Nar Phu & Tilicho
 

Zu den buddhistischen Siedlungen Nar und Phu
 im östlichen Annapurna

und über die Pässe
Kang La (5.300 m), Eastern Pass (5.340 m)
und Mesokantu North (5.370 m)
 nach Jomsom
 

Wegweiser nach Nar und Phu, Annapurna Phu, Annapurna
Haus in Nar
Kangla (5.300 m) - Nar Phu Trek, Annapurna Tilicho See, Annapurna Schneesturm Mesokanto North, Annapurna

Reisebericht 03.10. - 29.10.2011

zur Foto-Show

Vorwort

Die Hitze Delhis haben Govinda und ich überlebt (siehe Zanskar-Bericht). Pünktlich landeten wir am 29.09.2011 in Kathmandu. Am 30.09. trudelt Petra aus Hamburg ein. Auf Gregor aus Essen warten wir vergeblich. Ist der Pechvogel doch ein paar Stunden vor Abflug beim Umzug seiner Tochter die Treppe hinunter gestürzt und hat sich einen Bänderriss zugezogen.

Endlich, es ist der 4. Anlauf zum Nar-Phu-Trek. Im Herbst 2009 vermasselte mein Unfall in Namche Bazar die Tour. Ein Jahr später fiel Petra als Mitstreiterin wegen Krankheit aus. Und im Frühjahr dieses Jahres verhinderten Schnee und Eis am Larke La die Umrundung des Manaslu und somit ein Treffen mit Gisbert in Koto. Aufgrund der Arbeit im Office kann Govinda an dieser Tour nicht teilnehmen. Wir starten zu Zweit mit Ganesh, Govindas Schwager, als Guide.

Da wir mit Camping-Team unterwegs sind, bietet es sich zwangsläufig an, den Rückweg über den Tilicho Lake nach Jomsom anzutreten.

© Klaus Töpfer
HIMATREK

Gelsenkirchen, Januar 2012

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01. Tag - 03.10.2011

Auf gut bekannten Weg fahren wir mit dem Mini Van nach Beshi Sahar. Neben Petra, Ganesh und mir ist Koch Sanje mit 5 Helfern/Trägern mit an Bord. Aus meiner Sicht sollten 3 Helfer/Träger auf dieser Tour ausreichend sein, da wir, wo möglich, in Lodges/Gasthäusern übernachten wollen. Doch wer Govinda und Sanje kennt, nimmt man doch lieber etwas mehr Proviant, Zelt etc. für den Fall der Fälle mit.

Nach knapp 7 Stunden erreichen wir gegen 17 Uhr Beshi Sahar, den Ausgangspunkt zur Umrundung der Annapurna und beziehen Quartier im Hotel Ganggapurna.
 

02. Tag - 04.10.2011

Abgesehen vom recht unfreundlichen Personal ist das Ganggapurna mit Insekten und sonstigen Krabbeltierchen verpestet. Da wirken auch die versprühten Vernichtungsgifte nicht, nach denen das Zimmer duftet. Fenster auf, frische Luft rein und schon schwirren noch ein paar mehr Tierchen im Zimmer. In ein anderes Hotel wechseln? Dazu ist es zu spät. Ich verkrieche mich tief in meinen Schlafsack, den ich bis zu Nase zuziehe. Die winzigen Plagegeister finden trotzdem den Weg zu meiner Haut. Jucken, kratzen und im für kalte Zeltnächte ausgelegten Schlafsack schwitze ich wie in einer Sauna. Einige kalte Duschen in der Nacht bringen nur für kurze Momente eine Linderung. Endlich graut der Morgen. 5 Uhr, noch mal unter die Dusche und raus aus diesem Dreckloch. Ich habe in Nepal schon viel erlebt, aber noch nie solch ein Hotel.

Auch Petra haben in der Nacht irgendwelche Krabbeltierchen genervt. Auf das Frühstück verzichten wir in diesem Haus. Alsbald rollt ein bereits recht beladener indischer Jeep vor. Das Gepäck wird noch mit zu den Plastikstühlen auf dem Dach verstaut und festgezurrt. Unser Team macht es sich auf der überdachten Ladefläche bequem, während Petra und ich mich auf die Rückbank zu einen weiteren Fahrgast zwängen.

Schnell lassen wir Beshi Sahar und Khudi hinter uns und erreichen auf holpriger Strecke Bhulbhule. Nun windet sich das, was man kaum Straße nennen kann, durch Felswände und Geröllhalden am Abgrund entlang. Die Breite reicht stellenweise so eben für die Spurweite des Jeeps. Keinerlei Befestigung, nur zwei tiefe Spurrillen, durch die das Fahrzeug schaukelt. Tief unten rauscht der Marsyandi. Bachläufe ergießen sich über die schmale Fahrbahn. Einige male rutscht das Herz in die Hose, als der Jeep zu schliddern beginnt. Zum Glück beherrscht der Fahrer sein Gefährt, dessen Seitenscheiben den starken Verwindungskräften bereits zum Opfer gefallen sind und dessen Windschutzscheibe mehrmals geborsten ist. DSCN3981.JPG (1275763 Byte)

Die erste Etappe ist geschafft. Frühstückpause in Syange (1.110 m). Bis nach Chyamche (1.430 m) sind es weitere 2 Stunden, Endstation, Mittagpause. Viele Touristen sind unterwegs. Von Bhulbhule kann man abseits der „Autobahn“ über Bahundanda bis Syange wandern. Bis nach Chyamche muss man notgedrungen der „Straße“ folgen.

