bei seinem Onkel den "1000-Monde-Geburtstag" (84 Jahre) feiert. Das es hier kein Internet gibt, sei nur am Rande erwähnt.

 

17. Tag - 08.03.2012

 

Ein Pech folgt dem nächsten. Nach Betätigung des Spülkasten in der Toilette fällt dieser komplett von der Wand. Aus den geborstenen Wasserschläuchen schießt weiterhin das Wasser. Sintflut im Bad. Ein Absperrhahn ist unauffindbar. Es bleibt nur die Hilfe aus der Zentrale, die ich über den Fußweg nach einigen Minuten erreichen kann. Das WC wird repariert. Von einer weiteren Benutzung nehme ich Abstand. Es sieht alles recht wackelig aus.

 

Frühstück, international Standart, und wir waren auf unser Fluchtfahrzeug, welches Govinda geordert hat. Glücklich, diesem Ort entkommen zu sein, erreichen wir nach kurzen Besuch der Feier zum 1000-Monde-Geburtstag von Govindas Onkel das "Unique Wild Resort" in Sauraha. Obwohl eine 30-köpfige Gruppe aus Deutschland eingetroffen ist, werden wir weiterhin individuell bedient. Internet funktioniert und wir genießen den Tag am Elefanten-Beach.

 

18. Tag - 09.03.2012

 

Um 7 Uhr trifft Govinda mit Fahrer ein. Letzterer wird uns in den kommenden Tagen über Lumbini und Tansen bis nach Pokhara befördern. Nach knapp 4 Stunden treffen wir mittags im Hotel "Lumbini Garden" ein. Hier habe ich vor 10 Jahren mit Dorlis übernachtet. Das zweite 10-jährige Jubiläum auf dieser Reise (siehe hierzu den Reisebericht „Nepals grünes Gesicht“).

 

Es ist heiß und die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel. Ehe wir uns auf den Weg zu Buddhas Geburtsstätte machen, warten wir den Nachmittag ab. Bereits am Eingang sind 5 Gebote des Pancha Sila in Stein gemeißelt. Würden sich alle Menschen daran halten, hätten wir das Paradies auf Erden. Erst im Jahre 1896 wurde der Geburtsort Buddhas entdeckt. Das bedeutsamste Fundstück ist die 6,5 m hohe Steinsäule, errichtet von König Ashoka im Jahre 245 v. Chr. DSCN1001.JPG (1736250 Byte)Die Inschrift lautet: „Zwanzig Jahre nach seiner Krönung kam König Devanampiya Piyadasi (Ashoka) hierher und bezeugte seine Verehrung, weil der Buddha, der Weise aus dem Shakya-Geschlecht, hier geboren worden ist“.

 

DSCN0995.JPG (1760057 Byte)Viele Pilger, u.a. aus Thailand, Sri Lanka und Indien haben sich im Bereich des großen schattenspendenden Bodhi-Baum versammelt. Tausende Gebetsfahnen flattern im lauen Abendwind. Ruhe, Stille, Andacht harmonisieren mit dem Gemurmel der Mantras. Die Pilgergemeinschaften folgen den Worten ihres mitgereisten Lamas. Überwiegend unternehmen die Gläubigen eine Rundreise, die die weiteren bedeutenden Stätten Buddhas in Indien beinhalten. Bhodh Gaya, dem Ort seiner Erleuchtung und Kushi Nagar, dem Platz seines Todes.

 

Waren Dorlis, Govinda und ich damals die einzigen Gäste im gerade neu erbauten Hotel "Lumbini Garden", so ist es heute ausgebucht. Inzwischen säumt eine Vielzahl weiterer neuer Unterkünfte aller Kategorien, die Straße entlang des Parks.

19. Tag - 10.03.2012

 

Durch den recht weitläufigen Park gönnen wir uns die Fahrt mit der Muskel-Rikscha. Jede Nation hat die Möglichkeit, hier einen buddhistischen Tempel zu errichten. Vom ewig brennenden Friedensfeuer teil sich der Park zwischen den Wasserbecken an dessen Ende die Weltfriedensstupa auszumachen ist. Wer an Architektur und den landestypischen Buddhismus der einzelnen Nationen interessiert ist, kann hier ein paar Tage verbringen. Wir beschränken uns auf das Wesentliche. Sehenswert erscheint der noch nicht eröffnete Tempel aus Vietnam. Selbstverständlich besuchen wir die Anlagen aus Nepal und Deutschland. Einige Rohbauten ragen in den Himmel. Ein erneuter Besuch wird sich im Sicherheit in 2 bis 3 Jahren lohnen. Erwähnenswert sind schließlich noch die über den am Ende befindlichen Teich hängenden unzähligen bunten koreanischen Lampions in dessen Mitte auf einer Insel die Ashoka-Säule mit Buddha nachgebildet ist.

 

 

Ein kurzer Besuch der Weltfriedensstupa und schon brettern wir über die Autobahn. Butwal, eine staubige Stadt wird schnell verlassen, nachdem wir dort kein akzeptables Restaurant zur Mittagspause vorfanden. Da es von hier bis Tansen nicht mehr all zu weit ist, genügen ein paar Chips und Bananen als Zwischenmalzeit.

 

Tansen, eine alte Handelsstadt, auf dem ehemaligen Weg zwischen Tibet und Indien. In Richtung Tibet fand diese Handelstraße entlang des Kali Ghandaki ihre Fortsetzung. Da die Stadt auf 1.370 m liegt, ist die Temperatur recht angenehm. Nachdem wir im Hotel „White Lake“ Quartier bezogen haben, starten wir zu einen gemütlichen Rundgang durch diesen Ort. Übrigens der Name „White Lake“ hat gar nichts mit einem See zu tun, den man hier auch vergeblich suchen wird. Gemeint ist die oft dichte Wolkenbildung im Tal, die sich erst im Laufe des Tages auflöst. Mit seinen engen Gassen und Häusern aus der indischen Kolonialzeit ist Tansen ein beschauliches Fleckchen. Doch wir sind zur falschen Zeit am Ort, Es ist Samstag (entspricht unserem Sonntag) und sämtliche Geschäfte sind geschlossen, die Straßen leer und verlassen. Es fehlt das bunte geschäftige Treiben.

 

Nach der Besichtigung einiger alter Tempel (nicht unbedingt sehenswert) erreichen wir außerhalb des Ortes noch einen malerischen Aussichtpunkt. Sonnenuntergang! Durch die engen und kurvenreichen Gasse von Tansen, durch welche der Jeep gerade noch passt, bringt uns der Fahrer trotzdem sicher zum Hotel.

 

20. Tag - 11.03.2012

 

Panorama View auf der Fahrt nach Pokhara. Solch eine klare Bergsicht habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt. Endstation, wie immer das Hotel „Lake View“ am Phewa See. Ganesh ist bereits anwesend und später trifft auch Phuspa aus Kathmandu mit unserem Trekking-Gepäck ein. Beide werden uns auf der bevorstehenden Tour ins Mardi Himal begleiten.

 

Die Fortsetzung meiner Frühjahrstour durch Nepal ist die Erkundung des
Mardi Himal im Annapurna