Bis Tal (1.700 m) ist es nicht mehr all zu weit. Wir folgen dem alten noch vorhandenen Karawanenweg. In die schroffe gegenüber Felswand ist der weitere Straßenausbau bereits hinein gesprengt. Wann dieses Teilstück bis nach Tal fertig gestellt sein wird, ist schwer zu beurteilen. Möglicherweise schon zur kommenden Saison. Jedenfalls sind noch einige Tonnen Gestein heraus zu brechen. Über den Sinn und Unsinn dieser Arbeiten kann man unterschiedlicher Meinung sein. Mir ist es schleierhaft, wie auf dieser Strecke jemals lokale Busse und LKWs verkehren sollen. Die Mulis, mit denen heute noch die hungrigen Wanderer im Annapurna versorgt werden, sind sicherlich nicht so schnell arbeitslos. Nach kurzen steilen Anstieg erreichen wir Tal im weiten Flussbett des Marsyandi. Wie im Frühjahr 2009 übernachten wir in der Lodge „Father and Son“.
 

03. Tag - 05.10.2011

Gemütlich ansteigend folgen wir teils dem alten Handelsweg, teils dem Straßen-Neubau. Vom Lärm der Bagger und Presslufthämmer bleiben wir verschont. In dieser Woche findet das Dasain Fest statt. Alle Arbeit ruht.

Während Krishna und ich im Frühjahr 2010 wetterbedingt in Danakyu übernachteten, stellt der weitere 1-stündige Aufstieg nach Timang (2.570 m) kein Problem dar. In zwei Jahren sind einige neue Lodges gebaut worden oder werden derzeitig noch erweitert. Man richtet sich auf steigende Touristen-Zahlen ein. Wir haben Glück, denn in unserer Unterkunft sind wir heute die einzigen Gäste. Folglich wird es ein gemütlicher Abend in der Küche mit der Familie des Hauses. Auf dem holzbefeuerten Ofen brutzelt die zubereitete Kartoffelpfanne mit Gemüse, Knoblauch und weiteren geheimnisvollen Gewürzen der nepalischen Küche. Sanje, unser z.Z. arbeitslose Koch, ist zum Zuschauen verurteilt.
 

04. Tag - 06.10.2011

 Happy Dashain! Ein herrlicher, sonniger Feiertag nimmt seinen Lauf. Der schneebedeckte Manaslu grüßt zur frühen Morgenstunde, bevor er im gleißenden Gegenlicht der aufgehenden Sonne kaum noch wahrnehmbar ist. Die heutige kurze Etappe führt uns in zwei Stunden nach Koto (2.600 m), dem Ausgangspunkt zum Nar-Phu-Trek. Zur Feier des Tages laden wir unser Team zum Festessen mit Bier und Dhaal Bhaat nach Chame ein. Anschließend hofft man auf gute Karten und Glück beim Würfelspiel.

Heute heißt es für die kommenden Tage von der Zivilisation Abschied zu nehmen. Ich nutze die vorerst letzte Verbindung im Internetcafe für ein paar Grüße nach Hause und ins Büro in Kathmandu. Der Preis pro Minute erinnert an die Anfänge des WWW, Ende der 90er Jahre: 10 Rupien (10 Cent)/Minute.
 

05. Tag - 07.10.2011

Majestätisch erhebt sich der vergletscherte Lamjung (6.983 m) in den noch dunklen Himmel, als wir vor Sonnenaufgang aufbrechen. Da heute neben uns drei Gruppen zum recht kleinen Campingplatz in Dharmashala (3.230 m) starten, möchten wir möglichst als erste vor Ort sein. Der gut ausgebaute Weg verläuft durch dichten Tannenwald entlang des Nar Khola. Im engen Talgrund ist es recht kühl, denn die wärmende Sonne bleibt in den Morgenstunden hinter den Bergkämmen verborgen. Als nach etwa 2 Stunden die ersten Sonnenstrahlen herab scheinen, müssen wir leider auf die schattige Seite wechseln. Beständig führt der Weg durch das enger werdende Tal bergan. Drunten tost der Nar Khola mehrmals durch enge, mit dicken Felsbrocken verschüttete, Schluchten.

Sanje, der mit dem Küchenteam voraus geeilt ist, hat ein gemütliches Plätzchen am Wegesrand gefunden und dort die Küche eingerichtet. Heute kann er endlich sein Können beweisen. Eine prächtige Nudelsuppe wartet auf seine Gäste. Hätte ich ihn gestern nicht eindringlich gebeten, zu Mittag nur eine leichte Kost zuzubereiten, hätte er und sein Team garantiert ein 3-Gängemenü hergezaubert. Ein Blick auf die mitgebrachten Lebensmittel verdeutlicht, dass das 5-köpfige Helferteam erforderlich ist. Man muss wissen: Der Koch ist der König eines jeden Camping-Trekkings.

Es dauert nicht lange und eine Gruppe taubstummer? Franzosen trifft ein. Kein Gruß, keine Kommunikation untereinander. Lassen sich nieder, essen, … . Mangels Platz zieht die nächste Gruppe im Gänsemarsch vorbei. Wir brechen auf und überholen die Touristen beim Mittag am Wegesrand hockend.

In Dharmashala sind wir wie geplant die ersten. Schell sind die Zelte am besten Platz aufgebaut. Die Küche zieht in einen Raum im zum Camp gehörendem Haus ein. Auch wir suchen dort Schutz. Es ist windig und als die letzten Sonnenstrahlen hinter den steil aufragenden Felswänden verschwinden genießen wir gemeinsam das üppige Abendessen im vom Kerosin-Kocher erwärmten Zimmer.

06. Tag - 08.10.2011

Heute sind wir die letzten, die den Zeltplatz verlassen. Etwas ansteigend, dem Tal folgend, verlassen wir dieses nach einer knappen halben Stunde. Im steilen Zickzack führt der etwas geröllige Pfad hinauf nach Metang (3.560 m). Vom dortigem Pass erblickt man Annapurna II (7.939 m). Gen Norden erstreckt sich die karge Landschaft nach Phu. Bereits im Monsunschatten liegend, erblüht diese Gegend nur in den Sommermonaten.

Nach kurzer Teepause in einer der neu erbauten Lodges zweigen wir in das Tal des Phu Khola ab. Der Zusammenfluss von Nar und Phu Khola liegt tief unten. Vereinzelte Tannen und Fichten weichen mehr und mehr Wacholderbüschen. Der Pisang Peak (6.091 m), einer der sogenannten Trekking-Peaks, erhebt sich bereits hinter uns, als wir die ersten typischen Sommersiedlungen und -weiden erreichen. Jetzt im Oktober sind diese verlassen. Zwischen gewaltigen Felsmassiven des Kangguru Himal (6.981 m) schiebt sich der Gletscher dieses Massives. Ein tiefes Flussbett ist zu durchqueren und dann ist Mittagspause. Wo Wasser fließt, trifft sich auch die Welt. Denn ohne Wasser, keine Küche! Also sind an diesen Ort alle Gruppen wieder zusammen. Über das zubereitete „fürstliche Mal“ schweige ich. Nepalischen Köchen, deren Mentalität nur 200 %ige Zufriedenheit bzw. Sättigung ihrer Gäste erlaubt, muss man verzeihen.

Upper Chyako (3.720 m). Dieses Gebiet wird von der Bevölkerung aus Nar bewirtschaftet. Ursprünglich lebten hier nur Gurungs. Als China Tibet besetzte, flohen Khampa über das naheliegende Grenzgebirge ins Nar-Phu-Tal. Beide ethnischen Gruppen sind Buddhisten und leben in Eintracht zusammen. Jetzt im Herbst sind die Leute emsig mit der letzten Ernte beschäftigt, bevor der Winter einbricht. Auch das bereits vergilbte Gras ist wertvoll als Futter für Yaks, Schafe und Ziegen in der bevorstehenden eisigen Zeit. Wir werden freundlichst zum Essen eingeladen: Gekochte Kartoffeln. In 3 Tagen wird man nach Nar zurück kehren. Bis zum Frühjahr ist diese Ort verlassen.

Wer glaubt, das Camp in Kyang sei von hier nur ein Katzensprung, liegt falsch. Auf und ab, über die von Sanje vorgeschlagene steile Abkürzung kann man diskutieren. Der angeblich längere Weg, den wir zurück nahmen, war m.E. wesentlich bequemer. Die letzte Gletschermoräne ist bestiegen. Vor uns liegt das Tal Kyang (3.850 m). Eine kleine Zeltstadt, an dessen Rand unser Camp aufgebaut ist.
 

07. Tag - 09.10.2011

Waren gestern Nachmittag Lamjung und Annapurna von dicken Wolken umhüllt, ragen die Eisriesen heute Morgen in den kristallklaren Himmel. Ein phantastischer Anblick, direkt aus dem Zelt heraus. Unser Camping-Team wird hier verweilen und auf unsere Rückkehr aus Phu warten. Dort hoffen wir in einen der Gasthöfe Unterkunft zu finden.

Aufbruch zu Viert. Als Träger ist Saila ist dabei. Durch die enge Schlucht folgen wir dem Phu Khola auf neu angelegtem Weg, der stellenweise aus der senkrecht abfallenden Felswand gesprengt wurde. Schließlich kommt das Talende in Sicht. Mächtige Felstürme verwehren den weiteren Weg am Fluss entlang. Nur der Phu Khola tost zwischen dem steinernen Labyrinth hindurch. Das Tor zu Phu thront hoch oben. Einige Meter steiler Aufstieg und es ist geschafft. Hinter der Klamm weitet sich das Tal. Gleich einer Festung scheint das buddhistische Dort Phu (4.080 m) am kargen Geröllhang zu kleben.

Hotel in PhuIm landestypischen Gasthaus „Hotel Karma“ ist zum Glück noch eines der 3 Zimmer frei. Die beiden nicht größeren Gasthäuser sind ausgebucht. Auch der gegenüber liegende Campingplatz ist voll. Die Zelte mehrer Gruppen stehen dicht an dicht. Phu ist ausgebucht. Im Hotel sucht man eine Toilette vergeblich. Sanitäre Einrichtungen sind die nahe liegenden Bachläufe. Man ist ins Mittelalter zurück versetzt. Die Einheimischen haben ihre ursprüngliche buddhistische Lebensweise beibehalten. Wie der Rundgang durch das Dorf zeigt, wird das zum Leben Notwendige selbst erzeugt und angebaut. Bis auf 4.400 m hinauf ziehen sich die terrassenförmig angelegten Äcker, hauptsächlich für Hafer, Kartoffeln und Gerste. Die Wintergerste ist geerntet und getrocknet. In mühsamer Handarbeit erfolgt das Dreschen und das Trennen des Korns vom Spreu. Der ständige Wind ist der einzige Helfer bei dieser Arbeit.

Wir steigen hinunter ins Tal mit seinen weitläufigen Weideflächen, wo Ziegen, Schafe und Yaks grasen. Über eine alte Holzbrücke geht es hinüber zum Hügel auf welchem sich die Tashi Lakhang Gompa (4.120 m) erhebt. Unzählige Chörten, Manimauern und im Wind knatternde Gebetsfahnen umrahmen das kleine Kloster. Wir sind ganz allein. Wer hat wem erschreckt, als der große schwarze Hund plötzlich kläffend den Zugang verwehrt. Zum Glück ist er angeleint. Kurz darauf gewährt uns ein junger Mönch Einlass zum vor mehr als 400 Jahren erbauten Kloster. Es ist wahrscheinlich das letzte der 108 Klöster, die Guru Ringpoche, bzw. Padmasambhava im Himalaya erbaute. Die Einlandung zum Buttertee nehmen wir gerne an. Die Sonne wirft bereits lange Schatten auf Phu während die eiserstarrte Kulisse des Himlung Massivs noch im hellem Licht glitzert. Es wird Zeit nach Phu zurück zu kehren.
 

08. Tag - 10.10.2011

Ein weiterer Tag ohne jegliches Wölkchen am Firmament. Den Vormittag nutzen wir zum längeren Spaziergang das Tal hinauf. Die Landschaft wird wüstenhafter, gleicht der in Upper Mustang und Ladakh. Tibet liegt hinter den vor uns liegenden Massiven aus welchem sich der Pokarkang (6.372 m) hervor hebt. Im Osten markiert der Himlung (7.126 m) den Grenzverlauf.

Nach Mittagsimbiss gegeben wir uns auf den Rückweg. Es bleibt genügend Zeit, die alten Chörten unterhalb des Tores zu Phu in Augenschein zu nehmen. Heute begegnen uns kaum Touristen. Zurück in Kyang ist der Campingplatz leer. Einsam stehen dort unsere Zelte.
 

09. Tag - 11.10.2011

Happy Birthday lieber Lenny. Alles Gute zu deinen Geburtstag wünscht dir dein Opa. Lass dich feiern.

Rückmarsch auf gleichem Wege bei abermals phantastischen Wetter. Kurz vor Metang beginnt der Abstieg in die Schlucht des Phu Khola. Eine alte hölzerne Brücke führt über den etwa 100 m tiefer tosenden Fluss. Noch ein kurzes Stück aufwärts und die Baustelle Nar Phedi (3.500 m) ist erreicht. Die Zelte stehen neben dem neu erbauten, aber noch nicht eingerichteten Kloster. Gegenüber entsteht eine Lodge. Die nahe liegende Sanitäranlage mit getrennten Räumen für Weiblein und Männlein scheint bereits fertig zu sein, ist aber noch verschlossen.

Da wir recht frühzeitig eintrudeln, wird die Freizeit zum Waschtag. Am Nachmittag füllt sich der Zeltplatz. Viele der Trekker, die eine Nacht länger in Phu verbrachten, treffen nach und nach ein. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, einen weiteren ganzen Tag in Phu zu verbringen. Zwei volle halbe Tage sind ausreichend und der Rückweg in zwei Etappen ist gemütlich und erholsam.
 

10. Tag - 12.10.2011

Wir lassen es weiterhin geruhsam angehen und zockeln all den anderen Wanderern hinterher. Nach einer Stunde etwas steilen Aufstiegs ist das erste Tor (Gate ) zu Nar erreicht. Das nächste Gate ist verschlossen. Der Weg führt über die steinerne Mauer. Dahinter öffnet sich eine weite Hochebene auf der Hunderte Yaks grasen, Grund für das verschlossene Tor. Kurz darauf stehen wir vor gewaltigen steinernen Chörten. Ein einmaliger Anblick mit der gewaltigen Kulisse des Kangguru Himal (6.981 m) im Osten. Nach Norden reicht die Aussicht weit in das Tal bis zum Kangla Himal hinauf. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Shanti Lodge. In dieser komfortablen Unterkunft werden wir 2 Nächte verbringen. Haben es uns nach 9 Tagen „on trek“ sicherlich redlich verdient, die Akkus für die bevorstehende Überschreitung des Kangla (5.306 m) aufzuladen.


Nar wird von der gleichen ethischen, aus Tibet zugewanderten Buddhisten bewohnt. Die Felder sind abgeerntet und auf den Dächern der Häuser liegen haufenweise die Ähren der Wintergerste. Emsig sind die Bauern auch hier dabei, Korn vom Spreu zu trennen. Inmitten der Siedlung befindet sich irgendwo das „Phone-House“. Wir begeben uns auf die Suche durch die engen Gassen. Eine Leiter, halber gekerbter Baumstamm, führt auf eines der mit Stroh beladenen Dächer, durch welches das Kaminrohr des holzbefeuerten Küchenofen ragt. Dort befindet sich „Telecom“, bestehend aus einem Telefon. Geduld ist angesagt. Ein älteres Bauernpaar wartet auf die Verbindung, ein langes Gespräch folgt. Der Versuch das Office in Kathmandu zu erreichen scheitert. Werden es morgen noch einmal versuchen. Eine Verbindung per Handy ist hier (noch) nicht möglich.
 

11. Tag - 13.10.2011

Ruhetag, ausschlafen, dann frühstücken. Herrlich, eine warme Dusche mittels Eimer und Schöpfkelle. Heute funktioniert die Telefon-Verbindung. Prasanta, unser Mann im Office, ist anwesend. Alles ok. Govinda ist auf 4-Tage-Kurztrekk mit Gästen aus Australien im Annapurna.

Eine Gruppe mit 15 Holländern kehrt zum Lunch ein und zieht dann nach Kangla Phedi weiter. Keine Zeit, wir machen Trekking, ist der lakonische Kommentar eines der Teilnehmer, dass wir hier und heute einen Ruhetag einlegen. Am Abend trifft ein Paar aus Frankreich ein. Eine Gewalttour haben sie gemeistert. Von Nawal (3.660 m) über den Kangla bis hierher waren sie schneller als ihr Guide. Morgen haben sie sich die geplante Pause redlich verdient.
 

12. Tag - 14.10.2011

Heute zeigen sich erstmals wieder Wolkenfelder am Himmel. Nach knapp 3 Stunden über gemächlich ansteigende Weideflächen, vorbei an einigen Yak-Herden, treffen wir in Kangla Phedi (4.530 m) ein. Der Pisang Peak zeigt inzwischen seine westlichen Abstürze. Die von uns in Nar eingelegte Pause ist nicht zwingend erforderlich. Man kann diese Etappe problemlos noch am frühen Nachmittag angehen, um zeitig das Camp zu erreichen. Hier hat auch eine 9-köpfige Gruppe aus Frankreich ihre Zelte aufgeschlagen, die heute Morgen ebenfalls von Nar aufbrachen.

Inzwischen ist die Sonne hinter dicken Wolken verschwunden. Es wird kalt und windig. Was gibt es da besseres zu tun, als ins Zelt zu kriechen, lesen und Musik hören. Zum Nachmittag kredenzt das Küchenteam frisch zubereiteten Apple Pie und Cappuccino der Marke Himatrek. Jeweils ein gehäufter großer Teelöffel Nesscafé und Kakao, aufgegossen mit heißer Milch. Schon um 17:30 ruft Sanje zum Abendessen. Morgen heißt es früh aufstehen, Abmarsch spätestens um 6:30 Uhr.
 

13. Tag - 15.10.2011

Morgendämmerung, dicht und tief hängt die Wolkendecke im Tal. Durch Geröll erklimmen wir mal gemächlich, mal steil den ersten Höhenrücken. Nun wird das Gelände alpin. Schneefelder kommen in Sicht. Die Wolken reißen stellenweise auf, die ersten Sonnenstrahlen. Unter uns schillert ein kleiner Gletschersee. Bis zum Pass kann es nicht mehr weit sein. Langsam, langsam stapfen wir durch den tiefer werdenden Schnee. Dann die Belohnung nach 4 Stunden anstrengenden Aufstieg. Zwischen wehenden Gebetsfahnen stehen wir auf dem schmalen Grat des Kangla (5.300 m). Der Blick hinüber zum Annapurna III (7.555 m) und zurück zum Kangguru Himal wird nur durch wenige Wolkenfetzen durchbrochen. Tief unten im Tal ist die Landepiste von Humde deutlich zu erkennen.

Nachdem die Reihen der Gebetsfahnen durch unserige ergänzt wurden, beginnt der sehr steile und rutschige Abstieg auf recht lockerem und splittrigem Gestein. Nach etwa 100 m Abstieg liegt der schwierigste Teil hinter uns. Bei Schnee oder gar Eis ist dieser Teil nicht passierbar, falls man überhaupt bis zum Pass kommt. Wenn doch, so sind Steigeisen und Seil unabdingbar. Weitere 400 Höhenmeter abwärts findet sich endlich ein Platz für die wohl verdiente, etwas verspätete Mittagspause. Den Inhalt der heute morgen zubereiteten Lunchpakete, dazu der üblicherweise von mir mitgebrachte Schinken, lassen wir uns gemeinsam mit Ganesh und Sanje schmecken. Unsere Mannschaft ist weit voraus, hat Nawal möglicherweise bereits erreicht.

Der weitere Weg zieht sich dahin. 1.600 m bergab machen sich in den Knien bemerkbar. Petra und ich sind froh, als wir am Nachmittag in das Shanti Hotel in Nawal (3.660 m) einkehren. Nar Phu ist mit der Umrundung des Pisang Peak erfolgreich abgeschlossen. Ein guter Grund auf den heutigen Tag mit unserem Team anzustoßen.
 

14. Tag - 16.10.2011

Ausschlafen und gemütlich frühstücken. Gegen 9 Uhr machen wir uns langsam auf. Der herrliche Panorama Höhenweg führt zunächst zum Kloster Porchu und schließlich durch üppige Pinienwälder nach Bhraka. Erst dort treffen wir auf den Trekking Highway und kehren zur Mittagzeit, wie ich im Frühjahr 2010, in die Bäckerei „Pie in the Sky“ ein. Gewaltig erhebt sich Annapurna III in den wolkenlosen Himmel, dessen Gletscher das Sonnenlicht gleißend reflektieren. Es ist Hochsaison und ohne Unterbrechung ziehen Touristen in Gruppen oder als Alleinwanderer an uns vorbei. Wir beauftragen Sanje vorsorglich sofort nach Manang zu gehen, um ein gutes Quartier für uns sicher zu stellen.

Manang (3.540 m), Ausgangspunkt zur Umrundung der Annapurna, Ort der Akklimatisierung mit einigen lohnenswerten Tagestouren. Hier treffen all die Touristen geballt zusammen, die sich während des Anmarsches auf mehrere Orte verteilten. Unser Standard-Hotel „Yeti“ ist ausgebucht. Sanje hat für uns Zimmer im Gasthaus „Mavis Kitchen & Cottage“ reserviert. Eine empfehlenswerte Herberge mit kleinen Bungalows im Hof. Hier werden wir 2 Nächte verweilen.

Wieder mit der Welt per Internet verbunden, geht die Nachricht über unsere erfolgreiche Tour umgehende an Familie, Freunde und Bekannte hinaus. Den Barbier, den es im vergangenen Jahr noch gab und der mich vom in 2 Wochen gewachsenen Bart befreien soll, suche ich vergeblich. Zumindest lassen sich in einen Geschäft Rasierschaum und Klingen auftreiben und ich mache mich an die Arbeit.

15. Tag - 17.10.2011

Wie vorgesehen, ein Ruhetag. Ein Spaziergang durch Manang genügt. Ein Besuch des Kinos wäre denkbar. Faulenzen, die Seele baumeln lassen. Die Sonne scheint. Genießen wir den Urlaub.
 

16. Tag - 18.10.2011

Die gestern Nachmittag auftauchenden bedrohlichen Wolken sind spurlos verschwunden. Tiefblau leuchtet der Himmel über dem Ganggapurna (7.454 m). Voraus liegt die beeindruckende Eiswand der „Großen Barriere“. Unser Ziel, der Tilicho See, liegt an deren westlichen Ende. Zurück reicht der Blick durch das Tal des Marsyandi bis hinüber zum Manaslu. Der Weg nach Khangsar 3.734 m) wird nach nepalischer Norm auf Straßenbreite erweitert. Wenn ich 80 Jahre alt werde, gönne ich mir vielleicht eine Off-Road-Tour um die Annapurna mit Übernachtung in einen 5-Sterne-Hotel am Tilicho See. Liebe Nepali, schaut nach Tibet, die Chinesen machen das schon. Ihr müsst nun noch lernen, wie man Straßen wetterfest baut. In Khangsar verlässt man das Tal und steigt nach Shree Kharka (4.050 m) hinauf. Stand hier von 1 ½ Jahren nur eine Lodge, werden es in Kürze zwei sein. Einige Minuten weiter auf dem Weg zum Tilicho BC ist der Rohbau der dritten Lodge fertig gestellt.

Unterhalb von Shree Kharka liegt das alte Kloster Thare Gompa, welches zeitweise von einen Mönch bewohnt wird. Da er heute anwesend ist, haben wir die Möglichkeit die Kunstschätze zu bewundern, bevor wir die letzten Meter zum Hotel Tilicho Peak zurück legen. Petra und ich finden noch das letzte freie Zimmer vor. Die Lodge ist ausgebucht, Hochsaison. Der Abstecher zum Tilicho wird immer beliebter, zumal die Zeit zur Umrundung der Annapurna durch den Straßenbau deutlich verkürzt werden kann. Zudem ist dieser Ausflug eine hervorragende Akklimatisierung zur Überschreitung des Thorong La. Der sonnigwarme Wintergarten lädt zum Verweilen und Plaudern mit Wanderern aus aller Welt ein.

17. Tag - 19.10.2011

Die heutige Etappe zum Tilicho BC (4.150 m) ist kurz und in etwa 3 Stunden zu bewältigen. Der Pfad durch den steilen, fein gerölligen und Steinschlag gefährdeten Hang wurde mit Hacken und Schaufeln entschärft. Zerklüftete Felsen scheinen entlang des Weges aus dem Schotter zu wachsen. Ein imposanter Anblick. Wie schon in meinem Reisbericht vom Frühjahr 2010 geschrieben, existiert nur dieser mittlere Weg. Der untere entlang des Marsyandi ist seit Jahren verschüttet. der obere ebenfalls Erdrutschen zum Opfer gefallen. Noch immer weist an der Weggabelung ein Schild zum „Upper Trail“. Beim genauen Hinsehen erkennt man, das die Worte durchgestrichen sind. Eindeutiger wäre es, wenn man dieses Schild entfernt hätte. Erreicht man das Ende diese Höhenrückens, wo dieser fast senkrecht in die enge Schlucht des Marsyandi abfällt, ist die vergletscherte Eiswand zum Greifen nahe. Zu deren Füßen die gewaltige Moräne des Gletschers vom Khangsar Kang (7.485 m) liegt. Gleich einer schwarzen Pyramide ragt der Gipfel in den Himmel und wird somit auch Roc Noir genannt.

Wir befürchten, dass auch das Tilicho BC überfüllt ist. Daher ist Saila, unser Träger, voraus geeilt, um Zimmer zu reservieren. Obwohl hier inzwischen eine 2. Lodge steht, sind um 9 Uhr sämtliche Zimmer vergeben. Zwei große Gruppen werden erwartet. Unsere Zelte dabei, sind diese geschwind im Hof des Hotel Khangsar Kang aufgebaut. Weitere Zelte stehen dort, die der Besitzer der Lodge in weiser Vorausschau auf den Platzmangel hat aufbauen lassen. Das Tilicho BC wird übermäßig frequentiert, da Touristen auf dem Weg zum Tilicho See zwangsläufig hier übernachten und dies oft auch auf dem Rückweg tun.
 

18. Tag - 20.10.2011

Früh am Morgen gegen 5 Uhr machen sich die ersten Touristen auf den Weg. Darunter eine Gruppe mit 17 Holländern. Wir schlummern noch eine Weile im mollig warmen Schlafsack. Sind wieder einmal die Letzten. Zunächst geht es gemächlich entlang des Geröllhanges. Die „Grand Barriere“ rückt näher. Im Rücken das imposante Panorama von Chulu West bis zum Manaslu. Die Frühaufsteher kommen uns entgegen, als wir die letzten Meter zum Sattel aufsteigen. Von dort zieht sich der Weg. Hinter jeder Anhöhe vermutet man den See, bis er plötzlich vor uns liegt. Der Tilicho Lake ist mit 4.920 m Nepals höchst gelegener See. Im Vergleich zum Frühjahr 2010 erlebe ich ihn nun eisfrei und wir sind wieder ganz allein hier oben.

Ein eisiger Wind pfeift uns um die Ohren. Vom Norden sind Wolken aufgezogen. Nachdem die Gebetsfahnen gehisst sind, schnellstens in die warme Stube des hier neu erbauten Teehauses. Dort erwarten uns sofort heiße Suppe und Tee zum aufwärmen. Es folgt einmal wieder ein üppiges Mittagessen, zubereitet durch Sanje & Co.

Noch eine kurze Etappe entlang des Sees zum nördlichen Campingplatz (4.940 m). Irrtum, dieser Weg existiert nicht (mehr)?! Nur ein kleiner Umweg meint der freundliche Wirt des Teehauses. Hinter diesen Felsen geht es lang. Der Eastern Pass (5.340 m) liegt dahinter. Wir machen uns auf den Weg. Erst Geröll, dann wird es felsig und steil. Es beginnt zu schneien. Schneeflocken wirbelt der Sturm herum. Die Sicht beschränkt sich auf wenige Meter. Nur runter zum Camp irgendwo. Es dunkelt bereits, als die Zelte vor uns auftauchen. Mein Höhenmesser zeigt 5.100 m. Einer unserer Küchenjungen kommt mit heißem Tee in der Thermoskanne entgegen. Der wärmste Platz ist im Küchenzelt, wo das Abendessen auf den Kerosinkochern brodelt. Schließlich mit Wärmeflasche hinein in den Schlafsack. Alle Schotten dicht. Die ganze Nacht hindurch tobt der Schneesturm.
 

19. Tag - 21.10.2011

30 cm Neuschnee. Es ist eiskalt. Ein paar blaue Flecken zeigen sich am Himmel. Wird es bald sonnig?. Leise rieselt der Schnee. Sanje erklärt uns, das es bei der gegebenen Schneesituation  sicherer ist, statt über den Mesokanto South(5.121 m) über den Mesokantu North (5.370 m) nach Yak Kharka (4.100 m) abzusteigen. Es sei von hier nur ein kleiner Umweg mit etwa 60 m Aufstieg. Der kleine Umweg entpuppt sich als recht anstrengende Hochtour. Erst ist ein Erdrutsch zu umgehen, dann folgt steiles, stellenweise vereistes Gelände über den Pass. Sanje mit Eispickel voraus, um die steilen Passagen vom Schnee zu befreien und ein paar Stufen zu schlagen. Langsam, vorsichtig folgen wir. Dank Sanjes und Ganesh Hilfe erreichen wir wieder sicheres Gelände. Den ganzen Tag bleibt es wechselhaft. Kurz blinzelt die Sonne durch die Wolken, dann wieder Schneefall. Unterhalb der Schneefallgrenze ist der Boden glitschig. Ein paar Ausrutscher auf den Hosenboden sind zwangsläufig.

Noch einmal zum Bachlauf hinunter und auf der anderen Seite hinauf. Yak Kharka, niemand ist anwesend, ist ereicht. In der Hütte können wir die Zelte in einen Raum aufbauen. Im zweiten wird die Küche eingerichtet. Wir haben ein festes Dach über den Kopf. Vom Himmel rieselt der Schnee.
 

20. Tag - 21.10.2011

Ein Wintermärchen. Strahlend blauer Himmel. Nilgiri, Dhaulagiri und Tukuche Peak begrüßen kristallweiß glänzend den Morgen. Ein bequemer Weg führt hinunter nach Jomsom. Nachdem die 4.000 m-Grenze unterschritten ist wird die Winterbekleidung gegen Sommerbekleidung ausgetauscht. Zwei Wanderer kommen uns entgegen, die zum Tilicho möchten. Momentan keine Chance, die Pässe zu überqueren.

Jomsom, gut an der Landbahn zu erkennen, liegt vor uns. Lang zieht sich die letzte Etappe auf der Fahrstraße bis zum Hotel Snowland dahin. Dort wird das Finale der Tour gemeinsam ausgiebig bei Bier und Apple Brandy gefeiert. Klar, dass das nepalische Nationalgericht aus der Küche des Hauses nicht fehlt. 
 

21. Tag - 22.10.2011

Die Flüge von Jomsom nach Pokhara sind heute ausgebucht. Morgen könnten wir fliegen. Statt einen Tag in Jomsom rum zu hängen, entscheiden wir uns, gemeinsam den lokalen Bus nach Beni zu nehmen. So schaukeln wir durch all die mir bestens bekannten Orte wie Marpha und Tukuche bis Ghasa. Von dort mit dem Anschlussbus, im Ruhrgebiet wäre es eine neue „Wabe“, nach Beni. Noch einmal Abschied: Sanje und unser Team nehmen den Direktbus nach Kathmandu. Ganesh, Petra und ich das Taxi nach Pokhara, wo wir am Nachmittag im Lake View Resort eintreffen.
 

22. Tag - 23.10.2011

Ein ganzer Tag in Pokhara. Ich muss feststellen, dass ich dort bekannt bin, wie ein bunter Gockel. Macht nichts. Herrlich die Ruhe im Vergleich zu Kathmandu, der Phewa See und die unzähligen Basare und Restaurants an der Uferpromenade.

23. Tag - 24.10.2011

Alles hat ein Ende. Zurück nach Kathmandu. Petra ins Hotel Manang. Ich begebe mich mit Ganesh ins Haus zu Radhika und Govinda nach Sitapaila. Dort laufen alle Vorbereitungen auf das bevorstehende Tihar Festival.
 

24. - 26. Tag- 25.-27.10.2011

Das Tihar Festival nimmt seinen Lauf. Dem Tag der Hunde folgt der Tag der Kühe. Ein Tikar auf deren Stirn, wobei die Kühe sich besonderer Ehrung erfreuen. Die Newar, eine ethische Gruppe, feiern am 28.10. ihr New Year. Am Abend das Lichterfest. Glücksgöttin Laxmi wird ins Haus gebeten. Mandelas, Kerzenlicht und geschmückte Spuren zeigten ihr den Weg bis zum Hausaltar. Erstmals habe ich die Möglichkeit all dieses aus Sicht inmitten Govindas Familie zu erleben. Parallelen zum christlichen Nikolaus und Weihnachten sind unverkennbar.
 

27. Tag - 28.10.2011

Bhai Tika, die Familienfeier. In der Regel treffen sich alle Verwandte beim Vater oder ältesten Sohn der Familie. So sind bereits seit ein paar Tagen Govindas Schwestern. Radhikas Schwester mit ihrem Mann Ganesh (unser Guide) im Haus untergebracht. Ein Astrologe legt die Zeit für diese Festlichkeit, meist zur Mittagszeit beginnend fest. Schwester Petra trifft ein. Das 9-farbige Tikar auf jedermanns Stirn, anschließend Essen und Geschenke verteilen. Den weiteren Verlauf des Tages bestimmen Tanz und Musik und Glückspiel mit Karten und Würfeln

28. Tag - 29.10.2011

Nachdem Petra bereits gestern zurück flog, folge ich ihr heute. Der x-malige Abschied am Flughafen

Wieder zurück in der Heimat, steht Govindas Besuch unmittelbar bevor.

Habe ich schon einige Male die Festlichkeiten in Nepal erlebt, so soll Govinda endlich unsere Feiertage
von Nikolaus bis Neujahr kennen lernen.